Artern

Zur freundlichen Beachtung & aktuelle Meldungen

Vortrag

Freitag, 22. Juni 2018

1543: Was für ein Jahr vor 475 Jahren! In Artern hielt die Reformation Einzug – zeitlich recht spät und auch der Angepasstheit der jungen Grafen von Mansfeld an die allgemeine Entwicklung geschuldet, da doch deren Vorregenten das Luthertum noch aufs heftigste bekämpft hatten. – Nachdem die vergangenen zehn Jahre landauf, landab dem Reformator nebst Personen aus dessen Dunstkreis mit der Luther-Dekade und tausenden Veranstaltungen gehuldigt worden war, tat es gut, am Donnerstag vergangener Woche Details aus der lokalen und regionalen Geschichte erfahren zu dürfen. Referent Dr. Axel Römer aus Pulheim, ein gebürtiger Arterner, widmet sich bereits seit vielen Jahren der Zeit der Reformation in unserer Heimat und offenbarte den mehr als vierzig Besuchern in der Schönfelder Kirche das genannte Jahr als religionsgeschichtlich bedeutsam für unseren Teil der damaligen Grafschaft Mansfeld. Dieses Datum machte er rechnerisch fest an diversen Dokumenten bzw. Recherchen über das Wirken von evangelischen Pfarrern in dieser Zeit. Mit Beispielen aus seinen sehr tiefgründigen Forschungen fixierte er die Einführung von Luthers Glaubenslehre besonders an den damaligen „kleinen Leuten“, um dann auf die geistlichen Würdenträger vor Ort einzugehen. Es kristallisierte sich heraus, dass die frühere Reformationszeit keineswegs geradlinig verlief, sondern zahlreiche innerkirchliche Probleme sowie persönliche Dissonanzen zu bewältigen waren. Klar, dass in einer guten Stunde Referat die vielfältigen Studien von Dr. Römer nicht ansatzweise zur Sprachen kommen konnten, und doch waren die Besucher dankbar, die Reformationszeit einmal so informativ aus lokaler Sicht präsentiert bekommen zu haben. Organist Peter Telschow intonierte aus gegebenem Anlass zwei Versionen von „Ein feste Burg ist unser Gott“, und die Gäste sangen gern mit. – Im Anschluss gab’s Getränke und Imbiss, ehe die Zeit mit Gesprächen und Blättern in mitgebrachten Büchern wie im Fluge verging. Bleibt zu hoffen, dass sich in 25 Jahren noch jemand an diesen Abend und die damit verbundene Mitteilung des Jahres 1543 als Beginn der Lutherzeit in Artern und Schönfeld erinnert und dann vielleicht mit einer ähnlichen Veranstaltung das 500. Jubiläum von Luthers Lehre hier gewürdigt wird. – Unser Bild zeigt den Referenten und Organisatorin Ursula Telschow aus Schönfeld in der Kirche St. Kilian, dahinter der Abendmahlskelch von 1550 mit dem Koalitionswappen der Häuser von Mansfeld und von Solms, den Pastorin Lena Burghardt als zeitgenössisches Objekt eigens aus der Marienkirche Artern mitgebracht hatte. Auch die vom Heimatverein ARATORA zuvor zur umfänglichen Sanierung gegebene Kirchen-Agenda aus Artern von 1570 konnte als bedeutendes Druckwerk betrachtet werden. Axel Römer hat dazu sogar seine ganz eigene Theorie und spekulierte aufgrund von handschriftlichen Notizen in diesem Buch, ob dieses nicht sogar als zuvor Schönfelder Kirchen-Agenda anzusprechen sei, ehe sie nach Artern kam. Wer weiß das schon, oder besser: Gott sei Dank, denn auch deswegen gibt es am Thema der lokalen Auswirkungen der Reformation auch künftig noch zu forschen.


Subbotnik

Dienstag, 19. Juni 2018

In eine nicht allzu ferne Vergangenheit führt der nächste Vortrag des Heimatvereins ARATORA an diesem Donnerstag, 21. Juni 2018 um 18.30 Uhr im Gemeinderaum der evangelischen Kirche in Artern, Harzstraße 16 (ehemaliges Kirchenverwaltungsamt). Hierzu wird besonders herzlich eingeladen. Im Mittelpunkt stehen über 300 Aufnahmen aus den 1970er und 1980er Jahren, die fast ausschließlich den damaligen Wohnbezirk IV und etliche seiner Bewohner sowie Arbeiten im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) zeigen (unser Bild zeigt Reinigungsarbeiten am Goetheplatz). Der angekündigte Vortrag wird deshalb auch keine Präsentation im klassischen Sinne sein, vielmehr werden die Besucher diesmal gebeten, die gezeigten Fotos (möglichst kurz) zu kommentieren. Zu sehen werden u. a. sein: Weinberg, Franz-Schubert-Straße, der „legendäre“ Konsum in der Karl-Liebknecht-Straße, die Schillerstraße, Siedlung, der Goethe- und Pestalozziplatz, Lindenstraße, Puschkinstraße u. a., zudem diverse Arbeitseinsätze und Subbotniks sowie sicherlich längst vergessene Details aus diesen Straßen zu später DDR-Zeit. Eintritt wird nicht erhoben, um Spenden zur Wiederherstellung der Orgel-Statik in der Kirche wird herzlich gebeten!


Signatur

Freitag, 15. Juni 2018

Das Anfang dieses Jahres erworbene Gemälde „Die Unstrut bei Artern“ von 1944 (siehe aktuelle Meldung vom 2. Februar 2018) befindet sich nicht mehr beim Heimatverein ARATORA! Der Grund hierfür war aber völlig beabsichtigt: Das 109 x 87 Zentimeter messende Bild, bis vor kurzem in Familienbesitz in Jena gewesen, wird nämlich demnächst neugerahmt und ist sich deshalb seit vergangener Woche in einer Fachwerkstatt in Sondershausen. Wenn die Vorschläge für die neue Rahmung vorliegen, kann die Arbeit dort beginnen. Favorisiert wird Braun als Farbe, bislang hatte das Bild einen schwarzen Rahmen mit Silberstreif. Zuvor aber wird das Ölgemälde noch einer Reinigung unterzogen, soweit das eben möglich ist. Mit dieser Maßnahme soll das bereits leicht verblasste Bild aufgehellt und dessen Oberfläche von binnen weit mehr als sieben Jahrzehnte angesammeltem Staub, Rauch und Ofenqualm befreit werden. Wenn das Gemälde fertig ist, wird es vorübergehend öffentlich präsentiert. Bis dahin kann auch über den Ort einer späteren dauerhaften Präsenz nachgedacht werden. – Mit dem Aufkauf sowie der bevorstehenden Werterhaltung wurde ein bislang unbekanntes und heimatgeschichtlich wertvolles Dokument aus der Geschichte Arterns und der Unstrut für die Zukunft erhalten! Zudem steht auch eine umfangreichere  Vorstellung in einer Publikation bevor. In dem in Arbeit befindlichen Nachfolgeband von „Die Unstrut - Geschichte(n) vom Fluss zwischen der Sachsenburger Pforte und dem Wendelstein“ wird ein Foto sowie ein beschreibender Text veröffentlicht. – Unser Bild zeigt ein wichtiges Detail auf dem Gemälde „Die Unstrut bei Artern“: die Signatur „EE“ für Ewald Engelhardt“ als Maler mit einer „44“ für 1944, dem Jahr der Herstellung des Bildes.


Vereinsfest 2018

Dienstag, 12. Juni 2018

Das Fest der Vereine im Sole-Schwimmbad am vergangenen Sonnabend war trotz des heißen Wetters aus Sicht des Heimatvereins ARATORA abermals eine besonders erfolgreiche Veranstaltung! Nachdem tags zuvor der neue Bildband „Alt-Artern in Bildern – Die Fotosammlung des Schlossermeisters Hans Burghardt (1897-1970)“ seitens der Buchbinderei ausgeliefert worden war, ließen die Interessenten nicht lange auf sich warten (unser Bild)! Die sehr gute Frequentierung unseres Standes sowie die durchweg positiven Äußerungen zeigten an, dass auch dieses Buch wieder Freunde finden wird. Im Durchschnitt wurden am letzten Samstag alle 4,5 Minuten ein Bildband veräußert! (Mit Stand von gestern 12.00 Uhr waren es sogar bereits sage und schreibe vierzig Prozent der Gesamtauflage, die dank des „Guten Buches“ in Artern verkauft worden sind!) Am Rand des Vereinsfestes gab es erneut aufschlussreiche Gespräche, und als erfreulicher Nebeneffekt erfuhr die Bildersammlung unseres Archivs ansehnlichen Zuwachs: Zwei Bürger gaben Dutzende historischer Fotos mit schönen Arterner Ansichten aus den 1920er bis 1960er Jahren ab. Ebenso wurde für die Sanierung des Versteinerten Baumes an der Veitskirche gespendet. Dafür unser ganz herzlicher Dank, ebenso für diesbezügliche Vorankündigungen zur Überlassungen von weiteren Dokumenten aus der Vergangenheit Arterns. – Abschließend, der mehrfach geäußerten Nachfrage wegen: Ein dritter und voraussichtlich auf absehbare Zeit hin letzter Teil der Bildbandserie wird bereits mental, aber auch schon tätig vorbereitet. Dessen Arbeitstitel lautet „Damals in Artern“ und wird sich diesmal voraussichtlich aus zwei bis drei Privatsammlungen mit alten Bildern zusammensetzen. Kern werden Arterner Fotos aus den 1930er Jahren sein, die uns im vorigen Jahr aus Sangerhausen zur Verfügung gestellt worden waren. Jedoch ist eine Publikation in 2018 unwahrscheinlich, zumal Anfang Oktober noch der (N)Ostalgie-Kalender für 2019 veröffentlicht wird. Realistisch für Teil 3 der Bildband-Serie ist der Sommer 2019.


Siegel 1928

Freitag, 8. Juni 2018

Eine Buchveröffentlichung sowie ein historisches Referat stehen dieser Tage als öffentlichkeitswirksame Termine an. Auf beide soll nachstehend kurz hingewiesen werden: Nachdem der im Vorjahr publizierte Bildband „Alte Heimat Artern“ zwischenzeitlich beinahe ausverkauft ist, wird die nächste Veröffentlichung des Heimatvereins ARATORA am morgigen Sonnabend anlässlich des Tages der Vereine ab 14 Uhr im Arterner Sole-Schwimmbad angeboten: „Alt-Artern in Bildern – Die Fotosammlung des Schlossermeisters Hans Burghardt (1897-1970)“. In Aufmachung, Layout und Umfang wurde dieser Bildband jenem von 2017 fast vollständig angeglichen, sodass quasi eine Fortsetzung desselben vorliegt. Die dafür genutzten 124 historischen Fotos auf 128 Seiten sind erst vor kurzer Zeit als Schenkung überlassen worden und stellen ebenfalls wichtige Dokumente der Stadtentwicklung seit den 1880er Jahren dar. Viele der attraktiven Aufnahmen hatten zudem den Vorzug, dass sie in den originalen Fotoalben teils mit datierten Bildunterschriften versehen worden sind. Nicht wenige eben dieser Bilder mit Arterner Ansichten waren in der Ortsgeschichtsforschung bislang völlig unbekannt und werden somit erstmals veröffentlicht! Ab Montag, 11. Juni wird das Buch, das mit einer Auflage von lediglich 300 Exemplaren erscheint, auch im „Guten Buch“ Artern sowie beim Heimatverein ARATORA erhältlich sein. Der Preis beträgt 12,00 Euro. – Zum Vortrag: Als eines seiner Hauptpunkte lokal- und regionalhistorischer Forschungen hat sich unserer Vereinsmitglied Dr. Axel Römer schon seit Jahren verschiedensten Aspekten der Reformationszeit in Artern und Schönfeld angenommen. Diese werden nun in einem Vortrag präsentiert. Hierzu wird herzlich wie folgt eingeladen: Donnerstag, 14. Juni 2018 um 19.00 Uhr in der Kirche St. Kilian in Schönfeld. Im Fokus der Präsentation stehen dann seine Forschungen um Geschehnisse und Abläufe, die in genanntem Zusammenhang in obigen Ortschaften relevant waren. Anhand ausgewählter Themen werden die damaligen, großen kirchlichen und kirchenpolitischen Umwälzung auf die kommunale Eben herunter gebrochen und somit Luthers Wirken und Werk sowie damit verbundene Details auf der Ebene der Städte und Dörfer nahegebracht. Dabei wird Dr. Axel Römer seine Forschungsergebnisse in gewohnt populärer und fesselnder Art und Weise vortragen. Besonders an der Heimatgeschichte Interessierte dürften von den anspruchsvollen und detaillierten Ausführungen des Referenten profitieren. – Unser Bild zeigt ein historisches, allerdings viel jüngeres Dokument aus Schönfeld: ein Siegelabdruck von 1928.


Kyffhäuser in Wolken

Dienstag, 5. Juni 2018

Mykologie ist die Wissenschaft von den Pilzen und beschäftigt sich mit der Erforschung dieser Lebewesen aus dem dritten Reich eurakyotischer Geschöpfe neben Tiere und Pflanzen. Eine Sage aus dem alten Griechenland will, dass der Held Perseus die Stadt Mykene an eben jener Stelle gründete und benannte, wo er sich mit Wasser erfrischte, das sich im Hut eines Pilzes gesammelt hatte. Nicht ganz so weit weg führt unsere heutige aktuelle Meldung, in der wird um Mithilfe gebeten. – Am Wochenende erhielt der Heimatverein ARATORA eine Anfrage, die Unterstützung für eine geplante Fachveröffentlichung betreffend. Diese soll die schon angesprochene Pilzkunde zum Inhalt haben, speziell deren Vertreter in Sachsen-Anhalt. Da der Kreis Artern seit 1952 gleichfalls zum Bezirk Halle/S. gehörte, wird dieser ebenfalls in die avisierte Publikation Einzug halten. Im Kern sollen dort Personen vorgestellt werden, die ehrenamtlich bzw. auf Amateurbasis in der Pilzkunde tätig waren. Im Kyffhäuser-Raum war der Pilzsachverständige Kurt Engelmann aus Bad Frankenhausen eine dieser Koryphäen. Während dessen Leben und Wirken gut dokumentiert sind, ist das bei dem ebenfalls schon verstorbenen Otto Sieber aus Artern nicht der Fall. Viele erinnern sich noch an seine Pilzberatungs- und Verkaufsstelle in der damaligen Ernst-Thälmann-Straße 19 neben Krügers, und manchen hat er auch mit zur Pilzsuche ins Kyffhäuser-Gebirge genommen. – Zur Unterstützung der angesprochenen Veröffentlichung wird hiermit um Mithilfe gebeten, besonders Daten zur Erstellung einer Biografie von Otto Sieber betreffend. Für die, die ihn kannten, war er schon vom Äußeren her eine auffällige Erscheinung: wald- und wiesenrelevante Kleidung, Rucksack, Zigarette im Mundwinkel und sonnengebräunte Lederhaut. Ebenso von Interesse: wo befanden sich zu DDR-Zeiten weitere Pilzberatungsstellen? Vielleicht gibt es sogar noch andere Pilzfreunde, die sich über die Suche für den eigenen Verzehr hinaus in der Mykologie und der Pilzberatung verdient gemacht haben. Relevant wären neben dem Altkreis Artern in der weiteren Nachbarschaft die Altkreise Sangerhausen, Eisleben Querfurt und Nebra. – Unser Bild zeigt den Blick vom Arterner Weinberg zum hier mit in Wolken eingehüllten Kyffhäuser am 27. November 2016.


Provinzstein Reindorfer Straße

Freitag, 1. Juni 2018

Die Instandsetzung bzw. Wiedererrichtung von inzwischen fünf historischen Kleindenkmalen in Artern seit Frühjahr 2015 ist auch über die Grenzen unserer Stadt hinaus nicht unbemerkt geblieben, wurde sogar teilweise sehr interessiert und aufmerksam verfolgt: von Heimatfreunden und Fachleuten! Wer den noch bis vor kurzem jeweils sehr bemitleidenswerten Zustand des Luther-, Friedens- und Wappensteins, zudem des „Provinzsteins“ in Erinnerung hat, kann die nunmehr umgesetzten erhaltungstechnischen Maßnahmen zumindest optisch einschätzen, auch ohne die dafür getätigten, nicht unerheblichen Kosten zu kennen. Als aktuelle Sammelaktion wird versucht, Mittel für die Sanierung des „Versteinerten Baums“ an der Veitskirche und eine Gedenktafel am Friedhof zu erschließen. Nicht vergessen werden darf, dass ungefähr zeitgleich auch hinsichtlich der Sanierung einmaliger Bücher aus dem Arterner Kirchenarchiv beträchtliche Summen seitens des Heimatvereins ARATORA aufgewendet worden sind! – Eine überregionale Würdigung eines Teils dieser ehrenamtlichen Arbeit wird im zweiten Halbjahr 2018 in einer Fachzeitschrift erfolgen: im Meilensteinjournal der Forschungsgruppe Meilensteine e.V., deren Mitglieder sich der Erforschung und dem Erhalt von Denkmalen der Verkehrs-, Post-, Straßen- und Vermessungsgeschichte widmen. Im Fokus der nächsten Ausgabe wird auch die Sanierung und Aufstellung des „Provinzsteins“ in der Sangerhäuser Straße stehen, weiterhin die Neusetzung eines identischen Denksteins in der Reinsdorfer Straße (unser Bild). Diese „Provinzsteine“ sind Denkmale der preußischen Straßengeschichte und hier verknüpft mit der Errichtung der Chaussee von Sangerhausen nach Kindelbrück seit 1830. Die jeweiligen Inschriften „Stadt Artern“ und „Provinz“ markieren damals festgelegte Fixpunkte, ab denen die Zuständigkeiten bei der Straßenbewirtschaftung usw. festgelegt worden sind; die Steine definieren also keine Ortseingänge, wie oft fälschlich angenommen wird. – In dieser Woche wurde der für das angesprochene Magazin zu veröffentlichende Text abgestimmt, weiterhin die Bebilderung im Meilenstein-Journal besprochen. Interessierte können sich gern unter https://forschungsgruppe-meilensteine.de/ informieren.


Pforte Friedhof

Dienstag, 29. Mai 2018

Der sukzessive Niedergang der Sepulkral-Kultur in Deutschland hat längst auch auf dem flachen Lande Einzug gehalten: grüne Wiesen statt Grabstätten, bestenfalls Namenstäfelchen ohne Lebensdaten statt Grabsteine usw. Auch der Arterner Friedhof wird von dieser Anonymisierung und Simplifizierung der Begräbnis-, Trauer- und Erinnerungskultur nicht verschont. Noch in den 1920er Jahren als einer der schönsten Friedhöfe Deutschlands gelobt, wird dessen Belegung in den Revieren sukzessive ausgedünnt, wovon z. B. stetig anwachsende Rasenflächen künden. – Nur wenig bekannt ist, wem die Arterner ihren Friedhof verdanken und welche Geschichte sich mit dem Gelände verbindet: Aus der Not heraus, weil die Kapazitäten des alten Gottesackers um die Veitskirche ausgeschöpft waren, hatte sich 1828, nicht ohne Vorwissen des Magistrats, der hiesige Superintendent Christian Sebald Schiller (1766-1842) an den preußischen Monarchen gewandt um, „der Stadt Artern einen schicklichen und hinreichenden Erdraum zu einem neuen Gottesacker allergnädigst und huldreich als Geschenk zu gewähren“. Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) überließ daraufhin die östliche Hälfte des Salztals zur Schaffung eines neuen Friedhofs, dessen Weihe nach Umgestaltung des Geländes am 9. Juni 1833 feierlich und dankbar vollzogen worden ist. Die erste Beerdigung fand lt. Kirchenbuch bereits zwei Tage zuvor statt. Einige Grabdenkmale aus der Frühzeit des Arterner Friedhofes sind noch erhalten. – In seinem Bericht über diese Friedhofsweihe sprach Sup. Schiller den innigen Wunsch aus: „Möchte doch eine Gedenktafel in dem inneren Raume des neuen Gottesackers auch den Nachkommen verkündigen, daß Arterns Bewohner diesen Friedhof dem Könige Friedrich Wilhelm III. verdanken!“ – Dass dieses löbliche Ansinnen des Gottesmannes bislang nicht umgesetzt wurde ist bekannt! Deshalb wird nun, 185 Jahre später, durch den Heimatverein ARATORA geprüft, ob und wo eine solche Tafel im Eingangsbereich angebracht werden könnte. Ein Vorschlag für die Textgestaltung wurde bereits erarbeitet. Vorbehaltlich der Möglichkeiten der Finanzierung sowie der Dauer der Herstellung könnte vielleicht schon in diesem Herbst das Erinnerungsmal montiert werden. – Unser Bild zeigt die Pforte zum Arterner Friedhof aus den 1930er Jahren. Dieses Foto ist auch im neuen Bildband „Alt-Artern in Bildern“, der am 9. Juni 2018 erscheint, veröffentlich.


Hämmer

Freitag, 25. Mai 2018

Der 25. Deutsche Mühlentag am vergangenen Pfingstmontag war mit einer ganztägigen Tour zu Mühlen der Region zeitlich und inhaltlich bestens ausgefüllt. Ziele waren die Kupferhütte in Bottendorf an der Unstrut, die Klostermühle Mönchpfiffel an der Rohne, die Gutsmühle in Oberröblingen/Helme und die Obermühle in Edersleben. Diese Objekte waren nicht ohne Bedacht ausgewählt worden, schließlich wird auch das Mühlenwesen in der Fortsetzung von „Die Unstrut - Geschichte(n) vom Fluss zwischen der Sachsenburger Pforte und dem Wendelstein“ im Brennpunkt weiterer historischer Betrachtungen stehen. Derzeit wird wieder in jeder freien Minute am Manuskript gearbeitet! Die teils umfangreichen und zeitraubenden Recherchen zuvor sind bereits für zwei Drittel der Texte abgeschlossen, das sind 80 Artikel von geplanten 120, vielleicht sogar 130 Aufsätzen zur Unstrut-Geschichte zwischen 1750 und 1950. – In erwähnten vier Mühlen fanden sich denn auch zahlreiche historische Gegenstände, Akten sowie Hinweise, die als Motive bzw. Anregungen für weitere Forschungsarbeit genutzt werden, wobei besonders ausgestellte „Kleinteile“ zur Illustration dienen könnten. Zahlreiche, auch dem neuen Buch nützliche Gespräche und Erkenntnisse kamen hinzu. Auf der Besuchstour wurde sogar eine „verschärfte“ Erinnerung ausgesprochen, einen längst versprochenen und noch immer nicht wahrgenommenen Termin zwecks Abholung historischer Fotos mit Flussmotiven nachzuholen (Auch hierdurch, und das ist bei weitem kein Einzelfall, wird das weiterhin hohe Interesse am Thema „Unstrut“ sinnfällig dokumentiert). Erfreulich zudem: In der Kupferhütte Bottendorf ist die farbige Kopie eines großen handgezeichneten Situationsplans von dort bis nach Roßleben publikumswirksam in die Ausstellung integriert worden. Dieses Objekt stammt aus dem Archiv des Heimatvereins ARATORA und zeugt gleichfalls von der Nützlichkeit gegenseitiger Hilfe bei der Heimatforschung! Nicht zuletzt ist die Übergabe eines Buches (Privatdruck) zur regionalen Zuckerfabrikgeschichte angekündigt worden. – Unser Bild zeigt diverse Hämmer zum Schärfen von Mühlsteinen, ausgestellt in der Mühle zu Mönchpfiffel.


Unterhof Keßler

Dienstag, 22. Mai 2018

Der Name Keßler verbindet sich in der Geschichte Arterns vor allem mit der Bewirtschaftung des Unteren Hofes in der Ritterstraße (unser Bild). An der Ostseite des alten Guthauses kündet noch immer das Familienwappen über der Eingangstür von dieser Zeit (18./19. Jahrhundert). Der bekannteste Namensträger der Familie war allerdings kein Landwirt, sondern arbeitete im Montanwesen: Der Sohn von Johann Christoph Keßler, Gutsbesitzer und Domänenpächter in Artern, Johann Gottfried Keßler (1854-1830), der zuvor als Rentamtmann in Clingen und danach als Bergwerks- und Kommissionsassessor in Mägdesprung (Anhalt-Bernburg) tätig war. Trotz relativer geografischer Distanz zwischen dem Harz und unserer Region verbindet sich mit dem späteren Bau- und Bergrat ein wichtiges Bauwerk im Bereich der Hainleite. Dieses Faktum war bislang hier nicht bekannt und wurde erst im vergangenen Monat während eines Vortrags im Rahmen des 13. Tages der Heimatgeschichte im Kyffhäuserkreis von Dr. Ulrich Hahnemann, Leiter des Regionalmuseums Bad Frankenhausen, im dortigen Festsaal mitgeteilt. Demnach war es Johann Gottfried Keßler, unter dessen Ägide der im Mittelalter von Mönchen (wahrscheinlich Benediktiner des Klosters Göllingen) angelegte, unterirdische Verlauf der Kleinen Wipper unter dem Hanfenberg eine neuzeitliche Ausmauerung erhielt. Der wohl um 1200 künstlich angelegte Verlauf zwischen Göllingen und Bendeleben (Mönchstunnel) ist eines der wichtigsten Kulturdenkmäler unserer Region und zugleich ein Meisterwerk des Wasserbaus im Mittelalter! Bei 497,5 Meter findet sich die Jahreszahl 1804, die sehr wahrscheinlich mit dem neuzeitlichen Tunnelausbau mit Werkstein (1801-1804) in Verbindung zu bringen ist. Der Ex-Arterner Johann Gottfried Keßler war mit dem Entwurf und der Ausführung der Arbeiten beauftragt. Er wirkte damals als Bernburger Baurat in Harzgerode, drei Jahre später 1807, wurde er in den Ruhestand versetzt. – Da Johann Gottfried Keßler darüber hinaus an weiteren Bauobjekten tätig war und sich auch schriftstellerisch thematisch breitgefächert betätigte, wäre eine nähere biografische Beschäftigung mit ihm wünschenswert, natürlich auch im Kontext mit dem Wirken seiner Familie in der Landwirtschaft um Artern und anderswo, z. B. Schaafsdorf (Heygendorf), wo gleichfalls früher Keßlers ansässig war (allerdings mit anderem Familienwappen).


Kohlenbahn Feldweg

Freitag, 18. Mai 2018

Das kürzlich an dieser Stelle angekündigte, zur späteren Veröffentlichung vorgesehene historische Kompendium unter dem Titel „Braunkohlenbergbau am Hutdeckel während des 19. Jahrhunderts: Quellentextliche Beiträge zur Montangeschichte der südöstlichen Goldenen Aue“ ist bereits jetzt auf gewisse Resonanz gestoßen, die unterstreicht, dass der Altbergbau noch immer ein interessierendes Thema besonders in Artern, Voigtstedt, Edersleben, Borxleben und Kachstedt ist. Trotz der selbstauferlegten Einschränkung, in der vorläufig beendeten Zusammenstellung lediglich historische Nachrichten aus gedruckten Quellen (immerhin eine Auswahl aus Dutzenden Büchern, Zeitschriften und Zeitungen) verwertet zu haben, wird der Erkenntnisgewinnung für die Leser doch nicht unerheblich sein. Vor allem soll „Braunkohlenbergbau am Hutdeckel“ aber anreizen, noch tiefer in die Geschichte einzutauchen und diesbezüglich sehr vielversprechende Akten in Archiven, z. B. in Berlin und Merseburg, auszuwerten! – Wie sich diese quellentextlichen Darstellungen zur Geologie, Paläobotanik, zur Auffindung und dem Abbau der Lagerstätten sowie dem Abtransport und der Verwertung der Kohlen dann voraussichtlich in den „Heimatblättern“ für 2019 und 2020 des Heimat- und Geschichtsvereins Goldene Aue lesen werden, soll nachstehend mit einem Auszug aus einer fast 160 Jahre alten Darstellung mit erdgeschichtlichem Schwerpunkt exemplarisch mitgeteilt werden:  „Von dieser Mulde [mit Braunkohlenlager bei Edersleben] wenig entfernt, aber mit derselben kaum in irgend welchem Zusammenhange stehend, findet sich in der Nähe von Voigtstedt eine andere ziemlich beschränkte Ablagerung vor. In den mehr oder weniger tiefen, zum Theil sehr steil einsetzenden Vertiefungen des aus buntem Sandstein bestehenden Grundgebirges, welche zunächst mit einem äusserst glimmerreichen bräunlichen Formsande ausgefüllt sind, ist ein ½ bis 6 Ltr. mächtiges Kohlenflötz unregelmässig eingelagert. Dasselbe führt eine erdige formbare Kohle, die nur im Tiefsten der Mulde etwas stückhaltig, je weiter nach oben aber klar und sandig ist, häufig von tauben Mitteln, sogenannten Aschenstreifen durchsetzt wird und sich ihres Schwefelkiesgehaltes wegen leicht erhitzt. Bedeckt wird dieses Flötz zunächst von einer jedoch nicht überall auftretenden Schicht bituminösen plastischen Thones von geringer Mächtigkeit und demnächst von einem sandigen Letten, der die Unterlage der aus Lehm und Sand bestehenden Diluvialmassen bildet. Die gesammte Mächtigkeit des Deckgebirges wechselt von 3 bis 12 Ltrn. [Lachtern]. Nur durch eine sattelförmige Erhebung des liegenden Sandes ist diese Voigtstedter Mulde von einer anderen, der sogenannten Havelsberger getrennt, deren ganze Ausdehnung man bis jetzt noch nicht kennen gelernt hat, deren Zusammensetzung indessen von der zuvor betrachteten Mulde im Wesentlichen nicht abweicht.“ – Bezüglich der Bebilderung des bislang knapp 50 A4-Seiten langen Berichts werden noch historische Fotos, besonders aus Voigtstedt, Edersleben, Borxleben und Kachstedt, gesucht. Wer kann helfen? – Unser Bild zeigt einen Feldweg nördlich von Borxleben, zuvor Damm der Kohlenbahn nach Artern.


Häuserbau Schillerstraße

Dienstag, 15. Mai 2018

Für Mitte des nächsten Monats möchten sich Heimatfreunde und Interessierte bitte schon jetzt folgende Termine für zwei interessante Vortragsveranstaltungen zu historischen Themen aus Artern vormerken. Am Donnerstag, 14. Juni 2018 um 19.00 Uhr spricht unser langjähriges und sehr aktives Vereinsmitglied Dr. Axel Römer aus Pulheim in der Kirche St. Kilian in Schönfeld. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen seine Forschungen um Geschehnisse und Abläufe, die im Zusammenhang mit der Reformationszeit in Artern und Schönfeld stehen. Anhand ausgewählter Themen werden die großen kirchlichen und kirchenpolitischen Umwälzung auf die kommunale Eben herunter gebrochen und somit Luthers Wirken und Werk sowie damit verbundene Details auf der Ebene der Städte und Dörfer nahegebracht. Dabei wird Dr. Axel Römer seine Forschungsergebnisse in gewohnt populärer und fesselnder Art und Weise vortragen. – Nur eine Woche später, am Donnerstag, 21. Juni 2018 um 18.30 Uhr wird dann herzlich in den Gemeinderaum der evangelischen Kirche in der Harzstraße 16 (zuvor Kirchenverwaltungsamt) eingeladen. Dann stehen mehr als 300 Aufnahmen aus den 1970er und 1980er Jahren, die fast ausschließlich den damaligen Wohnbezirk IV und etliche seiner Bewohner sowie Arbeiten im Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes (NAW) zeigen, im Fokus. Diese Veranstaltung soll auch kein Vortrag im „klassischen“ Sinne werden, vielmehr werden die Besucher diesmal gebeten, die gezeigten DDR-Fotos (möglichst kurz) mit zu kommentieren. Zu sehen werden u. a. sein: Weinberg, Franz-Schubert-Straße, der „legendäre“ Konsum in der Karl-Liebknecht-Straße, die Schillerstraße, Siedlung, der Goethe- und Pestalozziplatz, Lindenstraße, Puschkinstraße u. a., zudem diverse Arbeitseinsätze und Subbotniks sowie sicherlich längst vergessene Details aus diesen Straßen zu späterer DDR-Zeit. Eintritt wird zu beiden Vorträgen nicht erhoben, Spenden sind erwünscht! – Unser Bild zeigt den Bau von „Papphäusern“ in der Schillerstraße zu Beginn der 1970er Jahre.


Alt-Artern

Freitag, 11. Mai 2018

Nachdem der im Vorjahr publizierte, sehr erfolgreiche Band „Alte Heimat Artern“ (siehe oben) zwischenzeitlich beinahe ausverkauft ist, kündigt sich bereits eine weitere Veröffentlichung des Heimatvereins ARATORA an. Zum Tag der Vereine am Sonnabend, 9. Juni 2018 ab 14.00 Uhr im Arterner Sole-Schwimmbad wird erstmals der neue Bildband „Alt-Artern in Bildern – Die Fotosammlung des Schlossermeisters Hans Burghardt (1897-1970)“ angeboten. In Aufmachung, Layout und Umfang wurde dieses Buch dem Bildband von 2017 fast vollständig angeglichen, sodass quasi bald eine Fortsetzung desselben vorliegt. Die dafür genutzten 124 historischen Fotos auf 128 Seiten wurden erst vor kurzer Zeit als Schenkung überlassen und sind, wie jene schon im letzten Jahr veröffentlichte, sehr wichtige Dokumente der Stadtentwicklung seit dem späteren 19. Jahrhundert. Viele der attraktiven Aufnahmen hatten zudem den Vorzug, dass sie in den originalen Fotoalben teils mit datierten Bildunterschriften versehen worden sind. Nicht wenige dieser Bilder mit fast durchweg Arterner Ansichten waren in der Ortsgeschichtsforschung bislang völlig unbekannt und werden somit erstmals veröffentlicht (Wasserschloss, alter Saal am „Anker“, Pforte zum Friedhof oder Kalkhütte in der Sangerhäuser Straße)! So umfasst z. B. das erste Drittel des Buches ausnahmslos sehr abwechslungsreiche Aufnahmen aus der Zeit der 1880er bis 1900er Jahre! – Ab Montag, 11. Juni wird unser neuer Bildband, der allerdings mit einer Auflage von lediglich 300 Exemplaren erscheint, auch im „Guten Buch“ Artern sowie beim Heimatverein ARATORA erhältlich sein. Der Preis beträgt voraussichtlich 12,00 Euro. Buchbestellungen für den Postversand werden gern entgegengenommen.


Kurfürstenbrücke

Dienstag, 8. Mai 2018

Berechtigterweise mehren sich bereits seit einiger Zeit Nachfragen, den Stand der Fortsetzung unseres sehr erfolgreichen, mittlerweile in zweiter Auflage erschienenen Sachbuches „Die Unstrut - Geschichte(n) vom Fluss zwischen der Sachsenburger Pforte und dem Wendelstein“ von 2015 betreffend. Dies umso mehr, als zwischenzeitlich zahlreich private Fotos, Texte und Hinweise eingetroffen sind, die zur Bereicherung dieses Buches beizutragen in der Lage sind. Sogar ein Gemälde wurde eigens für dieses Buch geschaffen! Doch haben berufliche Verpflichtungen, gesundheitliche Probleme, Arbeit in Vereinen sowie ehrenamtliches Engagement (gleichbedeutend mit der immer beliebter werdenden Methode der Inanspruchnahme kostenloser Arbeit zugunsten Anderer) leider zur Verzögerung bei der Veröffentlichung geführt. Nachdem sich in jüngerer Zeit wieder verstärkt dem Manuskript gewidmet worden ist und mittlerweile zig Dutzend Artikel überarbeitet, ergänzt und vollendet worden sind, kann jetzt mitgeteilt werden: Es geht definitiv weiter mit dem Unstrut-Buch, doch dauert es eben immer noch etwas bis zur Veröffentlichung, zumal eine nicht unbeträchtliche Summe für Layout, Druck und Bindung zusammen kommen muss! – Nach jetzigem Stand sind folgende Hauptkapitel geplant: Zur Landschaft und Natur der Flussauen und ihrer Hügelzüge / Leben und Arbeit der Landleute an Unstrut, Wipper und Helme / Volkskundliches aus den Unstrut-Gemeinden: Alter und neuer Aberglaube / Auf schwankenden Planken: Schiffer, Flößer und Fährleute auf der Unstrut / Müller, Mühlen und Maltersäcke / Aus der Geschichte der Unstrut-Fischerei / Unfall, Suizid und Mord: Tote aus der Unstrut / Menschen am Fluss und ihre Geschichte(n) / Alarm an der Unstrut: Aus der Geschichte der Hochwasser / Dämme, Deiche und Polder: Wasserbau- und Schutzanlagen in der Aue / Über Wehre, Schleusen und Brücken / Von den Nebengewässern, Zuflüssen und Kanälen / Orkane, Hagel, Eiseskälte: Extreme Naturereignisse in der Unstrut-Region / Freizeit am Fluss: Kahnstuhlfahrer, Wasserplanscher und Paddler. – Kapitelnamen und Reihenfolge können sich natürlich noch ändern, doch das Grundgerüst steht! Integriert in genannte Hauptkapitel sind bereits zahlreiche relevante Texte und Bilder. Von den Artikeln, als auch den Illustrationen her werden wieder etliche historische „Leckerbissen“ darunter sein. Insgesamt wird schlussendlich mit etwa 120 bis 130 Themenkapiteln zu rechnen sein. Damit werden Umfang und Bebilderung ungefähr der Ausgabe von 2015 entsprechen, eher etwas umfangreicher. Doch kann schon jetzt resümiert werden, dass sich das Warten lohnen wird! Das unserem neuen Buch entnommene und hier gezeigte Privatbild stellt die 1945 gesprengte Kurfürstenbrücke über den Mühlgraben in Artern dar.


Helme-Hochwasser

Freitag, 4. Mai 2018

Die Darstellung der Flussgeschichte der Helme in Buchform ist ambitioniertes Ziel eines befreundeten Heimatforschers und Autors aus der Kyffhäuser-Region. Dieses umfangreiche Vorhaben ist umso begrüßenswerter, als bislang eine monografische Darstellung dieser Art noch nicht vorliegt. Das Arbeitsgebiet ist umfangreich, immerhin fließt die Helme durch vier Kreise: Eichsfeld, Nordhausen, Mansfeld-Südharz und Kyffhäuser-Kreis – das sind immerhin mehr als 80 Kilometer! Schwerpunktmäßig für den südöstlichen Verlauf der Helme bis zur Mündung in die Unstrut, also um die Ortschaften Heygendorf, Mönchpfiffel-Nikolausrieth und Kalbsrieth, weiterhin Voigtstedt und Artern (hier die Kleine Helme betreffend), möchte der Heimatverein ARATORA dem Verfasser gern Hilfe und Unterstützung in der Weise angedeihen lassen, ihm historische Aufzeichnungen und Dokumente sowie Abbildungen zu vermitteln bzw. leihweise zur Verfügung zu stellen. Die Besucher unserer Homepage werden deshalb aufgerufen und herzlich gebeten, dieses Vorhaben mit Material und Hinweisen zu unterstützen! Gesucht werden neben mündlichen und schriftlichen Nachrichten zur Helme, also auch Chronikauszüge und Meldungen aus historischen Zeitungen, insbesondere Bildmotive mit direktem Bezug zum Fluss: Verlauf und Verlaufsänderungen in der Landschaft bzw. durch die Orte, wasserbauliche Objekte, Wehre, Mühlen mit Mühlgräben, Furten und Brücken, Fischerei, Hochwasser, Hochwasserschutz, Todesfälle im Wasser, alte Landkarten, Flurnamen usw. – Unser Bild zeigt ein Winterhochwasser der Helme während der 1960er Jahre im Bereich des unteren Flussverlaufs östlich vom Kyffhäusergebirge.