Artern

Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)

Biografie

Dienstag, 9. November 2021

Jeder Familienforscher kennt das: Genealogische Hinweise und/oder Daten finden sich nicht selten an mehr als unerwarteten Stellen und Örtlichkeiten – wenn man nur richtig sucht oder der Zufall mitspielt. So geschehen kürzlich während der Suche nach historischen Mitgliedern der Familie Schmölling aus dem östlichen Südharz und der Goldenen Aue, als der Weg via Internet in ein Antiquariat in den Niederlanden führte. Dort, in der Hansestadt Deventer, wurde für kleines Geld eine bislang völlig unbekannte, als Flugschrift veröffentlichte Biografie von 1910 angeboten, wenngleich in niederländischer Sprache (unser Bild). Der solcherart posthum Geehrte war Wilhelm Heinrich Christoph Schmölling (1828-1908). In Dittrichenrode bei Roßla geboren, verschlug es ihn über Eisleben und Leipzig nach Haarlem in den Niederlanden, wo W. H. C. Schmölling seither lebte und sich dort ganz der Musik hingab. Er war Organist, Pianist, Geiger, Cellist, Gitarrist, Komponist, Dirigent und Chorleiter, weiterhin Musiktheoretiker bzw. -lehrer, außerdem Leiter der Bach-Vereinigung von Haarlem. Eine Freundschaft verband ihn mit dem vor allem in Nordthüringen wirkenden, auch heute noch bekannten Orgelbauer Julius Strobel (1814-1884) aus Frankenhausen. Nach Plädoyer von Wilhelm Heinrich Christoph Schmölling erhielt Strobel den Auftrag zur Errichtung einer Orgel in der Evangelisch Lutherse Kerk in Haarlem (1882). - Nach Transkription der erwähnten biografische Druckschrift in die deutsche Sprache und dadurch erwarteter weiterer Informationen aus dem Skript wird dieses wichtige Dokument die ohnehin bereits umfangreiche Sammlung zur langen Geschichte der Familie Schmölling (Ersterwähnung 1506 in Großleinungen) vervollständigen.


Eisernes Kreuz

Dienstag, 2. November 2021

Objekte mit Bezug zur Phaleristik (Ordenskunde) stehen in der heimatkundlichen Forschung eher selten im Fokus. Neben Belegen aus der Ordensflut des 20. Jahrhunderts verringern sich derartige Objekte umso mehr, je tiefer man in die regionale Vergangenheit eintaucht. Zwei schöne Orden mit Bezug auf den Ersten Weltkrieg wurden dem Heimatverein ARATORA kürzlich geschenkt, wobei jedoch leider keine Beziehungen zu Soldaten aus Artern bzw. bestimmten Kriegsereignissen, aufgrund deren die Verleihungen erfolgten, nachgewiesen werden können; bleiben demnach diese beiden Orden lediglich als Zeitzeugen (unser Bild): Das Eiserne Kreuz ziert eine Krone, ein W für (Kaiser) Wilhelm und die Jahreszahl 1914, also den Kriegsbeginn. Auf der Kehrseite prangen gleichfalls die preußische Krone, das Kürzel F. W. für (König) Friedrich Wilhelm, dreiblättriges Eichlaub und die Jahreszahl 1813 (Jahr der Ordensstiftung zu Beginn der Befreiungskriege gegen Napoleon). - Der zweite Orden hat auch Kontext zum Ersten Weltkrieg, wurde aber erst 1934 als Ehrenkreuz des Weltkrieges (auch Ehrenkreuz für Frontkämpfer bzw. Frontkämpfer-Ehrenkreuz) gestiftet. Hier liegt es vor als Ausgabe mit gekreuzten Schwertern, was die Teilnahme an Kämpfen voraussetzt. In einem Ehrenkranz sind die Jahreszahlen 1914 und 1918 zu lesen. Leider ist keine Verleihungsurkunde mehr vorhanden, aus der der Name des Geehrten sowie weitere Daten hervorgehen würden. Weiterhin kann kein ursächlicher Zusammenhang zwischen beiden Orden bewiesen werden, obwohl dies nahe liegt, weil beide aus einem Nachlass stammen. Die Archivrecherche in den namentlichen Verleihungsregistern beim damaligen Reichsinnenministerium oder von diesem beauftragten Ämtern wäre eine Möglichkeit, dies zu ermitteln.


Saliner beim Umzug

Dienstag, 26. Oktober 2021

Die Teilnahme mit Verkaufsstand am 3. Heimattag im September und zum Zwiebelmarkt brachten neben sehr regem Interesse am neuen (N)Ostalgie-Kalender „Artern vor einem Vierteljahrhundert“ für 2022 erneut zahlreiche interessante Gespräche, neue Kontakte und nicht zuletzt privates historisches Bildmaterial zur Stadtgeschichte. So wurde aus Artern leihweise eine Mappe mit familiengeschichtlichen Unterlagen überlassen, die mit sehr aussagekräftigen und seltenen Motiven illustriert worden ist. Mehrheitlich wurden diese Fotos in den 1930er Jahren gemacht und zeigen folgende Ansichten: Wohnhäuser in der Altstadt und Saline mit Hinterhöfen und Nebengelassen, Abfahrt eines Busses vom Marktplatz, ein frühes Farbbild vom Rathaus, der Plattenweg durch die Saline, Lehrschmiede in der Kyffhäuserhütte, einige Schnappschüsse aus der Saline, hiesige Kinder beim Bauen eines Schneemanns, Saliner beim Umzug (unser Bild) sowie RAD-Angehörige mit Zivilisten bei Schießübungen. Die besten und zugleich seltensten Motive jedoch stammen nicht aus Artern, sondern wurden in Kachstedt aufgenommen. Zwei Fotos eröffnen, von leicht verschiedenen Standorten aufgenommen, Blicke auf diese kleine Siedlung. Ein weiteres Foto zeigt Kachstedter Häuser in Nahaufnahme. Der bildliche „Reißer“ jedoch ist eine menschliche Pyramide, gebildet von fahnenschwenkenden italienischen Landarbeitern, die 1938 in und um Kachstedt arbeiteten. - Die teils stärker verschmutzten Aufnahmen wurden gescannt und einer „digitalen Wäsche“ unterzogen. Derart aufbereitet werden die Fotos wohl größtenteils in einem unserer nächsten Bildbände veröffentlicht. Zudem wurden aus andere Quelle historische Bilder der Siedlung angekündigt, die gleichfalls zur künftigen Publikation vorgesehen sind!


Geologische Wand

Dienstag, 19. Oktober 2021

Hinsichtlich der in unserer aktuellen Meldung vom 6. April 2021 mitgeteilten Freilegung einer natürlichen Gipswand auf dem Friedhof durch den städtischen Bauhof (unser Bild) und deren vom Heimatverein ARATORA angeregten Einbindung in den Geopfad Artern können erfreuliche Neuigkeiten vermeldet werden. Nach Mitteilung des hierfür zuständigen Geoparks Kyffhäuser e.V. bestehen keinerlei Probleme mit der Partizipation der rund sieben Meter langen Wand als geologischen Aufschluss in besagten Wanderweg rund um Artern. Nächstes Jahr oder spätestens 2023 sollen demnach ohnehin die regionalen Geopfade überarbeitet werden, und in diesem Kontext könne die unerwartet bei größeren Entbuschungen zutage getretenen Wand aus ausstreichendem Gips ohne Mühe integriert werden. Allein der Bauhof wäre dann künftig vielleicht zweimal im Jahr gefordert, um einer erneuten Überwucherung der Gesteinsfläche vorzubeugen. Als Mitglied im Geopark Kyffhäuser e.V. dürfte dies der Stadtverwaltung aber Ehrensache sein. - Es darf an dieser Stelle ruhig nochmals betont werden, dass ein solcher erdgeschichtlich relevanter Aufschluss im Stadtgebiet von Artern einmalig ist. Näheres hierzu soll später auf einer Informationstafel zu lesen sein. Über den weiteren Verlauf über die Einbindung der Felswand in den Geopfad Artern wird zu gegebener Zeit hier informiert. Bis dahin sei die überaus lehrreiche Homepage https://www.geopark-kyffhaeuser.com oder die dort beschriebenen regionalen Geopfade für Herbstwanderungen empfohlen: Bendeleben, Steinrinne (Bilzingsleben), Artern, Kyffhäusergebirge, Kyffhäuser-Denkmal, Unstrut/Hohe Schrecke, Bad Frankenhausen, Tilleda und Kalibergbau um Sondershausen.


CG 3-2021

Dienstag, 12. Oktober 2021

Ein auch nach über 75 Jahren noch immer bedrückendes Motiv ziert die Titelseite der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Computer-Genealogie“: Vertriebene, die in der Endphase des Zweiten Weltkrieges mit Sack und Pack auf der Flucht aus der Heimat sind. Der Thematik „Wanderungen, Flucht und Vertreibung“ aus familiengeschichtlicher Sicht nimmt sich auch dieses Heft mit einigen Artikeln an. Zunächst stehen Deutsche in bzw. aus Russland im Mittelpunkt einer Abhandlung. Danach wird sich jenen Landarbeitern angenommen, die vom Osten her kommend, einst in Mitteldeutschland als Saisonkräfte tätig waren. Die deutsche Rückwanderungsbewegung von Ost nach West aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wird anschließend genealogisch beleuchtet, ehe die neue Ausstellung im Deutschen Auswandererhaus zu Bremen vorgestellt wird. Thematisch ähnlich wird dann die Exposition des Dokumentationszentrums „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ präsentiert. - Einen umfangreichen Komplex stellen nun die Ergebnisse der Software-Umfrage 2021 zu genealogischen Programmen dar: Die beste Bewertung erhielt das Programm „Ahnenblatt“ in der kostenpflichtigen Version. Diverse Kurzmitteilungen und Interna vermitteln danach Neuigkeiten aus genealogisch relevanten Bereichen. Das Thema „DNA-Genealogie“, mit deren Hilfe mittels DNA-Abstrich die Ahnenherkunft visualisiert werden kann, steht im folgenden Bericht im Fokus. Demnach geben gemeinsame DNA-Segmente Hinweise auf verwandtschaftliche Relationen bzw. gemeinsame Vorfahren. Über Ahnenforschung in Polen wird anschließend referiert, besonders über die dort im Gange befindliche, fleißige Digitalisierung von Dokumenten. Als Kurzartikel folgen noch ein Bericht über ein „Erblöffelchen“ sowie zur Aktualisierung des Geschichtlichen Ostverzeichnisses (GOV). Als „Rausschmeißer“ und Kuriosum wird eine Bekanntmachung des Regierungspräsidenten zu Frankfurt/Oder von 1918 veröffentlicht, in der festgestellt wird, dass „die Ernennung weiblicher Personen zu Standesbeamten … unzulässig sei“! - Die kurz vor Weihnachten erscheinende letzte Ausgabe 2021 der „Computer-Genealogie“ widmet sich dem „Kommerz mit Kirchenbüchern“.


Spaziergang Saline um 1960

Dienstag, 5. Oktober 2021

Ganz besonderen Umständen geschuldet ist der aktuelle Stand der Arbeiten am nächsten, gleichsam fünften Bildband mit Fotos aus der älteren und jüngeren Vergangenheit der Stadt Artern: Das Buch ist nämlich bereits (digital) fertig! Allerdings wird es erst in einem knappen halben Jahr, d h. zur Vorosterzeit 2022 veröffentlicht. Bis dahin rangiert es unter nachstehendem Arbeitstitel: Arterner Erinnerungen - Streifzüge und Entdeckungen auf Fotos aus der „guten alten Zeit“. Der abschließende Stand besagt, dass Fotos aus 33 Quellen (!) verarbeitet worden sind, darunter eine kleine Privatsammlung von Farbdias aus dem Jahr 1938. Ebenfalls noch nie veröffentlicht, werden dann zwei Zeichnungen mit Arterner Motiven aus den Sammlungen der Klassik-Stiftung und des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzigs zu sehen sein! - Ansonsten bietet der nächste Bildband weitere, noch nie publizierte Aufnahmen aus privaten Alben bzw. bislang nur selten gezeigte Arterner Bildzeugnisse von der Kaiserzeit bis zur DDR, von der Alten Poststraße bis zur Zuckerfabrik. Das Umschlagbild zeigt ein Foto der Veitskirche, um 1960 aufgenommen vom Oberen Salinetor. - Als Neuerung ist eine optische Anpassung sämtlicher Bilder derart erfolgt, dass diese durchweg in Sepia gedruckt werden. Dieser Braunton gestattet gegenüber Graustufen eine optimale Wahrnehmung von Details auf den Fotos und vermittelt zudem eine „warme Grundstimmung“ der Abbildungen. Dafür wurden alle Bilder zuvor sehr zeitaufwendig digital von Kratzern, Schmutz und Flecken gesäubert. Umfang und Layout des neuen Buches sind denen der vorherigen Veröffentlichungen analog, also Querformat A5. - Eine erste Reaktion zum fertigen Manuskript lässt durchblicken: „… habe die Aufnahmen im Arterner Bilderbuch jetzt durch. Es sind wirklich einzigartige Aufnahmen dabei! Zu einigen könnte man Seiten ausfüllen. […] Ich denke, das wird die beste der bisherigen [Bildband-]Ausgaben. Ich hoffe, dass es gerade bei den Fotos mit Personen noch Wiedererkennungen von den Nachkommen gibt.“ - Unser erstes Foto aus dem neuen Bildband Arterner Erinnerungen“ zeigt einen Winterspaziergang um 1960 im Arterner Salinepark.


Bildersuche01

Dienstag, 28. September 2021

In der Bildersammlung des Heimatvereins ARATORA haben sich im Lauf der vergangenen drei Jahrzehnte viele fotografische Schätze aus den Jahren zwischen ca. 1880 und etwa 1995 eingefunden. Die meisten dieser Abbildungen sind von der Örtlichkeit her eindeutig und von der Datierung her wenigstens ungefähr zuzuordnen. Doch immer wieder tauchen Fotos auf, die sich teils hartnäckig einer Zuweisung entziehen. Diese Bildbelege soll künftig in unregelmäßigen Abständen hier veröffentlicht und zugleich unsere zahlreichen Homepage-Besucher um Hinweise oder Ideen gebeten werden. - Den Anfang macht beigefügtes Bild, das um 1915 aufgenommen worden sein mag. Es zeigt eine ältere Frau am Fenster sowie zwei Kinder auf der Straße. Auffallend ist die Architektur des Hauses mit seinem markanten, schräg nach links abfallenden Dach. Wenn überhaupt in Artern aufgenommen, wäre der Salzdamm oder eine Straße in der Altstadt die wahrscheinlichste (ehemalige) Position dieses Wohnhauses. Aber auch ein völlig anderer Ort könnte als infrage kommen. Können die Besucher unserer Homepage hier weiterhelfen?


Dienstag, 21. September 2021

Die 2018 erschienene Erstauflage des Buches „Aus vergangenen Zeiten… Papiergeld, Notgeld, Notmünzen, betriebliches Verrechnungsgeld und Wertmarken 1850-1990 - Katalog für das Gebiet der heutigen Landkreise Kyffhäuserkreis und Sömmerda. Ein numismatischer Baustein zur Geldgeschichte Thüringens“ (unser Bild) aus der Feder unseres langjährigen Vereinsmitglieds Ringo Staudt hatte erfreuliche Resonanz in Fachkreisen, bei Sammlern und Forschern sowie in der Presse gefunden; vgl. auch unsere aktuelle Meldung vom 21. September 2018. Aufgrund bestehender Nachfrage nach erfolgtem Ausverkauf der ersten Charge sowie infolge zwischenzeitlich gemachter Neuentdeckungen zur regionalen Geldgeschichte hat sich der Autor erfreulicherweise zu einer zweiten, stark aktualisierten Auflage entschlossen, die Anfang 2022 erscheinen soll. Das Buch im Format A4 wird ca. 200 Seiten stark sein und ist komplett farbig mit großflächig abgedruckten Illustrationen bebildert. Der Preis wird sich auf auf ca. 25 Euro, ggf. zzgl. Porto belaufen – eine gut angelegte Investition nicht nur für Numismatiker und Heimatforscher. Interessierte wenden sich zwecks Vorbestellungen bitte wie folgt an den Autor: ri.staudt[at]web.de. Der Heimatverein ARATORA bietet darüber hinaus an, Bestellungen umgehend an den Verfasser weiterzuleiten. Zu gegebener Zeit, d. h. nach Erscheinen des Werks in voraussichtlich einem reichlichen Vierteljahr, wird auf diese wichtige regionale Fachpublikation auch hier gern nochmals aufmerksam gemacht.


Friedrich Georg Göthé

Dienstag, 14. September 2021

Längst hat er einen festen Leserkreis nicht nur in unserer Region um sich geschart: Autor Frank Rebitschek aus Stuttgart. Nach „Wolfsalarm“, „Feuerreiter“, „Haldenblut“, „SOKO Winckelmann“, „Die Bauernkrieger“ und „Die Bahn im Tal“ veröffentlichte er vergangene Woche seinen neuesten, den siebten und angeblich letzten (hoffentlich nicht!) Kyffhäuser-Krimi. Nach etlichen Morden und Leichen in genannten Büchern, die Kommissar Helmut Bauch aus Roßleben und seinem Assistent Volker Spiegel jede Menge Arbeit und den Lesern viel Spannung verschafften, geht das Verbrechen diesmal in der Goldenen Aue um, wie der Titel seines neuen Werkes „Die blaue Blume von Kelbra“ (unser Bild) nahebringt. - Die zugehörige Pressemitteilung bzw. Rezension von I. Kracht, Güstrow, lässt hierzu folgendes wissen: „Romantik und Krimi - wie geht das zusammen? Nach bisher sechs erfolgreichen Krimis der Kyffhäuserreihe wagt der Autor das Experiment. Auch der siebte Band spielt im Land zwischen dem Kyffhäuserdenkmal und der Himmelscheibe von Nebra; diesmal am Stausee von Kelbra. Am Ende des 18. Jahrhunderts wanderte der Dichter Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, bekannt als Novalis, von Artern nach Frankenhausen. Heute kann man dort auf einem historischen Weg seinen Spuren folgen, wie das auch der Autor getan hat. Die blaue Blume, das Symbol der Romantik, bildet den Hintergrund einer Geschichte um Sehnsüchte, Drogen und Tod. Zwei Leichen werden aufgefunden, aber wie viele Menschen sind tatsächlich für deren Tod verantwortlich? - Die blaue Blume ist kein Who-done-it-Krimi [dt.: Wer hat es getan?], was die Spannung im Buch nicht mindert. Die beiden Kommissare Volker Spiegel und Ralf Jantzen aus Nordhausen - Lesern der vorigen Bände vertraut - setzen das Werk ihres ehemaligen Chefs Helmut Bauch fort und blicken bei ihren Ermittlungen wieder einmal in die Abgründe menschlicher Schicksale. Krimi und Romantik begegnen sich in einer weiten, verträumten und immer noch wenig bekannten Landschaft. - Das Buch ist bei BoD Norderstedt erschienen. 344 Seiten, ISBN: 9-783-754333747.“


Jahreskalender 2022

Dienstag, 7. September 2021

Der Herbst steht vor der Tür, und das heißt seit 2014 in Artern, dass die Herausgabe eines neuen Nostalgie-Kalenders ansteht. Diesmal auf hellblauem Grund gedruckt, werden für das kommende Jahr erneut 32 historische Abbildungen auf 28 Seiten präsentiert, die hoffentlich zahlreiche Interessenten kalendarisch durch 2022 begleiten (unser Bild). Der Veröffentlichungstermin wurde allerdings vorverlegt, nämlich auf den Heimat-Shoppping-Tag in Artern am Sonnabend, 11. September 2021. Unser Verkaufsstand befindet sich dann zwischen 9 und 14 Uhr vor dem ehemaligen Hotel. - Nachstehende Motive wurden diesmal für den neuen Kalender ausgewählt, wobei zum zweiten Male auf Fotos zurückgegriffen worden ist, die Ehrenbürger Walter Funcke aus Einbeck zu Beginn/Mitte der 1990er Jahre erstellt hat. Daher auch der aktuelle Kalendertitel „Artern vor einem Vierteljahrhundert“: Ansicht der Harzstraße vom Kirchturm aus, Fleischerei Walter und Geschäft für Farben und Lacke in der Leipziger Straße, ehemaliger HO Bürobedarf in der Nordhäuser Straße, Schlippe zwischen Wasser- und Alter Poststraße, bauliches Detail vom Oberen Hof, Häuser in der Gabelstraße, Parkplatz in der Grabenstraße, Pfarrhaus in der Kirchstraße, Löwen-Apotheke und Dresdner Bank in der Nordhäuser Straße, Fischladen und vormals Riedels Geschäft am Geschwister-Scholl-Platz, Saalgebäude vom Hotel Stadt Artern, ehemalige Kreisdienststelle des MfS in der Puschkinstraße, Blick vom Kirchturm auf die Bäckerei Trautmann, Leipziger Straße mit Gaststätte Hillmer, das Konsum-Cafe, Wohnblock in der Ritterstraße, Wohnblocks in der Straße der Jugend, Schützenhaus, Wiegehäuschen am Geschwister-Scholl-Platz, Gebäude am Solsteg, unterer Abschnitt der Neuen Straße, Blick von der Ritterstraße zum Scholl-Platz, sanierte Veitskirche im Sonnenschein, Ansicht der Wasserstraße vom Rathaus, Blick vom Rathaus auf den Markt, Sparkasse mit Herrnstraße, Mündung der Magdalenenstraße, Unterer Hof in der Ritterstraße sowie abgerissene Gebäude südlich der Marienkirche und an der Sangerhäuser Straße. - Zudem findet zum Zwiebelmarkt-Wochenende am 2. und 3. Oktober 2021 der Restverkauf der nächstjährigen Kalender statt.


Pfingstrasen und Angergericht

Dienstag, 31. August 2021

Nachdem er in den vergangenen Jahren u. a. „Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze“, „Thüringer Berge und ihre Sagen“, „Heidnische Heiligtümer: Vorchristliche Kultstätten und Kultverdachtsplätze in Thüringen“ sowie „Sternbildsagen aus Thüringen und angrenzenden Gebieten“ ausführlich in Buchform abgehandelt hat, präsentiert Michael Köhler mit „Pfingstrasen und Angergericht: Galgen-, Gerichts- und Gemeinschaftsplätze in Thüringer Forsten und Fluren“ seine neueste, landesgeschichtlich relevante Veröffentlichung. Dieser besonders reizvolle und bislang nur sporadisch behandelte, historistische Themenkreis wird auf 248 Seiten dargestellt und wie folgt beworben: „Trotz aller moderner Veränderungen in unserer Landschaft ist die Erinnerung an zahlreiche besondere Plätze in der freien Flur erhalten geblieben, an denen im Mittelalter und der frühen Neuzeit Gerichtssitzungen stattfanden, Feste gefeiert, Versammlungen abgehalten oder Verurteilte hingerichtet wurden. Im Allgemeinen sind sie weit weniger auffällig als andere alte Denkmale wie Kirchen, Burgen oder Hügelgräber. Manchmal aber weisen alte Bäume und Baumgruppen, Steinsetzungen, Flurgrenzen und die Geländebeschaffenheit auf solche Orte hin, und häufig knüpfen sich langfristige lokale Gebräuche und Überlieferungen an solche Stellen. Diese bilden heute eine wichtige Komponente der historischen Kulturlandschaft und verdienen Aufmerksamkeit und Schutz. In diesem Buch werden Gerichts-, Hinrichtungs- und Gemeinschaftsplätze aus ganz Thüringen vorgestellt.“ - Zunächst finden schriftliche und archäologische Quellen, Ortsnamen, Forst- und Flurnamen sowie landschaftliche Relikte Beachtung. Hernach stehen Versammlungs- und Gerichtsorte in vor- und frühgeschichtlicher Zeit bzw. Volksversammlungen und Volksgerichte im frühen Mittelalter im Fokus. Dem folgt eine ausführliche typologische Auseinandersetzung: Volksversammlungsplatz (Thing), Gerichtsplätze, königliches Gericht, Gau- und Grafengerichte, adelige Hochgerichte, städtische Gerichte in der freien Flur, Nieder-, Flur- und Dorfgerichtsbarkeit, Fest- und Versammlungsplätze. Diverse Betrachtungen über langfristige platzgebundene Traditionen beenden dieses sehr interessante und abwechslungsreiche Buch. - Sicherlich können die dort erfassten Erkenntnisse und Hinweise auch für die Forschung in unserer Region angewendet werden, zumal etliche solcher Versammlungs- und Gerichtsplätze bekannt, wenngleich bislang nur äußerst marginal untersucht worden sind (Königsstuhl bei Artern, Kachstedt, Ringleben, diverse Galgenplätze, Feuerberge u. a.).


Wendelstein um 1925

Dienstag, 24. August 2021

Eine ganz besondere Überraschung wurde dem Heimatverein ARATORA aus Roßleben zuteil: die schenkungsweise Überlassung einer Sammlung historischer Negativglasplatten, insgesamt 30 Stück in einer eigens dafür angefertigten Kiste. Auf diesen zerbrechlichen Bildträgern sind einmalige Darstellungen zu erkennen, nämlich u. a. die Errichtung der modernen Straßenbrücke über die Unstrut bei Wendelstein im Jahr 1927; zuvor führte ein altersschwache Holzbrücke über den Fluss. Diese einmaligen und heimatgeschichtlich hochwichtigen Fotos hatte Christian Lucke (1871-1930), einem Südharzer Kind aus Wippra und später Müller der Unstrut-Mühle zu Wendelstein, gemacht. - Noch ist nicht allzu viel zu erkennen, was bei Negativen allerdings nicht sehr verwunderlich ist, jedoch lassen erste probehalber gemacht Scans mit anschließender Invertierung der Bilddateien historisch einiges an Details zur Brückenbau- und Flussgeschichte sowie zur Vergangenheit der Mühle und Schleuse bei Wendelstein erwarten. - Die weitere Verfahrensweise mit diesen Fotoplatten ist voraussichtlich folgende: Die Objekte werden in einer bekannten Firma, die sich auf die Digitalisierung alter Aufnahmen spezialisiert hat, entsprechend bearbeitet und dann als hochauflösende Bilddateien retour nach Artern geschickt. Dann stehen die fast 100jährigen Bilder zur weiteren Verwendung zur Verfügung, z. B. zum Präsentieren bei öffentlichen Veranstaltungen oder zur Illustrierung für den Fortsetzungsband unseres Unstrut-Buches von 2015, dessen Herausgabe nur scheinbar aus den Augen verloren worden ist! - Unser Bild zeigt ein Foto um 1925 mit Darstellung des Schlosses Wendelstein über der Unstrut aus dem Archiv eines befreundeten Sammlers.


Skizze

Dienstag, 17. August 2021

Bis zum Ende des ersten Quartals vergangenen Jahres stand die Erarbeitung einer Publikation zur Geschichte des Arterner Kronengartens auf der Agenda des Heimatvereins ARATORA. Dann kamen Corona und noch ein paar andere Unwägbarkeiten, die die Erstellung zeitlich leider stark in die Länge zogen. Vor kurzem wurde aber die Arbeit hierzu wieder aufgenommen, um möglichst bis zum Jahresende 2021 oder Anfang 2022 zum Abschluss, d. h. zur Veröffentlichung zu kommen. Das Manuskript des im Format A4 geplanten Buches ist bereits weit vorangeschritten und umfasst derzeit rund 80 Textseiten. Die Anzahl der zu publizierenden Abbildungen beläuft sich auf über 200. Die bereits vorliegenden Texte werden in den nächsten Wochen letztmalig Korrektur gelesen, ebenso die Bildunterschriften. Danach hat unsere Layouterin viel Arbeit, um der angestrebten Veröffentlichung ein optisch ansprechendes Äußeres zu verpassen. - Wenn es die Umstände zulassen, könnte im Herbst vorab eine öffentliche Bilderpräsentation vorgenommen werden, um die verwendeten Fotos und Faksimiles öffentlich vorzustellen bzw. „Appetit“ auf das angekündigte Buch zu machen. Dessen Arbeitstitel lautet übrigens (gemäß des Textes auf der verschollenen Spruchtafel): „Hier in der Krone altem Haus…“. Interessierte können sich auf eine Vielzahl von Informationen und Daten aus drei Jahrhunderten freuen, ebenso auf zahlreiche private Fotos, die mehr als ungewohnte Einblicke gestatten. Unser Bild zeigt eine alte Lageskizze des Kronengartens an der vormaligen Sackgasse.


Kalender 2022

Dienstag, 10. August 2021

Das Interesse am erst vor wenigen Wochen veröffentlichten Bildband „Arterner Momente“ entsprach nicht nur den Hoffnungen des Herausgebers, sondern wurden sogar weit übertroffen; das Buch steht kurz vor dem Ausverkauf! Dieser Umstand macht Mut für weitere Publikationen, war doch die Besorgnis, dass mit Schließung des „Guten Buches“ im Herbst vergangenen Jahres der Einbruch von Verkaufszahlen einher gehen könnten, völlig unbegründet. Der Heimatverein ARATORA dankt herzlich für dieses unglaubliche Interesse, auch für zahlreiche lobende Worte sowie etliche aufgerundete Geldbeträge beim Buchkauf, die als Spenden in die beabsichtigte Sanierung des „Versteinerten Baums“ vor der Veitskirche fließen werden. - Der nächste Bildband mit alten Arterner Fotos ist bereits in Arbeit und wird erneut viele, noch nie publizierte Bilder aus privaten Beständen enthalten. Unter anderem steht bereits das Titelfoto dieses noch vor Ostern 2022 erscheinenden Buches fest: Blick aus einem längst abgerissen Wohnhaus auf dem Standort der heutigen Blocks in der Straße der Jugend über die Dachlandschaft hin zum Oberen Hof mit Wohnhaus Ritterstraße Nr. 7 und Giebelansicht der benachbarten Scheune. - Die nächste gute Nachricht: Auch für das historische Fotomaterial künftiger Veröffentlichungen ist zwischenzeitlich gesorgt! Eine Privatsammlerin möchte ihre über 600 alte Aufnahmen umfassende Kollektion historischer Fotos und Ansichtskarten aus Artern dafür zur Verfügung stellen. Unter diesen erfreulichen Umständen scheint mittelfristig die Herausgabe neuer Bildbände sowie von Arterner Nostalgie-Kalendern umfänglich gesichert zu sein. - Unser Bild zeigt vorab den Titel unser noch ausstehenden, jüngsten Publikation: den erstmals zum Heimat-Shopping-Tag am 11. September sowie zum Zwiebelmarkt am 2. und 3. Oktober 2021 erhältlichen Nostalgie-Kalender „Artern vor einem Vierteljahrhundert“ für das Jahr 2022 (Einzelheiten demnächst). Vorbestellungen hierfür werden ab sofort gern entgegengenommen.


Gemälde

Dienstag, 3. August 2021

Ein Fahrweg mit Tradition in der Arterner Neustadt ist die Fräuleinstraße, früher als Hengstgasse bezeichnet. Ein neues lokalhistorisches Kolorit erhielt kürzlich das dortige Grundstück Nr. 17. Hier wohnt bereits seit einigen Generationen Familie Altrock, und in deren Auftrag hat der Maler Hans Tempel aus Roßleben (auf unserem Bild noch während der Arbeit Ende Juni 2021) eine Darstellung angebracht, die an die lange landwirtschaftliche Tradition dieses Hofes erinnern soll: An der Mauer eines vormaligen Stallgebäudes ist ein pflügender Bauer mit Zugpferd wiedergegeben. Vor dem Landmann erstreckt sich die Silhouette der Stadt Artern mit Rathaus und Marienkirche. - Noch bis in die DDR-Zeit war dieser Hof eng mit der Landwirtschaft in und um Artern verbunden, wie historische Fotos noch immer eindrucksvoll beweisen. Wohl bis in die 1960er Jahre waren demnach Pferde von dort als Arbeitstiere auf den Äckern unterwegs. Heute beschränken sich die tierischen Bewohner dieses alten Gehöfts auf Kaninchen, die dort gezüchtet werden. – Wichtige Eckpunkte aus der Stadtgeschichte besagen, dass der Hof Fräuleinstraße 17 im großen Stadtbrand 1683 beschädigt und danach wieder aufgebaut worden ist. Salinegründer Johann Gottfried Borlach ließ dort ein knappes halbes Jahrhundert später eine sog. Salzniederlage für die Saline einrichten, evtl. befand sich dort auch zeitweise die Verwaltung des Salzwerks. Familie Altrock ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dort ansässig, frühere Bewohner wurden vom Heimatverein ARATORA bereits ermittelt. - Die in obigem Bild mitgeteilte Jahreszahl 1683 bezieht sich auf die wohl früheste schriftliche Erwähnung des Hofes als Teilruine nach dem letzten großen Stadtbrand. Das zugehörige große Wohnhaus war ursprünglich ein Fachwerkbau, der jedoch bereits lange vor dem Weltkrieg verputzt worden ist. Das gesamte Anwesen wurde vor etlichen Jahren mit sehr viel Aufwand saniert. Kaum eine weitere mittelgroße Hofanlage in Artern hat sich bis heute in dieser historischen Komplexität erhalten.