Artern

Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)

Kleindenkmale Landkreis Sangerhausen

Dienstag, 18. November 2025

„Kleindenkmale mit rechtshistorischer und kultischer Bedeutung im Altkreis Sangerhausen (1952-1990) - Eine Bestandsaufnahme“, unter diesem Titel (unser Bild) veröffentlichte vorige Woche das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz in Roßla den achten Band seiner Schriftenreihe mit einer grandiosen Gesamtdarstellung. Vor Drucklegung waren allerdings vier Jahrzehnte Vorarbeiten nötig, die die Autoren Heinz Noack, Steffi und Sophie Rohland aus Bennungen, langjährige Bodendenkmalpfleger des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, gern auf sich genommen und nun ein Buch darüber publiziert haben. Dessen Umfang beträgt 516 Seiten und kommt mit sagenhaften 791 historischen und aktuellen Abbildungen einher! - Nach einer Einführung mit Vorstellung der aufgenommenen Arten und deren Forschungsgeschichte im ehemaligen Landkreis Sangerhausen schließt sich eine detaillierte Vorstellung in Text und Bild an. Aufgenommen worden sind folgende Kleindenkmalarten: Steinkreuze bzw. Kreuzsteine, Bauern- oder Dorfsteine, Gerichtssteine, Graue Steine, Blutsteine bzw. -bäume und -raine, Pranger, Halseisen, Blaue Steine, Menhire, Näpfchensteine und Wetzrillen, Nagelsteine, Bildstöcke und ausgewählte namentragende Steine. - Der Katalogteil ist alphabetisch gegliedert und enthält rezente als auch verschollene Kleindenkmale. Diese sind nach ihrer Art, Aussehen, Geschichte und Standort tabellarisch beschrieben. Der sich anschließende Bildteil wurde nach Gemarkungen gegliedert, eine Karte weist die jeweiligen Standorte der Kleindenkmale aus. Die zugehörigen Abbildungen geben den heutigen Zustand als Bild und maßstäbliche Zeichnung sowie die jeweilige Standortsituation wieder. Ergänzend wurden auch historische Bilder beigefügt. - „Kleindenkmale mit rechtshistorischer und kultischer Bedeutung im Altkreis Sangerhausen (1952-1990) - Eine Bestandsaufnahme“ ist für die Fachbehörden und Kommunen ein wichtiges Arbeitsmittel beim Schutz dieser Denkmalarten und gleichzeitig für ehrenamtliche Denkmalschützer bzw. heimatgeschichtlich interessierte Bürger ein wichtiges, umfassendes Nachschlagewerk. - Getrost könnte man diese neue Publikation, in der zehntausende ehrenamtliche Arbeitsstunden im Gelände, in Museen und Archiven, über alten Akten und Landkarten sowie am Computer stecken, als Lebenswerk des Hauptautors verstehen, wenn dieser nicht noch eine andere „Schwäche“ hätte - nämlich die Erforschung der Geschichte des Dorfes Questenberg. Die Vergangenheit dieser Gemeinde im Südharz umfänglich darzustellen, ist ein weiterer Herzenswunsch von Heinz Noack, den er sich noch vor dem Jahreswechsel erfüllen wird, weil dann sein Chronikwerk über Questenberg erscheinen wird. Dieses wird sogar noch umfangreicher als das eben kurz vorgestellte Denkmalbuch! Bis es jedoch soweit ist, bleibt noch genügend Zeit, letztere Veröffentlichung durchzuackern, um sich an den scheinbar nicht enden wollenden Fotos, Texten, Karten, Tabellen, Auflistungen, Faksimiles und Quellenverzeichnissen abzuarbeiten. - Chapeau für solch unendliches heimatgeschichtliches Engagement, das aus der tiefen Verbundenheit zur Region um den Kyffhäuser, den Südharz und die Goldene Aue resultiert!


Artern in alten Zeiten

Dienstag, 11. November 2025

Der bereits länger erwartete Bildband „Artern in alten Zeiten - Fotografische Reisen in die städtische Vergangenheit“ (unser Bild) mit zahlreichen historischen Illustrationen wird demnächst veröffentlicht! Ab Montag, 24. November 2025 kann das neue Buch mit über 120 historischen Abbildungen von der Kaiser- bis zur DDR-Zeit beim Heimatverein ARATORA sowie im Spielzeugladen idee+spiel“ in der Wasserstraße 1 erworben werden. - Der Inhalt des siebten Arterner Bildbandes in Folge besteht aus mehrheitlich seltenen bis noch nie publizierten Abbildungen aus der Stadtgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Mehr als zwanzig Privatpersonen und Einrichtungen haben hierzu historische bildliche Belege beigesteuert. Allerdings ist die Auflage des Buches auf 200 Exemplare beschränkt, weswegen vor allem auswärtige Interessenten verbindliche Vorbestellungen tätigen sollten. Der Verkaufspreis musste herstellungsbedingt moderat angehoben werden.


Kirchenakte Orgel

Dienstag, 4. November 2025

Beim Studium der kürzlich erworbenen, in die Zeit um 1700 zu datierenden Akte „Inventar d. KK. z. Artern“ wurde eine besonders interessante Nachricht ermittelt, die Licht auf die frühe Geschichte der Orgel in der Arterner Marienkirche wirft. Zwar war aus einer Sekundärquelle bereits bekannt, das ein solches Instrument zwischen 1693 und 1697 vom Mechanikus Thiele aus Erfurt errichtet worden wein soll, allerdings wurde die zeitgenössische Herkunft eben dieser wichtigen Nachricht leider verschwiegen. Besagte Informationslage hat sich nun geändert, denn in obiger Kirchenakte wird über den Orgelbau wie folgt berichtet: „Außer dem ist noch zu melden, daß ein ziemlig groses Orgel war in der Kirchen, so Anno 1693 Michaelis zu bauen angefangen und Ao. 1698 Michaelis auff bürgerl. Kosten Verfertiget“ (unser Bild). - Diese Nachricht besagt demnach nicht mehr und nicht weniger, als dass bereits zehn Jahre nach dem großen Stadtbrand von 1683 eine neue Orgel in die Marienkirche eingebaut worden ist, und zwar auf Kosten der durch das Großfeuer eh schon arg gebeutelten Bürgerschaft. - Der offenbar klerikale Verfasser schob deshalb noch die Ergänzung nach, dass auch aus der Kirchenkasse Gelder dafür bereitgestellt worden waren: „Zum orgelbau md [?] aus der Kirchen Kommen ao. [16]94. 174 [Taler], 2 [Groschen], 2 [Pfennige] laut Kirch:Rechnung de ao. [16]93 biß [16]94“ (unser Bild). - Mit diesen wenigen Zeilen ist also die Errichtung der Orgel im späten 17. Jahrhundert nunmehr eindeutig und beleghaft mittels einer zeitgenössischen Quelle bezeugt. Damit kann das Alter dieses Instruments historisch verbindlich um ein halbes Jahrhundert zurückdatiert werden (bislang 1744). Ggf. sind Teile der heutigen Orgel sogar noch dieser alten Orgel zuzuordnen. Das wird eine künftige Aufgabe der Orgelhistoriker und -bauer sein. 


Marienkirche Südseite

Dienstag, 28. Oktober 2025

Die nach dem vor einiger Zeit getätigten Erwerb von historischen Akten des 16. und 17. Jahrhunderts gehegte Hoffnung, dass sich noch weitere Unikate aus dem längst aufgelösten Archiv der Superintendentur bzw. Pfarrei Artern finden würden, hat sich tatsächlich zwischenzeitlich erfüllt. Neben Material aus dem 19. Jahrhundert, überwiegend Abrechnungen von Bau- und Reparaturarbeiten an der Marienkirche (unser Bild), stach eine Mappe mit dem unscheinbaren Titel „Inventar d. KK. z. Artern“ gleich ins Auge. Bereits Schriftbild und Tinte ließen auf den ersten Blick eine grobe Datierung ins endende 17. oder beginnenden 18. Jahrhundert zu. Diese Vermutung wurde beim Vertiefen in die Akte insofern bestätigt, als dort Personennamen auftauchten, die in eben jene Zeit zu datieren sind. Dies näher zu untersuchen wird die Aufgabe über das Winterhalbjahr sein! - Indirekt wurde vorab aber bereits festgestellt, dass das Verzeichnis kurz nach dem großen Stadtbrand von 1683 erstellt wurde, wohl um den Ist-Zustand des Kircheninventars sowie die Erfassung und Verpachtung von Kirchenland niederzuschreiben. - Einleitend steht die „Historica und Nachrichtl. Beschreibung der Arterischen Kirche in der Neustadt“, danach folgen zahlreiche bewegliche und unbewegliche Inventare des Gotteshaus, teils mit Nennung von Spendern und Stiftern. Einen größeren Umfang nehmen anschließend die Kirchenländereien sowie die damals aktuellen Stände derer Verpachtungen und Erlöse ein. - Mit besagter Akte ist ein sehr schönes Belegexemplar Arterner Kirchengeschichte zurück und wird sicherlich noch manches Details offenbaren, um die Geschichte des Gotteshauses transparenter zu machen, so z. B. auch dieses historische Kuriosum. Als Inventar erwähnt wird in obiger Akte: „Von den Kirchen Kosten gekaufft die Kirchen Agenda […] gedruckt Ao. 1580“. Eben diese Kirchenagenda wurde erst vor einigen Jahren vom Heimatverein ARATORA aus privatem Besitz erworben, saniert und dem Kirchenarchiv unseres Kirchenkreises überlassen. So schließt sich der Kreis nach nach fast 450 Jahren!


Sammlung Anzeiger

Dienstag, 21. Oktober 2025

Nichts ist so langweilig wie die Zeitung von gestern - es sei denn, es ist eine von vorgestern oder aber noch älter! In diesem Fall werden sogar die Werbungen interessant. So geschehen vor kurzer Zeit, als eine Anruferin folgenden Sachverhalt schilderte: Abgegeben werden soll rund ein halber Zentner historische Zeitungen aus Artern, die aus dem Südharz mitgebracht worden sind, wo sie bislang in Dietersdorf lagerten. Dort wohnt eine mittlerweile betagte Dame aus der Familie des einst hiesigen Buchdruckers Alfred Hoffmann, dessen Betrieb bekanntlich in der Fräuleinstraße ansässig war. Hoffmann hatte seinerzeit die täglichen Ausgaben seines Arterner Anzeigers einbinden lassen und als Herstellerexemplare beiseite gelegt. Wann und wie diese Folianten von Artern nach Dietersdorf gekommen sind, ist unbekannt. Immerhin blieben sie dort erhalten und zwar überwiegend in gutem bis sehr gutem Zustand. Aus Dietersorf brachte sie obige Anruferin schließlich nach Artern mit und überreichte die Zeitungen dem Heimatverein ARATORA als Schenkung. - Neben Dutzenden von Ausschnitten, Einzelseiten und fliegenden Blättern liegen nun 14 akkurat gebundene Viertel- bzw. Halbjahresbände aus der Zeit zwischen 1915 und 1920 (mit Lücken) vor. Besonderer Clou der Sammlung aber sind Dutzende Sonderausgaben des Arterner Anzeigers, die außerhalb der regulären Erscheinungstermine des Blattes kurz und prägnant auf nur einer Seite über damals hochaktuelle Kriegs- u. a. Ereignisse in Deutschland, Europa und der Welt informierten. - Auch und besonders von Interesse sind etliche Sonderdrucke, die vor der amerikanischen bzw. russischen Besatzung 1945 veröffentlicht worden sind und deren Aussagen in der Retrospektive mehr als fragwürdig erscheinen. So erklärte z. B. die US-Truppenführung auf einem Flugblatt, dass sie „nicht gegen Zivilisten Krieg“ führe und „Väterchen“ Stalin versicherte gar, dass die Sowjetarmee „im Geiste der Achtung der Rechte anderer Völker erzogen ist.“ - Der Herbst wird dazu dienen, sukzessive die Inhalte der Folianten zu sichten bzw. die wichtigsten Artikel und Informationen zu digitalisieren. Zu Beginn des Jahres 2026 kommt die Sammlung in das Stadtarchiv Artern, womit dortige Lücken im Bestand des Arterner Anzeigers geschlossen werden können. - Unser Bild zeigt den schwergewichtigen Fundus dieser wertvollen Zeitungskollektion aus der Zeit des Ersten Weltkrieges und der frühen Nachkriegszeit.


Wappen Ungewitter

Dienstag, 14. Oktober 2025

Im Zusammenhang mit einer großen Sippentafel, in der Familien aus Artern und Umgebung vom 16. bis 21. Jahrhundert integriert worden sind, und an der seit mittlerweile sechs Jahren permanent gearbeitet wird, stellte sich auch die Frage nach dem Vorhandensein historischer Wappen bürgerlicher Familien, vorrangig aus obigem Arbeitsgebiet. Diese werden gesucht, weswegen hier um Mitarbeit gebeten wird! - Nachstehende Arterner Familien sind als Wappeninhaber bislang bekannt: Engelhardt, Esbach, Flitner, Helm, Keßler, Weidler, Ungewitter und Ziehme. Es ist aber davon auszugehen, dass weitere historische Wappen (keine modernen Neuschöpfungen) bzw. Wappenträger aus dem heimischen Bürgertum existieren. Diese sollen zunächst erfasst und katalogisiert werden, weswegen Informationen und Bereitstellung von entsprechendem Material herzlich erbeten sind. Gesucht werden Wappen bürgerlicher Familien bzw. Familienglieder (also keine Adeligen), die in Artern geboren, gelebt und/oder ebendort gestorben wird, weiterhin deren Blasonierung. - Als Beispiel einer solchen Beschreibung dient nachstehend das Wappen der Familie Helm aus „J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch“ von 1906 als Beispiel: „ursprünglich aus Artern an der Unstrut (Prov. Sachsen), 1823 in Oerlikon, 1860 in Zürich verbürgert. Wappen: in B. [Blau] eine schräggestellte s. [silberne] Axt. Helm: wachs. [wachsender] Mann in b. [blauer] Kleidung und Spitzhut, alles s. [silber] aufgeschlagen, die Axt auf der Schulter tragend, Decken: b. s. [blau silbern]“. - Unser Bild zeigt ein sog. redendes Familienwappen mit dem eher selten genutzten Blitz als gemeine Figur. Es ist dem einst überwiegend in Artern und Allstedt ansässig gewesenen Geschlecht Ungewitter zugehörig und wurde dem künstlerisch gestalteten „Stamm=Baum des nordthüringischen Geschlechts Ungewitter“ entnommen.


Gustav Adolph Spengler

Dienstag, 7. Oktober 2025

Intensivere Recherchen zur Geschichte der Familie Spengler aus Sangerhausen führten letztlich zum angestrebten genealogischen Ergebnis, nämlich zur Erbringung des Nachweises, dass Ahnen des großen Heimatforschers Gustav Adolf Spengler (1869-1961), Mammut-Entdecker von Edersleben, auch in Artern ansässig waren. Beginnend bei Jacob Spengler in Sylda und dessen in Artern wohnhaft gewesenem Sohn Johann Christian (Bürger und Handelsmann, auch Nadler und Sattler, + 1750 in Artern), der mit Anna Maria Sinning verheiratet war, führt die Linie zu einem Sohn diese Paares, nämlich zum späteren Sattler Johann Gottlieb Spengler (1745-1819) aus Artern, später wohnhaft in Allstedt. Verehelicht war dieser mit einer Hoseus aus Allstedt und wohl wegen ihr eben dorthin verzogen. Eine Tochter von Johann Gottlieb Spengler bekam 1807 in Allstedt einen unehelichen Sohn, der später, nunmehr Bürger und Tischler in Sangerhausen, mit seiner aus Gonna stammenden Gattin sieben Kinder zeugte, von denen eines Gustav Adolph Spengler (1839-1890) war, späterhin bekannt als Tischlermeister in Sangerhausen. Dessen fast gleichnamiger Sohn Gustav Adolf (1869-1961) war gleichfalls Tischler, wurde aber viel mehr als Heimatforscher überaus erfolgreich und allseits bekannt. Seine Sternstunde kam 1930, als in der Kiesgrube bei Edersleben Knochen eines Altmammuts bzw. Steppenelefanten (Mammuthus trogontherii) entdeckt worden waren, die er bis 1933 ausgrub und konservierte. Heute ist das fast komplette Gerippe das Prunkstück der Eiszeitausstellung im Spengler-Museum in Sangerhausen. - Mit den oben kurz geschilderten, historischen Umständen wird etwas Licht auf die Familiengeschichte der Spenglers außerhalb ihres jüngeren Stammsitzes Sangerhausen geworfen. Zudem bietet die vorliegende genealogische Arbeit diverse Ansätze zu weiteren Forschungen auch im Umfeld der Ahnen der Spenglers. - Unser Bild, ein Gemälde von Wilhelm Bormes, zeigt den 86jährigen Gustav Adolf Spengler (1869-1961) beim Betrachten eines prähistorischen Knochenstücks mit gemutmaßter Gravur eines Mammuts, gefunden bei Bennungen. Das Gemälde hängt im Spengler-Museum, das Interessierte herzlich zum Besuch einlädt, ebenso wie das faszinierende Spengler-Haus in Sangerhausen, das sich ganz dem Erbe und Andenken der Familie Spengler widmet. - Neben obigen Erkenntnissen wurden kürzlich noch weitere interessante Familien genealogisch tangiert, so Angehörige aus dem Dunstkreis des Mediziners und Theologen Johann Gottlob Leidenfrost (1715-1794), dem Entdecker des physikalisch erklärbaren „Leidenfrost-Effekts“, sowie familiäre Glieder, die auf Carl Philipp Gottlieb Clauswitz (1780-1831), hochrangiger preußischer Militär und Verfasser des Standardwerkes „Vom Kriege“, hinweisen. 


Heldrunger Zwiebelbauer

Dienstag, 30. September 2025

Der nächstjährige Nostalgie-Kalender mit wiederum attraktiven Abbildungen aus der Vergangenheit der Stadt Artern wird anlässlich des Zwiebelmarktes erstmals zum Verkauf angeboten, allerdings nur am Sonnabend, 4. Oktober zwischen 09.00 und 17.00 Uhr. Zu beachten ist weiterhin, dass der herausgebende Heimatverein ARATORA diesmal an einem neuen Standort platziert ist, nämlich vor dem Spielzeugladen „idee + spiel“, Wasserstraße 1. - Im Mittelpunkt des neuen Kalenders stehen „Gasthöfe und Hotels mit Tradition“, so der Titel dieser Ausgabe, wobei auf erneut 29 Seiten insgesamt 28 alte Abbildungen gewesener und noch bestehender gastronomischer Einrichtungen gezeigt werden. Diese ziehen sich zeitlich vom 19. Jahrhundert bis in DDR-Zeiten und bilden damit einen repräsentativen Querschnitt des historischen Gaststättenwesens in Artern. Der Preis des Kalenders beträgt 12,00 Euro, die Auflage wurde auf 200 Exemplare beschränkt! Reservierungen bzw. Bestellungen zum Postversand werden ab sofort gern entgegengenommen. Restexemplare gibt es nach dem Zwiebelmarkt im Spielzeuggeschäft Baumann in Artern sowie beim Heimatverein ARATORA. - Unser Bild zeigt einen gutgelaunten Heldrunger Zwiebelbauern mit Rispen, um 1980). -Update vom 4. Oktober 2025: Nostalgie-Kalender 2026 restlos ausverkauft! Vielen herzlichen Dank für die unglaubliche Frequentierung unseres Verkaufsstandes auf dem Zwiebelmarkt, verbunden mit interessanten Gesprächen, der freundlichen Überlassung von zahlreichem heimatgeschichtlichen Material sowie dem äußerst hohen Interesse am neuen Nostalgie-Kalender 2026, von dem binnen nur fünf Stunden die komplette Auflage über den Ladentisch ging. Dafür hat sich das Ausharren im herbstlichen Schmuddelwetter mehr als gelohnt!


Thüringen, Deine Sprache 3

Dienstag, 23. September 2025

Die neue Filmproduktion „Thüringen, Deine Sprache 3“ (2024) von Gerald Backhaus macht nun auch in Artern Station und wird am Vorabend des Zwiebelmarkt-Wochenendes wie folgt öffentlich gezeigt: Freitag, 3. Oktober 2025 um 17.00 in der Veitskirche (unser Bild). Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten, wie die Stadtverwaltung Artern mitteilt. - Nachdem Filmemacher Gerhard Backhaus mit den beiden ersten Teilen von „Thüringen, deine Sprache“ weit mehr als nur mediale Achtungsfolge erzielt hat, widmet sich auch die dritte Fortsetzung Dialekten und Mundarten in Thüringen, die in Wort und Bild vorgestellt werden. Dafür waren Backhaus und Kameramann Martin König im Land unterwegs und haben rund um die Leuchtenburg, in den Tälerdörfern, in Pößneck und im Werratal, in Erfurt, Artern, Steinbach-Hallenberg, in der Nähe von Sondershausen und in der Sonneberger Gegend Station gemacht. Herausgekommen sind satte anderthalb Stunden Film, in dem sich alles um sprachliche Eigenheiten in den angesprochenen Gegend Thüringens dreht. - Wenn die Qualität und der Abwechslungsreichtum der beiden ersten Filme erreicht wird, wovon auszugehen ist, steht den Besuchern in der Arterner Veitskirche ein ebenso lehrreicher wie amüsanter und kurzweiliger Abend bevor, zu dem hiermit herzlich eingeladen wird. - Als gebürtigen Thüringer und erfahrenen Medienschaffenden liegen Gerald Backhaus Heimatliebe und der Erhalt sprachlicher Identität natürlich sehr am Herzen. Unter diesen Gesichtspunkten hat der neue Dokumentfilm (auch ohne bereits zahlreiche Vorschusslorbeeren), nach mehr als 90 Minuten ganz bestimmt den ehrlichen Applaus der hoffentlich zahlreichen Besucher in Artern sicher! Im Anschluss an die Vorführung ist eine Gesprächsrunde mit Gerald Backhaus vorgesehen. Der Filmemacher freut sich dann über die Fragen der Gäste.


CG 3-2025

Dienstag, 16. September 2025

Noch in den Startlöchern steht die Veröffentlichung der Herbst-Ausgabe der Zeitschrift „Computer-Genealogie“ des Vereins für Computer-Genealogie (unser Bild). Diese erscheint gegen Ende dieser Woche und widmet sich diesmal dem Leitthema „Publizieren - Analog oder digital“. Gemäß des vorab bekanntgegebenen Inhaltsverzeichnisses werden in diesem Kontext fünf Artikel publiziert: „Ich bin zu meiner eigenen Verlegerin geworden“ / Publizieren per HTML / Wikipedia und GenWiki - Zum „Schwarmwissen“ beitragen / Die eigene Familiengeschichte publizieren - Wie erstelle ich ein eigenes Familien-Wiki? / Warum die Maus Papier liebt. – In der Kategorie „Wissen“ nehmen sich Autoren dann der DNA-Genealogie wie folgt an: Die Entwicklung der Y-DNA-Halogruppen-Benennung sowie Forensische Genealogie für die Kriminalpolizei. – In der Rubrik „Software“ wird danach die neueste Version 2.2.0 des Genealogie-Programms Ages! präsentiert. – Diverse aktuelle Kurzmeldung informieren anschließend den Leser aus dem Umfeld der Familienforschung, ehe im Cluster „Internet“ der „Ancestry Club 1890“ beleuchtet sowie erste Erfahrungen mit Nutzer-Stammbäumen von FamilySearch mitgeteilt werden. - Im Bereich „Forum“ schweift schließlich u. a. der Blick durch die genealogische Brille nach Schweden. – Auch mit der neuen Zeitschrift 3/2025 werden vom Verein für Computer-Genealogie weitere wichtige Bausteine für die Familienkunde veröffentlicht, von denen Leser und und besonders Forscher profitieren. Weiteres auf der Homepage des Herausgebers: https://www.compgen.de/.


TdoD2025

Dienstag, 9. September 2025

Zu einem Lichtbildervortrag am Freitag, 12. September 2025 um 18.00 Uhr lädt der Heimatverein ARATORA herzlich in die Arterner Marienkirche ein. Gezeigt werden die für den Ende November 2025 zur Veröffentlichung geplanten neuen Bildband „Artern in alten Zeiten - Fotografische Reisen in die städtische Vergangenheit“ genutzten historischen Aufnahmen. Weit mehr als zwanzig Bildgeber aus Artern und der Ferne sind dafür vorab aktiv geworden. - Nach den mehr als 120 Fotos dieses bevorstehenden Buches werden als Zugabe bereits Einblicke in den schon in Vorbereitung befindlichen Arterner Bildband für das Jahr 2026 gegeben. Dieser fungiert unter dem Arbeitstitel „Arterner Augenblicke - Historische Ansichten und Momentaufnahmen auf Fotos und Postkarten“ und zeigt gleichfalls zahlreiche hochinteressante Fotografien seit etwa 1880 bis in die späte DDR-Zeit. Für diesen Bildband werden noch immer weitere alte Bilder gesucht, die gern zum Vortrag mitgebracht werden können. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung am Wochenende des Tages des offenen Denkmals (unser Bild) ist frei, um Spenden zugunsten der Kirchgemeinde wird jedoch gebeten. - Update vom 12. September 2025: Vielen herzlichen Dank an über 30 Besucher aus Artern, Ringleben und Roßleben bei der Präsentation historischer Arterner Bilder bzw. einem angenehmen, aufgeschlossen und diskussionsfreudigen Publikum, das der evangelischen Kirchgemeinde weit über 100 Euro Spenden zwecks Mithilfe bei der Schaffung eines neuen Buntglasfensters im Chor der Marienkirche bescherte!


Artern von Westen

Dienstag, 2. September 2025

Die telefonische Ankündigung einer „Wundertüte“ mit historischen Unterlagen aus Artern erbrachte bei Abholung vor einigen Tagen ein so nicht erwartetes, überaus erfreuliches Resultat. Aus dem Nachlass eines hiesigen Gewerbetreibenden stammend, konnten nämlich dem Archiv des Heimatvereins ARATORA fast 80 Fotografien aus den 1950/60er Jahren sowie einige noch etwas ältere zugeführt werden, zudem diverse Zeitungsausschnitte, Broschüren und handschriftliche Aufzeichnungen. Die meisten der Fotos sind lose, die älteren auf einigen herausgetrennten Seiten eines Fotoalbum augeklebt. Letztere zeigen überwiegend Motive mit der Unstrut (Hochwasser, Ufergärten, Brücken, Wehr usw.), darüber hinaus winterliche Stimmungsbilder mit etlichen Stadtansichten, Saline und Brauerei. - Die losen Bilder stellen, neben den unvermeidlichen Ansichten des Rathauses und der Veitskirche, u. a. dar: Aratora-See, Bismarck-Platz, Markt, Johannisstraße. Konsum-Café, Hotel, Kaufhalle, Reinsdorfer Straße, Salzdamm mit Mühlgraben, Solgraben, altes Flussschwimmbad, Aussichten vom Weinberg, Schönfelder Straße, Brücken über die Unstrut und Stadtansichten (unser Bild). – Angesprochene Bilder wurden offensichtlich mit einem zu DDR-Zeiten handelsüblichen, eher preiswerten Fotoapparat hergestellt. Dies konnte während der Digitalisierung festgestellt werden, die dann die oft nur grenzwertige Qualität bei höherer Bildauflösung offenbarte. Dennoch sind die überlassenen Fotos eine weitere wichtige Quelle für die Darstellung der jüngeren Stadtgeschichte bzw. willkommenes Material für den Bildband von 2026, der sich aktuell bereits in Arbeit befindet.


Denkmalsweihe 30.08.1925

Dienstag, 26. August 2025

Am 30. August jährt sich die Errichtung und Einweihung des Denkmals zur Erinnerung an die Arterner Gefallenen des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Male (unser Bild)! Mit großen Brimborium und unter Anteilnahme von Prominenz aus Reich, Land, Kreis und Stadt ist das Mahnmal im Hochsommer 1925 der Öffentlichkeit übergeben worden. Es sollte allerdings nur zwei Jahrzehnte auf dem Bismarckplatz stehen, denn 1945 wurde es für den damals propagierten „Endsieg“ geopfert. Der Denkmalsockel stand indes noch bis in die 1970er Jahren als Basis für eine große Blumenschale. - Ein Jahr vor Fertigstellung wurde das Denkmal anhand eines Modells wie folgt beschrieben: „Auf einem kreisförmigen Stufenbau erhebt sich ein kreisrunder, wuchtig wirkender Aufbau, auf dem eine 2,30 Meter hohe Bronzefigur steht. Sie stellt einen auf das zerbrochene Schwert schwörenden Krieger dar, dessen recht Arm sich zum Schwur gen Himmel reckt. Den Blick auf das zerbrochene Schwert gerichtet, das über dem im rechten Winkel gebeugten Arm liegt, ist er ein Wahrzeichen deutscher Heldengröße, die sich nicht beirren läßt durch schwere Zeiten und verlorene Kriege. Im Mittelring sind in zwölf Tafeln die Namen der gefallenen Helden Arterns in Stein eingehauen und ausgemalt. Im Vordergrund leuchtet das Wappen der Stadt Artern. Die Widmungsinschrift ist in der ersten Stufe über den Schrifttafeln angebracht. Die Gesamthöhe des Denkmals wird sechs Meter betragen. Der Entwurf und das Modell stammen vom Bildhauer [Paul] Juckoff. Wenn dieses Denkmal aufgestellt wird, dann hat Artern den Ruhm, in der ganzen „Goldenen Aue“ das schönste Denkmal zu besitzen.“ - Wenngleich dieses seit acht Jahrzehnten verschwunden ist, künden u. a. noch immer zahlreiche Fotografien von dessen Existenz, ebenso etliche im Maßstab verkleinerte Modelle. Eines davon stand, als Geschenk aus der Partnerstadt Einbeck nach Artern gekommen, über etliche Jahre hinweg in einer Nische des Treppenhauses zum ersten Stockwerk im Rathaus. Ganz bestimmt wurde dieses Modell des schwörenden Kriegers zu Beginn der umfangreichen Sanierungsarbeiten am kommunalen Amtsgebäude vor mehr als zwei Jahren sichergestellt, um hoffentlich nach kompletter Wiederherstellung des Hauses wieder seinen Platz an angestammter Stelle zu finden. Nicht nur der Heimatverein wird dies im Auge behalten!


Harz-Zeitschrift 76

Dienstag, 19. August 2025

Die aktuelle Ausgabe Nr. 76 der im Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte publizierten Harz-Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde liegt mittlerweile vor und bringt auf 240 Seiten und illustriert mit 75 Abbildungen Aufsätze und Miszellen zur Harz-Geschichte. Auch diesmal werden in relativer Ausgewogenheit interessante Themen aus dem Nord-, Mittel- und Südharz angesprochen, nämlich: Jeanne d’Arc und Barbarossa bei Hans Silberborth. Kritische Analysen nationaldeutscher Mittelalter-Wahrnehmungen in der Weimarer Republik am Beispiel des Nordhäuser Stadthistorikers (Autor: Alexander Hahn), Zur Erforschungsgeschichte des Magnetismus der Schnarcherklippen und anderer Harzer Granitfelsen (Karl Sanders), Die ehemaligen prähistorischen Sammlungen und das städtische Museum von Thale sowie das Verdienst Joseph Fiedlers um die Sammlungsbestände. Teil 2: Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (Ute Fuhrmann und Rainer Vogt), Stecklenburg und Lauenburg im Unterharz in der romantischen Wahrnehmung. Die Lokalisierung von Zeichnungen des Landschaftsmalers Carl Blechen (1798-1840) (Iris Berndt), Das „Herzoglich Anhaltische Kurhotel und Gästehaus“ auf dem Stubenberg bei Gernrode (Günter Piegsa), Das Loccumer Alumnat in Goslar und seine Vorgeschichte. Teil 1: Zur Geschichte und zum „Geist“ des Ratsgymnasiums Goslar (Otmar Hesse), Kirche in steter Erneuerung. Die Baugeschichte der Kirche St. Jakobi der Ältere in Goslar (Ludwig Christian Bamberg), Die Harzreise der Studenten v. Alvensleben 1656 (Fritz Reinboth). - Literaturschau, Personalia, Berichte sowie das Protokoll der Jahresmitgliederversammlung 2024 und Corrigenda beschließen die aktuelle Ausgabe der Harz-Zeitschrift. Diese Publikation aus der ältesten geschichtlichen Buchreihe in unserer Region kann mittels ISBN ISBN 978-3-86732-460-1 im Buchhandel bestellt werden.


NSG Salzpflanzenstelle

Dienstag, 12. August 2025

Gestern vor neunzig Jahren trat die für den Erhalt und Schutz des „Naturschutzgebietes Salzpflanzenstelle bei Artern im Kreise Sangerhausen“ maßgebliche Verordnung in Kraft, veröffentlicht im Amtsblatt der Regierung in Merseburg vom 10. August 1935 (Ausgabe B mit öffentlichem Anzeiger), unterschrieben von Regierungspräsident Gustav Lagreze. Diese Rechtsgrundlage umfasst sechs Paragraph, die das Verhalten in besagtem Areal regeln. Zunächst wird die Salzpflanzenstelle zum Naturschutzgebiet erklärt, danach dessen Größe mit 55,45 Ar angegeben und die Lage im Kartenbild definiert. Paragraph 3 sagt aus, dass es untersagt ist, Pflanzen zu entnehmen oder zu beschädigen bzw. dort lebenden Tieren nachzustellen. Verboten sind weiterhin offene Feuer, das Abladen von Müll sowie das Verlassen der vorgegebenen Wegeführung. Zudem dürfen Bodenbestandteile nicht entnommen bzw. andere Böden dort eingebracht werden. Es folgt mit Paragraph 4 die Einschränkung, dass mit landrätlicher Genehmigung Ausnahmen zu obiger Vorschrift vorgenommen werden können. Strafen bei Zuwiderhandlungen sind im Paragraph 5 niedergeschrieben und schlagen mit bis zu 150 Reichsmark oder Haft zu Buche, ggf. sind auch schärfere Strafen möglich. Das Inkrafttreten der „Verordnung über das Naturschutzgebiet Salzpflanzenstelle bei Artern im Kreise Sangerhausen“ vom 6. August 1935 wird im Schlussparagraphen 6 zeitlich definiert auf den Tag nach Erscheinen des Amtsblattes, also auf den 11. August 1935. – Inhaltlich ähnlich hatte die Salzpflanzenstelle Artern auch zu DDR-Zeiten rechtlichen Schutz inne, gleichfalls im Rahmen der bundesrepublikanischen Jurisprudenz. - Unser Bild zeigt einen Teil des NSG mit südlicher Friedhofsmauer und Süßwasserbrunnen um 1940.