Artern

Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)

Bildersuche01

Dienstag, 28. September 2021

In der Bildersammlung des Heimatvereins ARATORA haben sich im Lauf der vergangenen drei Jahrzehnte viele fotografische Schätze aus den Jahren zwischen ca. 1880 und etwa 1995 eingefunden. Die meisten dieser Abbildungen sind von der Örtlichkeit her eindeutig und von der Datierung her wenigstens ungefähr zuzuordnen. Doch immer wieder tauchen Fotos auf, die sich teils hartnäckig einer Zuweisung entziehen. Diese Bildbelege soll künftig in unregelmäßigen Abständen hier veröffentlicht und zugleich unsere zahlreichen Homepage-Besucher um Hinweise oder Ideen gebeten werden. - Den Anfang macht beigefügtes Bild, das um 1915 aufgenommen worden sein mag. Es zeigt eine ältere Frau am Fenster sowie zwei Kinder auf der Straße. Auffallend ist die Architektur des Hauses mit seinem markanten, schräg nach links abfallenden Dach. Wenn überhaupt in Artern aufgenommen, wäre der Salzdamm oder eine Straße in der Altstadt die wahrscheinlichste (ehemalige) Position dieses Wohnhauses. Aber auch ein völlig anderer Ort könnte als infrage kommen. Können die Besucher unserer Homepage hier weiterhelfen?


Dienstag, 21. September 2021

Die 2018 erschienene Erstauflage des Buches „Aus vergangenen Zeiten… Papiergeld, Notgeld, Notmünzen, betriebliches Verrechnungsgeld und Wertmarken 1850-1990 - Katalog für das Gebiet der heutigen Landkreise Kyffhäuserkreis und Sömmerda. Ein numismatischer Baustein zur Geldgeschichte Thüringens“ (unser Bild) aus der Feder unseres langjährigen Vereinsmitglieds Ringo Staudt hatte erfreuliche Resonanz in Fachkreisen, bei Sammlern und Forschern sowie in der Presse gefunden; vgl. auch unsere aktuelle Meldung vom 21. September 2018. Aufgrund bestehender Nachfrage nach erfolgtem Ausverkauf der ersten Charge sowie infolge zwischenzeitlich gemachter Neuentdeckungen zur regionalen Geldgeschichte hat sich der Autor erfreulicherweise zu einer zweiten, stark aktualisierten Auflage entschlossen, die Anfang 2022 erscheinen soll. Das Buch im Format A4 wird ca. 200 Seiten stark sein und ist komplett farbig mit großflächig abgedruckten Illustrationen bebildert. Der Preis wird sich auf auf ca. 25 Euro, ggf. zzgl. Porto belaufen – eine gut angelegte Investition nicht nur für Numismatiker und Heimatforscher. Interessierte wenden sich zwecks Vorbestellungen bitte wie folgt an den Autor: ri.staudt[at]web.de. Der Heimatverein ARATORA bietet darüber hinaus an, Bestellungen umgehend an den Verfasser weiterzuleiten. Zu gegebener Zeit, d. h. nach Erscheinen des Werks in voraussichtlich einem reichlichen Vierteljahr, wird auf diese wichtige regionale Fachpublikation auch hier gern nochmals aufmerksam gemacht.


Friedrich Georg Göthé

Dienstag, 14. September 2021

Längst hat er einen festen Leserkreis nicht nur in unserer Region um sich geschart: Autor Frank Rebitschek aus Stuttgart. Nach „Wolfsalarm“, „Feuerreiter“, „Haldenblut“, „SOKO Winckelmann“, „Die Bauernkrieger“ und „Die Bahn im Tal“ veröffentlichte er vergangene Woche seinen neuesten, den siebten und angeblich letzten (hoffentlich nicht!) Kyffhäuser-Krimi. Nach etlichen Morden und Leichen in genannten Büchern, die Kommissar Helmut Bauch aus Roßleben und seinem Assistent Volker Spiegel jede Menge Arbeit und den Lesern viel Spannung verschafften, geht das Verbrechen diesmal in der Goldenen Aue um, wie der Titel seines neuen Werkes „Die blaue Blume von Kelbra“ (unser Bild) nahebringt. - Die zugehörige Pressemitteilung bzw. Rezension von I. Kracht, Güstrow, lässt hierzu folgendes wissen: „Romantik und Krimi - wie geht das zusammen? Nach bisher sechs erfolgreichen Krimis der Kyffhäuserreihe wagt der Autor das Experiment. Auch der siebte Band spielt im Land zwischen dem Kyffhäuserdenkmal und der Himmelscheibe von Nebra; diesmal am Stausee von Kelbra. Am Ende des 18. Jahrhunderts wanderte der Dichter Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, bekannt als Novalis, von Artern nach Frankenhausen. Heute kann man dort auf einem historischen Weg seinen Spuren folgen, wie das auch der Autor getan hat. Die blaue Blume, das Symbol der Romantik, bildet den Hintergrund einer Geschichte um Sehnsüchte, Drogen und Tod. Zwei Leichen werden aufgefunden, aber wie viele Menschen sind tatsächlich für deren Tod verantwortlich? - Die blaue Blume ist kein Who-done-it-Krimi [dt.: Wer hat es getan?], was die Spannung im Buch nicht mindert. Die beiden Kommissare Volker Spiegel und Ralf Jantzen aus Nordhausen - Lesern der vorigen Bände vertraut - setzen das Werk ihres ehemaligen Chefs Helmut Bauch fort und blicken bei ihren Ermittlungen wieder einmal in die Abgründe menschlicher Schicksale. Krimi und Romantik begegnen sich in einer weiten, verträumten und immer noch wenig bekannten Landschaft. - Das Buch ist bei BoD Norderstedt erschienen. 344 Seiten, ISBN: 9-783-754333747.“


Jahreskalender 2022

Dienstag, 7. September 2021

Der Herbst steht vor der Tür, und das heißt seit 2014 in Artern, dass die Herausgabe eines neuen Nostalgie-Kalenders ansteht. Diesmal auf hellblauem Grund gedruckt, werden für das kommende Jahr erneut 32 historische Abbildungen auf 28 Seiten präsentiert, die hoffentlich zahlreiche Interessenten kalendarisch durch 2022 begleiten (unser Bild). Der Veröffentlichungstermin wurde allerdings vorverlegt, nämlich auf den Heimat-Shoppping-Tag in Artern am Sonnabend, 11. September 2021. Unser Verkaufsstand befindet sich dann zwischen 9 und 14 Uhr vor dem ehemaligen Hotel. - Nachstehende Motive wurden diesmal für den neuen Kalender ausgewählt, wobei zum zweiten Male auf Fotos zurückgegriffen worden ist, die Ehrenbürger Walter Funcke aus Einbeck zu Beginn/Mitte der 1990er Jahre erstellt hat. Daher auch der aktuelle Kalendertitel „Artern vor einem Vierteljahrhundert“: Ansicht der Harzstraße vom Kirchturm aus, Fleischerei Walter und Geschäft für Farben und Lacke in der Leipziger Straße, ehemaliger HO Bürobedarf in der Nordhäuser Straße, Schlippe zwischen Wasser- und Alter Poststraße, bauliches Detail vom Oberen Hof, Häuser in der Gabelstraße, Parkplatz in der Grabenstraße, Pfarrhaus in der Kirchstraße, Löwen-Apotheke und Dresdner Bank in der Nordhäuser Straße, Fischladen und vormals Riedels Geschäft am Geschwister-Scholl-Platz, Saalgebäude vom Hotel Stadt Artern, ehemalige Kreisdienststelle des MfS in der Puschkinstraße, Blick vom Kirchturm auf die Bäckerei Trautmann, Leipziger Straße mit Gaststätte Hillmer, das Konsum-Cafe, Wohnblock in der Ritterstraße, Wohnblocks in der Straße der Jugend, Schützenhaus, Wiegehäuschen am Geschwister-Scholl-Platz, Gebäude am Solsteg, unterer Abschnitt der Neuen Straße, Blick von der Ritterstraße zum Scholl-Platz, sanierte Veitskirche im Sonnenschein, Ansicht der Wasserstraße vom Rathaus, Blick vom Rathaus auf den Markt, Sparkasse mit Herrnstraße, Mündung der Magdalenenstraße, Unterer Hof in der Ritterstraße sowie abgerissene Gebäude südlich der Marienkirche und an der Sangerhäuser Straße. - Zudem findet zum Zwiebelmarkt-Wochenende am 2. und 3. Oktober 2021 der Restverkauf der nächstjährigen Kalender statt.


Pfingstrasen und Angergericht

Dienstag, 31. August 2021

Nachdem er in den vergangenen Jahren u. a. „Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze“, „Thüringer Berge und ihre Sagen“, „Heidnische Heiligtümer: Vorchristliche Kultstätten und Kultverdachtsplätze in Thüringen“ sowie „Sternbildsagen aus Thüringen und angrenzenden Gebieten“ ausführlich in Buchform abgehandelt hat, präsentiert Michael Köhler mit „Pfingstrasen und Angergericht: Galgen-, Gerichts- und Gemeinschaftsplätze in Thüringer Forsten und Fluren“ seine neueste, landesgeschichtlich relevante Veröffentlichung. Dieser besonders reizvolle und bislang nur sporadisch behandelte, historistische Themenkreis wird auf 248 Seiten dargestellt und wie folgt beworben: „Trotz aller moderner Veränderungen in unserer Landschaft ist die Erinnerung an zahlreiche besondere Plätze in der freien Flur erhalten geblieben, an denen im Mittelalter und der frühen Neuzeit Gerichtssitzungen stattfanden, Feste gefeiert, Versammlungen abgehalten oder Verurteilte hingerichtet wurden. Im Allgemeinen sind sie weit weniger auffällig als andere alte Denkmale wie Kirchen, Burgen oder Hügelgräber. Manchmal aber weisen alte Bäume und Baumgruppen, Steinsetzungen, Flurgrenzen und die Geländebeschaffenheit auf solche Orte hin, und häufig knüpfen sich langfristige lokale Gebräuche und Überlieferungen an solche Stellen. Diese bilden heute eine wichtige Komponente der historischen Kulturlandschaft und verdienen Aufmerksamkeit und Schutz. In diesem Buch werden Gerichts-, Hinrichtungs- und Gemeinschaftsplätze aus ganz Thüringen vorgestellt.“ - Zunächst finden schriftliche und archäologische Quellen, Ortsnamen, Forst- und Flurnamen sowie landschaftliche Relikte Beachtung. Hernach stehen Versammlungs- und Gerichtsorte in vor- und frühgeschichtlicher Zeit bzw. Volksversammlungen und Volksgerichte im frühen Mittelalter im Fokus. Dem folgt eine ausführliche typologische Auseinandersetzung: Volksversammlungsplatz (Thing), Gerichtsplätze, königliches Gericht, Gau- und Grafengerichte, adelige Hochgerichte, städtische Gerichte in der freien Flur, Nieder-, Flur- und Dorfgerichtsbarkeit, Fest- und Versammlungsplätze. Diverse Betrachtungen über langfristige platzgebundene Traditionen beenden dieses sehr interessante und abwechslungsreiche Buch. - Sicherlich können die dort erfassten Erkenntnisse und Hinweise auch für die Forschung in unserer Region angewendet werden, zumal etliche solcher Versammlungs- und Gerichtsplätze bekannt, wenngleich bislang nur äußerst marginal untersucht worden sind (Königsstuhl bei Artern, Kachstedt, Ringleben, diverse Galgenplätze, Feuerberge u. a.).


Wendelstein um 1925

Dienstag, 24. August 2021

Eine ganz besondere Überraschung wurde dem Heimatverein ARATORA aus Roßleben zuteil: die schenkungsweise Überlassung einer Sammlung historischer Negativglasplatten, insgesamt 30 Stück in einer eigens dafür angefertigten Kiste. Auf diesen zerbrechlichen Bildträgern sind einmalige Darstellungen zu erkennen, nämlich u. a. die Errichtung der modernen Straßenbrücke über die Unstrut bei Wendelstein im Jahr 1927; zuvor führte ein altersschwache Holzbrücke über den Fluss. Diese einmaligen und heimatgeschichtlich hochwichtigen Fotos hatte Christian Lucke (1871-1930), einem Südharzer Kind aus Wippra und später Müller der Unstrut-Mühle zu Wendelstein, gemacht. - Noch ist nicht allzu viel zu erkennen, was bei Negativen allerdings nicht sehr verwunderlich ist, jedoch lassen erste probehalber gemacht Scans mit anschließender Invertierung der Bilddateien historisch einiges an Details zur Brückenbau- und Flussgeschichte sowie zur Vergangenheit der Mühle und Schleuse bei Wendelstein erwarten. - Die weitere Verfahrensweise mit diesen Fotoplatten ist voraussichtlich folgende: Die Objekte werden in einer bekannten Firma, die sich auf die Digitalisierung alter Aufnahmen spezialisiert hat, entsprechend bearbeitet und dann als hochauflösende Bilddateien retour nach Artern geschickt. Dann stehen die fast 100jährigen Bilder zur weiteren Verwendung zur Verfügung, z. B. zum Präsentieren bei öffentlichen Veranstaltungen oder zur Illustrierung für den Fortsetzungsband unseres Unstrut-Buches von 2015, dessen Herausgabe nur scheinbar aus den Augen verloren worden ist! - Unser Bild zeigt ein Foto um 1925 mit Darstellung des Schlosses Wendelstein über der Unstrut aus dem Archiv eines befreundeten Sammlers.


Skizze

Dienstag, 17. August 2021

Bis zum Ende des ersten Quartals vergangenen Jahres stand die Erarbeitung einer Publikation zur Geschichte des Arterner Kronengartens auf der Agenda des Heimatvereins ARATORA. Dann kamen Corona und noch ein paar andere Unwägbarkeiten, die die Erstellung zeitlich leider stark in die Länge zogen. Vor kurzem wurde aber die Arbeit hierzu wieder aufgenommen, um möglichst bis zum Jahresende 2021 oder Anfang 2022 zum Abschluss, d. h. zur Veröffentlichung zu kommen. Das Manuskript des im Format A4 geplanten Buches ist bereits weit vorangeschritten und umfasst derzeit rund 80 Textseiten. Die Anzahl der zu publizierenden Abbildungen beläuft sich auf über 200. Die bereits vorliegenden Texte werden in den nächsten Wochen letztmalig Korrektur gelesen, ebenso die Bildunterschriften. Danach hat unsere Layouterin viel Arbeit, um der angestrebten Veröffentlichung ein optisch ansprechendes Äußeres zu verpassen. - Wenn es die Umstände zulassen, könnte im Herbst vorab eine öffentliche Bilderpräsentation vorgenommen werden, um die verwendeten Fotos und Faksimiles öffentlich vorzustellen bzw. „Appetit“ auf das angekündigte Buch zu machen. Dessen Arbeitstitel lautet übrigens (gemäß des Textes auf der verschollenen Spruchtafel): „Hier in der Krone altem Haus…“. Interessierte können sich auf eine Vielzahl von Informationen und Daten aus drei Jahrhunderten freuen, ebenso auf zahlreiche private Fotos, die mehr als ungewohnte Einblicke gestatten. Unser Bild zeigt eine alte Lageskizze des Kronengartens an der vormaligen Sackgasse.


Kalender 2022

Dienstag, 10. August 2021

Das Interesse am erst vor wenigen Wochen veröffentlichten Bildband „Arterner Momente“ entsprach nicht nur den Hoffnungen des Herausgebers, sondern wurden sogar weit übertroffen; das Buch steht kurz vor dem Ausverkauf! Dieser Umstand macht Mut für weitere Publikationen, war doch die Besorgnis, dass mit Schließung des „Guten Buches“ im Herbst vergangenen Jahres der Einbruch von Verkaufszahlen einher gehen könnten, völlig unbegründet. Der Heimatverein ARATORA dankt herzlich für dieses unglaubliche Interesse, auch für zahlreiche lobende Worte sowie etliche aufgerundete Geldbeträge beim Buchkauf, die als Spenden in die beabsichtigte Sanierung des „Versteinerten Baums“ vor der Veitskirche fließen werden. - Der nächste Bildband mit alten Arterner Fotos ist bereits in Arbeit und wird erneut viele, noch nie publizierte Bilder aus privaten Beständen enthalten. Unter anderem steht bereits das Titelfoto dieses noch vor Ostern 2022 erscheinenden Buches fest: Blick aus einem längst abgerissen Wohnhaus auf dem Standort der heutigen Blocks in der Straße der Jugend über die Dachlandschaft hin zum Oberen Hof mit Wohnhaus Ritterstraße Nr. 7 und Giebelansicht der benachbarten Scheune. - Die nächste gute Nachricht: Auch für das historische Fotomaterial künftiger Veröffentlichungen ist zwischenzeitlich gesorgt! Eine Privatsammlerin möchte ihre über 600 alte Aufnahmen umfassende Kollektion historischer Fotos und Ansichtskarten aus Artern dafür zur Verfügung stellen. Unter diesen erfreulichen Umständen scheint mittelfristig die Herausgabe neuer Bildbände sowie von Arterner Nostalgie-Kalendern umfänglich gesichert zu sein. - Unser Bild zeigt vorab den Titel unser noch ausstehenden, jüngsten Publikation: den erstmals zum Heimat-Shopping-Tag am 11. September sowie zum Zwiebelmarkt am 2. und 3. Oktober 2021 erhältlichen Nostalgie-Kalender „Artern vor einem Vierteljahrhundert“ für das Jahr 2022 (Einzelheiten demnächst). Vorbestellungen hierfür werden ab sofort gern entgegengenommen.


Gemälde

Dienstag, 3. August 2021

Ein Fahrweg mit Tradition in der Arterner Neustadt ist die Fräuleinstraße, früher als Hengstgasse bezeichnet. Ein neues lokalhistorisches Kolorit erhielt kürzlich das dortige Grundstück Nr. 17. Hier wohnt bereits seit einigen Generationen Familie Altrock, und in deren Auftrag hat der Maler Hans Tempel aus Roßleben (auf unserem Bild noch während der Arbeit Ende Juni 2021) eine Darstellung angebracht, die an die lange landwirtschaftliche Tradition dieses Hofes erinnern soll: An der Mauer eines vormaligen Stallgebäudes ist ein pflügender Bauer mit Zugpferd wiedergegeben. Vor dem Landmann erstreckt sich die Silhouette der Stadt Artern mit Rathaus und Marienkirche. - Noch bis in die DDR-Zeit war dieser Hof eng mit der Landwirtschaft in und um Artern verbunden, wie historische Fotos noch immer eindrucksvoll beweisen. Wohl bis in die 1960er Jahre waren demnach Pferde von dort als Arbeitstiere auf den Äckern unterwegs. Heute beschränken sich die tierischen Bewohner dieses alten Gehöfts auf Kaninchen, die dort gezüchtet werden. – Wichtige Eckpunkte aus der Stadtgeschichte besagen, dass der Hof Fräuleinstraße 17 im großen Stadtbrand 1683 beschädigt und danach wieder aufgebaut worden ist. Salinegründer Johann Gottfried Borlach ließ dort ein knappes halbes Jahrhundert später eine sog. Salzniederlage für die Saline einrichten, evtl. befand sich dort auch zeitweise die Verwaltung des Salzwerks. Familie Altrock ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dort ansässig, frühere Bewohner wurden vom Heimatverein ARATORA bereits ermittelt. - Die in obigem Bild mitgeteilte Jahreszahl 1683 bezieht sich auf die wohl früheste schriftliche Erwähnung des Hofes als Teilruine nach dem letzten großen Stadtbrand. Das zugehörige große Wohnhaus war ursprünglich ein Fachwerkbau, der jedoch bereits lange vor dem Weltkrieg verputzt worden ist. Das gesamte Anwesen wurde vor etlichen Jahren mit sehr viel Aufwand saniert. Kaum eine weitere mittelgroße Hofanlage in Artern hat sich bis heute in dieser historischen Komplexität erhalten.


Wasserstein saniert

Dienstag, 27. Juli 2021

Nachdem der Heimatverein ARATORA bereits am 26. Juni 2021 den umfangreichen Artikel „Land unter vor 150 Jahren – Das große Unstrut-Hochwasser von 1871 hinterließ katastrophale Schäden“ in der Thüringer Allgemeinen (Kyffhäuser-Allgemeine) veröffentlicht und dem Text mit Bedacht ein aktuelles Foto vom leidigen Zustand des Wassersteins am Solbach bei Ringleben beigefügt hatte, kam am vergangenen Donnerstag endlich Bewegung in die Wiederherstellung dieses seltenen Kleindenkmals; wenngleich mit etwas Verspätung. In Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde und der Stadt Bad Frankenhausen wurde seitens des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz nun eine neue Tafel am Denkmal angebracht, die den bislang kaum mehr entzifferbaren Text wieder lesbar macht: „GEDENKSTEIN der großen Ueberschwemmung am 28. Juni 1871“ (unser Bild). Damit nehmen die mittlerweile bald zwei Jahrzehnte andauernden Bemühungen – besonders unseres Vereinsmitglieds Dr. Mathias Deutsch aus Erfurt, der sich stets vehement für den Erhalt des Steins eingesetzt hatte – ein vorläufiges Ende. Nachdem noch eine Sitzgruppe sowie Infotafel installiert worden sind, gibt es eine offizielle Übergabe.


Grabstein

Dienstag, 20. Juli 2021

Wer genealogisch in der Region zwischen Kyffhäuser und Goldene Aue forscht, kommt auf kurz oder lang an den Kirchenbüchern der Gemeinde Voigtstedt nicht vorbei, zumal diese besonders weit in die Vergangenheit reichen. Das große Manko ist, dass es keine Register gibt, was die Forschung arg erschwert. Eine diesbezüglich relevante, außerordentliche Fleißarbeit, die künftig die Familienforschung in Voigtstedt beutend erleichtern dürfte, wurde vor kurzem dem Heimatverein ARATORA zur Verfügung gestellt: das Register der Eheschließungen von 1584 bis zunächst 1803 – das sind weit über zwei Jahrhunderte! Die zeitlich jüngeren Eheeinträge für das 19. Jahrhundert werden in absehbarer Zeit noch ergänzt, ein Register der Geburten bzw. Taufen in Voigtstedt ist bereits in Arbeit. Hinsichtlich der mittelfristigen Generierung eines Registers der Toten und Begrabenen steht derzeit noch eine Entscheidung aus; passend hierzu unser Bild, das einen historischen Grabstein für ein Kind zeigt, aufbewahrt in der Kirche zu Voigtstedt. – Die Erstellung der einundvierzig A4-Seiten umfassenden Hochzeiten-Registratur ist umso verdienstvoller, als dass sich die verblichenen Voigtstedter Pfarrer nur selten einer auf den ersten Blick eindeutig lesbaren Handschrift bedienten. Entsprechend stehen hinter dem einen oder anderen Namen noch immer Fragezeichen; doch ist das in der Forschung bekanntlich opportun. Mittels Suchfunktion kann das digital vorliegende Dokument leicht nach Namen, Orten oder Jahreszahlen durchkämmt werden (immer mit der Maßgabe, dass die Schreibweisen damals variierten). Anfragen zu Einzeleinträgen im angesprochenen Eheregisters können ab sofort an den Heimatverein ARATORA gestellt werden; eine Überlassung der kompletten Datei für eigene Recherchen ist allerdings noch nicht möglich!


CG 2-2021

Dienstag, 13. Juli 2021

Die aktuelle Ausgabe des Magazins „Computer-Genealogie“ liegt vor (unser Bild) und steht unter einem besonders spannenden und komplexen Leitthema, wie schon die große Lupe über einer Computertastatur symbolisch andeutet: die Ahnen- und familiäre Spurensuche im Internet. Der erste Artikel befasst sich mit potentiellen Quellen jenseits der Kirchenbücher und listet diese auf: von Adressbuch bis Zivilprozessakten. Im Anschluss wird explizit die Suche in Online-Präsenzen von Archiven im Netz behandelt, danach die allgemeine Spurensuche im Internet in den Fokus genommen. Hinzu kommt ein Bericht über die Ahnensuche in Genealogie-Portalen. Der Aufsatz „Was hat Großvater im Krieg gemacht?“ nimmt sich der Forschungen in militärischen Akten an, z. B. über die Wehrmachtauskunftsstelle (WASt). Jenseits alle Recherchen werden danach neueste Software vorgestellt, mit deren Hilfe alte Fotos fast lebensecht rekonstruiert bzw. längst verstorbene Personen digital sogar wieder „zum Leben erweckt“ werden können! Im Anschluss stehen Leserfragen zur DNA-Genealogie im Mittelpunkt. Vorgestellt werden dann die Programme Reunion Version 13, GES-2020 und Ahnenblatt. Als historischer Rückblick wird diesmal der November-Aufstand 1831 in Polen dargestellt. Forschungen über ein altes Foto führte im nächsten Artikel einen Forscher zu Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg, während danach in einer Nachlese ein experimentelles Programm vorgestellt wird, mit dessen Hilfe Ahnen wie auf einer topografischen Karte dargestellt werden können. Diverse Kurzmeldungen und Mitteilungen aus der Welt der Familienforschung beenden die besonders ergiebige Sommerausgabe der Zeitschrift „Computer-Genealogie“. Im September werden dann als genealogisches Hauptthema „Wanderungen von Ost nach West“ betrachtet.


Hainleite

Dienstag, 6. Juli 2021

Aus dem Verlag Rockstuhl in Bad Langensalza ist eine Neuerscheinung mit explizit regionalem Bezug zum Kyffhäuserkreis zu vermelden: „Wilderei, Jagdunfälle und sonstige Ereignisse in den Wäldern der Hainleite“ (unser Bild). Autor ist der ehemalige Revierförster Wolfgang Wolf aus Kleinberndten bei Sondershausen. Er schreibt über die Arbeit an den 68 Seiten und 42 Abbildungen umfassenden Taschenbuch: „Bei meinen Recherchen zu den einzelnen Geschehnissen habe ich festgestellt, dass das Interesse an dieser Thematik erstaunlich groß ist. Auf dem Büchermarkt kann man eine Vielzahl von Veröffentlichungen zur Thematik „Wilderer und Förstermorde“ finden. Packend und spannend sind diese Bücher alle. Die für alle Beteiligten meist dramatischen Ereignisse haben sich nicht nur in fernen Revieren, sondern auch in unseren heimischen Wäldern der Hain- und Windleite ereignet. Sie sind ein Stück Kriminal-, Heimat- und Kulturgeschichte. Diese lange vergessenen Ereignisse möchte ich aus dem Dunkel der Vergangenheit in die Erinnerung zurück bringen. Es ist erstaunlich, wie viel Wissen bereits nach nur knapp 100 Jahren verloren gegangen ist. Selbst in großen Archiven sind nur wenige Unterlagen über Tathergänge und Mordprozesse zu finden: Georg Schläfke ist einer der Wilderer, welcher aus wilder Jagdleidenschaft jagte. Er hatte in vielen Jahren seiner „Laufbahn“ niemals eine Waffe gegen Forst- und Polizeibeamte eingesetzt. Wie er in seinem Buch beschreibt, waren ihm das Menschenleben und die Unversehrtheit eines Menschen heilig. Im krassen Gegensatz zu dieser Einstellung sind viele Wildschützen aber brutale, grausame Verbrecher, welche vor Morden und schlimmen Misshandlungen nicht zurückschreckten. Alleine in der Preußischen Staatsforstverwaltung wurden von 1837 bis 1893 beim Forst- und Jagdschutzdienst 91 Forstbeamte getötet, 224 schwer verwundet sowie 274 leicht verwundet. Im gleichen Zeitraum wurden von Forstbeamten in Ausübung ihres Dienstes 128 Wilddiebe und Frevler getötet, 159 schwer verwundet und 189 leicht verwundet. Die Preußische Staatsforstverwaltung stellte an der Waldfläche gesamt Deutschlands nur einen geringen Anteil. Alleine hier wurden 219 getötete und 846 verletzte Menschen statistisch erfasst. In den Jahren von 1866 bis 1878 waren an Preußischen Gerichten 4.825.352 Fälle von Holzdiebstahl und Forstfrevel anhängig.“


1926 Ritteburg

Dienstag, 29. Juni 2021

Vor 150 Jahren - Ende Juni/Anfang Juli 1871 - liefen in Teilen Thüringens katastrophale Hochwasser ab. Sie verursachten unter anderem am Unterlauf der Unstrut zwischen der Sachsenburger Pforte und dem Wendelstein großflächige Überschwemmungen. Zahlreiche Straßen und Wege, darunter die Chausseen von Artern nach Reinsdorf sowie von Roßleben nach Wiehe, waren unpassierbar. Nach Deichbrüchen stand das Wasser in der Unstrut-Aue zwischen ca. 70 und 150 cm hoch. Örtlich sollen besonders tief liegende Äcker und Wiesen sogar über 2 Meter hoch vom Wasser bedeckt gewesen sein. Folgt man zeitgenössischen Berichten, drangen die Fluten 1871auch in Bereiche vor, die nur äußerst selten vom Hochwasser betroffen werden. Das war beispielsweise in den Gemeinden Ringleben und Ritteburg (unser Bild, Juli 1926) der Fall. In beiden Ortschaften mussten sich Anwohner in die oberen Stockwerke der Wohnhäuser retten, wo sie - nicht selten zusammen mit dem Vieh - auf ein baldiges Ende der Überschwemmung hofften. Erst als sich das Wasser um den 1./2. Juli 1871 langsam zurückzog, wurde das ganze Ausmaß der Zerstörungen sichtbar. Hunderte Wohn- und Wirtschaftsgebäude konnte man auf längere Zeit nicht oder nur noch eingeschränkt nutzen. Ferner hatten die Fluten Straßen, Gassen und Wege streckenweise total verwüstet, die Feldfrüchte auf den Äckern vernichtet sowie das Heu von den Wiesen weggeführt. Im Raum Artern erinnern noch heute zwei Kleindenkmale an die Katastrophe von 1871. Am Südrand des Dorfes Ringleben - unweit vom Solgraben - steht der sogenannte "Wasserstein". Er gibt zwar nicht die genaue Höhe des Wasserstands an, weist aber den 28. Juni 1871 als Überschwemmunstag aus. Einen weiteren Wasserstein hat man an der Ortsverbindungsstraße Ritteburg - Gehofen aufgestellt. Während es sich hierbei leider nur noch um eine Nachbildung handelt (das Original ist Ende der 1980er Jahre zerstört worden), informieren eine Kerbe und ein Datum über das Ereignis. Demnach stand das Wasser am 29. Juni 1871 rund 2,13 m hoch. Sowohl beim Wasserstein von Ringleben als auch bei dem zwischen Ritteburg und Gehofen befindlichen Stein handelt es sich um seltene, schützenswerte Sachzeugnisse der Regional- und Umweltgeschichte. Sie müssen vor jeglicher Beschädigung bzw. Zerstörung bewahrt werden!


Ritterstraße

Dienstag, 22. Juni 2021

In sechs Tagen erscheint der neue Bildband „Arterner Momente aus einem Jahrhundert Fotografie - Ein Konvolut aus privaten Bilderalben und der Sammlung des Heimatvereins ARATORA“ mit 128 Seiten Umfang und 123, meist noch nie publizierten historischen Abbildungen. Das Buch ist ab kommenden Montag zum Preis von zwölf Euro in der Bücherecke des Spielzeugladens „idee+spiel“ in der Wasserstraße 1 sowie beim Herausgeber (Tel. 03466 / 320139) erhältlich. Zudem findet, wenn es das Wetter zulässt, am Freitag, 2. Juli 2021 zwischen 10 und 13 Uhr der Verkauf an einem Stand auf dem Wochenmarkt vor dem Ratskeller statt, wo der neue Bildband erworben werden kann, der diesmal lediglich in einer Auflage von 200 Exemplare gedruckt worden ist. - Unser Bild aus dem neuen Buch zeigt Wohngebäude der oberen Ritterstraße im August 1978. Diese Häuserzeile musste bald darauf dem Neubau des Wohnblocks Nr. 9-13 weichen, wodurch optisch und strukturell ein bedeutsamer Einschnitt in das gewachsene Bild der Altstadt entstand. - Perspektivisch wird bereits am nächstjährigen historischen Bildband gearbeitet, wofür noch alte Privataufnahmen mit Motiven aus Artern zur kurzzeitigen Ausleihe gesucht werden. Bis es aber soweit ist, erscheint spätestens Anfang Oktober noch der Nostalgie-Kalender 2022 „Artern vor einem Vierteljahrhundert“ mit Aufnahmen aus den frühen 1990er Jahren von Ehrenbürger Walter-Wilhelm Funcke aus Einbeck. Näheres hierzu ab dem Spätsommer 2021.