Artern

Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)

Krongarten

Dienstag, 17. September 2019

Als vor über fünfzig Jahren im Vorfeld der Errichtung des Kultur- und Versorgungszentrums „25 Jahrestag der DDR“ mit Saal (1968/69) sowie der beiden Kaufhallen die damals dort befindlich gewesenen Gebäude und Nebengelasse im Kronengarten abgebaggert wurden, verschwand zugleich eine alte Wohngegend zwischen der Neu- und Altstadt in Artern (unser Bild). Die namengebende Gaststätte „Zur Krone war bereits wegen der Errichtung des Hotelneubaus in der Alten Poststraße von 1964 abgerissen worden. – Aus der Geschichte der ehemaligen Bewohner sowie der Baulichkeiten des Kronengartens soll nunmehr in einer Broschüre berichtet werden, zu deren Erstellung sich Mitglieder des Heimatvereins ARATORA kürzlich entschlossen haben. Initialzündung hierfür war die Bereitstellung von dutzenden historischen Fotos vom Kronengarten aus Privatbesitz! Die Verfasser streben mit der avisierten Veröffentlichung eine Dokumentation an, die schlaglichtartig aus der Vergangenheit des Kronengartens, des Hotels „Zur Krone“ sowie des nächsten Umfeldes berichtet. Hierzu sollen Informationen aus Archivalien und Zeitungen sowie Berichten und Bildern von Zeitzeugen zurate gezogen werden. Trotzdem bereits Archiv- und Fotomaterial zur Auswertung und Verarbeitung vorliegt, möchten die Autoren sehr gern weitere historische Unterlagen, Abbildungen und Zeitzeugenberichte in ihr Manuskript einfließen lassen. Besonders vormalige Bewohner des Kronengartens und dessen nächster Umgebung (Leipziger, Neue und Alte Poststraße) werden herzlich um Mithilfe durch Leihgaben von Fotos, Mitteilung von mündlichen Informationen oder Erstellung von Erlebnisberichten gebeten.


Hausbesitzer 1922

Dienstag, 10. September 2019

Eine neunzehnteilige Fortsetzungsreihe, trotz leider fehlender Datierung und Quellenangabe, leistet seit kurzer Zeit hinsichtlich der historischen Personen- und Häuserforschung in Artern ganz hervorragende Dienste! Verfasser dieser Abhandlung mit dem Titel „Arterner Hausbesitzer des 19. und 20. Jahrhunderts von 1850 bis 1922“, die in der Arterner Zeitung oder dem Arterner Anzeiger erschienen sein muss, ist der damals bereits im Rentenstand befindlich gewesene Otto Röder, zuvor Friseur in der Leipziger Straße. In akribischer Kleinarbeit hatte der rüstige Barbier die damals bewohnten Häuser und deren Besitzer im Jahre 1922 sowie in der Zeit davor erfasst und veröffentlicht. Teilweise konnten so von Röder bis zu fünf oder sogar sechs vormalige Besitzer ermittelt werden. Wichtig ist außerdem, dass die Berufe eben dieser Personen mit angegeben worden sind. Deshalb wissen wir jetzt z. B., dass auf dem Salzdamm einst eine Kartenlegerin und ein Nachtwächter wohnten, in der Neuen Straße ein Karussellbesitzer und dass sich in der Krummen Straße einst eine Wasch- und Plättanstalt befand. – Zum Schluss waren es etliche hundert Häuser, deren ermittelte vormalige Eigentümer durch Otto Röders Arbeit nun der städtischen Geschichtsforschung zur Verfügung stehen. Seine Recherchen wollte dieser explizit „Der Aratora gewidmet“ sehen, was einer Würdigung des 1911 gegründeten, gleichnamigen Heimatvereins und dessen Spiritus Rector Ewald Engelhardt gleichkommt! Aber auch der 1990 neugegründete Heimatverein ARATORA ist dem alten Friseurmeister zu großem Dank verpflichtet, können doch aufgrund seiner Forschungen vor knapp hundert Jahren nun weitere verbindliche Aussagen zur Stadtgeschichte gemacht werden. Das ist umso interessanter, als seither nicht wenige alte Häuser abgerissen bzw. neue auf diesen Grundstücken errichtet worden sind. – Wer also Interesse hat, von wem früher sein oder ein anderes Haus in Artern bewohnt worden ist, um möglichst selbst weiterzuforschen, bekommt auf Anfrage gern Auskunft! Unser Bild zeigt einen Ausschnitt aus Otto Röders Veröffentlichung, hier die Fräuleinstraße betreffend. - Zuletzt noch eine kurze Retrospektive auf unsere kleine, wenngleich sehr erfolgreiche Veranstaltung am vergangenen Sonnabend anlässlich des Tages des offenen Denkmals. Zur Bilderpräsentation mit über 200 historischen Aufnahmen aus Artern, zumeist aus privaten Fotoalben, kamen mehr als 40 Besucher in den Gemeinderaum der St. Marienkirche! In einer urgemütlichen Runde und bei bester Stimmung wurden viele alte Erinnerungen aufgefrischt und Informationen ausgetauscht. Nicht zuletzt konnte der Fonds zur Orgelsanierung von diesem regen Interesse profitieren – über 250 Euro kamen diesmal zusammen. Vielen herzlichen Dank dafür!


TdoD

Dienstag, 3. September 2019

Anlässlich des Tages des offenen Denkmals lädt der Heimatverein ARATORA herzlich zu einer Präsentation historischer Fotos ein. Dieser Vortrag findet am Sonnabend, 7. September 2019 um 17.30 Uhr in der Marienkirche statt (nicht Evangelisches Gemeindezentrum in der Harzstraße 16 wie zuvor im Amtsblatt gemeldet). Im Mittelpunkt stehen zahlreiche alte Arterner Aufnahmen aus privaten Sammlungen. Diese Bilder befinden sich in der engeren Auswahl für den derzeit in Arbeit befindlichen Bildband „Historisches Artern“, der im Sommer 2020 aus Anlass des 30. Jubiläums der Neugründung des Heimatvereins ARATORA erscheinen soll. Darin sollen ca. 250 historische Aufnahmen, überwiegend aus den 1920er bis 1980er Jahren, veröffentlicht werden. - Vor dieser Präsentation wird es eine erste kleine Vorstellung von Aufnahmen aus einem spektakulären Dachbodenfund in der Wasserstraße geben, wo zum Beginn dieses Jahres bei Sanierungsarbeiten knapp eintausend Negativfotoplatten mit Porträts von Bewohnern Arterns um 1940 entdeckt wurden. Es wird über diese Auffindung dieses Fundes, dessen Digitalisierung sowie die noch laufende Auswertung und namentliche Zuordnung der Personen auf den Glasplatten berichtet. - Eintritt wird nicht erhoben, hingegen um Spenden zugunsten der Orgel in der Marienkirche gebeten.


Bagger

Freitag, 30. August 2019

Vor drei Tagen, am Morgen des 27. August 2019, rückten Baufahrzeuge in der Wasserstraße an, um den hier kürzlich schon angekündigten Abriss des historischen Wohnhaus Nr. 9 anzugehen. Tags zuvor war bereits dessen Südseite eingerüstet worden. Ein Bagger verrichtete die Hauptarbeit und riss die westliche Front des Hauses nieder; zunächst das Dach und die obere Etage (unser Bild). Oft kam der Wasserschlauch zum Einsatz, um die Staubentwicklung möglichst zu unterbinden, und häufig schlug den Schaulustigen muffiger Geruch aus dem Innern des Bauwerks entgegen. Schwere Holzbalken wurden mittels Greifer des Baggers auf der Straße vor dem Grundstück abgelegt, und immer weiter riss die Maschine mit großer Kraft Teile des Gebäudes, das in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zu datieren ist, heraus. Am Dienstag, kurz vor 13 Uhr, griff sich der Bagger schließlich den rechten Teil des Namensschriftzuges an der Westseite des Hauses, sodass nur noch der „Otto“ von dessen einstigem Besitzer, dem Maschinenhändler Ingenieur Otto Bach, zeugte. – Mit dem Rückbau des bislang die Innenstadt mitprägenden Hauses und Grundstücks, zuvor u. a. Schuhfabrik von Hermann Franke, verschwand erneut ein Gebäude aus der Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs in Artern um 1900. Allerdings offenbarten die Abrissarbeiten überdeutlich, dass das Innere des Wohnhauses nicht in Ansätzen mehr wiederherstellungsfähig war. Denselben katastrophalen Eindruck hinterließen der Hof und die alten Fabrikräume hin zur Alte Poststraße während bereits etwas länger zurückliegenden Begehungen. - Eine Panne einträchtigt allerdings den Abriss seit dem gestrigen Donnerstag, denn eine noch unter Strom stehende Energieleitung hatte Schaden angerichtet. Perspektivisch wird das allerdings nicht die letzte Beeinträchtigung auf der Baustelle sein, denn der gesamte Schutt des abgetragenen Hauses soll nun zusammengeschoben an Ort und Stelle verbleiben! Das Landratsamt hat seine Schuldigkeit getan, ein herrenloses Haus mit Gefährdungspotential abzureißen und der Stadt Artern fehlt das Geld zur Entsorgung von dessen Überbleibseln!


Adressbuch 1925

Dienstag, 27. August 2019

Nach jahrelangem Warten infolge Auslagerung von Archivalien konnte kürzlich eine auch für die Personen- und Familiengeschichte der Stadt Artern wichtige Schrift eruiert werden: das „Adreßbuch für Stadt und Kreis Sangerhausen umfassend die Städte Sangerhausen, Artern, Heringen a. Helme, Kelbra-Kyffh., Roßla a. Harz und Stolberg mit Gutsbezirken“ (unser Bild). Dieses Buch lag in der um Zusendung von Abzügen gebetenen Bibliothek allerdings auch nicht mehr im Original vor, daher mussten die erbetenen Kopien von einem Mikrofiche gezogen werden. Aus diesem seltenen, 1925 in Sangerhausen veröffentlichten Werk liegen nunmehr die extrahierten Seiten mit den damaligen Einwohnern bzw. deren Adressen in Artern vor. Mit diesen Auszügen konnte eine bislang klaffende Lücke offizieller Einwohnerbücher zwischen 1906 und 1930 geschlossen werden. Diese zeitliche Differenz von bislang 24 Jahren verringert sich damit auf nur noch 19 Jahre. Aus der Zwischenzeit um den Ersten Weltkrieg ist eher nicht mit einem weiteren (bislang unbekannten?) Adressbuch zu rechnen. – Die jetzt vorliegenden Datensammlung ist ein weiteres wichtiges personen- und familiengeschichtliches Hilfsinstrument und umfasst 21 Druckseiten (zzgl. Titelblatt) mit Namen und Anschriften in alphabetischer Reihenfolge plus Berufen der darin statistisch erfassten Personen. Besonderheit ist, dass der „Gutsbezirk Saline Artern“ und dessen Bewohner separat ausgewiesen ist, d. h. die dort Wohnhaften und sämtlich in der Saline Tätigen brauchen nicht mühselig aus dem Gesamtwerk ermittelt werden. Ebenfalls gesondert ausgewiesen sind die Mitarbeiter der kommunalen Behörden sowie die Mitglieder des Stadtrates, damals zusammengesetzt aus Vertretern der SPD, der Wirtschaftsliste und der KPD. Als historisches Detail seien abschließend die damaligen Sprechstunden im Rathaus mitgeteilt: „im Sommerhalbjahr von 7-12 Uhr, im Winterhalbjahr von 8-12 Uhr“. Von dieser knappen Zeitregelung ausgenommen war pikanterweise die Stadthauptkasse; der Geldverkehr durfte sich demnach in einem größeren Zeitraum abspielen.


Bergwerk Borxleben

Dienstag, 20. August 2019

Nach zeitlich aufwendigen Recherchen und umfangreichen Quellenstudien in gedruckt vorliegenden Werken waren es schlussendlich 29 A4-Textseiten, die dieser Tage als Fortsetzung der zweiteiligen Abhandlung „Braunkohlenbergbau am Hutdeckel während des 19. Jahrhunderts - Quellentextliche Beiträge zur Montangeschichte der südöstlichen Goldenen Aue“ fertiggestellt worden sind. Die Veröffentlichung dieses Kompendiums in der vierten Ausgabe der „Heimatblätter“ des Heimat- und Geschichtsvereins Goldene Aue ist für Anfang des nächsten Jahres geplant; der erste Teil war im Januar 2019 ebendort erschienen. - Im zweiten Abschnitt dieses Berichts standen die Jahre zwischen 1856 und 1906 im Fokus montangeschichtlicher Forschungen, wobei erneut Dutzende Quellentexte ermittelt wurden, die teils detailliert Licht auf den Altbergbau zwischen Voigstedt, Edersleben, Borxleben und Kachstedt (sog. Arterner Hochscholle) werfen. Unter anderen wird über den Umfang des Abbaus bzw. die jährliche Förderzahlen berichtet, auch über Mutungen und neue Teufen, zur wirtschaftlichen Entwicklung der Kohlenwerke, über die Errichtung einer Pferdebahn in die Saline Artern, zu geologischen Expertisen, Beschreibungen von Betriebsabläufen im heimischen Bergbau, Unfälle beim Abbau usw. - Schwieriger noch als die Eruierung historischer Quellentexte gestaltete sich die Illustrierung mit zeitgenössischen Abbildungen. Aber auch die Suche nach Bildmotiven mit rezenten Hinterlassenschaften der einstigen Gewinnung von Braunkohlen war nicht einfach, da diese oftmals längst mit der Landschaft verschmolzen sind oder schon gar nicht mehr existent waren. Das ergaben Begehungen an den ehemaligen Abbaustellen bei Borxleben, Edersleben, Kachstedt und Voigtstedt. Umso mehr wird hoffentlich der nun erstellte Artikel wieder an den Altbergbau um den Hutdeckel erinnern! - Unser Foto von zeigt die obertägigen Anlagen mit Schornstein der Grube „Zuversicht“, deren Ruinen noch jetzt zwischen Kachstedt und Borxleben auffindbar sind, veröffentlicht um 1910 als Teilbild einer Ansichtskarte.


Kronengarten

Dienstag, 13. August 2019

Im Nachgang der Veröffentlichung unseres neuesten Bildbandes „Damals in Artern“ im vergangenen Juni konnten dem Heimatverein ARATORA kürzlich zwei sehr wichtige Sammlungen Arterner Bilder zugeführt werden: etwa 70 Amateurfotos aus der Mitte der 1940er bis in die frühen 1960er Jahre mit Motiven aus dem Kronengarten, mundartlich gern verschliffen zu "Krongarten"! Dessen monarchisch klingender Name beruht auf der Bezeichnung der damaligen Gaststätte bzw. des späteren Hotels „Zur goldenen Krone“ in der Alten Poststraße. Dort, an der Nahtstelle zwischen Neu- und Altstadt, befand sich zunächst der Freibereich des Gasthofes, später eine kleine Siedlung. Dieser Wohnbereich des Kronengartens wurde jedoch im Vorfeld der Errichtung des Hotelsaales bzw. der beiden Kaufhallen von 1968/69 komplett abgerissen.  – Fotos von dort sind auch deshalb nach wie vor Raritäten! Und nun liegen erstmals in einer größeren Menge Bilder von damaligen Bewohnern sowie den Baulichkeiten vor. Diese weisen zu größeren Teilen im Original nur geringe Ausmaße auf und mussten daher mit hohen Auflösung gescannt werden, um auf dem Bildschirm Details besser erkennen zu können. – Angesprochene Sammlungen schließen in größeren Teilen eine bislang bestehende Lücke von Stadtansichten, hier den südlich des westlichen Teils der Leipziger Straße hin zur Altstadt gelegenen Bereich. Die wiedergegebenen Motive haben hohe geschichtliche, bauhistorische und volkskundliche Bedeutung für unsere Stadtgeschichte. Die schriftliche Reaktion eines befreundeten Heimatforschers, der auch zur Geschichte des Arterner Kronengartens recherchiert, lautet: „Ich bin begeistert! Das sind die ersten Fotos, die ich zu Gesicht bekommen habe, die im Krongarten aufgenommen wurden. Auf diese Bilder und deren Auswertung freue ich mich riesig! Es geschehen doch immer wieder Wunder und Zufälle bei beharrlichem Suchen nach Quellen.“ – Die attraktivsten Aufnahmen aus dem Kronengarten werden voraussichtlich bereits zum Tag des offenen Denkmals gezeigt, wenn vom Heimatverein ARATORA zu einem erneuten Vortrag mit „neuen alten“ Arterner Fotos eingeladen wird! Unser Bild aus einer der beiden angesprochenen Sammlungen zeigt mit einer Ziege spielende Kinder vor dem mutmaßlichen Rest der mittelalterlichen Stadtmauer in der Sackgasse, die damals durch den Kronengarten verlief.


Abrisshaus

Dienstag, 6. August 2019

Nachdem bereits vor einer Woche die Elektrik der Straßenbeleuchtung abgeklemmt worden ist, steht der schon seit längeren avisierte Abriss des Wohnhauses Wasserstraße 9 wohl in absehbarer Zeit bevor, nachdem das seit Jahren schon unbewohnte Gebäude immer mehr zur Gefährdung geworden war (unser Bild). Auf den ersten Blick äußerlich scheinbar noch halbwegs in Schuss, belehrt ein Blick in Richtung der Dächer sowie ins Innere des Baukörpers, der Nebengebäude und des Hofes gewaltige Mängel. Ganze Etagen waren bereits eingestürzt, die Dachdeckung machte sich selbständig und ein heilloses Durcheinander von Bruchwänden, Holzbalken und Schutt war von üppigem Grün umwuchert. - So erinnert fast nichts mehr an die ruhmreiche Vergangenheit dieses Hauses und Grundstücks: Mitte des 19. Jahrhunderts als Gerberei Brambach, dann Schuhfabrik Franke & Heseler bzw. Schuhfabrik Laudel & Häger sowie anschließend Maschinenhandel von Ingenieur Otto Bach, dessen Namenszug noch immer das Haus ziert. Mit dem Abriss der Wasserstraße 9 geht also erneut ein wichtiges bauliches Zeugnis alter Arterner Handwerks- und Industriegeschichte zu Ende. Besonders die dortige Schuhfabrik von Hermann Franke (1851-1924) machte seit 1889 unsere Stadt weit über deren Grenzen hinaus bekannt, auch weil hier produzierte Schuhmodelle mehrfach prämiert worden sind. Franke verfasste zudem ein opulentes Fachbuch mit dem Titel „Die Schuhmacherei“ bzw. später umbenannt in „Der Schuhindustrielle“, publizierte eine Zeitschrift zur Schuhmacherei und bildete viele junge Handwerker im Fachtechnikum Artern aus. Darüber hinaus wirkte er kommunalpolitisch und war u. a. Mitbegründer des hiesigen Elektrizitätswerks. Der Dank für seine Verdienste gipfelte in der Benennung der Hermann-Franke-Straße. Somit bleibt das Andenken an diesen Pionier der industriellen Schuhherstellung weiterhin bestehen, auch wenn dessen Haus der Bausicherung obliegt und damit der Abrissbirne zum Opfer fällt. Potentiell archäologisch und stadtgeschichtlich interessant dürften nach dem kompletten Rückbau die dann zutage tretenden Keller sein, deren Alter möglicherweise bis in die frühe Neuzeit zurückreicht.


200 Jahre PPS

Dienstag, 30. Juli 2018

Als Band 66 der „Beiträge zur Regional- und Landeskultur Sachsen-Anhalts“ liegt das Buch „1815-2015 – 200 Jahre Preußische Provinz Sachsen”, herausgegeben von Konrad Breitenborn und Kathrin Pöge-Alder für den Landesheimatbund Sachsen-Anhalt, vor (unser Bild). Es handelt sich um eine Sammlung von Tagungsbeiträgen, die im Rahmen einer hochkarätigen Veranstaltung in Sangerhausen vor vier Jahren, zu dem u. a. auch Vertreter aus Artern anwesend waren, gehalten wurden und die nun in Buchform erschienen sind. Ein Exemplar wurde kürzlich in der Jacobi-Kirche in Sangerhausen von Helmut Loth, Vorsitzender des dortigen Geschichtsvereins, an den Heimatverein ARATORA überreicht. – Zu dieser Veröffentlichung teilen die Herausgeber mit: „Die Preußische Provinz Sachsen entstand 1815 im Ergebnis des Wiener Kongresses, als nach der Niederlage Napoleons die Siegermächte die Landkarte Europas neu gestalteten. Dabei büßte der König von Sachsen als Verbündeter Napoleons nahezu die Hälfte seines Landes ein, die künftig Teil der neugebildeten Preußischen Provinz Sachsen wurde. Aus den bisherigen sächsischen wurden preußische Untertanen, die integriert werden sollten, sich aber nicht selten als „Mußpreußen“ fühlten. – Zu den sächsischen Gebieten, die sich der preußische Staat einverleibte, zählte auch die Stadt Sangerhausen. Hier veranstaltete der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. gemeinsam mit dem Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung e.V. aus Anlass des 200. Jahrestages der Gründung dieser neuen preußischen Provinz eine interdisziplinäre Tagung. Sie befasste sich mit kulturellen und wirtschaftlichen Folgen der politisch-territorialen Neuordnung des mitteldeutschen Raumes. Im Fokus des wissenschaftlichen Interesses standen die in diesem Band veröffentlichten Beiträge zu den historischen Verläufen, zur Entwicklung des Verkehrs- und Bildungswesens, zu Identitätsproblemen und den Landwehrverbänden der neuen Provinz sowie über das preußische Rheinland, zur jüdischen Emanzipation und über die Anfänge der Männergesangsbewegung.“ – Auch für Artern ist diese landesgeschichtliche Publikation von Bedeutung, war doch die Stadt 1816 dem damals neugebildeten preußischen Kreis Sangerhausen und damit der Preußischen Provinz Sachsen zugeordnet worden. Entsprechend können zahlreiche, im Tagungsband angesprochene Themen geradewegs auch auf die Stadtgeschichte Arterns heruntergebrochen werden. – Interessierte können den aus landeskundlicher und regionalgeschichtlicher Sicht empfehlenswerten Band für zehn Euro zzgl. Porto beim Landesheimatbund Sachsen-Anhalt in Halle/S. auf http://lhbsa.de bestellen. Zudem wird gern auch auf die weiteren Publikationen zur Geschichte Mitteldeutschlands auf der angegebenen Homepage hingewiesen.


Schachteln

Dienstag, 23. Juli 2019

Bereits in der letzten Juni-Woche konnte die Digitalisierung einer zu Beginn dieses Jahres entdeckten und im Frühjahr geborgenen Sammlung historischer Negativ-Fotoplatten im Format 9 x 6 Zentimeter vom Dachboden des Wohnhauses Wasserstraße 11 in Artern (vormals Fotograf Max Voigt) beendet werden. Nach Abschluss der Arbeiten wurden insgesamt 1.968 Dateien gezählt (d. h. 984 als Negative und 984 als relevante Positive), zusammen sind das 15,8 Gigabyte Datenmaterial bzw. über 88 laufende Meter gescannter Originalplatten! Hinzu kommen noch über sechs Dutzend Verpackungsschachteln, die aufgrund ihres schlechten Erhaltungszustandes aber lediglich fotografisch erfasst worden sind (unser Bild). – In mehreren Etappen erfolgt nun die Aufarbeitung dieses einmaligen Fundes nach personenkundlichen und genealogischen sowie (para)militärischen Gesichtspunkten. Bild für Bild werden die Dargestellten zunächst in Zivilisten und Uniformierte unterschieden, danach die der Uniformen zugehörigen Organisationen ermittelt sowie die Orden, Ehrenzeichen und Abzeichen bei Zivilisten als auch Uniformträgern erfasst. Gleichzeitig findet die Entzifferung der Namen als Schwerpunkt der Erfassung statt, bei der zunächst zwischen eindeutig lesbaren und zweifelhaften Namen unterschieden werden muss. Zuletzt wird ein Abgleich dieser Familiennamen mit den Arterner Adressbüchern der Jahre 1930 und 1939/40 vorgenommen. All diese Daten werden detailliert in Tabellen erfasst. – Angesprochene Arbeiten werden sicherlich bis in den Herbst andauern, ehe von deren (vorläufigem) Abschluss gesprochen werden kann. Eine Kostprobe der bis dahin absolvierten Analysen könnte aber schon zum Tag des offenen Denkmals 2019 öffentlich präsentiert werden, ehe im geplanten Hauptvortrag „neue“ historische Bilder aus Artern vorgestellt werden, die während der vergangenen Quartale den Weg zum Heimatverein ARATORA gefunden haben. Näheres hierzu später!


Kindergarten Saline

Dienstag, 16. Juli 2019

Die erfreuliche Nachfrage am aktuellen Bildband „Damals in Artern“ wird wohl perspektivisch das nächste Buch in dieser Reihe ermöglichen. Unter dem vorläufigen Titel „Historisches Artern – Ein Konvolut aus privaten Fotoalben und der Bildersammlung des Heimatvereins ARATORA“ ist deshalb dieser Tage die Arbeit zum mittlerweile vierten Bildband mit Fotografien aus der Vergangenheit unserer Stadt aufgenommen worden, dessen Erscheinen im Sommer nächsten Jahres vollzogen werden soll. Allerdings wird dieses Buch augenscheinlich anders! Und das aus gegebenem Grund, denn 2020 jährt sich die Neugründung des Heimatvereins ARATORA zum 30. Male. Deshalb wird der Umfang besagter Publikation verdoppelt und sich somit auf 256 Seiten bzw. rund 250 Abbildungen aus der Stadtgeschichte belaufen! – Diese Fotos rekrutieren sich aus mehreren mittelgroßen und kleineren Sammlungen sowie diversen Einzelbelegen, die uns in den vergangenen Quartalen bzw. ein bis zwei Jahren als Schenkung oder Leihgabe überlassen worden sind. In der Mehrzahl stammen diese Bilddokumente aus den 1920er bis 1980er Jahren, unser Foto hier zeigt den Kindergarten an der Saline zu DDR-Zeiten. Trotz der Fülle an vorliegenden, meist noch nie oder kaum veröffentlichten Bildern möchte der Herausgeber in 2020 gern weitere historische Fotos aus privaten Quellen veröffentlichen, die noch in überwiegend Arterner Familien vermutet werden. Um deren kurzzeitige leihweise Herausgabe wird deshalb sehr herzlich gebeten! Wie gehabt, wird jeder Spender namentlich im neuen Buch benannt. In diesem Zusammenhang sind allein die letzten Wochen zwei schöne Fotoalben mit Arterner Aufnahmen aus frühen DDR-Tagen (u. a. Errichtung der AWG-Blöcke, Spaziergänge auf dem Weinberg und an der Unstrut, in den Bahnhof einfahrender Personenzug der Kyffhäuser-Kleinbahn mit Dampflok) überlassen worden. Hinzu kam eine größere lokale Sammlung, bestehend auf Negativglasplatten!


Südharz und Kyffhäuser

Dienstag, 9. Juli 2019

Im renommierten, auf Veröffentlichungen aus der Naturkunde, Flora, Fauna und Geologie spezialisierten Verlag Quelle & Meyer wird voraussichtlich im Oktober ein Buch veröffentlicht, das hiesige Heimatfreunde, Hobbygeologen, Bergbauhistoriker und Interessierte bereits jetzt aufhorchen lassen sollte. Der Titel des angekündigten Werkes „Südharz und Kyffhäuser: Auf den Spuren der Vorzeit“ (unser Bild) verspricht jedenfalls schon vorab inhaltreichen Lesestoff, wobei die angesprochene Vorzeit in diesen Fall die erdgeschichtliche Vergangenheit meint. Der Verlag lässt vorab vermelden: „Der Harz – unser nördlichstes Mittelgebirge – ist geologisch und landschaftlich unglaublich vielfältig und abwechslungsreich. Während sich die Nordränder von Harz und Kyffhäuser abrupt aus ihrer Umgebung herausheben, geht der Harz im Süden sanfter, manchmal fast unmerklich in sein hügeliges Vorland über. Der Kyffhäuser, manchmal auch als „Kleiner Harz“ bezeichnet, liegt dem Harz südlich gegenüber. In dem vorliegenden Band werden Wanderungen und Aufschlusspunkte vorgeschlagen, die dem natur- und erdgeschichtlich Interessierten einen Eindruck der Geologie dieses Raumes vermitteln sollen. Dazu gehören die gefalteten variszischen Gesteine des Harzes, die vulkanischen Vorkommen im Ilfelder Becken, Zechstein-Abfolgen am Südrand des Harzes und die geologische Situation am Kyffhäuser. Ein eigenes Kapitel ist der Gips-Karst-Landschaft und ihren Erscheinungsformen zwischen Osterode und Mansfeld gewidmet.“ – Wir freuen uns schon jetzt auf dieses aus regionaler Sicht bestimmt sehr interessante Werk, das im Format 190 x 120 mm publiziert wird, 216 Seiten mit rund 100 Abbildungen umfassen und 16,95 Euro kosten soll. Nicht zuletzt soll hiesigen Freunden der Regionalgeschichte sowie regionaler Geologie mitgeteilt werden, dass mit dem in einem Vierteljahr erscheinenden „Südharz und Kyffhäuser – Auf den Spuren der Vorzeit“ die bereits vorliegenden und ebenfalls den Harz geologisch untersuchenden Bücher „Oberharz: Tiefe Gruben und hohe Rücken“, „Nordwestliches Harzvorland: Die Klassische Quadratmeile der Geologie“, „Nördlicher Mittelharz: Geologische Vielfalt rund um den Brocken“ und „Nordwestliches Harzvorland: Die Klassische Quadratmeile der Geologie “ komplettiert werden. Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang das ebenso bei Quelle & Meyer erschienene Buch „Steinreicher Harz: Eine Gesteinskunde für Einsteiger und Fortgeschrittene“ als weiteren Buchtipp für Freunde der Erdgeschichte unserer Umgegend.


Familienforschung2019

Dienstag, 2. Juli 2019

Lange erwartet, liegt seit wenigen Tagen das vom Verein für Computer-Genealogie herausgegebene Magazin "Familienforschung – Ahnenforschung leicht gemacht – Computergenealogie für jedermann" für 2019/2020 vor (unser Bild)! Auf knapp 200 Seiten liefert dieses inhaltlich wie vom Layout her ganz hervorragende Druckerzeugnis für nur 9,80 Euro zzgl. Porto die ideale Einstiegslektüre in die Familienforschung, bietet aber auch fortgeschrittenen Genealogen durchweg wertvolle Informationen. Eine beiliegende DVD enthält zudem Demo- und Shareware-Versionen aktueller deutschsprachiger Genealogie-Programme, weiterhin Vorlagen für Ahnentafeln u.ä. zum Ausdrucken. – Um einen Überblick des Buches geben zu können, folgen nachstehend dessen Hauptkapitel: Grundlagen / Die klassischen Quellen / Recherche im Internet / Ordnen und Aufarbeiten / Sichern und Bewahren / Präsentieren / Hilfreiches / Software von A-Z. In dutzenden Unterkapiteln werden hier detailliert die jeweiligen genealogischen Hauptthemen konkretisiert. Sämtliche Seiten sind teils stark illustriert und mit zahlreichen Hinweisen und Tipps, Links und Weiterführungen aufgestockt. – Es ist eine Freude, in diesem sehr nützlichen Magazin zu blättern und dieses zu studieren, weil der Lesestoff derart zahlreiche Hinweise bietet, die es kennenzulernen bzw. zu beachten gilt; selbiges gilt ebenso für die beigefügte DVD. Interessierte, die das Magazin erwerben möchten, können dies beim Pferdesportverlag Ehlers in Bremen tun: http://www.shop.pferdesportverlag.de. Übrigens wird dort auch die Quartalsschriftschrift „Computer-Genealogie“ herausgegeben, deren Ausgaben auf unserer Homepage schon seit Jahren rezensiert werden. Das neue Buch "Familienforschung - Ahnenforschung leicht gemacht - Computergenealogie für jedermann", kombiniert mit der Vierteljahresschrift „Computer-Genealogie“, sind hervorragende, damit empfehlenswerte (und zugleich äußerst preisgünstige) Medien zur Unterstützung genealogischer Forschungen. Sowohl Anfänger wie auch Fortgeschrittene sollten diese Schrifterzeugnisse des Vereins für Computer-Genealogie regelmäßig lesen!


CG 2-2019

Dienstag, 25. Juni 2019

Das soeben publizierte Heft 2/2019 des Magazins für Familienforschung „Computer-Genealogie“ bietet wie stets abwechslungsreichen Lesestoff sowie zahlreiche Anregungen (unser Bild). Das aktuelle Schwerpunktthema umfasst diesmal Gestaltungsoptionen genealogischer Webseiten, die inhaltlich mit sieben Artikeln behandelt werden. Dieses Textgut stellt eine lehrreiche Hilfe für Familienforscher dar, die ihre Recherche-Ergebnisse gern online stellen möchten, zumal es verschiedenste Möglichkeiten hierzu gibt, so statische bzw. dynamische Seiten oder webbasierte Programme. – Im nächsten Block wird auf die inzwischen „allseits beliebte“ Datenschutz-Grundverordnung eingegangen, weiterhin auf die Online-Sicherung in Daten-Clouds. – Ein mehr als reizvolles Thema folgt dann mit dem Artikel „Schwarz-Weiß-Fotos kolorieren mit einem Klick“, wobei je nach Qualität der benutzten Software mehr oder weniger beeindruckende Fotos in Farbe „gezaubert“ werden können. Besonders in diesem Fall stellt sich die Gewissensfrage, ob es richtig ist, originale Bilder nachträglich in Farbe zu tauchen, oder ob diese Möglichkeit der Beeinflussung von alten Bildern nur eine weitere Manipulationsoption und damit (gutgemeinte) Verfälschung des Originals darstellt. Der Bericht „Einfärben selbstgemacht“ zeigt dann auf, dass bei der Kolorierung tatsächlich eine gehörige Portion Phantasie mitspielt, wenn es um die Auswahl der Farbgebung geht. – Sicher nicht jedermanns Sache in puncto Familienforschung, weil sehr speziell, ist das sich anschließende „Verwalten von DNA-Daten in Genealogie-Programmen am Beispiel von TNG [The Next Generation oft Genealogy Sitebuilding]“. – Diverse Kurzmeldungen, Aktuelles und kleinere Artikel runden das neue, sehr lesenswerte und hoch informative Heft der „Computer-Genealogie“ ab. Deren nächste Ausgabe erscheint am 20. September und wird sich dann der Thematik der Hilfswissenschaften widmen. – Nicht zuletzt und zu Recht auch mit Stolz verweist der Verein für Computer-Genealogie auf dessen neugestaltete Homepage https://www.compgen.de/, die hier unseren Interessierten gern empfohlen wird.


Glasplatte

Dienstag, 18. Juni 2019

Nachdem bedeutend schneller als gedacht mit über siebenhundert Negativglasplatten jetzt schon weit mehr als die Hälfte des einmaligen Dachbodenfundes einer fotografischen Sammlung mit Porträts von Arterner Einwohnern aus den 1930er Jahren, damals aufgenommen von Fotograf Max Voigt, gescannt und am Bildschirm invertiert worden ist (vgl. unsere aktuellen Meldungen vom 26. April und 28. Mai 2019), sind nun die ersten Arbeiten zur Identifizierung der schätzungsweise mehr als eintausend abgebildeten Personen angelaufen. Während das hochauflösende Einscannen eine überwiegend monotone Arbeit darstellt, ist hingegen bei der Eruierung der Namen, die sich mehrheitlich in kleinster und ausgeschriebener Handschrift auf den Ränder der Fotoplatten befinden, Einfallsreichtum bei der Erkennung und Findung bzw. dem peniblen Abgleich derselben mit den Arterner Adressbüchern von 1930 und 1939 erforderlich. Trotzdem es während der Arbeiten am Scanner zunächst gar nicht so aussah, schreitet das Entziffern und Identifizieren der rasch hingekritzelten Namen der damaligen Kunden im Atelier dennoch voran, trotzdem aber noch immer etliche davon arges Kopfzerbrechen infolge Unleserlichkeit bereiten. Doch die wichtigste Erkenntnis ist: So gut wie alle Abgebildeten wohnten damals in Artern, d. h. beinahe jeder notierte Name taucht in besagten Adressbüchern auf, besonders eben auch spezifische, die es nur in Artern gab bzw. gibt. Nicht einheimische Namen könnten von in Artern stationierten Arbeitsmaiden und Reichsarbeitsdienstlern her resultieren. – Nun werden parallel zum immer noch laufenden Digitalisieren der restlichen Bilder relevante Listen angelegt, mit deren Hilfe die Namen der Porträtierten den originalen Glasplatten eindeutig zugeordnet werden können bzw. vakante oder nicht entzifferbare Originale zunächst offenbleiben müssen. Bis all dies beendet ist, wird es aber noch dauern. – In einer späteren Etappe der Fotoauswertung könnte neben der Uniformenkunde (hier Militär, Hitler-Jugend, Bund Deutscher Mädel, Arbeitsdienst, Deutsches Rotes Kreuz) auch noch Phaleristik betrieben werden. Das ist die fachliche Beschäftigung mit Orden und ähnlichen Auszeichnungen, deren zahlreiche Exemplare an so manchen Hemden und Jacken der abgebildeten Arterner zu erkennen sind. Auch und besonders aus diesem Blickwinkel betrachtet, werden sicher noch viele interessante Erkenntnisse aus dem Bilderfundus zu erwarten sein. – Unsere Abbildung aus angesprochenem Nachlass von Fotograf Max Voigt in der Wasserstraße zeigt ein sehr schönes junges Fräulein in Uniform. Deren Familienname konnte als Sander entziffert werden.