Artern

Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)

Kirchenagenda 1580

Dienstag, 5. August 2025

Bereits seit etlichen Jahren durchackert Christine Stadel, Mitglied im befreundeten Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue, historische Tageszeitungen ihrer Heimatstadt Sangerhausen. Die die Stadt Artern betreffenden Artikel und Nachrichten aus diesem umfänglichen Fundus werden mehrmals im Monat an den Heimatverein ARATORA gesendet, worunter sich nicht selten längst vergessene und entsprechend faszinierende Meldungen befinden. So auch in jüngster Vergangenheit, als Frau Stadel die Sangerhäuser Zeitung vom 9. Februar 1929 in Händen hatte und nachstehenden Bericht für uns sichern konnte, wobei Erklärungen in eckigen Klammern hinzugefügt worden sind: „Artern. Interessanter Fund. Ein interessanter Fund, der im Jahre des Katechismusjubiläums [1529-1929] besonders wertvoll erscheint, ist kürzlich im Archiv der Superintendentur gemacht worden. Unter längst aussortierten Akten fand man einen Schweinslederband, der die von dem Mansfelder Generalsuperintendeten aufgestellte Kirchenagenda von 1580 enthält. Darin ist auch mit vielen kleinen Bildern der erste Lutherkatechismus abgedruckt. Zusammengestellt ist das Buch vom damals sehr bekannten [Eislebener Theologen] Hieronymus Mencelius [1517-1590]. Handschriftlich ist auch allerlei eingetragen, darunter ein Erntegebet, das nach der Unterschrift noch 1716 von dem [Arterner] Magister [Heinrich Christoph] Scholinus benutzt worden ist.“ - Eben diese „Kirchen-Agenda ... Für die Prediger in der Graff/ und Herrschaft Mansfeld“ war neun Jahrzehnte später vom Heimatverein ARATORA als ruiniertes Exemplar aus Privatbesitz erworben und 2017/2018 der Buchsanierung in Halle/S. bzw. dem Kirchenkreisarchiv in Eisleben zur dauerhaften Verwahrung zugeführt worden (unser Bild). Allerdings wirft obige Zeitungsmeldung eine wichtige Frage auf, denn bislang war davon ausgegangen worden, dass das historische Archiv der Superintendentur Artern mutmaßlich erst in den 1980er Jahren aufgelöst worden war - nunmehr aber die Nachricht, dass bereits 1929 diese Aussonderung alter Akten geschehen ist. Es muss daher geprüft werden, inwieweit besagte zeitliche Korrektur auch auf weitere vorliegende Unterlagen aus dem aufgelösten Pfarrarchiv angewendet werden muss. - Bis dahin nochmals vielen herzlichen Dank an Christine Stadel nach Sangerhausen für obige Nachricht sowie Tausende weitere Artikel aus historischen Zeitungen unseres Altkreises.


Carl Buttenstedt

Dienstag, 29. Juli 2025

Es ist schon verwunderlich, dass es von jenem Mann, der heute vor 180 Jahren das Licht der Welt erblickte, noch keine umfänglichere Lebensbeschreibung gibt: Christian Heinrich Carl Buttenstedt (unser Bild aus Wikipedia, gemeinfrei) wurde am 29. Juli 1845 in Volkstedt, heute Ortsteil der Lutherstadt Eisleben, geboren, war später längere Zeit beim Militär, 1878/1879 Büroassistent und Salinesekretär zu Artern, danach bis 1886 Sekretär auf dem Salzamt zu Dürrenberg, dann wieder Salinesekretär zu Artern und seit 1891 Schichtmeister bei der Königlichen Berginspektion zu Kalkberge-Rüdersorf, ehe er 1904 in Pension ging. - Neben seinem Beruf im Bergbaufach wirkte Buttenstedt als Autor, Vorkämpfer der Flugkunst und Segelflugtheoretiker, als Naturphilosoph, Naturheilkundiger, Lebensreformer, Sexualtheoretiker, Parapsychologe, Metaphysiker und Okkultist. Mit seiner Gattin Rosa Louise Beyer (1858-1917), Tochter eines Holzhändlers aus Artern, hatte er sechs Kinder, von denen drei in Artern geboren wurden. Buttenstedt starb am 20. September 1910 in Friedrichshagen. Er hinterließ ein ebenso umfangreiches wie teils skurriles schriftliches Lebenswerk, so als Gegenspieler von Otto Lilienthal zur Theorie des Fliegens (die er auch in der Saline Artern modellhaft umzusetzen versuchte) aber auch die sexualreformerische Schrift „Die Glücks-Ehe (Die Offenbarung des Weibes)“, in der er das Stillen des Ehemanns durch dessen Gattin als Geheimlehre zur Verhütung propagierte. Andererseits fabulierte er auch über „Die Übertragung der Nervenkraft (Ansteckung durch Gesundheit)“, d. h. Heilung von Kranken durch spezielle Kontaktaufnahme mit Gesunden. Ebenso spekulierte er über Möglichkeiten der menschlichen Altersverjüngung mittels der Umsetzung des Leitsatzes „Willenskraft ist Lebenskraft, Willensschwäche früher Tod“ sowie besonderer sexueller Praktiken. Buttenstedt wollte nicht weniger als ewig Leben, dennoch ereilte ihn der Tod recht früh. Er starb mit 66 Jahren, was ausgerechnet eine theosophische Zeitung zur Feststellung animierte: „Buttenstedt war ein sonderbarer Verfechter der Unsterblichkeitslehre. Der Tod hat Recht behalten und Buttenstedt muß einsehen, daß das äußere Lebenselexier nicht so leicht zu finden ist.“ - Die Erfassung der zahlreichen Lebenstationen, der Ideen und Theorien des ehemaligen Arterner Salinebeamten Carl Buttenstedt sind bislang noch nicht in Buchform erschien, trotzdem seine Person, sein Lebensumfeld sowie die teils kruden Gedankengebäude geradezu reizen, ihn biografisch zu erfassen und darzustellen. Der Heimatverein ARATORA würde zu diesem Vorhaben, so sich den ein Interessent fände, gern etliche Büchern, Aufsätze und Sekundärliteratur zur Verfügung stellen.


Rätselbild 3 Wohnhäuser

Dienstag, 22. Juli 2025

Nach wie vor werden dem Heimatverein ARATORA dankenswerterweise alte Fotos aus privatem Besitz zugeführt, wobei die Datenlage zu den Bildern erwartungsgemäß teil erheblich schwankt. Denn nicht immer ist auf dem ersten oder zweiten Blick zu ermitteln, was oder wer darauf einst abgebildet worden ist. So auch auf unserem hier beigefügten historischen Foto (um 1960?), das mit der Frage an unsere Homepage-Besucher verbunden wird, wo sich diese drei zweistöckigen Wohnhäuser befinden oder befunden haben. Zu sehen sind zwei verputzte Gebäude, eines davon mit oben leicht gerundeten Fensterstürzen, sowie rechts davon ein steinsichtiges Haus aus offenbar roten Klinkern.


Altbau Altstadt

Dienstag, 15. Juli 2025

Der planmäßig gegen Ende November 2025 erscheinende Bildband „Artern in alten Zeiten - Fotografische Reisen in die städtische Vergangenheit“ ist mittlerweile auf dem Wege! Nachdem in den vergangenen Tagen die letzten Arbeiten an der digitalen Fassung vollzogen wurden, sind nunmehr sämtliche Texte und Bilder zum Setzen und Layouten übermittelt worden. Damit ist ein wichtiger Schritt im Zuge der Vorbereitungen der Publikation unseres inzwischen siebten Bildbandes mit Fotografien aus der Stadtgeschichte getan. Im Laufe des Sommers werden noch, wenn das Layout abgeschlossen ist, die Schlusskorrekturen vorgenommen, ehe die Datei dann zum Druck weitergeleitet wird. Der Bildteil wird 121 Fotografien beinhalten, ergänzt durch das Titelfoto sowie je einem Bild neben und auf dem Frontispiz. - Voraussichtlich am Wochenende zum Tag des offenen Denkmals sollen die Fotos im neuen Bildband öffentlich vorgestellt werden. Außerdem werden dann auch schon jene alten Abbildungen, die für den Bildband des kommenden Jahres vorgesehen sind, präsentiert. - Unser Bild zeigt ein nicht mehr existentes Haus in der Altstadt.


Flurkarte Westerwende

Dienstag, 8. Juli 2025

Die moderne thüringische Flurnamenforschung im Rahmen des Projekts „Flurnamen und Regionalgeschichte“ bzw. des Thüringischen Flurnamenportals kann auf mittlerweile 25 Jahre ihres Wirkens zurückblicken. An einer der ersten Veranstaltungen in Kannawurf am 12. April 2000 waren auch Vertreter des Heimatvereins ARATORA zugegen. Seitdem kommt es immer wieder zu Kontakten mit dem Team vom Thüringischen Flurnamenprojekt. Derzeit entsteht dort ein umfangreicher Jubiläumsband, in dem sowohl die Projektgeschichte beleuchtet wird als auch Forschungsbeiträge von Referenten enthalten sein werden. - Doch zunächst wird mit der jüngsten Info-Mail wie folgt um Hilfe gebeten: Gesucht werden Flurnamen mit Migrationsbezug! Was auf den ersten Blick zunächst reichlich zeitgeistig und angepasst klingt, ist es jedoch nicht, denn im Fokus sollen solche Flurbezeichnungen stehen, die mit historischen Migrationsprozessen verknüpft sind, so z. B. durch Hinweise auf slawische Siedlungen, Vertreibungen nach 1945, Binnenmigrationen aber auch jüngere Zuwanderung usw. Ebenso sind symbolische oder metaphorische Bezüge sind von Interesse. - Die Übermittlung von solchen Flurnamen ist denkbar einfach: Mittels einer elektronischen Eingabemaske, die über den Link https://flurnamen.projekte.thulb.uni-jena.de erreichbar ist, können Informationen sofort online gesendet werden, z. B. solche, wie jene auf unserer Abbildung, die das Kleine und das Große Westerfeld an der Grenze der Feldfluren Artern, Kachstedt und Voigtstedt zeigt. Diese Bezeichnung lässt auf Äcker schließen, die der im hohen oder später Mittelalter wüst gewordenen Ortschaft Westerwende zugehörig waren (Wenden = Slawen, also nicht ursprünglich hier ansässig gewesene Siedler, die sich mit einer eigenen Ortsgründung offenbar zunächst abgesondert haben). Zu überprüfen wäre z. B. auch der benachbarte Pröttel als Flurname, südlich der Ortslage von Kachstedt gelegen, ob dieser vom slawischen prědělo = Grenze (im Sinne der Absonderung von Deutschen und Slawen?) abgeleitet werden könnte. Die Flurbezeichnung Wendling westlich von Kachstedt könnte etwas mit den Wenden (Slawen) zu tun hat oder war eben doch nur jenes Gelände, auf dem früher der Pflug gewendet worden ist. Ein weiterer potentieller Kandidat mit slawischen Sprachwurzeln ist der Glinz an der Unstrut bei Artern, der aus dem Altpolabischen (westslawische Sprache) Glinc einstanden sein könnte. All diese Mikrotoponyme müssen allerdings noch onomastisch und historisch untersucht werden.


Johannistraße-Wasserstraße

Dienstag, 1. Juli 2025

Die vergangenen zwei Wochen waren dafür angedacht, noch ausstehenden Arbeiten für den Ende November 2025 erscheinenden Bildband „Artern in alten Zeiten - Fotografische Reisen in die städtische Vergangenheit“ zu erledigen. Allerdings stand auch noch die Sichtung einer seit geraumer Zeit wartenden Mappe mit bislang unbearbeiteten, historischen Arterner Fotos aus. Kurzerhand wurden deshalb die Arbeitspläne umgeworfen und zunächst besagte Ablage angegangen. Über hundert Bilder, viele davon aus den 1930er Jahren, wurden hochauflösend gescannt - eine Anzahl, die quasi der Menge der Fotos eines Bildbandes entspricht, weswegen der Grundstein für das nächsten Buch im Jahr 2026 gelegt ist! - Erfreulich ist die gute Qualität dieser und auch der anderen Fotos. Zudem sind viele der Bilder rückseitig datiert, teils sogar mit Uhrzeit. Hinzu kommt, dass die Fotografen Motive gewählt hat, die ansonsten eher selten oder noch gar nicht auf Fotopapier gebannt worden sind (unser Bild). - Der nächstjährige Bildband steht unter dem Arbeitstitel „Arterner Augenblicke – Historische Ansichten und Momentaufnahmen auf Fotos und Postkarten“.


Müntzer-Tafel Artern

Dienstag, 24. Juni 2025

Aus historischer Sicht ist das Jahr 2025 – vor allem in Mitteldeutschland – von der 500. Wiederkehr des Bauernkrieges geprägt. Untrennbar verbunden mit den Geschehnissen von 1524/1525 ist vor allem in unserer Region die Person Thomas Müntzers (1489-1525). Seit dem Jahr 1989 erinnert auch in Artern am AWG-Wohnblock Thomas-Müntzer-Straße 1-4 eine Tafel an den Theologen und Bauernführer. Während der vergangenen dreieinhalb Jahrzehnte hat diese Tafel infolge der Witterung sichtlich gelitten, sodass der Heimatverein Aratora in Zusammenarbeit mit der AWG Kyffhäuser das Kleindenkmal durch den Steinmetzbetrieb Marko Gödicke hat sanieren lassen (unser Bild). Die Übergabe der erneuerten Tafel wird zum Anlass genommen, Interessierte wie folgt einzuladen: Freitag, 27. Juni 2025, 16.00 Uhr in Artern am Wohnblock Thomas-Müntzer 1-4. - Wenngleich Artern im Kontext des Bauernkrieges nur eine Nebenrolle gespielt hat, ist es dennoch bedeutsam, auch in unserer Stadt an dieses Ereignis und dessen maßgeblichen Protagonisten zu erinnern. - Update vom 27. Juni 2025: Vielen herzlichen Dank an rund 30 Interessierte, die heute zur Übergabe der sanierten Thomas-Müntzer-Tafel zugegen waren und der Enthüllung durch Bürgermeister Wolfgang von Eye sowie AWG-Vorstand Jürgen Igel beiwohnten, nachdem Vereinsvorsitzender Andreas Schmölling historische Betrachtungen zu Thomas Müntzer im Geschichtsverständnis der DDR vorgetragen hatte. Im Anschluss traf man sich zu Gesprächen, die Patrick Helm vom Kyffhäuser Textilservice insofern ermöglichte, als dass er Tische, Bänke und Hussen für die kleine Veranstaltung gesponsert hat. Dafür unser besonders herzlicher Dank!


CG2-2025

Dienstag, 17. Juni 2025

Schon wieder ist ein Vierteljahr vergangen, was aus genealogisch-publizistischer Sicht bedeutet, dass die Veröffentlichung der neuen Ausgabe der Zeitschrift „Computer-Genealogie“ ansteht. Das neue Heft des Jahrgangs 2025 (unser Bild) beschäftigt sich schwerpunktmäßig in zehn Artikeln mit der „Forschung im Osten, Flucht und Vertreibung“. Hierbei wird versucht, das bedrückende und gern in den Hintergrund verschobene Thema auf dem dafür vorhergesehen, knappen Platz angemessen zu beleuchten. Dafür werden u. a. Lastenausgleichsakten und Heimatortkarteien bemüht, das Phänomen der „verschwundenen Großeltern“ angesprochen, Orte für Zeitreisen und Zeitzeugen sowie Vereine als Ansprechpartner mitgeteilt, über die Familienforschung in Polen berichtet, historische Landkarten betrachtet und eine einst deutsche und nunmehr polnische Stadt besucht. - Im Themenblock „Wissen“ widmen sich die Herausgeber der DNA-Genealogie, diesmal der Ahnenherkunft und -ethnizität, weiterhin mit dem potentiellen Fall unbekannter Vaterschaft, die mittels DNA-Tests ermittelt worden ist. - Im Komplex „Software“ wird dann über Gramps-Web mit KI sowie zu Software-Updates berichtet. Es schließen sich diverse Meldungen aus der Welt der Genealogie an, zudem Nachrichten aus dem diese Zeitschrift herusgebenden Verein für Computer-Genealogie. Im „Forum“ werden schließlich Genealogie-Krimis als Sommerlektüre empfohlen sowie als Familienerbstück ein historisches Kinderstühlchen vorgestellt. - Das Hauptthema des vorliegenden Heft der Zeitschrift „Computer-Genealogie“ hat insofern noch immer Aktualität, wird doch damit der Blick explizit auf vertriebene Familien und deren angestammte Heimat in vormals deutschen Gebieten gelenkt. (Die Heimat verliert man nicht einfach, es sei, sie wird einem genommen!) Angemerkt werden soll hierzu, dass die vom Heimatverein ARATORA getätigten genealogischen Forschungen im Sudetenland mühelos und kostenfrei online vorgenommen werden konnten und hierbei umfängliche Kirchenbuchdaten bis zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges ausgehoben werden konnten. Eine solch unkomplizierte und qualitätvolle Bereitstellung von historischen Originalinformationen war vorab nicht erwartet worden. Von dergleichen Service dürfen sich Anbieter in Deutschland gern eine besonders dicke Scheibe abschneiden!


Neue Verschieferung

Dienstag, 10. Juni 2025

Bereits ein flüchtiger Blick hinauf zum Turm der Marienkirche in Artern offenbart, nachdem dieser monatelang eingerüstet war, die seit der ersten Juni-Woche abgeschlossenen Arbeiten sowie die damit verbundenen optischen Veränderungen am Gesamtbild dieses Bauwerks. Das seit der Großsanierung von 1979 sichtbare, allerdings eher historisierende Fachwerk ist jetzt nicht mehr sichtbar, weil dieses durch gemäß Verlegemuster angebrachte Platten aus spanischem Schiefer verdeckt ist (unser Bild). Dies nicht ohne zwingenden Grund, denn so attraktiv die Holzmuster oberhalb der romanischen Schallfenster bzw. auf Höhe der sog. Musikkantenstube auch wirkten, so anfällig war das Material für Witterungseinflüsse, die es über viereinhalb Jahrzehnte hinweg haben mürbe werden lassen. Daher entschloss sich die Kirchgemeinde mit Segen des Denkmalschutzes für die Wegnahme der Fachwerkoptik und zugleich für die Wiederherstellung der geschichtlich viel länger bedeutsam gewesenen, kompletten Verschieferung der vier Seiten des Kirchturms – eine zunächst gewöhnungsbedürftige, wenngleich sehr nötige aber auch schicke Korrektur.


Einzelseite Kalender 2026

Dienstag, 3. Juni 2025

Das Kapitel Nostalgie-Kalender 2026 mit dem Titel „Arterner Gasthöfe und Hotels mit Tradition auf 24 Kalenderblättern“ ist dieser Tage insofern beendet worden, als nunmehr die finale Druckdatei nach letztmaligem Korrekturlesen erstellt wurde. Der 29 Seiten umfassende Kalender wird diesmal die Nutzer mit blassgrüner Hintergrundfarbe durch das kommende Jahr begleiten (unser Bild). Thematisch stehen zumeist ehemalige Gasthäuser im Mittelpunkt, deren Motive aller zwei Wochen wechseln. Sicherlich wird beim Betrachten der eine oder Aha-Effekt eintreten, denn längst sind die Standorte dieser vormaligen Gaststätten nicht mehr im allgemeinen Gedächtnis verhaftet. Die ausgewählten Fotos bewegen sich von der Kaiser- bis hin zur DDR-Zeit und zeigen meist Außenansichten der Gebäude, aber auch teilweise das Interieur der damaligen Gasthöfe. - Veröffentlicht wird der neue Arterner Nostalgie-Kalender Anfang Oktober zum Zwiebelmarkt (Auflage: 200 Exemplare). Bis dahin wird schon an der thematischen Fortsetzung für das Jahr 2027 gebastelt, wobei erneut alte Gaststätten und Restaurants im Fokus stehen.


Dienstag, 27. Mai 2025 Dieser Tage jährt sich die Grundsteinlegung zur Arterner Siedlung zum neunzigsten Male. Am 31. Mai 1935 wurde besagter symbolischer Akt ausgeführt, an dem Honoratioren der Stadt und des Kreises Sangerhausen, so Landrat Dr. Hermann R

Dienstag, 27. Mai 2025

Dieser Tage jährt sich die Grundsteinlegung zur Arterner Siedlung zum neunzigsten Male. Am 31. Mai 1935 wurde besagter symbolischer Akt ausgeführt, an dem Honoratioren der Stadt Artern und des Kreises Sangerhausen, so Bürgermeister Wilhard von Eberstein (1894-1965) und Landrat Dr. Hermann Riediger (1898-1988), teilnahmen. Musikalisch eröffnet wurde die Veranstaltung von der Stadtkapelle Nitze. Der Landrat gab kund, dass es sich bei der Siedlung in Artern um die erste ihrer Art im Kreis Sangerhausen handele und dankte der Stadt für die Bereitstellung des Baulandes. Riediger berichtete zudem, dass Siedlungen bzw. Siedlungshäuser auch in Voigtstedt, Roßla, Kelbra und Stolberg vorgesehen wären. Bürgermeister von Eberstein hob danach die Wichtigkeit der Siedlung für die Beseitigung der Wohnungsnot hervor, weiterhin den damit verbundenen Heimatgedanken. Als dritter Redner trat Regierungsbaurat Dr. Jürgen Albrecht (1905-1962) von der Mitteldeutschen Heimstätten-Gesellschaft, Treuhandstelle für Wohnungs- und Kleinsiedlungswesen, ans Pult und teilt u. a. mit, dass insgesamt 2.000 neue Wohnungen in Mitteldeutschland geplant seien. Sodann sprach Siedlungsobmann Sorgler im Namen der Bauherren deren Dank für die im Vorfeld bereits geleisteten Arbeiten aus. Zeitgemäß beendete das Horst-Wessel-Lied die Grundsteinlegung. - Der Bau der Arterner Siedlung vollzog sich seither in mehreren Bauphasen. Aufgrund seither fast ununterbrochen vorgenommener Umbauarbeiten an den Wohnhäusern und Nebengelassen hat sich die ursprüngliche Gestalt der Siedlung, bis auf deren Straßenführung, allerdings sehr nachhaltig verändert. Unser Bild zeigt Arbeiter während der Errichtung des neuen Viertels im Norden der Stadt während der zweiten Hälfte der 1930er Jahre.


Kyffhäuser

Dienstag, 20. Mai 2025

Wie schon vor zwei Wochen, soll heute erneut eine Vorschau auf den regionalen Buchmarkt gewagt werden, zumal eine weitere, sehr interessant klingende Buchneuerscheinung ansteht: „Der Kyffhäuser - Bedeutung und Deutung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ aus der Feder von Annette Seemann und illustriert mit Fotos von Constantin Beyer. - Der herausgebende VDG Weimar, Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, hat bereits einen kurzen Text zum Buch, das ca. 240 Seiten umfassen und 120 Fotos beinhalten soll, veröffentlicht: „Vom 9. bis hinein ins 19. Jahrhundert und ebenso aktuell wird der Kyffhäuser immer wieder neu gedeutet. Diese spannende Geschichte erzählt das Buch. Das Baudenkmal Kyffhäuser wird historisch, kunsthistorisch und kritisch beschrieben, verortet in der Topografie der Landschaft Nordthüringens und in zahlreichen zeitgeschichtlichen Schichten, dem 9. Jahrhundert, dem Mittelalter, dem 19. Jahrhundert und der heutigen Zeit. Immer konnte man diesem Ort und seinen Bauten und Monumenten Deutungen zuordnen, die der jeweiligen Zeit entsprechen. Das Buch geht genau diesen Ordnungen nach.“ - Autorin Annette Seemann hat bereits Erfahrungen mit der Darstellung von kulturhistorisch-thüringischen Themen, so mit „Goethes Orte in Weimar“, „Weimar: Eine Kulturgeschichte“, „Die Geschichte der Herzogin Anna Amalia Bibliothek“ und „Das Weimarer Residenzschloss“, hinzu kommen biographische Abhandlungen über „Schillers Schwester Christophine“ und „Reformer der Pädagogik in Thüringen“. In eine solch opulente Palette dürfte sich „Der Kyffhäuser - Bedeutung und Deutung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ passend einreihen. Eben dieses Buch ist aber noch nicht erschienen, wird aber auf der Webseite des Verlages als Ankündigung geführt, weswegen die Veröffentlichung wohl in einen überschaubaren Zeitraum vollzogen wird. - Unser Bild zeigt, passend zum Titel des angekündigten Buches, das Kyffhäuser-Denkmal mit mittelalterlicher Burgruine als Motiv einer historischen Künstlerpostkarte.


Gedenkstein Heldungen

Dienstag, 13. Mai 2025

Am bevorstehenden Donnerstag jährt sich die Schlacht bei Frankenhausen zum 500. Male. Ausgelöst durch Repressionen seitens der Landesherrschaften und der Kirche sowie infolge der Reformation hatte sich Thüringen zu einem Zentrum der Aufständischen formiert. Am Weißen Berg oberhalb der Stadt Frankenhausen verschanzte sich daraufhin das etwa 4.000 Mann starke Heer der Bauern, das aber von den militärisch ausgebildeten Landsknechten der Fürstenheere vernichtend geschlagen worden ist. Thomas Müntzer als Anführer der Aufständischen wurde gefangen genommen, auf der Wasserburg Heldrungen inhaftiert und bei Mühlhausen hingerichtet. - Eine große Landesausstellung „Gerechtigkeyt 1525“, weitere Sonderausstellungen und zahlreiche Veranstaltungen in Mitteldeutschland, ebenso Buchneuerscheinungen nehmen sich aktuell dem großen Ereignis vor 500 Jahren gebührend an. Unser historisches Bild zum Thema zeigt den DDR-zeitlichen Gedenkstein auf der Wasserburg Heldrungen. - In jüngster Zeit sogar vermehrt, wird in Artern die Frage gestellt, welche Rolle unsere Stadt im Bauernkrieg gespielt haben mag? Hierzu haben Archivrat Eduard Jacobs (1833-1919) aus Wernigerode und Heimatforscher Gustav Poppe (1818-1906) aus Artern geforscht und ihre Ergebnisse veröffentlicht. Der Altertums- und Verkehrsverein Querfurt hat diese Abhandlung „Die Betheiligung von Artern und Umgegend am Münzer'schen Bauernaufruhr“ online gestellt: http://www.alt-querfurt.de/texte/arternbauernkrieg.pdf


Nationaler GeoPark Kyffhäuser

Dienstag, 6. Mai 2025

Ein neues Buch zur regionalen Erdgeschichte steht bereits an den Startlöchern, ist betitelt mit „Nationaler GeoPark Kyffhäuser“ (unser Bild) und wurde verfasst von Mareike Naylor und Dorothee Mertmann. Schon aus dem Titel geht hervor, dass vor allem geologisch, naturwissenschaftlich und heimatkundlich interessierte Leser angesprochen sind. Diese können sich auf 280 Seiten geballte Informationen aus der heimischen Geologie, illustriert mit 191 Fotos, freuen. Aktuell wird „Nationaler GeoPark Kyffhäuser“ wie folgt beworben: „Der Natur auf der Spur - Geologie zum erleben und anfassen: zum weißen Gold in Bad Frankenhausen, zu 375.000 Jahren Menschheitsgeschichte in Bilzingsleben, nach Tilleda und Rastenberg oder in die faszinierende Welt der Gesteine am Rathsfeld – der Nationale GeoPark Kyffhäuser bietet auf kleinstem Raum spannende Entdeckungstouren. Erleben Sie Streifzüge durch Wälder, Auen, Salzwiesen und den Gipskarstgürtel sowie vielfältige Attraktionen in einer einzigartigen Landschaft, darunter das Kyffhäuser-Denkmal, die Barbarossahöhle und das Besucherbergwerk in Sondershausen. Lassen Sie sich zu einer Zeitreise über etwa 450 Millionen Jahre Erdgeschichte entführen und entdecken Sie den GeoPark Kyffhäuser. Wenn Sie Interesse an Geowissenschaften, Gesteinen und deren Nutzung haben oder mehr über die Entstehung der Landschaft im Kontext von Klima, Erosion und Tektonik erfahren möchten, laden wir Sie ein, den Geopark zu erleben. Mit diesem Geo-Reiseführer möchten wir Ihnen praktische und detaillierte Informationen bereitstellen und Sie in die vielfältigen Themen rund um den Geopark einführen. So können Sie die Vielgestaltigkeit der Natur in Verbindung mit den geowissenschaftlichen Gegebenheiten sowie deren Verknüpfung mit Kulturgütern und montanindustrieller Nutzung erfassen. Kommen Sie und staunen Sie über beeindruckende Naturphänomene und historische Stätten, wo Natur und Kultur ein unvergleichliches Erlebnis bieten! Die Autorin Mareike Naylor ist Geologin und mit dem Management des GeoParks Kyffhäuser in allen Facetten betraut. Sie wirkt federführend an der Einrichtung und Darstellung von GeoPfaden und GeoTopen der Region mit. Dorothee Mertmann ist Geologin mit Schwerpunkten in Allgemeiner und Historischer Geologie. Im GeoPark Kyffhäuser wirkte sie an der Einrichtung des GeoInfozentrums an der Barbarossahöhle mit.“ - Ein kleines Weilchen müssten sich die Interessenten bis zum Erscheinen des neuen Buches aus dem Springer-Verlag allerdings noch gedulden. Es erscheint voraussichtlich in acht Wochen und sollte damit zum besonderen sommerlichen Lesevergnügen werden. Also bitte die Veröffentlichung für den Juli vormerken!


kirchenbuch

Dienstag, 29. April 2025

Jenseits der althergebrachten und bewährten Familienforschung anhand von Kirchenbüchern (unser Bild) und historischen Akten macht die genetische bzw. DNA-Genealogie immer mehr an Boden gut. Die mutmaßlich bekannteste deutsche Stiftung hat sich nun dem Nutzen sowie Datenschutzproblemen bei der Ahnenforschung per DNA-Test angenommen. Stiftung Warentest resümiert mit Pressemitteilung vom 16. April 2025 allerdings zurückhaltend bis warnend: „Mehr über die Herkunft der Vorfahren herausfinden und entfernte Verwandte aufspüren, das versprechen Ahnenforschungsportale mithilfe von DNA-Tests. Doch überzogene Erwartungen sollten Nutzerinnen und Nutzer nicht an sie haben. Und die Stiftung Warentest warnt: Wer ins Röhrchen spuckt, gibt hochsensible Daten von sich preis. - Hier ein bisschen Schweden in den Genen, da ein Hauch Irland - fast alle großen Ahnenforschungsportale bieten farbenfrohe Abstammungskarten an, die die geografischen Wurzeln der getesteten Person anzeigen sollen. Zusätzlich versprechen alle Portale, dass Verbraucherinnen und Verbraucher mit ihrer Hilfe entfernte Verwandte finden können. Die Stiftung Warentest hat fünf große Portale wie Ancestry oder MyHeritage genauer untersucht. - Überzogene Erwartungen sollten Nutzerinnen und Nutzer an die Portale nicht haben, erläutert Testleiterin Alica Verwiebe. „Verwandte lassen sich nur finden, wenn diese selbst einen Test gemacht haben. Während Europa und Amerika in den Datenbanken gut vertreten sind, fehlen viele Regionen des globalen Südens – weil dort viel weniger Menschen getestet wurden.“ - Ab einer Verwandtschaft vierten Grades wird es ohnehin knifflig. In den meisten Fällen teilen zwei so entfernte Verwandte gar keine nachweisbare DNA mehr. Deshalb zeigen die Tests sie oft als nicht verwandt an - selbst, wenn sie im Stammbaum eine gemeinsame Linie hätten. - Dazu kommt das Datenschutzproblem: In der Vergangenheit gab es bereits Datenlecks, unklare Weitergaben an Dritte oder Fälle, in denen die sensiblen Daten von Strafverfolgungsbehörden genutzt wurden. „Wie schnell Datenschutzfragen akut werden können, zeigt der Fall von 23andMe. Das Unternehmen hat kürzlich Insolvenz angemeldet und soll versteigert werden“, sagt Testleiterin Verwiebe und rät: „Wer nicht möchte, dass die eigenen Daten mitverkauft werden, muss jetzt selbst aktiv werden und zur Löschung auffordern.“ - Alle getesteten Anbieter haben ihren Sitz außerhalb der Europäischen Union und nur zwei der fünf Portale erfüllen die strengeren Datenschutzvorgaben der EU. Welches Portal für europäische Nutzer am besten geeignet ist und mit welchen Portalen Nutzer auch einen Stammbaum erstellen können, das steht in der Mai-Ausgabe von Stiftung Warentest Finanzen und unter www.test.de/ahnenforschung.“