Artern

Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)

Frank Störzner

Dienstag, 27. Januar 2026

Viel zu früh abberufen wurde ein lieber Freund und Forscherkollege: Frank Störzner starb am 27. Dezember 2025 mit 67 Jahren; seine Urne wird am Freitag in seinem Heimatort Kleinmölsen (Kreis Sömmerda) der Erde anvertraut. - Frank Störzner war besonders auch in unserer Region ein gern gesehener Gast und eloquenter Fachmann in Sachen Kleindenkmale in der Fluren und Ortschaften Thüringens und Sachsen-Anhalts. Besonders die mittelalterlichen Steinkreuze hatten es ihm angetan, nachdem er 1972 ein solches aufgefunden hatte und bereits als Jugendlicher Nachforschungen darüber anstellte. Ob er damals ahnte, dass sich sein Hauptarbeitsgebiet später auf die damals drei thüringischen Bezirke Erfurt, Gera und Suhl bzw. nach 1990 im Bundesland Thüringen ausdehnen sollte? Jedes der rund 650 Steinkreuze hat er aufgesucht, fotografiert, vermessen und gezeichnet, später Recherchen in Archiven und bei Vereinen und Ortschronisten vorgenommen. Sein Wissen brachte Frank Störzner auch zu Papier, sein zweibändiges Buch „Steinkreuze in Thüringen“ gilt noch heute als Standardwerk. Weitere lokal- und regionalgeschichtliche Schriften folgten. In ungezählten Ortschaften hielt er Vorträge und popularisierte so die alten Feld- und Flurdenkmale seines Heimatbundeslandes. Ohne je Geschichte oder Archäologie studiert zu haben, fand der engagierte Bodendenkmalpfleger stets offene Ohren auch bei studierten Forschern. - Frank Störzners Engagement wurde mit dem Thüringer Denkmalschutzpreis geehrt und wurde 1997 „Verdienter Thüringer“. Ob er wohl seinen Spitznamen „Thüringer Steinkreuz-Papst“ gern hörte? Immerhin brachte diese Bezeichnung das, für was Frank Störzner leidenschaftlich lebte und brannte, auf den Punkt. - Bis zur Schließung seines Betriebes war er als Medientechniker tätig und hatte sich für die Zeit des Ruhestandes noch viel vorgenommen. Eine schwere Erkrankungen machte diese Planungen zunichte! Mit dem Tod von Frank Störzner verliert Thüringen einen unermüdlichen Denkmalpfleger und vor allem guten Freund und Partner. Sein publizistisches und archivalisches Erbe wird nun künftigen Forschern eine wichtige Handreichung und Perspektive sein. - Unser Bild aus besseren Tagen zeigt Frank Störzner (rechts) während eines Besuches im Sommer 2016 in der Kirche zu Voigtstedt, wo das dortige Steinkreuz mit Vertretern des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue“ sowie des Heimatvereins ARTAORA untersucht wurde (Foto: Manfred Schröter, Berga). 


CG 4-2025

Dienstag, 20. Januar 2026

Gleichfalls noch aus dem soeben zu Ende gegangenen Jahr stammt die hier kurz vorzustellende Publikation Nr. 4/2025 der Zeitschriftenreihe „Computer-Genealogie“ des Vereins für Computer-Genealogie (unser Bild). Die aktuelle Ausgabe steht unter dem Leitthema „Dienstleistungen und Hilfe“ bei der Familienforschung - ein Arbeitsfeld, das spätestens dann relevant wird, wenn eigene Forschungen nicht mehr ausreichen. In solchen Fällen könnten Berufsgenealogen weiterhelfen, über die im neuen Heft berichtet wird, aber auch die DNA-Genealogie, deren Wirken anhand eines Beispiels nachgezeichnet worden ist. Gleichfalls noch zum Hauptkomplex gehört die sich anschließende Auswertung einer Umfrage zur Berufsgenealogie mit überwiegend positiven Ergebnissen. Eine weitere potentielle Recherchehilfe wird in „Wer geht für mich ins Archiv?“ vorgestellt, gefolgt von absehbar immer wichtiger werdenden Forschungshilfen, nämliche jenen in den sog. Sozialen Netzwerken. Gleichfalls in die Hauptthematik gehört das danach abgedruckte Berufsporträt des Erbenermittlers, der ja auch genealogisch aktiv werden muss. Als abschließender Artikel mit dem zugleich wichtigsten Thema wird die eigene Weiterbildung in Sachen Familienforschung, nämlich das Lernen, Forschen und Vernetzen, in den Mittelpunkt gestellt. - Jenseits des Leitthemas „Dienstleistungen und Hilfe“ werden die Abonnements für Familienforschungsportale im Internet beleuchtet. Thematisch ähnlich, sind im folgenden Bericht Optionen zur Auffindung noch lebender Verwandter ohne DNA-Genealogie, sondern mittels Algorithmen vorgestellt. Sodann werden Ergebnisse der DNA-Genealogie untersucht, die trotz gleicher DNA unterschiedliche Ergebnisse liefern. Folgend steht Ungarn im Fokus eines Aufsatzes, der umfangreiche Möglichkeiten zur Forschung im Vielvölkerstaat nahebringt. Danach schließt sich ein Bericht über das Wirken der Résistance in Frankreich vor 85 Jahren an. Der Einsatz von ChatGPT bei der Erstellung von Biographien wird im Anschluss beleuchtet. Dem folgen aktuelle Meldungen aus der Welt der Familienforschung, ehe sich der Schlussbericht der Digitalisierung genealogisch relevanter Dokumente (Fotos, Briefe, Dokumente) widmet. - Danke an den Herausgeber für ein wiederum sehr aufschluss- und abwechslungsreiches neues Heft „Computer-Genealogie“, deren nächste Ausgabe sich Ende März 2026 dem 250. Jahrestag der Gründung der USA aus historischer und genealogischer Sicht annimmt.


Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt Band 34

Dienstag, 13. Januar 2026

Heute noch einmal ein Hinweis auf eine interessante neue Veröffentlichung. Seit Ende vergangenen Jahres liegt nämlich die über 400 Seiten starke, aktuelle Ausgabe Nr. 34 der Zeitschrift „Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt“ vor und bringt dank 14 beteiligter Autoren einen erneut repräsentativen Querschnitt aus der Welt der historischen Wehr- und Repräsentationsbauten unseres Nachbarbundeslandes (unser Bild). Aus unserer Sicht regionalen Bezug beinhalteten Artikel über Burg Falkenstein im Harz, Schloss Mansfeld und Freyburg an der Unstrut. - Nachstehende Aufsätze wurden im neuen Jahrbuch publiziert: Norbert Oelsner: Meißen oder Dresden - Brandenburg oder Berlin/Cölln? Betrachtungen zur mittelalterlichen Herrschaftspraxis und fürstlichen Residenzbildung in benachbarten Territorien im Nordosten des Reiches (928/29 bis 1485/86) / Andrei Zahn: Neues zu den Burgen auf dem Hausberg bei Jena - Teil 2: Die Burg Kirchberg - Königspfalz und Burggrafenburg? / Reinhard Schmitt: Burg Falkenstein (Harz) - Eine spätgotische Küche und eine Schildmauer aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Ein Nachtrag / Lutz Scherf: Bauhistorische Dokumentation im Schloss Droyßig / Torsten Lieberenz: Neue Befunde am Torzwinger des Eckstädter Tors in Freyburg / Markus Cottin: Der Herrensitz Teuditz - Neue Erkenntnisse aus schriftlichen Quellen / Gerhard Richwien: Mit Schanzzeug gegen Luthers Lehr - Kardinal Albrechts Wallanlage zur Bedeckung der Moritzburg. Ein frühneuzeitliches Bodendenkmal auf dem Gelände der Nationalen Akademie der Wissenschaften LEOPOLDINA in Halle/S. / Lucas Wölbing: Bedroht - besetzt - gemieden? Burgen und Schlösser im heutigen Sachsen-Anhalt während des Bauernkrieges 1525 / Dirk Höhne und Andreas Stabl: Abgehört! Eine Gefängniszelle des 16. Jahrhunderts im Schloss Mansfeld-Mittelort / Manfred Linck: Die Artillerierüstungen der Grafen von Mansfeld am Ende des Mittelalters und zu Beginn der frühen Neuzeit / Bernd Voigt: Schloss Mansfeld und die komplizierte Eigentumsfrage nach 1945 / Hubert Schmoranzer: Zehn Jahre „Burgwerbener Geschichtskonferenz“ / Tätigkeitsbericht der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e. V. für das Jahr 2024. - Die bereits langjährige Periodika „Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt“ wird von der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e.V. herausgegeben und richtet sich an gleichermaßen an Fachleute und Laien. Bestellungen des neuen Jahrbuches können über den Buchhandel vorgenommen werden.


750 Jahre Questenberg

Dienstag, 6. Januar 2026

Verbunden mit den besten Wünschen zum neuen Jahr folgt sogleich der erste Hinweis auf eine interessante Buchveröffentlichung von Ende 2025. Masse: 2,4 Kilogramm, Format: A4, Umfang: 588 Seiten, Illustrationen: hunderte Fotos aus drei Jahrhunderten - bei solchen Superlativen von Äußerlichkeiten bzw. Attributen fragt man sich ungewollt, was die Buchautoren eigentlich noch nicht historisch untersucht und beleuchtet haben? Es sind schon noch Themen übriggeblieben, deren sich künftige Forscher annehmen können, doch haben Hauptautor und Herausgeber Heinz Noack aus Bennungen sowie sieben weitere Verfasser mit dem soeben erschienenen Werk „750 Jahre Questenberg - Ein Heimatbuch“ (unser Bild) aktuell sehr hohe Maßstäbe in der Heimatgeschichtsforschung der Goldenen Aue und des Südharzes gesetzt. - In 25 Artikeln werden aus Anlass der Ersterwähnung im Jahr 1275 Erdkunde, Natur, Dorfgeschichte, Volkskunde, Genealogie und Denkmale von Questenberg vorgestellt und inhaltlich oft erschöpfend beschrieben, wobei jeder Artikel reich bebildert ist und mit jeweils umfangreichen Quellenverzeichnissen versehen wurde. Im Fokus der Autoren stehen neben geologischen Besonderheiten und Höhlen auch der historische Bergbau, dann die mittelalterliche Burg, die überwiegend denkmalgeschützten Fachwerkhäuser im Dorf, der Roland als mittelalterliches Rechtssymbol und natürlich die allseits bekannte Queste mit vorgeschichtlicher Wallburg bzw. das namengebende Questenfest alljährlich an Pfingsten. Personengeschichtlich ist Carl Krone aus Questenberg beschrieben worden, der später als Stammvater des „Zirkus Krone“ in die Geschichte einging. Im Kontext mit dem Questenfest ist zudem Hahns Hahne (1875-1935) in Wort und Bild erwähnt - Gründer und Leiter der Landesanstalt für Volksheitskunde in Halle/S., der als Kind in Artern zur Schule ging, derweil dessen Vater Direktor der Arterner Zuckerfabrik war. - Im Einzelnen auf die reichhaltigen Themen des Maßstäbe setzenden Buches einzugehen, kann hier nicht ansatzweise vorgenommen werden, auch nicht auf die oft großflächigen historischen wie aktuellen Fotos und Faksimiles. Deshalb an dieser Stelle die uneingeschränkte Kaufempfehlung an Freunde der Geschichte des Südharzes. „750 Jahre Questenberg“ ist erschienen als Band 6 der Heimatkundlichen Schriftenreihe für das Gebiet des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz und kostet 53,00 Euro.


Kirche Schönfeld

Dienstag, 23. Dezember 2025

Verbunden mit einer historischen Winteransicht der Kirche St. Kilian, der alten Holzbrücke und der Unstrut im Ortsteil Schönfeld übermitteln wir Vereinsmitgliedern, Freunden und Homepage-Besuchern herzliche Grüße zum Weihnachtsfest und die besten Wünsche für das neue Jahr. Zugleich wird für gute Zusammenarbeit im alten Jahr sowie diverse Hilfen herzlich gedankt. - Die aktuellen Meldungen machen über den Jahreswechsel Pause und werden ab 6. Januar 2026 erneut einmal wöchentlich aufgenommen, wie gehabt mit vielfältigen Informationen aus der Stadtgeschichts- und Regionalforschung, über Buchneuerscheinungen zur Heimatkunde sowie zu Denkmalschutz und Genealogie.


Band 9 Schifffahrt

Dienstag, 16. Dezember 2025

Unter dem Titel „Kanal-Wünsche am Vorabend des 1. Weltkrieges (Entwicklungen und Projekte von 1906 bis 1914) erschien kürzlich Band 9 der regionalhistorischen Reihe „Die Schifffahrt auf der oberen Saale und Unstrut“ (unser Bild) aus der Feder von Michael Eile, publiziert im Ringelberg-Verlag Erfurt. Im Fokus des Buches steht diesmal die Darstellung der einstigen Bemühungen um den Anschluss der hiesigen Wasserstraßen an den Mittellandkanal und wie die Stadt Nebra in diesem Kontext involviert war. - In der inhaltlichen Vorschau des neuen Bandes schreibt der Verfasser: „Im Jahr 1906 wurde bei Bergeshövede in Nordrhein-Westfalen der Bau des Mittellandkanals begonnen und gleichzeitig der Anschluss dieser neuen, gigantischen Wasserstraße an den Dortmund-Ems-Kanal hergestellt. Die Planung sah vor, dass der Mittellandkanal Deutschland von Westen nach Osten über Minden, Hannover, Peine weiter bis zur Elbe, Havel, Spree und Oder durchqueren sollte. Die Industriezentren entlang dieses neuen Großschifffahrtsweges würden damit einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil erlangen, denn die Schiffstransporte, insbesondere von Massengütern, kosteten auf leistungsfähigen Binnenwasserstraßen erheblich weniger als das, was die Eisenbahn verlangte. So war es kein Wunder, dass sich sofort nach Baubeginn auch abseits davon liegende, prosperierende Regionen lautstark zu Wort meldeten, um ebenfalls einen Zugang zu Großwasserstraßen zu erhalten und nicht massiv ins Hintertreffen zu gelangen. Auch die mitteldeutsche Industrie in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen nahm sich davon nicht aus. Die einzige hier vorhandene Wasserstraße Obere-Saale-Unstrut, die von Bretleben (Unstrut) bis Halle (Saale) reichte, konnte bisher nur von Kähnen mit dem Unstrut-Maß, also mit Fahrzeugen von maximal 180 to Tragfähigkeit befahren werden, sie entsprach hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit also längst nicht mehr den Anforderungen einer modernen, rentablen Binnenschifffahrt. Die Großunternehmer entlang der oberen Saale und Unstrut waren jetzt im Zugzwang. Um den Wettbewerbsnachteil der fehlenden Großwasserstraße zu beseitigen, begann daher 1906 der Kampf der mitteldeutschen Industrie um den Anschluss an den Mittellandkanal. […] Es ist dies ein Bericht vom Niedergang der einstmals berühmten Nebraer Sandsteinbrüche und der damit eng verbundenen Güterschifffahrt, aber auch die Geschichte von den Hoffnungen, welche der Baubeginn des neuen Mittellandkanals für die Schifffahrt auf der oberen Saale und Unstrut auslöste.“ - Das neue Werk „Kanal-Wünsche am Vorabend des 1. Weltkrieges (Entwicklungen und Projekte von 1906 bis 1914)“ von Michael Eile umfasst 258 Seiten mit 138 Abbildungen sowie Faksimiles historischer Dokumente.


Reinsdorfer Kirche

Dienstag, 9. Dezember 2025

Als freundliche Überlassung kam diesen Herbst eine Kopie der Abhandlung „Bilder aus der Reinsdorfischen Vergangenheit bis 1900“ aus der Feder von Gustav Krieger, der von 1902 bis 1932 dort Pfarrer war, zum Heimatverein ARATORA. Auf 107 Seiten gibt der Autor in der maschinenschriftlich verfassten Chronik sein Wissen über die Vergangenheit der Gemeinde Reinsdorf preis - eine äußerst abwechslungsreiche Darstellung der Historie unseres Nachbardorfes während der vergangenen zwei Jahrtausende. Beginnend mit der germanischen Zeit und dem Thüringer Reich wird sich sukzessive der jüngeren Reinsdorfer Ortsgeschichte angenähert, um dann detailliert zahlreiche Aspekte des Dorflebens zu beleuchten. - Dabei ist feststellbar, dass der Verfasser ein Gottesmann war, denn immer wieder werden das geistliche Leben und dessen Vertreter in Reinsdorf angesprochen. Das schadet dem Gesamtinhalt des Werkes aber in keinster Weise, vielmehr sind hierdurch zahlreiche Abgleiche mit anderen biografischen Abhandlungen, z. B. zur Geschichte von Pfarrern und Pfarrerfamilien, möglich. Eindrucksvoll ist auch die vorgelegte Liste der einstigen Geistlichen in Reinsdorf. - Gleichfalls umfangreichen Raum nehmen kriegerische Ereignisse ein, weiterhin viele familiengeschichtliche Informationen und Geschichten aus dem dörflichen Leben. - Trotz der Datenfülle im Manuskript wurden bislang keine gravierenden Fehler festgestellt, was sehr für die Zuverlässigkeit des Autors spricht. - Mit Gustav Kriegers Chronik von 1900, der DDR-zeitlichen Chronik von Gisela Rudolf und der „Beiträge zur Geschichte von Reinsdorf bei Artern“ (2009) unseres verstorbenen Vereinsmitgliedes Prof. Friedrich Schneppe hat die Gemeinde Reinsdorf fundierte historische Grundlagen zu weiteren Forschungen zur Dorfgeschichte. Um die Übersichtlichkeit von Kriegers Chronik zu forcieren, wurde zudem damit begonnen, anhand der auf den Einzelseiten behandelten Themen eine Übersicht begonnen, die als Register helfen soll, schneller Ereignisse, Personen usw. zu finden. - Unser Bild zeigt die Kirche St. Peter und Paul, dem Wirkungsort des Verfassers Gustav Krieger.


Historisches Oldisleben

Dienstag, 2. Dezember 2025

Dass der Besuch eines Weihnachtsmarktes eben nicht nur lukullische Nachfragen, Sehnsucht nach Adventsfrieden und Feiertagsatmosphäre befriedigen sollte, sondern auch wichtige heimatkundliche Aspekte umfassen kann, hat der Markt in Oldisleben am vergangenen Wochenende bewiesen. Unter den zahlreichen Besuchern auf dem Schulplatz fand sich auch der Ortschronist der Gemeinde Oldisleben ein und suchte das Gespräch mit dem ARATORA-Vorsitzenden. Eher nebenbei erwähnte er, dass soeben eine ortsgeschichtliche Veröffentlichung erschienen sei und auf dem Markt angeboten würde: „Historisches Oldisleben - Geschichten und Bilder einer thüringischen Gemeinde“ (unser Bild). Der Zusatz „Band 1“ ist zwar etwas hoch gegriffen, weil die Bezeichnung „Heft“ dem Umfang mit 44 Seiten eher gerecht geworden wäre, doch inhaltlich erwartet dafür den Leser ein buntes und abwechslungsreiches Querbeet aus der Vergangenheit des großen Dorfes an der Unstrut. Zahlreiche historische Illustrationen und Faksimiles unterstreichen die einstige Bedeutung des Ortes, zu Zeiten des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenachs aber auchdavor und danach. Gezeigt werden zahlreiche Gebäude und Grundstücke im Dorf (oft in Gegenüberstellung damals und heute), Kirche, Zuckerfabrik, Mühle, Brücken sowie Altbergbau nahe des Dorfes, ebenso bedeutende Persönlichkeiten aus Oldisleben. - Ein schönes Erstlingswerk mit Ausflügen in Historie, Familienforschung und Volkskunde haben die Autoren Steffen Beil und Michael Grimmer mit Hilfe vieler Einheimischer und offenbar viel Aufwand im Vorfeld der Publikation zustande gebracht haben. Bei den hoffentlich zu erwartenden Fortsetzungen sollten aber unbedingt der Schriftgrad des Begleittextes vergrößert bzw. die Fotos in jeweils großzügigeren Abmessungen reproduziert werden. Bei den hoffentlich zu erwartenden Fortsetzungen sollten aber unbedingt der Schriftgrad des Begleittextes vergrößert bzw. die Fotos in jeweils großzügigeren Abmessungen reproduziert werden. Dann werden Lesbarkeit und besser sichtbare Details auf den Fotos den Informationsgehalt noch spürbarer erhöhen.


Saale-Unstrut-Elster-Jahrbuch 2026

Dienstag, 25. November 2025

Im Vorfeld der Veröffentlichung des aktuellen Saale-Unstrut-Elster-Jahrbuches 2026 hat der herausgebende Saale-Unstrut-Verein für Kulturgeschichte und Naturkunde e.V. den Inhalt der 31. Ausgabe des Jahrbuches bekanntgegeben. Demnach wird sich das im Dezember 2025 erscheinende Buch erneut ausgewählten Aspekten aus Vergangenheit, Gegenwart und Natur der Saale-Unstrut-Elster-Region widmen. Der renommierte Mitteldeutsche Verlag, in dem das Werk publiziert wird, bewirbt die bevorstehende Neuerscheinung wie folgt: „Auch dem zweiten Jahrgang des Jahrbuchs unter dem erweiterten Namen Saale-Unstrut-Elster gelingt ein aufgefächertes Themenspektrum zur Geschichte und Naturkunde der südlichen Region von Sachsen-Anhalt. Naumburg setzt in diesem Jahr einen biografischen Schwerpunkt mit Beiträgen zu Carl Peter Lepsius (1775-1853) - dem Nestor der sachsen-anhaltischen Landesgeschichte -, Ernestine/Ernestina Mack/Schultze-Naumburg/Orlandini (1869-1965) - Künstlerin und Ehefrau des Architekten Paul Schultze-Naumburg - sowie Dorothea Buck (1917-2019) - Naumburgerin, Opfer des NS-Regimes, Künstlerin und Mitbegründerin des psychiatrischen Trialogs. Weitere Beiträge befassen sich mit der schulischen Sexualaufklärung im frühen 20. Jahrhundert sowie der Etablierung des Schulsports, der Geschichte der Naumburger Othmarskirche, der Identität der Uta von Naumburg und dem 120jährigen Jubiläum der u.a. von Max Klinger in Florenz begründeten Villa Romana. - Zeitz ist mit einem Beitrag zu den aktuellen Grabungsbefunden auf dem Gelände des ehemaligen Benediktinerklosters Bosau vertreten, während ein Artikel zum Erholungspark Mondsee bei Hohenmölsen Einblicke in die Wandlungsfähigkeit einer traditionsreichen Braunkohle-Bergbaulandschaft vermittelt. - Das besondere Kunstwerk ist im aktuellen Jahrbuch der sogenannte Kistritzer Altar im Naumburger Domschatz, an dem kürzlich eine umfassende kunsttechnologische Untersuchung vorgenommen wurde. Der Beitrag zur Naturkunde widmet sich dem seltenen Hirschkäfer und seinem Vorkommen in den Wäldern bei Goseck.“ – Das neue Saale-Unstrut-Elster-Jahrbuches 2026 umfasst 128 Seiten und ist mit Farb- sowie Schwarzweißfotos illustriert. Die Bestellnummer des Buchhandels lautet ISBN 978-3-68948-104-9.


Kleindenkmale Landkreis Sangerhausen

Dienstag, 18. November 2025

„Kleindenkmale mit rechtshistorischer und kultischer Bedeutung im Altkreis Sangerhausen (1952-1990) - Eine Bestandsaufnahme“, unter diesem Titel (unser Bild) veröffentlichte vorige Woche das Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz in Roßla den achten Band seiner Schriftenreihe mit einer grandiosen Gesamtdarstellung. Vor Drucklegung waren allerdings vier Jahrzehnte Vorarbeiten nötig, die die Autoren Heinz Noack, Steffi und Sophie Rohland aus Bennungen, langjährige Bodendenkmalpfleger des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, gern auf sich genommen und nun ein Buch darüber publiziert haben. Dessen Umfang beträgt 516 Seiten und kommt mit sagenhaften 791 historischen und aktuellen Abbildungen einher! - Nach einer Einführung mit Vorstellung der aufgenommenen Arten und deren Forschungsgeschichte im ehemaligen Landkreis Sangerhausen schließt sich eine detaillierte Vorstellung in Text und Bild an. Aufgenommen worden sind folgende Kleindenkmalarten: Steinkreuze bzw. Kreuzsteine, Bauern- oder Dorfsteine, Gerichtssteine, Graue Steine, Blutsteine bzw. -bäume und -raine, Pranger, Halseisen, Blaue Steine, Menhire, Näpfchensteine und Wetzrillen, Nagelsteine, Bildstöcke und ausgewählte namentragende Steine. - Der Katalogteil ist alphabetisch gegliedert und enthält rezente als auch verschollene Kleindenkmale. Diese sind nach ihrer Art, Aussehen, Geschichte und Standort tabellarisch beschrieben. Der sich anschließende Bildteil wurde nach Gemarkungen gegliedert, eine Karte weist die jeweiligen Standorte der Kleindenkmale aus. Die zugehörigen Abbildungen geben den heutigen Zustand als Bild und maßstäbliche Zeichnung sowie die jeweilige Standortsituation wieder. Ergänzend wurden auch historische Bilder beigefügt. - „Kleindenkmale mit rechtshistorischer und kultischer Bedeutung im Altkreis Sangerhausen (1952-1990) - Eine Bestandsaufnahme“ ist für die Fachbehörden und Kommunen ein wichtiges Arbeitsmittel beim Schutz dieser Denkmalarten und gleichzeitig für ehrenamtliche Denkmalschützer bzw. heimatgeschichtlich interessierte Bürger ein wichtiges, umfassendes Nachschlagewerk. - Getrost könnte man diese neue Publikation, in der zehntausende ehrenamtliche Arbeitsstunden im Gelände, in Museen und Archiven, über alten Akten und Landkarten sowie am Computer stecken, als Lebenswerk des Hauptautors verstehen, wenn dieser nicht noch eine andere „Schwäche“ hätte - nämlich die Erforschung der Geschichte des Dorfes Questenberg. Die Vergangenheit dieser Gemeinde im Südharz umfänglich darzustellen, ist ein weiterer Herzenswunsch von Heinz Noack, den er sich noch vor dem Jahreswechsel erfüllen wird, weil dann sein Chronikwerk über Questenberg erscheinen wird. Dieses wird sogar noch umfangreicher als das eben kurz vorgestellte Denkmalbuch! Bis es jedoch soweit ist, bleibt noch genügend Zeit, letztere Veröffentlichung durchzuackern, um sich an den scheinbar nicht enden wollenden Fotos, Texten, Karten, Tabellen, Auflistungen, Faksimiles und Quellenverzeichnissen abzuarbeiten. - Chapeau für solch unendliches heimatgeschichtliches Engagement, das aus der tiefen Verbundenheit zur Region um den Kyffhäuser, den Südharz und die Goldene Aue resultiert!


Artern in alten Zeiten

Dienstag, 11. November 2025

Der bereits länger erwartete Bildband „Artern in alten Zeiten - Fotografische Reisen in die städtische Vergangenheit“ (unser Bild) mit zahlreichen historischen Illustrationen wird demnächst veröffentlicht! Ab Montag, 24. November 2025 kann das neue Buch mit über 120 historischen Abbildungen von der Kaiser- bis zur DDR-Zeit beim Heimatverein ARATORA sowie im Spielzeugladen idee+spiel“ in der Wasserstraße 1 erworben werden. - Der Inhalt des siebten Arterner Bildbandes in Folge besteht aus mehrheitlich seltenen bis noch nie publizierten Abbildungen aus der Stadtgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Mehr als zwanzig Privatpersonen und Einrichtungen haben hierzu historische bildliche Belege beigesteuert. Allerdings ist die Auflage des Buches auf 200 Exemplare beschränkt, weswegen vor allem auswärtige Interessenten verbindliche Vorbestellungen tätigen sollten. Der Verkaufspreis musste herstellungsbedingt moderat angehoben werden.


Kirchenakte Orgel

Dienstag, 4. November 2025

Beim Studium der kürzlich erworbenen, in die Zeit um 1700 zu datierenden Akte „Inventar d. KK. z. Artern“ wurde eine besonders interessante Nachricht ermittelt, die Licht auf die frühe Geschichte der Orgel in der Arterner Marienkirche wirft. Zwar war aus einer Sekundärquelle bereits bekannt, das ein solches Instrument zwischen 1693 und 1697 vom Mechanikus Thiele aus Erfurt errichtet worden wein soll, allerdings wurde die zeitgenössische Herkunft eben dieser wichtigen Nachricht leider verschwiegen. Besagte Informationslage hat sich nun geändert, denn in obiger Kirchenakte wird über den Orgelbau wie folgt berichtet: „Außer dem ist noch zu melden, daß ein ziemlig groses Orgel war in der Kirchen, so Anno 1693 Michaelis zu bauen angefangen und Ao. 1698 Michaelis auff bürgerl. Kosten Verfertiget“ (unser Bild). - Diese Nachricht besagt demnach nicht mehr und nicht weniger, als dass bereits zehn Jahre nach dem großen Stadtbrand von 1683 eine neue Orgel in die Marienkirche eingebaut worden ist, und zwar auf Kosten der durch das Großfeuer eh schon arg gebeutelten Bürgerschaft. - Der offenbar klerikale Verfasser schob deshalb noch die Ergänzung nach, dass auch aus der Kirchenkasse Gelder dafür bereitgestellt worden waren: „Zum orgelbau md [?] aus der Kirchen Kommen ao. [16]94. 174 [Taler], 2 [Groschen], 2 [Pfennige] laut Kirch:Rechnung de ao. [16]93 biß [16]94“ (unser Bild). - Mit diesen wenigen Zeilen ist also die Errichtung der Orgel im späten 17. Jahrhundert nunmehr eindeutig und beleghaft mittels einer zeitgenössischen Quelle bezeugt. Damit kann das Alter dieses Instruments historisch verbindlich um ein halbes Jahrhundert zurückdatiert werden (bislang 1744). Ggf. sind Teile der heutigen Orgel sogar noch dieser alten Orgel zuzuordnen. Das wird eine künftige Aufgabe der Orgelhistoriker und -bauer sein. 


Marienkirche Südseite

Dienstag, 28. Oktober 2025

Die nach dem vor einiger Zeit getätigten Erwerb von historischen Akten des 16. und 17. Jahrhunderts gehegte Hoffnung, dass sich noch weitere Unikate aus dem längst aufgelösten Archiv der Superintendentur bzw. Pfarrei Artern finden würden, hat sich tatsächlich zwischenzeitlich erfüllt. Neben Material aus dem 19. Jahrhundert, überwiegend Abrechnungen von Bau- und Reparaturarbeiten an der Marienkirche (unser Bild), stach eine Mappe mit dem unscheinbaren Titel „Inventar d. KK. z. Artern“ gleich ins Auge. Bereits Schriftbild und Tinte ließen auf den ersten Blick eine grobe Datierung ins endende 17. oder beginnenden 18. Jahrhundert zu. Diese Vermutung wurde beim Vertiefen in die Akte insofern bestätigt, als dort Personennamen auftauchten, die in eben jene Zeit zu datieren sind. Dies näher zu untersuchen wird die Aufgabe über das Winterhalbjahr sein! - Indirekt wurde vorab aber bereits festgestellt, dass das Verzeichnis kurz nach dem großen Stadtbrand von 1683 erstellt wurde, wohl um den Ist-Zustand des Kircheninventars sowie die Erfassung und Verpachtung von Kirchenland niederzuschreiben. - Einleitend steht die „Historica und Nachrichtl. Beschreibung der Arterischen Kirche in der Neustadt“, danach folgen zahlreiche bewegliche und unbewegliche Inventare des Gotteshaus, teils mit Nennung von Spendern und Stiftern. Einen größeren Umfang nehmen anschließend die Kirchenländereien sowie die damals aktuellen Stände derer Verpachtungen und Erlöse ein. - Mit besagter Akte ist ein sehr schönes Belegexemplar Arterner Kirchengeschichte zurück und wird sicherlich noch manches Details offenbaren, um die Geschichte des Gotteshauses transparenter zu machen, so z. B. auch dieses historische Kuriosum. Als Inventar erwähnt wird in obiger Akte: „Von den Kirchen Kosten gekaufft die Kirchen Agenda […] gedruckt Ao. 1580“. Eben diese Kirchenagenda wurde erst vor einigen Jahren vom Heimatverein ARATORA aus privatem Besitz erworben, saniert und dem Kirchenarchiv unseres Kirchenkreises überlassen. So schließt sich der Kreis nach nach fast 450 Jahren!


Sammlung Anzeiger

Dienstag, 21. Oktober 2025

Nichts ist so langweilig wie die Zeitung von gestern - es sei denn, es ist eine von vorgestern oder aber noch älter! In diesem Fall werden sogar die Werbungen interessant. So geschehen vor kurzer Zeit, als eine Anruferin folgenden Sachverhalt schilderte: Abgegeben werden soll rund ein halber Zentner historische Zeitungen aus Artern, die aus dem Südharz mitgebracht worden sind, wo sie bislang in Dietersdorf lagerten. Dort wohnt eine mittlerweile betagte Dame aus der Familie des einst hiesigen Buchdruckers Alfred Hoffmann, dessen Betrieb bekanntlich in der Fräuleinstraße ansässig war. Hoffmann hatte seinerzeit die täglichen Ausgaben seines Arterner Anzeigers einbinden lassen und als Herstellerexemplare beiseite gelegt. Wann und wie diese Folianten von Artern nach Dietersdorf gekommen sind, ist unbekannt. Immerhin blieben sie dort erhalten und zwar überwiegend in gutem bis sehr gutem Zustand. Aus Dietersorf brachte sie obige Anruferin schließlich nach Artern mit und überreichte die Zeitungen dem Heimatverein ARATORA als Schenkung. - Neben Dutzenden von Ausschnitten, Einzelseiten und fliegenden Blättern liegen nun 14 akkurat gebundene Viertel- bzw. Halbjahresbände aus der Zeit zwischen 1915 und 1920 (mit Lücken) vor. Besonderer Clou der Sammlung aber sind Dutzende Sonderausgaben des Arterner Anzeigers, die außerhalb der regulären Erscheinungstermine des Blattes kurz und prägnant auf nur einer Seite über damals hochaktuelle Kriegs- u. a. Ereignisse in Deutschland, Europa und der Welt informierten. - Auch und besonders von Interesse sind etliche Sonderdrucke, die vor der amerikanischen bzw. russischen Besatzung 1945 veröffentlicht worden sind und deren Aussagen in der Retrospektive mehr als fragwürdig erscheinen. So erklärte z. B. die US-Truppenführung auf einem Flugblatt, dass sie „nicht gegen Zivilisten Krieg“ führe und „Väterchen“ Stalin versicherte gar, dass die Sowjetarmee „im Geiste der Achtung der Rechte anderer Völker erzogen ist.“ - Der Herbst wird dazu dienen, sukzessive die Inhalte der Folianten zu sichten bzw. die wichtigsten Artikel und Informationen zu digitalisieren. Zu Beginn des Jahres 2026 kommt die Sammlung in das Stadtarchiv Artern, womit dortige Lücken im Bestand des Arterner Anzeigers geschlossen werden können. - Unser Bild zeigt den schwergewichtigen Fundus dieser wertvollen Zeitungskollektion aus der Zeit des Ersten Weltkrieges und der frühen Nachkriegszeit.


Wappen Ungewitter

Dienstag, 14. Oktober 2025

Im Zusammenhang mit einer großen Sippentafel, in der Familien aus Artern und Umgebung vom 16. bis 21. Jahrhundert integriert worden sind, und an der seit mittlerweile sechs Jahren permanent gearbeitet wird, stellte sich auch die Frage nach dem Vorhandensein historischer Wappen bürgerlicher Familien, vorrangig aus obigem Arbeitsgebiet. Diese werden gesucht, weswegen hier um Mitarbeit gebeten wird! - Nachstehende Arterner Familien sind als Wappeninhaber bislang bekannt: Engelhardt, Esbach, Flitner, Helm, Keßler, Weidler, Ungewitter und Ziehme. Es ist aber davon auszugehen, dass weitere historische Wappen (keine modernen Neuschöpfungen) bzw. Wappenträger aus dem heimischen Bürgertum existieren. Diese sollen zunächst erfasst und katalogisiert werden, weswegen Informationen und Bereitstellung von entsprechendem Material herzlich erbeten sind. Gesucht werden Wappen bürgerlicher Familien bzw. Familienglieder (also keine Adeligen), die in Artern geboren, gelebt und/oder ebendort gestorben wird, weiterhin deren Blasonierung. - Als Beispiel einer solchen Beschreibung dient nachstehend das Wappen der Familie Helm aus „J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch“ von 1906 als Beispiel: „ursprünglich aus Artern an der Unstrut (Prov. Sachsen), 1823 in Oerlikon, 1860 in Zürich verbürgert. Wappen: in B. [Blau] eine schräggestellte s. [silberne] Axt. Helm: wachs. [wachsender] Mann in b. [blauer] Kleidung und Spitzhut, alles s. [silber] aufgeschlagen, die Axt auf der Schulter tragend, Decken: b. s. [blau silbern]“. - Unser Bild zeigt ein sog. redendes Familienwappen mit dem eher selten genutzten Blitz als gemeine Figur. Es ist dem einst überwiegend in Artern und Allstedt ansässig gewesenen Geschlecht Ungewitter zugehörig und wurde dem künstlerisch gestalteten „Stamm=Baum des nordthüringischen Geschlechts Ungewitter“ entnommen.