Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)
Dienstag, 23. Juni 2026
Aus Nordrhein-Westfalen kam als Vorlass ein hübsches Aquarell mit Ortsansicht zum Heimatverein ARATORA (unser Bild). Das 1945 geschaffene Gemälde zeigt das Weichbild von Ritteburg mit dem markanten Kirchturm von St. Jacobus als Blickfang. Hinter Bäumen und Sträuchern ließ der Maler Gebäude und Dächer hervorschauen, im Hintergrund ist eine Hügellandschaft angedeutet. Den Vordergrund beherrscht die Unstrut, an deren mit Schilf bestandenem Ufer ein Angler die Rute ausgeworfen hat. Über den Fluß hinweg sind Erntearbeiten im Gange. - Die Recherche zum Standort des Malers ergab, dass sich dessen Staffelei nahe der Teichschleuse (Schwarze Schleuse) an der Unstrut befunden haben muss, denn der Blick fällt rechts offenbar auf die Gebäude im Unterdorf Nr. 1 direkt am Wehr, während das Kirchenschiff gleichfalls in die Richtung weist. Diese Optionen ergeben sich nur an genanntem Standort. Weitere verbindlich greifbare Gebäude sind auf dem Kunstwerk leider nicht zu eruieren. - Noch ein Wort zum Künstler: Georg Poppe (1883-1963) wurde in Schlesien geboren und starb in Frankfurt/Main. Biografische Informationen zu diesem Maler (nur Namensgleichheit mit dem alten Arterner Geschlecht) können Interessierte online im Frankfurt Personenlexikon erfahren. Obigem Aquarell ist ein handschriftlicher Brief des Künstlers an die Käuferin in Artern beigefügt, der aber noch transkribiert werden muss. Sicherlich erschließen sich danach weitere Informationen zur 81 Jahre alten Darstellung des Dorfes Ritteburg an der Unstrut.
Dienstag, 16. Juni 2026
In das von vornherein langfristig angelegte Projekt der Sanierung des Versteinerten Baums an der Veitskirche ist in den vergangenen Wochen reichlich Bewegung gekommen. Nach der Ansparphase zur Finanzierung dieses Vorhabens, ausschließlich durch hunderte Spenden, konnte zwischenzeitlich die benötigte Menge an fossilen Hölzern besorgt werden. Diese dient zur Ausbesserung der noch vorhandenen Lücken im Denkmal. - Im weiteren Verlauf der Wiederherstellung wird das Denkmal aber zunächst komplett abgebaut, danach werden die Einzelteile seitens des beauftragten Steinmetzbetriebes vom anhaftenden Beton befreit und für den Wiederaufbau vorbereitet. Im Anschluss findet vor Ort die Neuerrichtung aus Dutzenden Einzelteilen statt, wobei die neuerworbenen größeren Kieselhölzer integriert werden. Die gesamte Maßnahme soll bis Sommer kommenden Jahres abgeschlossen sein. - Zeitliches Ziel ist der 29. August 2027. An diesem Tag vor 90 Jahren wurde das Heimatmuseum „Gelteheim“ in der Veitskirche feierlich eröffnet. Im Vorfeld dieses heimatgeschichtlich wichtigen Ereignisses entstand auch der originale Versteinerte Baum als geologisches Denkmal. Leider litt das Denkmal seither stark infolge Lockerung und Entfernung von etlichen Stücken verkieselter Hölzer. Diesem traurigen Zustand wird nun in absehbarer Zeit mit der Komplettsanierung abgeholfen. - Unser Bild zeigt den noch unversehrten Versteinerten Baum um 1960 mit Gebäuden des Oberen Hofes im Hintergrund.
Dienstag, 9. Juni 2026
Der Arterner Nostalgie-Kalender ist seit mehr als einem Jahrzehnt ein äußerst begehrtes Druckerzeugnis. Nachdem letzte Korrekturen vorgenommen worden sind, liegt die Ausgabe für das kommende Jahr 2027 (unser Bild) in der digitalen Endfassung vor. Derzeit befindet sich der neue Kalender in der Produktionsphase, d. h. er wird gedruckt und danach mit Ringbindung versehen. - Der neue Kalender steht unter dem Motto „Stadtbilder gestern und vorgestern auf 24 Kalenderblättern“ und zeigt ausgewählte Aufnahmen mit historischen Straßenzügen und Gebäuden, vorrangig solche mit Firmen und Geschäften. Aufgrund der enormen Nachfrage im vergangenen Jahr wurde die kommende Auflage des Arterner Nostalgie-Kalenders moderat erhöht. - Zum nächsten Zwiebelmarkt erfolgt dann der Direktverkauf, allerdings nur am Sonnabend. 3. Oktober 2026 zwischen 9.00 und 17.00 Uhr. Eventuell übrige Exemplare können ab dem 4. Oktober 2026 im Spielzeugladen „idee+spiel“ in der Wasserstraße 1 erworben werden. Vorbestellungen werden entgegengenommen, allerdings nur maximal eine Woche zurückgehalten.
Dienstag, 2. Juni 2026
Eine opulente Sammlung, bestehend aus fast hundert Gemälden und Zeichnungen der beiden Arterner Engelhardt-Brüder, kam unerwartet aus einer Dachbodenentrümplung zum Heimatverein ARATORA und wird derzeit aufgearbeitet. Die Mehrzahl dieser Kunstwerke wurde von Ewald Engelhardt (1879-1976) geschaffen, einige wenige von dessen Bruder Otto Engelhardt-Kyffhäuser (1884-1965). Die Bilder sind mit Öl und Acryl gemalt, als Aquarelle, Bleistift- und/oder Kohlezeichnungen, Linolschnitte sowie Drucke auf Leinwand, Pappe und Papier. Dargestellt sind Landschaften, Porträts, Objekte, Blumen, Tiere, Stillleben, Architekturen sowie baukünstlerische Details. Auch Arterner Motive sowie solche aus der näheren Umgebung beinhaltet die Sammlung, so die hiesige Schweinegasse, Artern im Schneetreiben, das Kyffhäuser-Gebirge und die beiden Sachsenburgen. Als fotografisches Bonbon liegt noch ein großes Bildnis um 1850 (!) von Christian August Engelhardt (1796-1875), Bürger, Einwohner und Kaufmann in Artern, vor. Dieser war der Großvater unserer beiden Künstler. - Nach der angesprochenen inhaltlichen Erfassung und bildlichen Dokumentation kann dann auch an dieser Stelle eine detailliertere Präsentation dieses höchst spannenden Fundes gemacht werden. Immerhin ist schon jetzt schon festzuhalten, dass interessante und nicht unwichtige Einzelwerke der Gebrüder Engelhardt sichergestellt worden sind und für die Zukunft erhalten werden können. Die Sammlung mit zu verschiedensten Zeiten gemalten Kunstwerken gibt schon im Rahmen dieser überschaubaren Kollektion einen Überblick über verschiedene Maltechniken und Stile, die die zwei Künstler anwandten. Anlass der Erstellung der Sammlung bzw. die genaue Herkunft der Gemälde, die in einer großen Künstlermappe aufbewahrt waren, sind leider nicht bekannt. Über die Möglichkeiten einer öffentlichen Präsentation der Gemälde und Zeichnungen zu gegebener Zeit muss noch nachgedacht werden. - Unser Bild zeigt den Kyffhäuser, ungefähr von Artern oder Kachstedt aus. In der vorgelagerten Diamantenen und Goldenen Aue sind vier Rauchwolken (Oster-, Pfingst- oder Maifeuer evtl. bei Esperstedt, Ringleben, Borxleben und Hackpfüffel) dargestellt. Das Aquarell ist gezeichnet mit „C. Brun“. Diese Darstellung ist einzige eines anderen Künstlers in obiger Sammlung. Wer kann etwas über den Maler C. Brun mitteilen? Ggf. handelt es sich um ein Pseudonym.
Dienstag, 26. Mai 2026
Im Eingangsbereich des Arterner Friedhofes befinden sich rechterhand zwei sehr alte Grabsteine, so jener walzenförmige aus Buntsandstein (unser Bild). Dessen Schriftzüge sind längst derart verblichen, dass eine Identifizierung und personelle Zuordnung schwierig erschien. Dennoch wurde kürzlich die Transkription der alten Gravuren angegangen, und mit viel Mühe, Zeit sowie dem Einsatz von Bildbearbeitungsprogrammen trat tatsächlich Erfolg ein! Mittels zurate gezogener schriftlicher Quellen konnte eruiert werden, dass der Stein an den jung verstorbenen Salinearbeiter Friedrich Christian Krause (1818-1847) und dessen Sohn Carl Friedrich Krause (1847-1848) erinnert. Friedrich Christian Krause war seit 1845 mit Karoline Magdalene, geb. Rausch (1819-1897) verheiratet. Die junge Witwe ehelichte 1851 zum zweiten Male, nämlich den Arterner Barbier und Witwer Johann August Röder (1820-1872). Auch die Grabmäler dieses Ehepaares befinden sich noch immer auf dem Friedhof (Südmauer), wobei allerdings die Inschriften auf den zugehörigen Tafeln leicht von den urkundlichen Eintragungen abweichen! - Auf jeden Fall müssen die Grabsteine Krause und Röder, wie überhaupt die ältesten bzw. alten Grabdenkmal auf dem Arterner Friedhof erhalten werden. Leider wurden viel zu viele historische Grabsteine während der vergangenen Jahrzehnte unwiederbringlich entsorgt!
Dienstag, 19. Mai 2026
Unabdingbares Kernstück ernsthafter Heimatforschung ist die Befassung, Sammlung und Auswertung von (gebräuchlichen wie auch heute nicht mehr genutzten) Flurnamen, also die Bezeichnungen von Äckern, Wiesen, Bergen, Hügeln und Tälern, Wäldern oder Verkehrswegen. Diese onomastischen Geschichtsdenkmale mit dem Status des immateriellen kulturellen Erbes werden in Thüringen bereits seit mehr als hundert Jahren erforscht. Seit 1933 gab es an der Universität Jena das Thüringische Flurnamenarchiv im Rahmen der Landesstelle für Thüringische Volkskunde. In diesem Archiv wurden bis 1982 etwa 80.000 Flurnamen erfasst. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Sprachwissenschaft der Universität Jena und dem Heimatbund Thüringen soll aktuell helfen, das drohende Aussterben der Flurnamen zu verhindern. Langfristiges Ziel ist es, ein Thüringisches Flurnamenbuch bzw. einen Flurnamenatlas zu erstellen. Ein Schritt in diese Richtung wurde nun mit nachstehender jüngster Veröffentlichung gemacht. Kürzlich erschien das Buch „Flurnamen als kulturelles Erbe - Sprachdenkmäler aus Thüringen und Europa“, herausgegeben von Barbara Aehnlich, David Brosius und Hans-Peter Schmit. - Hintergrund: Im vergangenen Jahr konnten in Jena die Veranstaltung „25 Jahre Thüringische Flurnamenforschung“ feierlich begangen werden. Dabei kamen nicht nur Projektverantwortliche aus Thüringen zu Wort, sondern auch internationale Wissenschaftler sowie zahlreiche Weggefährten der thüringischen Flurnamenforschung. Die Beiträge und Ergebnisse dieser Tagung sind nun in einem Sammelband veröffentlicht worden. Auf 261 Seiten bietet „Flurnamen als kulturelles Erbe - Sprachdenkmäler aus Thüringen und Europa“ spannende Einblicke in den aktuellen Stand der Flurnamenforschung in Thüringen, aber auch in Projekte anderer Bundesländer und europäischer Nachbarregionen. Behandelt werden internationale Perspektiven der Flurnamenforschung ebenso wie Einblicke in Archive und Forschungsvorhaben. Dabei werden natürlich auch zahlreiche interessante Flurnamen aus verschiedenen Regionen Europas vorgestellt. - Der neue Sammelband ist für 32 Euro erhältlich, entweder direkt über den Leipziger Universitätsverlag oder über den regionalen Buchhandel. Mit dem Erwerb des Buches wird das Thüringische Flurnamenprojekt unterstützt.
Dienstag, 12. Mai 2026
Wie angekündigt trafen dieser Tage zwei umfängliche „Lieferungen“ historischen Arterner Materials aus Dietersdorf im Südharz ein, wo eine ältere Dame aus der Familie des vormals hiesigen Druckerei-Inhabers Alfred Hoffmann wohnhaft ist. Bereits im Oktober des Vorjahres kamen aus deren Fundus etliche komplette Jahresbände der Arterner Anzeigers aus der Zeit des Ersten Weltkrieges zurück nach Artern. Und nun das: Neben weiteren alten Zeitungen sowie etlichen Büchern fand sich in den jüngsten Schenkungen ein großes Fotoalbum mit 106 eingeklebten bzw. ca. 50 losen Ansichten unserer Heimatstadt von ca. 1880 bis etwa 1980 (unser Bild). Ein historischer Schatz sondergleichen, zumal rund die Hälfte der Motive bislang völlig unbekannt war! - Nachstehend eine kleine Auswahl der damals fotografierten Objekte: Badeanstalt Lannes, Rathaus, Druckerei Hoffmann in der Fräuleinstraße 10, Motive in der Harzstraße, alte Schulgebäude, Solequelle und Friedhof, Kleindenkmale im Stadtgebiet, diverse Gebäude in der Innenstadt, Hotel zur Krone und neues Hotel, Maskenbälle und Vereinsfeiern, Schützenhaus, Museum in der Veitskirche, Aratora-See, Elektrizitätswerk, Baden in der Unstrut, schweres Unwetter von 1937, Zeppelin 1932 über Artern, Saline, Solebad, alte Kalkhütte, Domäne, Ölmühle, Einweihung des Kriegerdenkmals 1925 u.v.a.m. - Diese Bilder werden, zusammen mit den hier unterm 21. April 2026 benannten Fotos der Saline, Grundlagen des Arterner Bildbandes für das kommende Jahr 2027 sein. Eben dieses Projekt steht seither unter dem Arbeitstitel „Arterner Impressionen - Aus dem Bilderfundus der vormaligen Druckerei von Ernst Hoffmann und der Fotosammlung des Saline-Buchhalters Arthur Erxleben“. - Interessierte werden diese neuen alten Bilder zum jährlichen Bildervortrag anlässlich des Tages des offenen Denkmals in vier Monaten erstmals und vorab zu sehen bekommen; dazu später mehr.
Dienstag, 5. Mai 2026
Die zahlreichen Freunde des Arterner Nostalgie-Kalenders dürfen sich freuen, denn die neue Ausgabe für das Jahr 2027 ist bereits fertig! Fertig insofern, als dass zwischenzeitlich Satz und Layout abgeschlossen sind und der Kalender nun als druckfähiges PDF vorliegt. In absehbarer Zeit wird diese Datei zur Druckerei und Buchbinderei gesendet und dann kann es kann mit der Herstellung losgehen! Der neue Kalender steht unter dem Titel „Artern - Stadtbilder gestern und vorgestern“ und widmet sich vorrangig der ehemals reichhaltigen Geschäftswelt in der Innenstadt. Die meisten der genutzten Aufnahmen wurden vor dem Zweiten Weltkrieg erstellt. Als Titelseite wurde eine Aufnahme des mittleren Abschnitts der Leipziger Straße um 1930 gewählt (unser Bild). Die Käufer können sich über durchweg attraktive und aussagekräftige historische Aufnahmen freuen. (Die zunächst angedachte Fortsetzung mit Darstellungen alter Arterner Kneipen wird auf voraussichtlich 2029 verschoben, weil 2028 die Saline aufgrund deren 300. Jubiläum Thema unseres Kalenders sein wird.) - Nach dem enormen Kaufinteresse des Nostalgie-Kalenders 2026 wird es diesmal eine Auflagenerhöhung geben, um wie viele Exemplare steht aber noch aus. Dennoch ist es ratsam, bereits ab September Vorbestellungen zu initiieren, doch bitte nur, wenn man zum Zwiebelmarkt verhindert sein sollte. Der Verkauf der neuen Kalender wird seitens des Herausgebers lediglich am Sonnabend, 3. Oktober 2026 vorgenommen. Restexemplare gibt es, falls noch vorhanden, danach im Spielzeugeck Baumann in der Wasserstraße 1.
Dienstag, 28. April 2026
Ein publizistisches Flaggschiff der Regional- und Landesgeschichtsforschung steht mit der neuesten Ausgabe Nr. 77 (2025) der Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde kurz vor seiner jährlichen Fortsetzung. Die Veröffentlichung des aktuellen Bandes soll am 4. Mai erfolgen (unser Bild). Vorab hat der herausgebende Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte in Berlin den Inhalt der neuen Schrift mitteilt; leider wird diesmal der Bereich des Südharzes nur einmal tangiert. Die Leser können sich demnach auf nachstehende Abhandlungen zur Harzgeschichte freuen (Verfasser in Klammern dahinter): Neue archäologische Untersuchungen auf der Wüstung Selkenfelde im Harz (Anna Bartrow, Timo Feike, Tobias Gärtner und Stefan Koch), Lehen und Gefolgschaft im nördlichen Harz: Regionale Dynasten während des deutschen Thronstreits (1198–1218) (Jan Habermann), Ernst Lohmann (1863-1941). Fürstlich Stolberg-Wernigerödischer Kammerpräsident (Christian Juranek), „Wir können uns das leisten!“ Wernigeröder Villen um 1900 von Architekt Hans Grisebach (Peter Lehmann), Wer war Graf Hermann de Hirzberc (1143)? (Hans-Joachim Winzer), Anhaltischer Handstein „Sitzender Bergmann“ aus Harzmineralen im Schlossmuseum Bernburg. Ehrengabe des VDI für den Bergbeamten Rienecker 1887 (Christiane Heinevetter und Volkmar Hering), Reichsbauernführer und Landwirtschaftsminister Richard Walther Darré. Seine Bedeutung für das Reichserntedankfest auf dem Bückeberg und die Reichsbauernstadt Goslar (Bernhard Gelderblom) sowie abschließend: Das Loccumer Alumnat in Goslar und seine Vorgeschichte. Teil 2: Die Schüler Gerd und Henning von Tresckow (Otmar Hesse). - Es folgen die Literaturschau, Personalia, Berichte und das Protokoll der Jahresmitgliederversammlung 2025. Der neue Jahresband der Harzzeitschrift umfasst 217 Seiten mit 53 Abbildungen und ist unter ISBN 978-3-86732-500-4 im Buchhandel bestellbar.
Dienstag, 21. April 2026
Währenddessen sich die Arbeiten für den nächsten Bildband „Arterner Augenblicke - Historische Ansichten und Momentaufnahmen auf Fotos und Postkarten“, der schon in sieben Monaten erscheint, ganz allmählich dem Ende zuneigen, hat der geplante Band mit historischen Abbildungen für das kommende Jahr 2027 inzwischen längst die Vorbereitungsphase überschritten. Als willkommene Ergänzungen hierzu kamen nun unverhofft Bilder mit zwanzig historischen Motiven der alten wie auch der neuen Arterner Saline um 1928 hinzu (unser Bild). Mit diesen Fotos, die aus Berlin kommend in Artern eintrafen, sowie weiteren erwarteten Bildern ist die benötigte Gesamtzahl der nötigen Abbildungen des nächstjährigen Bildbandes erreicht. - Besagte neue Fotos des hiesigen Salzwerks zeigen: Gebäude des Borlach-Schachtes, Blick auf das neue Siedehaus mit alten Koten im Umfeld, Giebelseite eines historischen Siedehauses mit Schornstein, Schachtgebäude mit Schornstein, Bauarbeiten für das neue Siedehaus, altes Werkstattgebäude mit Kauen, Siedehaus nach Fertigstellung 1928, Siedehaus mit Bekohlung und Kaue, Neubau des Schachthauses, alte Kote vor neuem Siedehaus u. a. m. - Es folgt nunmehr noch die digitale Fotobearbeitung sowie die Erstellung der Bildunterschriften. Mit Abschluss dieser Arbeiten ist bereits ein erfreulicher zeitlicher Vorlauf erreicht, die nächstjährige Hauptpublikation des Heimatvereins ARATORA betreffend.
Dienstag, 14. April 2026
Das ging aber schnell: Nachdem im vergangenen Herbst die erste Ausgabe der Broschüre „Historisches Oldisleben - Geschichten und Bilder einer thüringischen Gemeinde“ erschien, liegt nun mit Band 2 deren Fortsetzung vor (unser Bild). Gleich vorab, diesmal wurden die Maße der Bebilderung überwiegend großzügiger und damit detailreicher umgesetzt, waren doch noch in der ersten Publikation die Illustrationen etwas arg klein geraten. Die Schriftgröße wurde auch angepasst, sodass die Texte viel besser lesbar sind. Und das ist auch nötig, denn die neue 54seitige Publikation bringt viele interessante Details aus der Dorfgeschichte. - Beginnend mit der Vorstellung des Komponisten Friedrich Kümstedt (1809-1858), schließt sich eine Abhandlung zur Geschichte des Weimarer Hofes an, danach wird das Wohn- und Geschäftshaus Marktstraße 8 vorgestellt. Es folgen Versatzstücke aus der Vergangenheit der Zuckerfabrik Oldisleben. Daraufhin wird aus der Geschichte des Hauses Sperlingsberg 2 berichtet, später der Schachtschule und des Schwimmbades. Als Heimatsage steht dann der Rote See bei Oldisleben im Fokus, ehe der Sperlingsberg 3 geschichtlich beleuchtet wird, danach auch die Häuser Karl-Marx-Straße 15 und 34. Anschließend stehen das Rathaus bzw. der Ratskeller und deren Vergangenheit im Mittelpunkt. Als volkskundliche Komponenten werden ein Dreschtag um 1900 sowie der Sommerbeginn beschrieben, danach wird die Geschichte der Klostermühle bzw. Mühle Weineck unter die Lupe genommen, gefolgt von der historischen Untersuchung des Kirchberges. Die Geschichte des Hinze-Stifts und die Darstellung eines Kriminalfalls (Hexenverfolgung) beenden die ortsgeschichtliche Broschüre. - Resümee: Schön, dass die lange und reiche Geschichte der Gemeinde Oldisleben ihren Niederschlag in aktuellen Publikationen findet. Jedes der in beiden Broschüren behandelten Themen wurde hier lediglich kurz und prägnant behandelt, nicht wenige Aufsätze wären inhaltlich noch teils erheblich ausbaubar. Die Illustrationen stellen den Ort in Vergangenheit und Gegenwart dar - eine bunte Mischung, die die Texte überwiegend gut und anschaulich ergänzt. Hoffentlich schaffen es Steffen Beil und Michael Grimmer als die Hauptakteure hinter den Publikationen auch künftig, weitere Ausgaben von „Historisches Oldisleben“ zu veröffentlichen.
Dienstag, 7. April 2026
Am kommenden Freitag wird zum Welt-Homöopathie-Tag an den Geburtstag des Begründers dieser alternativen Heilmethode, Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843), erinnert sowie auf die Prinzipien der Homöopathie aufmerksam gemacht. Eng verbunden mit dem Wirken Hahnemanns in Mitteldeutschland sind besonders Leipzig und Köthen. Nun ist es sicherlich nicht uninteressant zu erfahren, dass es Beziehungen der Familie von Samuel Hahnemann auch zur Stadt Artern gibt. Das dies bislang offenbar in der hiesigen Heimatforschung unbekannt war, ist umso verwunderlicher, da bis jetzt nicht wenige m. o. w. bedeutende Personen und deren Relationen zu Artern ermittelt worden sind. - Welche der familiären Verbindungen waren das? Johann Heinrich Küchler, Sohn des Böttchermeisters Peter Küchler in Zeitz, war seit 1694 Kantor der Arterner Marienkirche bzw. seit 1720 hiesiger Schulrektor. Er hatte 1698 in der Kirche des Wasserschlosses in Artern Clara Elisabeth Hoffmann, die Tochter des gräflichen Hufschmiedes Heinrich Hoffmann, geheiratet und starb 1724 hier. Einer seiner in Artern geborenen Söhne, Gotthard Heinrich Küchler (1703-1769), wurde Besitzer der Mohren-Apotheke zu Dessau. Dessen Frau Martha Sophie schenkte ihm 1764 in Dessau Tochter Johanna Leopoldine Henriette Küchler. Als junge Frau war diese dem Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann aufgefallen, der sie 1782 in Köthen ehelichte. - Mit eben dieser Ehe wurde also der Vater der Braut, der aus Artern stammende Dessauer Apotheker Gotthard Heinrich Küchler, zum Schwiegervater des späteren Alternativmediziners. Allerdings war Gotthard Heinrich Küchler zum Zeitpunkt der Eheschließung bereits 13 Jahre tot, was aber nichts an den Kontext seiner Familie zu der von Hahnemann ändert. Küchlers Tochter Johanna Leopoldine Henriette Hahnemann starb nach unstetem Leben als elffache Mutter 1830. Der Witwer Samuel Hahnemann heiratete 1835 zu zweiten Male und starb 1843 als berühmter Mann: verehrt und angefeindet. Eine seiner Töchter verschlug es sogar in unsere Gegend: Henriette Hahnemann war mit Pastor Förster in Drebsdorf, heute Kreis Mansfeld-Südharz, verehelicht. - Unser Bild zeigt Samuel Hahnemann auf einem Stahlstich von 1831 nach einem Gemälde von Julius Schoppe (Quelle: Wikipedia, gemeinfrei).
Dienstag, 31. März 2026
In drei Jahrgängen erschien von 1937 bis 1939 die genealogische Fortsetzungsreihe „Wir suchen unsere Ahnen - Sippenkundliche Beilage für die Mitteldeutsche Nationalzeitung“ aus Halle/Saale (unser Bild). Auf überwiegend jeweils vier Druckseiten ist damals aller vierzehn Tage aus der Familienforschung in Mitteldeutschland berichtet worden bzw. wurden die Leser angeregt, gleichfalls genealogisch tätig zu werden. (Parallelen zu der zwischen 1933 und 1941 zweiwöchig als Beilage des Eisleber Tageblatts veröffentlichten Fortsetzungsreihe „Mansfelder Sippenkunde“ unter Leitung von Hermann Etzrodt und Dr. Kurt Kronenberg sind klar erkennbar.) - Unter geflissentlicher Ausblendung des damals unvermeidlichen ideologisch-politischen Untertons in dieser als auch jener Serie stellt „Wir suchen unsere Ahnen“ einerseits wissenschaftshistorisch einen umfänglichen Überblick zu Art und Weise der populären Sippenforschung während des Nationalsozialismus dar, andererseits bietet die inhaltlich sehr aufwändige Fortsetzungsreihe mit 51 Teilen eine unschätzbare Fundgrube mit Unmengen an Daten, Informationen, Materialien und Quellen auch noch für die Familienforschung in heutiger Zeit. - Mit erheblichem Zeitaufwand wurde die Serie nun digital zusammengestellt und aufgearbeitet, um als PDF auf 196 Seiten fortlaufend lesbar zu sein; allerdings leider (noch) ohne OCR, da die originale Frakturschrift nur bedingt von der genutzten Software erkannt worden ist. - Aus der Themenvielfalt von „Wir suchen unsere Ahnen“ stechen folgende Schwerpunkte aus dem Gebiet der vormaligen Preußischen Provinz Sachsen bzw. den damaligen Reichsgauen Halle-Merseburg und Thüringen ins Auge: zahl- und inhaltsreiche genealogisch-geschichtliche Beschreibungen und Darstellungen, Meldungen aus Familien- und Sippenverbänden, historische und damals aktuelle Veröffentlichungen zur Ahnenforschung, verschiedenste Familien- und Personenlisten, auch Ahnenlisten, Wappenkunde, Neuigkeiten aus dem Kirchen- und Archivwesen, Hilfegesuche von Forschern, Informationen über Familien- und Ortsfamilienbücher sowie Kirchenbuchverkartungen, Hinweise zur praktischen Ahnenforschung, Berichte über Tagungen und Familientage, Optionen zur Auslandsforschung usw. - Als Zeitdokument werden die „Sippenkundlichen Beilagen für die Mitteldeutsche Nationalzeitung“ auch über das historische Verfallsdatum hinweg gute Dienste tun.
Dienstag, 24. März 2026
Für Familienforscher und Heimatkundler gleichermaßen wiederum höchst informativen Lesestoff bietet die soeben erschienene erste Ausgabe des Jahres 2026 der Quartalsschrift „Computer-Genealogie“ (unser Bild). Das Leitthema der aktuellen Publikation behandelt „250 Jahre USA - Auf den Spuren der Deutschamerikaner“ mit sieben Artikeln. Zunächst wird ein allgemeiner historischer Rückblick auf deutsche Einwanderung in die Vereinigten Staaten geworfen, danach folgt - als „Uncle Sams Volkszählung“ tituliert - die Geschichte des US-Zensus seit 1790 als heute bedeutsame genealogische Quelle. Es schließt sich ein Artikel über Möglichkeiten und Grenzen von Recherchen zu Biographien anhand US-amerikanischer Zeitungen an. Der nächste Bericht widmet sich den potentiellen „Quellen zur Ahnenforschung in den USA“ (Personenstandsakten, Kirchenbücher, Einbürgerungsakten, Militär- und Grundbuchakten, Nachlass- und Gerichtsunterlagen). Aufgrund der geographischen Entfernung hat der Artikel „Onlinequellen für die Suche nach lebenden Verwandten in den USA“ besondere Brisanz in der aktuellen Familienforschung. Abgeschlossen wird das Leitthema mit dem Bericht „Hilfe durch genealogische Vereine in den USA“. – Nach interessanten Kurzmeldungen wird wieder einmal die DNA-Genealogie bemüht, um „Mit DNA-Daten Lücken in der Papier-Überlieferungen [zu] überwinden“. Eine spannende Episode der Familienforschung wird dann mit der Thematik „Konfessionsübergreifender Taufzwang“ behandelt. Danach steht die Insel Helgoland im Fokus eines Rückblicks bzw. unter genealogischen Gesichtspunkten. Im Software-Test wird anschließend „Heredis 2026 World“ vorgestellt, ehe Kurznachrichten sowie Informationen aus dem Verein für Computer-Genealogie bzw. die Vorstellung eines Familienerbstücks das neue Magazin „Computer-Genealogie“ beschließen. - Bezugnehmend auf das aktuelle Hauptthema abschließend noch die Anmerkung, dass auch aus Artern mehr als drei Dutzend Familien und Einzelpersonen während des 19. Jahrhunderts in die Staaten ausgewandert sind. Deren Werdegang hier wie dort ist bereits teilweise genealogisch erforscht, wobei u. a. Fotos erhaltener Grabsteine sowie zeitgenössische Nachtrichten aus lokalen US-Zeitungen äußerst hilfreich gewesen sind. Nicht selten wurden die Arterner Auswanderer in der Retrospektive explizit als Pioniere bezeichnet, die ihren späteren Wohnort mit aufbauten bzw. erweitern halfen. - Die nächste Ausgabe der "Computer-Genealogie" erscheint Mitte Juni 2026 und hat dafür das Standesamtswesen zum Schwerpunktthema erkoren.
Dienstag, 17. März 2026
Aus Dortmund traf ein großes Paket in Artern ein, dessen Inhalt: ein originales Gemälde (Öl auf Leinwand) von Kunstmaler Otto Engelhardt-Kyffhäuser (1884-1965) als Geschenk einer Tochter von Buchbindermeister Wilhelm Leibniz, einst ansässig gewesen in der Leipziger Straße 12. Das mit Rahmen 0,78 x 0,62 Meter messende Kunstwerk (unser Bild) zeigt das Porträt eines Schäfers in zünftiger Kluft. Es handelt sich beim Dargestellten um einen Mann bereits fortgeschrittenen Alters mit ausdrucksstarkem Antlitz. Bedeckt mit einem Schäferhut prangt auf dem Bandalier eine Motivreihe mit Herzen. Diese sollen die Liebe zur Natur und seinen Tieren symbolisieren. Der Kragen der Schäferweste ist gleichfalls mit Schmuckelementen verziert. Unterhalb des graublauen Himmels ist lediglich ein kleiner Ausschnitt der Landschaft zu sehen, die mit etwas Phantasie als Kyffhäuser interpretiert werden kann. Oben rechts hat sich der Maler mit Unterschrift verewigt, leider ohne Jahreszahl (wohl um 1930). - Schäfer waren eines der Lieblingsmotive von Otto Engelhardt-Kyffhäuser, er hat zahlreiche Vertreter dieses Berufsstandes gemalt und nicht selten in die Landschaft der Goldenen Aue, zwischen der Sachsenburger Pforte und dem Kyffhäuser gesetzt. Über den künftigen Verbleib des eben beschriebenen Schäfers wird noch entschieden. Ggf. könnte das Gemälde sowie weitere im hoffentlich bald sanierten Rathaus eine dauerhafte Bleibe als Leihgabe finden.