Artern

Zur freundlichen Beachtung & aktuelle Meldungen

Winterspaziergang

Freitag, 30. November 2018

Die in gut drei Wochen beginnenden Weihnachtsferien sind für ebenso umfangreiche wie zeitintensive Vorbereitungsarbeiten (Texterstellung, Scannen und Layouten) zu zwei Veröffentlichungen im nächsten Jahr vorgesehen: Neben der angestrebten kompletten Fertigstellung des (N)Ostalgie-Kalenders 2020, der dann zum Zwiebelmarkt 2019 erscheint, wird vor allem der Bildband „Damals in Artern“ als letzter Teil einer Trilogie mit bildlichen Wiedergaben von alten Stadt- und Einzelansichten angegangen. – Nach der erfreulich hohen Resonanz der beiden vorherigen Bildbände „Alte Heimat Artern“ (2017) und „Alt-Artern in Bildern“ (2018) ist mit der Herausgabe des „Damals in Artern“ betitelten Buches im Sommer nächsten Jahres eine Edition vollendet, die eine hervorragende stadthistorische Bilddokumentation seit den 1880er Jahren darstellt. Das neue Buch beschränkt sich diesmal auf rund vier Jahrzehnte bildlicher Wiedergaben von Stadt- und Einzelansichten, nämlich von ca. Mitte der 1930er Jahre bis um 1965. Waren bei den beiden zuvor veröffentlichen Bücher die überlassenen Fotokollektionen aus Privatbesitz noch derart umfangreich, dass damit je ein Buch mühelos gefüllt werden konnte, müssen nun mehrere mittelgroße Sammlungen mit alten Ansichten bemüht und zusammengeführt werden, wobei die Bildergeber in Berlin, Sangerhausen und Artern wohnen. Im Laufe des kommenden Halbjahres wird hier immer wieder über den Fortschritt bei der Herstellung des neuen Buches berichtet, das in Umfang und Layout „Alte Heimat Artern“ und „Alt-Artern in Bildern“ angeglichen sein wird, ehe die Veröffentlichung entweder zum Tag der Vereine oder anlässlich des Tages des offenen Denkmals 2019 erfolgen soll. Vorab hier schon ein der Jahreszeit angepasstes Bild aus dem neuen Buch, einen Spaziergang im winterlichen Salinepark um 1960 zeigend.


Spinnrad

Dienstag, 27. November 2018

Neulich auf dem Nachhauseweg: „Guten Tag, Herr Schmölling!“, rief eine Dame aus einer dem Blickwinkel des Fußgängers tatsächlich nur schwer zugänglichen Ecke ihres Grundstücks. „Warten Sie mal“, und war sogleich wieder verschwunden. Zurück kam sie mit einer sichtlich alten Papiertüte im Format etwas kleiner als DIN A5, die sich als Werbeträger der Arterner Löwen-Apotheke wohl von Ende des 1930er Jahre entpuppte, als Apotheker Dr. Ernst Lohr dieses Geschäft führte. Als Blickfang der vormaligen Medikamententüte dient eine sehr akkurate und detailreiche Zeichnung der Apotheke mit Ansicht der Vorderfront in der Nordhäuser Straße. Darüber die Werbung für „Capsicum-Pflaster auf dehnbarem Stoff“, das ist ein Wärmepflaster gegen Rückenschmerzen. – Nachdem auch der Ehemann hinzugekommen war und „Komm mal mit“ äußerte, ist das erfahrungsgemäß das Zeichen dafür, dass noch etwas Spannendes nachkommt. Den großen Hofhund so gut es ging ignorierend, führte der Weg aufs Grundstück. Und da stand es: Ein offensichtlich gut erhaltendes Spinnrad, dessen noch immer funktionierende Mechanik den historischen Vorgang des Fadenspinnens sogleich nahebrachte. Dieses hübsche Exemplar alter Volkskunst kann sogar datiert werden, denn mit roter Farbe aufgemalt worden sind darauf die Initialen „F. H. 1867“. Das inzwischen über 150 Jahre alte Spinnrad ist allerdings nicht in Artern genutzt worden, es stammt aus Frankenhausen. Mithilfe der Jahreszahl und des Namenkürzels könnte mit etwas Mühe dort sogar der damalige Besitzer ermittelt werden. Dass mit dem Spinnrad früher offenbar oft gearbeitet wurde, zeigt dessen Trittbrett, an dem merklicher Abrieb feststellbar ist. Die Bemalung des Objekts überwiegend in Grün, Rot und Blau ist zwar mittlerweile etwas blass geworden (unser Foto täuscht etwas, weil das Blitzlicht die Farben kräftiger erscheinen lässt), doch der Gesamtzustand dieses Zeugnisses häuslicher Technikgeschichte ist gut. In der kommenden Zeit soll das Spinnrad mithilfe der Literatur sowie der Volkskundeforschung möglichst näher deklariert werden. Wohl bereits im kommenden Jahr soll diese Schenkung im Oberen Hof, zusammen mit dem noch beim Heimatverein ARATORA befindlich Ölgemälde von Ewald Engelhardt aus 1944 mit der Unstrut bei Artern als Motiv (siehe Aktuelle Meldung vom 21. August 2017), öffentlich ausgestellt werden.


Versteinerte Baum

Freitag, 23. November 2018

Möglichst im kommenden Jahr, spätestens aber 2020, möchte der Heimatverein ARATORA die Sanierung eines weiteren Kleindenkmals in Artern angehen lassen: der versteinerte Baum auf dem Areal des vormaligen Friedhofes der St. Veitskirche (unser Bild). Im Vorfeld der Eröffnung des Heimatmuseums ebendort im Sommer 1937 wurde auch dieses übermannshohe Denkmal, bestehend aus oberkarbonen Kieselhölzern der Kyffhäuser-Region, errichtet. (Eine weitere damalige Installation, eine in Anlehnung an das rätselhafte Rasenlabyrinth in Steigra im heutigen Saalekreis errichtete sog. Trojaburg, hat die Zeiten leider nicht überstanden.) Die seitdem verflossenen acht Jahrzehnte sieht man dem Denkmal an, auch ist dessen Standort alles andere als optimal. Daher sollen, wenn die Finanzierung steht, die einst zum Ausflicken von fehlenden Kieselhölzern behelfsmäßig eingefügten Steine entfernt und wieder durch originales verkieseltes Holz ersetzt werden. Zudem muss über einen neuen Kern, ein neues Fundament bzw. eine alternative Rahmung des Fußes nachgedacht werden. Der Standort könnte dahin positive Veränderung erfahren, dass das Denkmal vor dem Langschiff der Kirche platziert wird. Zur Umsetzung dieses Vorhabens werden aber noch Unterstützungen benötigt, die als Spenden eruiert werden sollen! Deshalb hierzu nochmals unser Aufruf, verbunden mit der Bitte um Hilfe. Der aktuelle Spendenstand beläuft sich auf derzeit knapp 2.000 Euro; eine hübsche Summe, die aber leider längst noch nicht ausreicht. – Weniger bekannt ist, dass der versteinerte Baum in Artern noch einige „Brüder“ in der Region hat, so jene beiden aus zahlreichen Einzelstücken fossiler Kieselhölzer vom Kyffhäuser gefertigten in bzw. bei Kelbra: ein pyramidales Denkmal im Kirchtal, anderthalb Kilometer südlich dieses Ortes sowie eines in kegelförmiger Ausführung zu Ehren von Brauereigründer Eduard Joch. Monolithisch hingegen ist jener mächtige Rest eines Baumstammes aus der Steinkohlenzeit vor dem Regionalmuseum in Bad Frankenhausen sowie nicht wenige weitere, teils recht große Kieselstämme in verschiedenen Vorgärten der Kyffhäuser-Region.


Karte

Dienstag, 20. November 2018

Eine erst kürzlich erhaltene, undatierte farbige Landkarte aus dem vormaligen Archiv der Saline Artern spiegelt die erdkundliche Situation im weiteren Umfeld der Stadt Artern wieder, so wie sie 1875 der Geologe Emanuel Kayser (1845-1927) bei Prospektionen aufgenommen hat. Offiziell lautet der Kartentitel in der Literatur „Geologische Karte von Preußen und benachbarten Bundesstaaten, Blatt Artern“, herausgegeben von der Königlich Preußischen Geologischen Landesanstalt. Bedingt durch zweifache Faltung der Karte entstanden nachstehende vier Bereiche mit geologischen Informationen: Ichstedt, Borxleben und Ringleben, Voigtstedt, Schönfeld und Artern (unser Bild), Esperstedt, Bretleben, Oldisleben und Heldrungen sowie Ritteburg, Reinsdorf und Gehofen. Anhand einer Legende am unteren Rand können die farblichen Nuancen den entsprechenden Erdzeitaltern und deren Sedimenten zugeordnet werden. Für den Bereich westlich und nördlich von Artern (sog. Arterner Hochscholle) sind demnach verschiedene Stufen des Buntsandsteins erkennbar, darin in Nestern befindlich tertiäre Ablagerungen (zwischenzeitlich ausgebeutete Braunkohlengruben), weiterhin Zechstein nördlich des Friedhofes. Der Bereich um die Gewässer Unstrut und Helme hingegen sind geprägt von glazialen und alluvialen Sedimenten. – Hochauflösend gescannt sind zahlreiche Details auf der Karte noch viel besser einsehbar: Verlauf der Pferdebahn zu den Kohlegruben am Hutdeckel, Kalksteinbruch am Friedhof bei Artern, Windmühle auf dem Weinberg, Altverlauf der Unstrut mit zahlreichen Mäandern, diverse inzwischen eingeebnete Anhöhen usw. Aufgrund des eher mangelhaften Erhaltungszustandes infolge wohl starker Nutzung bzw. unsachgemäßer Lagerung (Bruchkanten an den Faltungen) wird eine Digitalisierung im Ganzen schwierig, sodass in oben erwähnten vier Segmenten separat gescannt werden muss. Trotz dieser Einschränkungen wird das Blatt Artern der geologischen Karte von Preußen aber künftig sicherlich gute Dienste in der erdkundlichen Heimatforschung leisten.


Denkmalsweihe 1925

Freitag, 16. November 2018

Am bevorstehenden Sonntag werden wieder landauf, landab an Denkmalen, Gedenkstätten und auf Friedhöfen Veranstaltungen anlässlich des Volkstrauertages stattfinden. Ob die dort gehaltenen, meist politisch korrekten Reden die Herzen der zahlenmäßig sukzessiv schwindenden Teilnehmer erreichen, sei dahingestellt! Im Gegenzug müht sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge tatkräftig um den Erhalt von zahllosen Grabstätten bzw. die würdige Umbettung der Gebeine von Gefallenen in Deutschland und Europa. – Wie völlig anders und vor allem patriotisch überzeugt wurde diese Thematik z. B. auch in Artern angegangen, so im Hochsommer 1925, kurz vor der Errichtung des Denkmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges auf dem Bismarckplatz (unser Bild). Autorin Christine Stadel aus Sangerhausen hat uns kürzlich zwei Artikel darüber aus der Sangerhäuser Zeitung vom 16. und 24. August 1925 zukommen lassen: „Artern. Aufrichtung der Heldenfigur. Sonnabend in den ersten Morgenstunden wurde die bronzene Heldenfigur „Treuschwur“ mit Lastauto nach hier gebracht und auf dem Sockel des Unterbaues aufgestellt und befestigt. Das Abladen und Aufstellen war eine ziemlich saure Arbeit, wiegt doch diese Figur über 30 Zentner. Zur Erleichterung der Arbeit hatte man aus starken Balken eine Rutsche gebaut, auf der Kolos [sic!] mittels Flaschenzug hinaufbewegt wurde. Trotz der frühen Morgenstunde sahen viele Neugierige dem schwierigen Kunststück zu. Herr Professor [Paul] Juckoff-Skopau [Schkopau] leitete persönlich diese Aufbauarbeiten. Fast den ganzen Vormittag konnte das nunmehr fertiggestellte Heldendenkmal in seiner ganzen Größe bewundert werden, es ist ein wahres Kunstwerk, wie es weit und breit nicht zu finden ist. Nachdem es noch im Auftrage der Denkmalskommission für die Herstellung von Ansichtskarten photogaphiert worden ist, wurde die Heldenfigur verhüllt. Das Denkmal wird am nächsten Sonntag der Oeffentlichkeit übergeben, den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zur Nacheiferung.“ – „Artern. Denkmalsweihe. Hier wird jetzt in allen Kreisen fieberhaft gearbeitet, um alles für die Denkmalsweihe gut vorzubereiten. Fuhren Grünes sind aus den nahen Wäldern geholt werden, und jeden Tag war man im Oberhof dabei, Girlanden und Kränze zu winden. Jeder darf sich Grünes zur Schmückung holen. Die Bürgerschaft will doch ihren lieben Gefallenen noch einen Ehrentag bereiten, und dazu will doch ein jeder mithelfen. Großzügig hat die Denkmalskommission alles organisiert, gilt es doch u. a. an diesem Tage mehr als zweitausend auswärtige mittrauernde Kameraden zu begrüßen und zu verpflegen. Bis in kleinste ist auch dazu alles vorbereitet, so daß zu hoffen ist, daß die Heldenfeier ohne Hemmung der Würde des Tages entsprechend verlaufen wird. Alle Fahnen in der Stadt werden an diesem Sonntag auf Halbmast gesetzt sein. Während der Feier werden Angehörige der Gefallenen, für die besondere Plätze reserviert sind, am Denkmal Kränze niederlegen; dasselbe werden auch diese hiesigen Vereine und Verbände für ihre Toten tun. Das Denkmal ist seit Sonnabend dicht verhüllt; erst morgen Sonntag wird es der Bürgerschaft vor Augen geführt werden. Doch der Name des Erbauers, des Bildhauers Juckoff-Skopau, bürgt dafür, daß ein Kunstwerk geschaffen ist, das sich sehen lassen kann und das jeden etwas zu sagen hat [...]“ – Gerade einmal zwei Jahrzehnte hob der monumentale Krieger in Artern seine Schwurhand gen Himmel, denn kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er abgeholt, um noch für den „Endsieg“ eingeschmolzen zu werden. Manche sagen, dass eben dies geschehen wäre, andere hingegen meinen, die Figur wäre nicht abtransportiert worden und läge noch irgendwo in Artern versteckt!?


Glockenvertrag

Dienstag, 13. November 2018

Als unerwartete und damit umso willkommenere Dokumente aus der Stadtgeschichte sind am Rande des Verkaufsstandes des Heimatvereins ARATORA zum vergangenen Zwiebelmarkt zwei originale Akten aus dem 18. Jahrhundert überlassen worden, die interessante Details zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Artern beinhalten. Vorbehaltlich einer noch ausstehenden Transkription der handschriftlichen Texte wäre zunächst das „Inventarium über das Kirchen=Brauhaus“ zu nennen. Hierbei handelt es sich um ein Gebäude an der Unstrut in der Reinsdorfer Straße, heute Standort des dortigen Hauses Nr. 1. Zuvor eine dem Heiligen Nikolaus geweihte Brückenkapelle, wurde dieses Gebäude (oder dessen Nachfolger) später als Brauhaus und Salpeterhütte genutzt, ehe letztere Anwendung 1821 eingestellt worden ist. Mit vorliegender, vier Seiten umfassenden Akte kann nun der Status Quo des Kirchen-Brauhauses von 1737 mit sämtlichen dortigen Mobilien festgestellt werden. Besagtes Dokument ist somit ein wichtiger Baustein zur Bier- und Brauereigeschichte Arterns, neben Nachrichten zu den vormals brauberechtigten Häusern, den Gaststättenbrauereien sowie der Werksbrauerei seit 1879. – Die zweite Akte ist umfänglicher und wurde betitelt als „Contract Wegen Gießung einer neüen Glocke. 1743 den 1. julü“ (unser Bild). Kernstück dieser Schriftstücke ist der detaillierte Vertrag mit dem Leipziger Glockengießer Martin Hentze im Vorfeld des Gusses für die Marienkirche in Artern. Als Unikum wäre ein Wiegebeleg zu erwähnen, der folgendermaßen lautet: „Gottlob! Anno 1744 den 10. Juniö in Leipzig / Für die Kirche zu Artern ist gewogen worden. Eine Neue Glocke [Zentner] 15 ¼ : [Pfund] 10 ½. 5 gr. [Groschen] Aus der Waage allhier." Ein als „Glockenarchiv“ bezeichnetes und im Archiv des Heimatvereins ARATORA befindliches historisches Schriftstück berichtet über eben diese, im Ersten Weltkrieg wieder abgegebene Glocke u. a.: „Nach Norden zu [im Glockenstuhl] die sog. Leipziger [Glocke] fast 1 Meter hoch 792 kg. [...] Sie soll einen besonders süssen Klang gehabt haben. Oberer Rand Doppelfries Blumengewinde. Durchmesser, 1,055 [Meter]. Nach unten dreifache Schnurverzierung. Eiserne Tragebänder mit Schlängellinien und Rollwerk.“


Kleinbahn

Freitag, 9. November 2018

Die Kleinbahn kommt wieder! Wegen nicht abreißendem Interesse und hoher Nachfrage wird unsere beliebte Broschüre „Die Kyffhäuser-Kleinbahn Artern-Berga/Kelbra 1916-1966“ noch im Dezember 2018 in einer mäßig großen Menge veröffentlicht. Erstmals 1992 erschienen, wird auch die bevorstehende neue Auflage 88 Seiten und 67 Abbildungen umfassen, zzgl. eines leicht modifizierten Farbteils. Inhaltlich wurden keine Änderungen vorgenommen. Perspektivisch zu beachten ist allerdings, dass aus produktionstechnischen Gründen diese Auflage die letzte sein dürfte! – Als Termin der Veröffentlichung ist das zweite Adventswochenende am 8. und 9. Dezember 2018 festgelegt. Dann wird jeweils ab 14.00 Uhr die „Kyffhäuser-Kleinbahn Artern - Berga/Kelba 1916-1966“ zum Weihnachtsmarkt auf dem Arterner Marktplatz angeboten. Ab dem 10. Dezember 2018 ist die Broschüre auch im Guten Buch in Artern erhältlich. Der Preis beträgt 7,00 Euro. – Interessenten können gern ab sofort telefonisch (03466 / 320139) oder per Email reservieren. Der postalische Versand mit Rechnungslegung von vorbestellten Broschüren an auswärtige Besteller erfolgt ab der dritten Adventswoche 2018, dann zzgl. Porto und Verpackung (ca. 2,00 Euro. Großbestellungen von Einzelpersonen bzw. von Händlern oder Wiederverkäufern werden nicht berücksichtigt! Die letzte Auflage der „Kyffhäuser-Kleinbahn“ in deren hundertsten Jubiläumsjahr 2016 war binnen nur einer Woche komplett ausverkauft!


Vortrag Ortsnamen

Dienstag, 6. November 2018

Die Historische Kommission für Sachsen-Anhalt und der Geschichtsverein Sangerhausen luden bereits vor einiger Zeit zu einem interessanten regionalgeschichtlichen Vortrag in die romanische Ulrichkirche ein. Unter der Thematik „Die Siedlungsnamen in den ehemaligen Kreisen Sangerhausen und Quedlinburg“ stellte Kristin Loga, Stipendiatin des Dietrich-Moderarck-Stipendienprogramms der Historischen Kommission, Auszüge ihrer Forschungen vor und erläuterte anhand von sieben relevanten Namen aus der südlichen und nördlichen Harzregion deren mutmaßliche Herkunft bzw. deren Bedeutung: Sangerhausen, Kieselhausen (Wüstung bie Sangerhausen), Gonna, Tilleda, Asmusstedt (früher Asemersleben und Rieder). Die Referentin erläuterte: Die Ortsnamenkunde liefert im Zusammenspiel mit der Geschichtswissenschaft, der Archäologie sowie historischen Hilfswissenschaften wichtige Hinweise zu Fragen von Besiedlungskontinuität und Siedlungsgeschichte. Im vorliegenden Dissertationsprojekt werden sämtliche rezenten und wüsten Siedlungsnamen der beiden vormaligen Landkreise Sangerhausen und Quedlinburg sprachgeschichtlich untersucht, um ein historisches Ortsnamenbuch zu begründen. Derzeit finden sich in ihrer Sammlung 269 Ortsnamen. Bemerkenswert ist dabei die Anzahl der Wüstungen, die mit 169 jene der bis heute existenten Siedlungen bei weitem übertreffen. – Unter den rund vierzig Besuchern weilte auch eine Koryphäe der Namensforschung: Prof. Jürgen Udolph, emeritierter Professor an der Universität Leipzig und zugleich „Doktor-Vater“ der Referentin. Unser Bild zeigt den bekannten Forscher (Mitte) mit Kristin Loga sowie Heinz Noack vom Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue im Gespräch. Kristin Logas Projekt bzw. Dissertation an der Universität Leipzig trägt den Arbeitstitel „Ortsnamen im Ostharz. Eine onomastische Untersuchung rezenter und wüst gefallener Siedlungsnamen der ehemaligen Kreise Sangerhausen und Quedlinburg“. Nach Abschluss der Arbeiten hierzu dürfte eine wichtige sprachhistorische Darlegung vorliegen, die auch und insbesondere in der regionalen Heimatforschung Interesse finden sollte. – Allerdings wurden im Vortrag auch die Grenzen sprachwissenschaftlichen Analysen aufgezeigt. Aufgrund des hohen Altes bzw. fehlender weiterer urkundliche Belege sind nämlich eindeutige Erklärungen von Ortsnamen oft nicht mehr möglich. Dann muss rekonstruiert und oftmals spekuliert werden bzw. es wird zur wissenschaftlichen „Glaubenssache“, welcher Deutung der Namenserklärung man den Vorrang gibt bzw. welche man ablehnt. – Hingegen eindeutig  und sehr besucherfreundlich, besonders zum Nachlesen daheim, war die Ausgabe von Handzetteln mit hunderten chronologischen Quellennachweisen für oben genannten Ortsnamen. Bei Interesse kann diese neunseitige Aufstellung vom Heimatverein ARATORA kostenfrei angefordert werden.


Kartenhäuschen

Freitag, 2. November 2018

Für manche mag es lediglich eine lädierte Bretterbude sein, bestenfalls als Brennstoffquelle geeignet, für andere ist es Eisenbahn-Nostalgie pur: ein altes Holzhäuschen vom Bahnhof Artern (unser Bild). So unscheinbar und provisorisch dieses auch scheint, es hatte früher eine wichtige Funktion zu erfüllen: Passagiere, die im Bahnhof ihre Fahrkarten erworben hatten, konnten nämlich nur bis zu einem etwa hüfthohen „Gartenzaun“ westlich dieses Gebäudes gelangen und mussten dort zunächst warten. Erst wenn ein Schaffner in besagter Holzbude Stellung genommen hatte, wurden von dort aus die Billets kontrolliert und mit der Fahrkartenzange entwertet. Zugleich wurde die Tür zum Bahnsteig und damit zum Zug geöffnet. Danach wurden Bude und „Gartentür“ wieder geschlossen, und der Zug konnte mit den in Artern zugestiegenen Reisenden losfahren. Ein unkontrolliertes Betreten der Bahnsteige war damals also nicht möglich. – Eben dieses Jahrzehnte alte Holzhäuschen als Relikt der lokalen Personenabfertigung der Deutschen Reichsbahn hatte sich tatsächlich bis dato erhalten und wurde am vergangenen Dienstag von privat abgeholt. Sicherlich sieht man dem Zweckbau sein Alter an und war dessen Standort bis jetzt auch nicht unbedingt optimal, doch gerade die hinsichtlich der bereits langen Nutzungsdauer und der generellen Vergänglichkeit seines Baustoffs ist dieser vormalige „Amtsraum“ doch noch relativ gut in Schuss. Nach dem Abtransport durch den städtischen Bauhof ist die Bude zunächst ebendort eingelagert. In absehbarer Zeit soll entschieden werden, was künftig mit dem kaum einen Quadratmeter großen und knapp zwei Meter hohen Teil geschehen soll. Wenn möglich, soll dieses Überbleibsel der DDR-Verkehrsgeschichte natürlich erhalten bleiben. Hierzu muss es jedoch in fachmännische Hand gegeben werden. Ein pensionierter Tischler oder ein Amateurhandwerker mit entsprechenden Ambitionen könnte sich am Erhalt bzw. der Wiederherstellung versuchen. Interessierte mögen sich bitte beim Heimatverein ARATORA (Tel. 03466 / 320139) melden. Als Optionen nach der Wiederherstellung kämen der Verbleib und die öffentliche Präsentation in Artern infrage oder aber die Überführung in eine eisenbahnaffine bzw. museale Einrichtung unserer Region.


Zufa Oberröblingen

Dienstag, 30. Oktober 2018

Wenn der Heimatverein Oberröblingen/H. zum allherbstlichen Heimatabend einlädt, wird es erfahrungsgemäß zeitlich lang. So wiederum geschehen am vergangenen Sonnabend im dortigen Ratskeller, wo unter den rund fünfzig Besuchern auch Geschichtsfreunde aus Sangerhausen, der Goldenen Aue und Artern weilten. Zunächst referierte Ortschronist Hartmut Müller faktenreich über die Geschichte des Schlösschens, des Rittergutes und der Mühle in Oberröblingen. Kriminell wurde es anschließend mit dem Vortrag von Hans Wagner, der sich einer Reihe von Diebstählen in Eisenbahnen annahm, die einige Oberröblinger 1906 durchführten. Nach der Pause ging es musikalisch zu. Kein Wunder, wenn Götz Schneegaß, vormals Leiter der Musikschule Sangerhausen (damals mit Artern), ein Thema aus der Geschichte aufgreift: Diesmal berichtete er aus Vergangenheit und Gegenwart des weithin bekannten Blasorchesters der FFW Oberröblingen, gegründet 1971. Der Clou des Abends aber war eine rund viertelstündige filmische Dokumentation der letzten Kampagne der Zuckerfabrik in Oberröblingen (unser Bild, Foto: Frank Laffin, Oldisleben) mit Wiedergabe der Rübenannahme, des Rübenkellers, des Steinefängers, der Wäsche und der Schneidemaschinen, auch der ZUP-Extraktionsanlage und Trocknung. Weiteres Videomaterial harrt noch der Aufarbeitung und soll möglichst im kommenden Jahr präsentiert werden. – Aus publizistischer Sicht stand die neueste Ausgabe des Oberröblinger Jahrbuches, in der fortlaufenden Zählung für das Jahr 2017, im Mittelpunkt des Interesses. Darin wiederum zahlreiche Artikel, Geschichten, Sagen und Bilder aus der Ortsgeschichte sowie zwei der zuvor präsentierten Vorträge. Im Nachgang der Veranstaltung wurde dem Heimatverein ARATORA noch eine 180seitige unveröffentlichte Dokumentation zur Geschichte, Technik und Technologie der Zuckerfabrik Oberröblingen zwischen 1871 bis 1991, verfasst von einem vormaligen Betriebsingenieur, leihweise überlassen. Für die Besucher aus Artern wurde der diesjährige Heimatabend in Oberröblingen zu einer wiederum angenehmen und lehrreichen Veranstaltung mit erneuter Eruierung von wichtigem geschichtlichem Material. Danke dafür an die Heimatfreunde an der Große Helme!


Hotel Weinberg 1962

Freitag, 26. Oktober 2018

Ein Anruf aus Berlin am Freitag letzter Woche „versüßte“ das vergangene Wochenende, denn im Nachlass seines vormals in Artern beheimatet gewesenen Vaters hatte der in der Hauptstadt wohnhafte Sohn insgesamt 41 Fotos aus den Endfünfzigern und beginnenden 1960er Jahren entdeckt und befunden, dass diese zu schade wären, entsorgt zu werden. Deshalb suchte er die Homepage des Heimatvereins ARATORA auf und rief in Artern an. Nach einem sehr angenehmen Telefonat wurde vereinbart, dass die privaten Aufnahmen den Weg hierher zurückfinden sollen. Bereits am Montag lag ein Brief mit eben diesen Bildern im Briefkasten. Die erste Sichtung offenbarte u. a. folgendes: Unstrut-Motive von der Reinsdorfer Straße aus, Dämme, Ufer und Kleingärten am Fluss, Mühlgraben, Flussschwimmbad, vom Hochwasser überschwemmte Gleise der Kyffhäuser-Kleinbahn, auch das Badehaus im Salinepark, weiterhin Ansichten vom Weinberg mit Pionierhaus, Weinberg-Gaststätte (unser Bild von 1962), Obstplantagen am Westhang, Schillerstraße, Goetheplatz sowie Blicke auf die Stadt Artern und nicht zuletzt Fotos von Einschulungen, Kindertagen und Demonstrationen zum 1. Mai. Als regionale „Zugaben“ lagen Aufnahmen vom Kyffhäuser, der Barbarossa-Höhle, von der Hainleite und aus Bad Frankenhausen bei. Nachdem die Bilder hochauflösend gescannt worden waren, zeigte sich dann noch das eine oder andere interessante historische Detail aus der Stadtgeschichte. Alles in allem fand eine für Amateuraufnahmen sehr ansprechende DDR-zeitliche Bildersammlung den Weg zurück, die sich zu großen Teilen sehr gut z. B. im Arterner (N)Ostalgie-Kalender für 2021 verarbeiten ließe (2020 ist thematisch bereits verplant). – Neben der erfreulichen Tatsache, dass damit wiederum einmalige Aufnahmen vor der endgültigen Entsorgung gerettet worden sind, steht dieser Fall inzwischen exemplarisch für eine ganze Reihe ähnlicher Vorkommnisse in jüngerer Zeit, in deren Verlauf alte Bilder, Unterlagen und Akten aus Artern und Umgebung gesichert worden konnten. Dieser Trend zeigt, dass sich erfreulicherweise mehr und mehr die Erkenntnis durchsetzt, altes Material nicht achtlos wegzuwerfen, sondern dort abzugeben, wo dieses bewahrt, bearbeitet, teils öffentlich gezeigt und ggf. auch publiziert wird!


Heinz Noack

Dienstag, 23. Oktober 2018

Breitungen: Der Name dieses Dorfes im schönen Südharz dürfte vor allem bei ehemaligen Beschäftigten der Kyffhäuserhütte Artern so manche Assoziationen an Urlaubswochen in werkseigenen Bungalows oberhalb des Waldbades wecken. Am vergangenen Freitag standen ebendort aber keine Träumereien über verflossene Ferienzeiten auf dem Programm, vielmehr handfeste, ja sogar steinharte Objekte! Denn während der Jahre 2012 bis 2018 wurde von einigen Mitgliedern des befreundeten Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue umfangreiche Feldarbeit geleistet, die zur Grundlage eines Buches geworden ist, das sich nun als „Historische Grenzsteine in den ehemaligen Fürstlich Schwarzburg-Rudolstädter Forstdistrikten Borntalsberg, Kleine Maaße und Eichenleite bei Breitungen“ manifestiert hat. Dafür sind Erfassungen von Grenzstein-Standorten, Eruierung ehemaliger Grenzverläufe und Recherchen in Akten vorgenommen worden. In der Folge konnten von vormals knapp 400 gesetzten Grenzsteinen noch 234 dieser Denkmale nachgewiesen werden. – Zur Buchpräsentation fuhr auch eine kleine Delegation aus Artern ins altehrwürdige Gasthaus „Zum grünen Zweig“, wohin der Breitunger Heimatverein, das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz sowie der Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue eingeladen hatten. Der Saal der schmucken Gaststätte war mit rund fünfzig erwartungsfrohen Besuchern gut gefüllt (unter diesen Olaf Kürbis, zuständiger Gebietsreferent des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie in Halle/S. und Frank Störzner als thüringischer Spezialist für Kleindenkmale), als Autor Heinz Noack aus Bennungen, langjähriger Heimatforscher und Bodendenkmalpfleger, das Wort ergriff. Er berichtete von zahllosen Besuchen in den Wäldern um Breitungen, Gesprächen mit Förstern, Heimatfreunden und Einwohnern sowie von umfangreichen Recherchen, u. a. im Staatsarchiv Rudolstadt. Nicht selten musste bei der Geländearbeit Buschwerk entfernt und der Spaten angesetzt werden, um Grenzsteine auszuheben und deren Beschriftung zu ermitteln. Die so ermittelten Zeitzeugen des 18. und 19. Jahrhundert wurden dann fotografiert, gezeichnet, vermessen und ihre heutige Position digital vermerkt. Trotz des nun vorliegenden Inventariums bleiben aber noch immer genügend Fragen offen – aus der Vergangenheit der Steine bis hin zu deren Einstufung und Behandlung in der Gegenwart sowie Möglichkeiten der Erhaltung dieser Denkmale. – Resümee: Das 392 Seiten, 962 Fotos und 703 Zeichnungen beinhaltende Werk „Historische Grenzsteine in den ehemaligen Fürstlich Schwarzburg-Rudolstädter Forstdistrikten Borntalsberg, Kleine Maaße und Eichenleite bei Breitungen“ dürfte Maßstäbe in der regionalen Erforschung, Darstellung und Beschreibung derartiger Kleindenkmale setzen. Glückwunsch an den Verfasser und seine Mitstreiter für deren unschätzbare Arbeit bzw. für ein optisch wie inhaltlich sehr ansprechendes Buch. Die damit begonnene Reihe „Zwischen Harz und Kyffhäuser. Heimatkundliche Schriften für das Gebiet des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz“ lässt demnach auf weitere interessante Veröffentlichungen aus der regionalen Geschichte hoffen! – Unser Bild zeigt Autor Heinz Noack während der Buchvorstellung in Breitungen, hier bei Erläuterungen anhand einer Landkarte.


Dekanei

Freitag, 19. Oktober 2018

Während der Abrissarbeiten des Hauses Fräuleinstraße 20 zu Anfang vorigen Monats kam in Gesprächen mit Anwohnern und Schaulustigen auch immer wieder das zuvor auf dem Schulgelände befindlich gewesene Fräuleingut zur Sprache (das nicht, wie mitunter angenommen, auf dem Grundstück der Fräuleinstraße 17 zu finden ist). Nachstehender Text von 1894 sowie beigefügte Skizze von Gustav Poppe sollen hierüber etwas Aufklärung bringen. Demnach befindet sich auf der Zeichnung links die Marienkirche (hier nicht sichtbar) und rechts an der Richtungsangabe „West“ die Fräuleinstraße, unten ist die Kirchstraße und oben die Herrnstraße. Das Kürzel mit dem Buchstaben c links markiert die alte Dekanei (Superintendentur), deren Revier bis dd hinreichte. Darunter als e ist das in den 1880er Jahren erbaute Schulhaus aus roten Klinkern zu erkennen. Der Buchstabe f markiert das frühere „Revier des Trebra’schen, später Fräuleinguts, jetzt auch das Gerichtshaus einschließend“. Der Bereich g, wo der 1977 erbaute DDR-Schulneubau steht, war das „frühere Amtshausrevier bis ca. 1810, dann Esbachs, jetzt (1894) Karoussellbesitzer H. Scherbe’s Haus. 1589 heißt es „das kleine Vorwerk“ im gräfl. Besitze“. Der Buchstabe h befindet sich dort, wo 1835 die seit Jahren leerstehende Bürgerschule westlich der Marienkirche errichtet worden war. Der hohe Anbau mit Wetterfahne von 1905 westlich vom roten Schulhaus sowie das oben angesprochene, kürzlich abgerissene Eckhaus sind auf der Zeichnung nicht vermerkt, da diese Gebäude ein Jahrzehnt jünger als die hier wiedergegebene Zeichnung sind.


Stadtarchäologie Einbeck

Dienstag, 16. Oktober 2018

Petrus meinte es am vergangenen Wochenende besonders gut, als eine Delegation des Heimatvereins ARATORA auf Einladung des Einbecker Geschichtsvereins in der niedersächsischen Partnerstadt weilte. Dafür hatten die Geschichtsfreunde dort interessante und historisch bedeutsame Ziele ausgewählt. Am Treffpunkt in der Innenstadt Einbecks angekommen, führte die gemeinsame Fahrt zunächst ins Jagdschloss Rotenkirchen, südlich der Bier- und Fachwerkstadt gelegen. Als fachkundiger Führer erwies sich Dr. Thomas Kellmann vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, der den gesamten Vormittag sehr sach- und fachkundig der Geschichte und Baugeschichte dieses kulturhistorisch bedeutsamen Objekts unterhalb der Burg Grubenhagen widmete. Zum Schloss gehörte auch große Domäne, eine Fasanerie und ein Park, weiterhin ein auswärtigen eine im schweizerischen Stil errichtete „Schweizerei“ im Wald. – Nach dem Mittagessen mit Blick auf das sonnenüberflutete Tal der Leine ging die Fahrt zeitlich ins Mittelalter. Der beabsichtigte Besuch der Ausgrabungen der Töpferei- und Siedlungswüstung Kugenhusen bei Einbeck konnte infolge vorfristiger Beendigung der dortigen archäologischen Untersuchungen aber leider nicht stattfinden. Stattdessen lud Stadtarchäologe Markus Wehmer ins Depot der Stadtarchäologie Einbeck ein, wo er Einblicke in die zahlreichen Funde aus Stadt und Flur gewährte. Besonders diese Station unseres Besuchs war nachhaltig, weil Besucher bekanntlich nicht allzu oft Zutritt in die „Asservatenkammern“ haben. Unser Bild zeigt Marks Wehmer mit dem Schädel eines Einbeckers aus dem 18. Jahrhunderts. Im Biergarten des stilecht hergerichteten Café- Bistro Panaché klang dann für die rund zwanzig Teilnehmer ein abwechslungsreicher und sonnig-warmer Herbsttag in der Partnerstadt aus. Im nächsten Jahr, wenn die Einbecker nach Thüringen kommen, könnte die museale Zuckerfabrik Oldisleben als potentieller Weltkulturerbe-Kandidat das gemeinsame Besuchsziel sein; dann mit dem zeitlichen Maximalprogramm einer Führung. Immerhin war auch die Gegend um Einbeck einst Anbaugebiet von Zuckerrüben, sodass agronomische, technische und technologische Bezüge herzustellen kein Problem ist.


Skizze Schönfeld

Freitag, 12. Oktober 2018

Aufgrund einer 1817 von Heinrich Knebusch (späterer Wege- bzw. Baukondukteur im Regierungsbezirk Merseburg) gezeichneten Karte, die Lage der Häuser und Gehöfte sowie die Flur Schönfeld mit der Unstrut und dem damaligen Wegenetz darstellend, möchte unser Vereinsmitglied Dr. Axel Römer aus Pulheim (NRW) vor allem die Bewohner dieses Dorfes animieren, ihm diesbezüglich historisch relevante Informationen mitzuteilen oder alte Bilder bereitzustellen. Hierzu sollen im Dorf Kopien besagter Karte verteilt werden. Im Einzelnen geht es um familien-, häuser- und grundstücksgeschichtliche Details, denn auf Basis der Karte sowie weiterer historischer Unterlagen und Daten soll versucht werden, eine möglichst lückenlose Geschichte der Häuser Schönfelds und deren Bewohner zu erstellen. Angesprochene Karte von 1817 ist betitelt mit „II. Brouillon von den in der Schönfelder Fluhr belegenen zum Königlichen DomainenAmte Artern gehörenden Ländereien“, wobei als Brouillon solche Karten bezeichnet worden sind, die im Vorfeld der Separation (Feldneueinteilung zur Abschaffung der Dreifelderwirtschaft) angefertigt worden sind. Interessant für die Flurnamenforschung sind nebenbei die dort eingezeichneten Benennungen von Äckern. – Die überschaubare Anzahl der Grundstücke und Gebäude in Schönfeld wird hoffentlich die avisierte Arbeit erleichtern, wiewohl sich bereits frühere Heimatforscher grundlegend über die Bebauung, Wohnverhältnisse sowie die Altbewohner mitgeteilt haben (Schäffer, Poppe u. a.). Gesucht werden im aktuellen Projekt sämtliche Daten über frühere Bewohner, Neu-, Um- und Ausbauten auf den Grundstücken bzw. weitere relevante Informationen. Gern übermittelt der Heimatverein ARATORA die erbetenen historischen Angaben an den Verfasser, der bereits an einer ähnlichen Aufstellung für die Stadt Artern tätig ist, nämlich die Häuserzeile zwischen der ehemaligen Bäckerei Braune am „Pfützenplatz“ und dem vormaligen Uhrengeschäft Ziehme in der Leipziger Straße betreffend. Auch über diesen Abschnitt werden noch Daten über vormalige Bewohner sowie Informationen zur Häusergeschichte gesucht. – Unsere hier abgebildete Skizze zeigt eine weitere Darstellung der baulichen Situation von Schönfeld, basierend auf Mitteilungen von Chronist Gottfried Schäffer von 1830.