Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)
Dienstag, 21. Januar 2025
Nach zaghaften Anfängen vor mittlerweile fünf Jahren und seither einigen Tausend absolvierten Arbeitsstunden, ausgefüllt mit Recherchen, Transkriptionen und Ermittlungen genealogischer Kontexte, wurde über den Jahreswechsel ein Markstein erreicht! Das ursprünglich als kleines privates Familienforschungsobjekt gedachte Vorhaben mit damals gemutmaßt einigen hundert zu ermittelnden Nachweisen von Vorfahren und Verwandten hat sich längst verselbständigt und umfasst nunmehr zehntausend Personen im Ahnenforschungsprogramm. Ausgehend von den relevanten Hauptorten Großleinungen, Hainrode/Harz, Oberröblingen/Helme, Roßla und Artern, in denen Ahnen teils bis zum Dreißigjährigen Krieg und davor nachgewiesen werden konnten, dehnte sich der Arbeitsbereich sukzessive auf immer mehr Ahnen- und Verwandtschaftsstränge aus, bis eben jene imponierende Zahl erreicht wurde. - Die im Stammbaum eingepflegten Personen kommen überwiegend aus den heutigen Kreisen Mansfeld-Südharz und Kyffhäuserkreis, doch auch bis ins Sudentenland reichen direkte familiäre Bande. Insgesamt konnten genealogische Nachweise in knapp 150 Ortschaften ermittelt werden, die am weitesten entfernten sind in den USA, Paraguay und Holländisch Ostindien. Die ältesten Belege reichen bis in die Zeit kurz nach Luthers Tod. - Adelige wurden, von Johann Wolfgang von Goethe abgesehen, nur ganz wenige beleghaft entdeckt, auch der berühmt-berüchtigte reiche Onkel aus Amerika war nicht darunter; dafür etliche Gelehrte und Professoren, auch Pastoren und Schriftsteller, ansonsten überwiegend Handwerker und Handarbeiter. Familiäre Beziehungen zu regional bedeutenden bzw. sogar berühmten Familien konnten nachgewiesen hergestellt werden. - Parallel wurden zu zahlreichen Personen digitale Unterordner angelegt, in den relevante Urkunden, Fotos, Belege oder Hinweise bzw. historische Quellen zur Sippentafel gespeichert sind. - Nicht unterschlagen werden soll, dass noch zahlreiche „Baustellen“ vorhanden sind, die zunächst auch nicht behoben werden können - sei es, dass sog. Tote Punkte erreicht worden sind oder aber originales Quellenmaterial nur schwer zu erlangen ist. Doch sind gerade diese genealogischen Problemfälle Ansporn weiterzumachen, denn nur allzu oft spielt der Zufall mit und neue Türen öffnen sich dann, von denen zuvor nicht einmal eine Ahnung bestand. Diese kommen z. B. auch durch zahlreiche Kontakte und Hilfen zustande, ohne die eine solche Forschungsarbeit gar nicht möglich gewesen wäre. In diesem Sinne wird die regionale Familienforschung nun weiter fortgeführt, vielleicht sogar bis zum 20.000 genealogischen Nachweis in einigen Jahren. Mit den bisher gemachten Erfahrungen besteht ein gutes Rüstzeug für diese große Aufgabe. - Unser Bild zeigt einen winzigen Ausschnitt aus der angesprochenen Sippentafel.
Dienstag, 14. Januar 2025
Auch in der hiesigen Heimatgeschichtsforschung werden Geologie und Paläontologie thematisch oft nur tangiert (z. B. Stratigrafie ,Kohlen- und Erzbergbau, Verhüttung, Salzproduktion). Die Sonderausgabe 2024 des Magazins „Fossilien - Erdgeschichte entdecken“ mit dem Titel „Erdgeschichte Thüringens zwischen Kyffhäuser und Saalfeld“ (unser Bild) könnte dies insofern ändern helfen, als sich eine besonders attraktive, inhaltsreiche und zugleich verständliche und somit sehr aussagestarke Edition mit eben diesem Thema beschäftigt. Autor Professor Hans-Jochen Kuss (Fachbereich Geowissenschaften der Universität Bremen) beleuchtet im Überblick die Landschaften Thüringens in zehn Kapiteln auf 88 reich illustrierten Seiten aus geologischer Sicht. - Zunächst werden jetzige und einstige Landschaften in Thüringen vorgestellt, danach die Ablagerungen aus dem oberen Karbon und Perm (u. a. Kyffhäuser und Ursaurier vom Bromacker) geologisch betrachtet, gefolgt vom Tafelgebirgsstock vom Oberperm (u. a. Kupferschiefer und Zechsteinmeer) bis zur Kreidezeit. Die Buntsandsteingruppe wird dann anhand von Beispielen aus der Unstrut-Region bearbeitet, gleichfalls die Muschelkalk- und Keupergruppe. Aus dem Erdmittelalter und der Erdneuzeit wird hernach das jüngere Tafelstockgebirge behandelt, gefolgt von den Travertinen im Thüringer Becken. Eine Zusammenstellung von thüringischen Geotopen, Höhlen und Messen sowie ein umfängliches Literaturverzeichnis runden die Sonderausgabe von „Fossilien - Erdgeschichte entdecken“ ab. - Abgesehen vom vorzüglichen Satz und Layout des Magazins werden, dem Fokus dieser Zeitschriftenreihe gemäß, nicht nur die erdgeschichtliche Vergangenheit und deren Ablagerungen vorgestellt, sondern eben auch die jeweils zugehörigen Fossilien in Wort und Bild nahegebracht. - Resümee: Die vorliegenden Zeitschrift ist als Überblick zur geologischen Vergangenheit Thüringens äußerst informativ und lehrreich und könnte bei dem einen oder anderen Leser das vielleicht bereits latent vorhandene Interesse an Erdgeschichte, Paläontologie und Versteinerungen wecken, zumal hier einige Landschaften aus unserer unmittelbaren Heimat im Magazin thematisiert worden sind.
Dienstag, 7. Januar 2025
Kurz vor Weihnachten 2024 erschien die jüngste Ausgabe des Magazins „Computer-Genealogie“, diesmal mit dem Schwerpunktthema „Daten austauschen, Daten abgleichen“ (unser Bild). Der Leitartikel widmet sich den Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit von Forschern mit und ohne Cloud-Anbindung. Der Folgebericht thematisiert die Vernetzung mit Online-Plattformen und die daraus entstehenden Möglichkeiten zu Datengewinnung und -abgleich, der sich anschließende Text behandelt das GEDCOM-Dateiformat, mit dessen Hilfe genealogische Daten gespeichert und weitergegeben werden können. Der Datenaustausch, d. h. die Bereitstellung und Weitergabe, zwischen Forschern und Plattformen nimmt den darauffolgenden Platz im Magazin ein. Der Genealogical Proof Standard zur präzisen Erfassung und Weitergabe von Informationen steht danach im Fokus. - Als Artikel abseits des Schwerpunktthemas werden Möglichkeiten zum Erhalt von genealogischen Nachlässen behandelt, ehe sich ein Bericht der DNA-Genealogie zwecks Ergänzung von aktenmäßigen Unterlagen annimmt. Im Anschluss wird über eine „Renaissance der Genealoge in Russland?“ berichtet. Es schließen sich nun Kurzmeldungen aus der Welt der Familienforschung an, ehe die Software Heredis 2025 vorgestellt sowie über die Festveranstaltung „35 Jahre CompGen“ informiert wird. Wiederum international kommt der Folgeartikel über die „Gründung der Genealogischen Gesellschaft von Utah“ von 1894 einher. Die Rubrik „Familienerbstück“ beschließt die aktuelle Ausgabe des Magazins „Computer-Genealogie“. - Resümierend kann festgestellt werden, dass diesmal eher „trockene“, dennoch wichtige und unabdingbare Themen der Genealogie im Fokus der Zeitschrift stehen, die den bereits versierten Forscher mehr ansprechen dürften als den Anfänger. Die kommende Ausgabe vom März 2025 widmet sich dann schwerpunktmäßig Smartphones und Tabletts in der Familienforschung.
Dienstag, 24. Dezember 2024
Vor wenigen Tagen erschien mit Band 30 die aktuelle Ausgabe des bisherigen „Saale-Unstrut-Jahrbuches“, zwischenzeitlich erweitert zum „Saale-Unstrut-Elster-Jahrbuch“ (unser Bild), herausgegeben vom Saale-Unstrut-Elster-Verein für Kulturgeschichte und Naturkunde e. V. . Das 128seitige Werk (ISBN: 978-3-96311-991-0) spricht erneut Themen aus Geschichte, Kultur, Kunst und Naturwissenschaften der Landschaften im Bereich der genannten drei Flüsse an. - In der Kategorie „Kulturgeschichtliche Beiträge“ wurden folgende Artikel publiziert: „… durch diese hochherzige Entscheidung des Kaisers“ - Wie der Westlettner und die Stifterfiguren des Naumburger Doms nach Amerika kamen / „Den Schloß Kirch Thurm belangende“ - Zum Abbruch der Türme der Zeitzer Stiftskirche / Das Hausinventar des Zeitzer Stiftsvikars Gregor Gundolt († 1457) / Mittelalterliche „Artollerey“ in Naumburg ab 1348 und die „Grote Buchse“ von 1449 / Schenkung eines wertvollen limitierten Bandes mit Fotografien der Köpfe der Stifterfiguren und der Kreuzigungsgruppe des Naumburger Doms für die Domstiftsbibliothek Naumburg – Ein Frühwerk des Fotografen Walter Hege (1893–1955) / Beiträge zur älteren Geschichte der Othmarskirche zu Naumburg an der Saale (1208–1699), Teil II: Der Neubau der Kirche gegen Ende des 17. Jahrhunderts / „Hehr und heilig ist die Stunde“ – Studentische Orden des ausgehenden 18. Jahrhunderts im Umfeld der Universitäten Jena und Halle und ihre Ausstrahlung auf das spätere Korporationswesen - Eine kulturgeschichtliche Studie mit Katalogteil zu ihren Insignien und Codes / Von Naumburgs alten Hohlen - Eine Jugenderinnerung / Reise der Großfürstin Maria Pawlowna (1786–1859) von St. Petersburg nach Weimar und ihr Aufenthalt in Naumburg im Jahr 1804 - Die Erlebnisroute Maria Pawlowna“ / Luise von Preußen - „Königin der Herzen“ tanzt auf dem Dach des Naumburger Domgymnasiums: Ergänzt wird das Jahrbuch 2025 mit „Neues vom Welterbe“ sowie als naturkundlichen Beitrag Ausführungen über die Entwicklung der Teiche bei Borgau als Laichhabitat. Ein Projekt des Geo-Naturparks „Saale-Unstrut-Triasland“. - Verbunden mit herzlichen Wünschen für ein geruhsames Weihnachtsfest, einen fröhlichen Jahreswechsel sowie ein gesundes neues Jahr 2025 verabschieden sich die Aktuellen Meldungen bis zum 7. Januar 2025. Dann geht es wieder weiter mit ortsgeschichtlichen Nachrichten aus Artern, regionalhistorischen Mitteilungen, mit Familiengeschichte und Hinweisen über Neuveröffentlichungen auf dem Buchmarkt sowie Terminen und Veranstaltungen.
Dienstag, 17. Dezember 2024
Die Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e.V. publiziert seit 1992 jährlich die wissenschaftliche Zeitschrift „Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt“ (ISSN 0944-4157), die sich an Fachpublikum und interessierte Laien gleichermaßen wendet. Mit Heft 33 (unser Bild) liegt nun die aktuelle Ausgabe dieser Buchreihe vor. Vierhundert Seiten stark, fallen besonders zwei Artikel auf, die hier regionales historisches Interesse wecken sollten. Martin Beitz schreibt auf knapp 70 Druckseiten über „Das Hersfelder Zehntverzeichnis und die frühmittelalterlichen Burgen im Friesenfeld“, das sind u. a. die Anlagen von Allstedt, Beyernaumburg, Bornstedt und Querfurt. Reich illustriert und mit diversen Karten versehen, wird über den aktuellen Kenntnisstand alter Befestigungsanlagen am Südharz, in der Goldenen Aue, an der Helme, Unstrut und Saale sowie auf der Querfurter Platte referiert. Basierend auf den „Klassikern“ der Regionalgeschichtsforschung, zumeist des 19. Jahrhunderts, werden vom Autor geographische und namenkundliche Analysen mit dem Ziel aufgestellt, die Lage der Burgen im Hersfelder Zehntverzeichnis exakter zu verorten und in geschichtliche Kontexte zu bringen. Doch nach rund 200 Jahren intensiver Forschung wird letztlich konstatiert, dass noch genügend Fragen offen sind, um die Burgenthematik des Zehntverzeichnisses auch künftig als lohnendes Forschungsobjekt anzusehen! Besonders der Abschnitt über die noch immer nicht lokalisierte Gerburgoburg bietet spannende Ansätze für die Suche, so z. B. sogar im Mündungsbereich der Helme in die Unstrut! Der umfängliche Quellenapparat zum Aufsatz reizt zudem zur künftigen Beschäftigung mit der stets interessanten Burgenproblematik des frühen Mittelalters in unserer Region. - Ein weiterer Artikel im Jahrbuch tangiert das Schloss Wendelstein an der Unstrut, dessen Burgkapelle auf fast 60 Seiten und gleichfalls reich bebildert im Mittelpunkt einer detailreichen, kultur- und kunstgeschichtlichen Abhandlung steht. - Weitere Aufsätze im Buch beschäftigen sich außerdem mit nachstehenden mittelalterlichen Burgen: Orlamünde, Thamsbrück, Hausberg bei Jena, Goseck und Droyßig.
Dienstag, 10. Dezember 2026
Bis zur Veröffentlichung des nächsten Arterner Nostalgie-Kalenders ist es zwar noch ein Dreivierteljahr hin, doch hat sich in jüngster Zeit mental ein historischer Komplex verfestigt, der bildlich den Kalender 2026 thematisieren dürfte: „Artern - Gasthöfe und Hotels mit Tradition“. Hierzu wurde tatsächlich die für die Anzahl der 24 Kalenderblätter nötigen verschiedenen Motive ermittelt, und diese werden nun sukzessive mit alten Bildern belegt, ohne auch nur ein Wirtshaus optisch doppelt bemühen zu müssen! Hierzu muss jedoch erklärt werden, dass natürlich auch längst nicht mehr existente Gasthäuser berücksichtigt werden, in denen aber auch jahrzehntelang und oftmals noch viel länger Gäste bewirtet und beherbergt worden sind, z. B. die „Drei Schwanen“, der „Bunte Löwe“, der „Graue Wolf“ oder die „Dammschenke“. Ergänzt werden diese sehr alten Gasthöfe mit jüngeren, jedoch gleichfalls nicht mehr existenten Wirtshäusern, so der „Deutsche Kaiser“, die „Goldene Sonne“, die „Goldene Krone“ oder der „Mansfelder Hof“. - Der Herausgeber erhofft sich, mit dem neuen Kalender Einblicke in die lokale Wirtshauskultur der vergangenen etwa drei Jahrhunderte zu geben, zumal nach 1990 die einst reiche Kneipen- und Gaststättenlandschaft in Artern fast komplett zum Erliegen gekommen ist. - Layout und Umfang des nächsten Kalenders wird dem seit 2015 altbekannten Format entsprechen, also 24 Kalenderblätter sowie zwei Jahreskalender. Näheres über den Fortgang der Arbeiten zur Erstellung der nächsten Arterner Nostalgie-Kalenders folgt an dieser Stelle im Laufe der nächsten Zeit. Erstverkauf ist dann das Zwiebelmarktwochenende 2025. - Unser historisches Bild zeigt das einstige Gasthaus zum goldenen Löwen in der Nordhäuser Straße.
Dienstag, 3. Dezember 2024
Es passiert gelegentlich, dass historische Motive - besonders auf privaten Fotos - nicht auf Anhieb zugeordnet werden können. Zumeist ist das der Fall, wenn z. B. Häuser zu sehen sind, die nicht mehr existieren bzw. starke Umbauarbeiten das Gebäude seither maßgeblich verändert haben. Dann bedarf es entsprechender Recherchen und Bildvergleiche oder auch Abgleichen in Adressbüchern, um das abgebildete Detail eindeutig zuordnen zu können, soweit dies der Fundus an alten Abbildungen überhaupt zulässt. - Ein kniffliger Fall liegt bei unserem heutigen Bild vor, das als Motiv einer privaten Postkarte wohl im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hergestellt worden ist. Die Karte wurde am 15. November 1912 in Arten abgestempelt und ging danach in der Postversand, adressiert an „Wohlgeb. Frau Marg. Scheiderer“ in Ansbach, Bayern. Aber weder das abgebildete Wohnhaus, noch die deutlich erkennbare Hausnummer 35 und auch nicht der Name der Empfängerin konnte mit Artern in irgendeiner Weise in Kontext gebracht werden! - Daher unser heutiger Aufruf um Mithilfe bei der Identifizierung des Standortes dieses Wohnhauses, das dem Baustil nach in der Altstadt gestanden haben dürfte. Das allerdings auch nur, wenn es sich tatsächlich um ein Motiv aus Artern handelt, denn nicht außen vor gelassen werden darf, dass zwar die Karte hier abgestempelt worden ist, das Haus jedoch nicht unbedingt eines in Artern zeigen muss. - Wir freuen uns über Hinweise oder Ideen!
Dienstag, 26. November 2024
Als die Arterner Stadtväter vor 95 Jahren ihrer Kommune ein neues Wappen gaben und damit ein jahrhundertelanges Mit-, Neben- und Durcheinander in der lokalen Heraldik beendeten, konnten sie nicht ahnen, dass mit dem seither gültigen Wappen (zwei silberne Halbbögen auf blauem Grund) später neues Wirrwarr erwuchs. Historisch gesehen war dieses Wappen ursprünglich der in Artern sowie regional ansässigen Familie von Hake, auch Haake oder Hacke, zugehörig, ebenso den mit den Hakes verwandten Ministerialgeschlechtern von Artern und von Gehofen. Deren Wappenbilder zeigen eindeutig zwei senkrecht stehende und gegeneinander gekehrte Regenbögen. Entsprechende Wappen sind als Malerei z. B. in der Kirche St. Pankratius in Bendeleben (unser Bild) und als Steinmetzarbeit an der Kirche St. Annen in Hackpfüffel zu finden. Historische Buchwerke zeigen das Hake-Wappen in eben dieser korrekten Blasonierung. - Spätestens aber mit dem „Lexikon Städte und Wappen der DDR“ von 1979 wurde dann dieses bislang eindeutige und historisch begründete Wappenbild aus unerfindlichen Gründen völlig anders gedeutet, und aus den beiden Regenbögen (seit 1929 stilisiert und farblich nicht differenziert) wurden ohne Not silberne „Radfelgenstücke“. Diese Definition wurde widerspruchslos bis in die Gegenwart weiterverbreitet, u. a. in diversen neueren Wappenbüchern, auf Wikipedia und sogar in der Hauptsatzung der Stadt Artern. Die seither dafür angeführten Begründungen sind hanebüchen und schlichtweg falsch! - Im Vorfeld der Neuauflage des seit 1994 erscheinenden „Thüringer Wappenbuches“, das um den Jahreswechsel in einer stark erweiterten 4. Auflage publiziert wird, wurde dem Verfasser dieser heraldische Missstand mitgeteilt. Daraufhin ist zugesagt worden, dass nunmehr „auf jeden Fall neben der kurzen Erwähnung der Radfelgen das Regenbogenwappen umfassend dargestellt und erläutert wird.“ Inwieweit dadurch der bislang entstandene historische Flurschaden als behoben gelten kann, wird sich zeigen. Immerhin sollten im Nachgang wenigstens Online-Texte und teils offizielle amtliche Dokumente angepasst werden. Dennoch ist zu erwarten, dass mit der anstehenden Publikation des „Thüringer Wappenbuches“ die bisherige Fehlinterpretation längst nicht vom Tisch sein wird und wohl noch jahrelang aus Unkenntnis oder Sorglosigkeit die „Radfelgen“ als unrichtige Erläuterung des Wappens der Stadt Artern bemüht werden. Indes galt und gilt: Das Familienwappen der mittelalterlichen von Hakes und somit das Stadtwappen von Artern seit 1929 zeigt zwei Regenbögen, wenngleich stilisiert und farblich monochrom! Mit einem Rad als gemeiner Figur im Wappenwesen bzw. einem Teilstück davon (also je ein Sechstel oder Achtel einer Radfelge) hatten die Hakes heraldisch nie etwas zu tun!
Dienstag, 19. November 2024
Eine wahre Fleißarbeit und zugleich einen wichtigen Baustein zur Arterner Stadt- und Familiengeschichtsforschung lieferte Thomas Engelhardt mit seinem 25seitigen Manuskript „Die Vorfahren der Maler-Brüder Ewald Engelhardt und Otto Engelhardt-Kyffhäuser“, veröffentlicht in „Der Herold - Vierteljahresschrift für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften, Neue Folge, 28. Band“, ab. Als Dank für die Unterstützung während der Erstellung dieses Textes leitete der Autor neulich dem Heimatverein ARATORA eine Kopie seines Manuskripts zu. - Die dargelegten genealogischen Forschungen sind besonders deshalb so imponierend, weil nunmehr lt. Ahnenliste der beiden Probanden insgesamt zwölf (!) Generationen bis in die Zeit um 1550 vorliegen und damit die bisherigen Stammbäume der in Artern alteingesessenen Familie Engelhardt um mehr als ein Jahrhundert übertroffen werden. Dabei sind 92 Ortschaften im heutigen Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von genealogischen Einträgen bzw. Ereignissen tangiert worden. Aus der unmittelbaren Nähe sind das u. a. Allstedt, Artern, Edersleben, Frankenhausen, Gehofen, Göllingen, Heldrungen, Katharinenrieth, Kölleda, Oberheldrungen, Oberröblingen, Oldisleben, Ringleben, Ritteburg, Sangerhausen, Tilleda und Voigtstedt. - Es wird eine angenehme Arbeit über den Winter sein, die bereits vorliegenden Stammbäume mit ausgewählten Daten aus obigem Artikel abzugleichen und zu vervollständigen. Zudem können dann noch mittels zahlreicher Fußnoten im Text weitere Quellen zur lokalen und regionalen familiengeschichtlichen Arbeit erschlossen werden. - Unser Bild zeigt einen Zeitungsartikel mit Einladung zu einer Ausstellung im Arterner Rathaus mit Werken von Otto Engelhardt-Kyffhäuser im Sommer 1941.
Dienstag, 12. November 2024
Das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) gibt ab sofort auf seiner Webseite eine Übersicht über die nach §§ 4 und 5 des Thüringer Denkmalschutzgesetzes (ThürDSchG) ins Denkmalbuch des Freistaates Thüringen eingetragenen Kulturdenkmale. Die Denkmalliste ist für alle Interessierten kostenfrei online abrufbar, unter: https://denkmalpflege.thueringen.de/denkmalliste. - Recherchieren lässt sich in der Denkmalliste nach Landkreisen, Gemarkungen, Straße, Lage, Denkmaltyp, Objektbezeichnung/Eigenname sowie Flurstück als Volltextsuche. Die Suchfelder lassen sich für eine gezielte Recherche auch kombinieren. Die Auflistung erfolgt in alphabetischer Reihenfolge. Die Ergebnisse lassen sich auf der Webseite als PDF-Export herunterladen oder ausdrucken. Zukünftig sollen weitere relevante Informationen in einem Denkmal-Atlas Thüringen zur Verfügung gestellt werden. - Die Denkmalliste gibt eine Übersicht nach § 4 ThürDSchG über im Denkmalbuch eingetragene unbewegliche Kulturdenkmale im Freistaat Thüringen. Ausgenommen sind bewegliche Kulturdenkmale (z. B. als Teile eines Baudenkmals oder archäologisches Fundgut). - Die Denkmalinventarisation ist eine dauerhafte Aufgabe, so dass aktuelle Erkenntnisse, zusätzliche Befunde oder Neubewertungen sowohl zur Neuaufnahme als auch zu Ergänzungen oder Streichungen in den veröffentlichten Denkmallisten führen können. Die veröffentlichten Listen dienen der Information und stellen den aktuellen Arbeitsstand zum jeweils aufgeführten Datum dar. Hinzuweisen ist darauf, dass der Schutz eines Kulturdenkmals nicht von einem Eintrag in das Denkmalbuch abhängig ist (§ 4 Abs. 2 Satz 2). Auch nicht in das Denkmalbuch eingetragene Objekte fallen unter den Schutz durch das Thüringer Denkmalschutzgesetz, wenn sie die Kriterien nach § 2 ThürDSchG erfüllen. - Unser Bild zeigt das inventarisierte mittelalterliche Steinkreuz auf dem Grundstück Lindenstraße 14 in Artern.
Dienstag, 5. November 2024
Die beiden bereits an dieser Stelle im September 2024 kurz vorgestellten Akten-Unikate „Neues Stuhl-Register über die Männer und Weiber Stände der Arterischen Kirchen B. Virginis aufgesetzet Anno 1768“ sowie „Inventarium derer beyden Arterischen Stadt-Kirchen B. virginis & St. Viti 1713-1714“, mittlerweile durch eine weitere Dokumentenmappe (unser Bild) zum letztgenannten Folianten ergänzt, konnten erwartungsgemäß durch den Heimatverein ARATORA aus privater Hand erworben werden. Von besonderem Interesse in letztgenannter Akte sind Eintragungen, den Hufschmied Hans Christian Göthe betreffend. Diese Mitteilungen werden helfen, die bislang bekannten Lebensumstände des Arterner Goethe-Vorfahren noch weiter zu konkretisieren. Zudem sind andere schriftliche Mitteilungen noch vor dem großen Stadtbrand von Ostern 1683 verfasst worden, was die Akte zudem als lokale historische Rarität einstuft. - Mit dem Erwerb ist bedeutendes stadt- und kirchengeschichtliches Arterner Archivgut zunächst sichergestellt worden. Nun werden hunderte handschriftliche Seiten abfotografiert und dann am Bildschirm inhaltlich analysiert und transkribiert Nach diesen Arbeiten sollen die Akten dem Archiv des Evangelischen Kirchenkreises Eisleben-Sömmerda zugeführt werden, wo sie als Schenkung verbleiben. - Der Heimatverein ARATORA und Pfarrer i. R. Hans-Martin Kohlmann, Verantwortlicher für das Archiv des Kirchenkreises in der Nicolai-Kirche Eisleben, freuen sich, dass erneut kirchengeschichtlich wichtige Unterlagen aus Artern gerettet worden sind und nun dort, wo sie sachlich und inhaltlich hingehören, archivarisch betreut werden bzw. auch einsehbar sind. Da sich augenscheinlich die Schäden an den historischen Akten in Grenzen halten, ist deren Sanierung nicht notwendig, weshalb diese ohne weitere Behandlung dem Archiv Eisleben eingegliedert werden können. Die Digitalisate hingegeben bleiben in Artern und werden fortan zur orts- und familiengeschichtlichen Arbeit genutzt.
Dienstag, 29. Oktober 2024
Der Kartendienst des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ist eine Onlineplattform zur Information und für Recherchen über verschiedene Umweltthemen in Thüringen mittels vorbereiteter thematischer Karten (Geologie und Bodenkunde, Geothermie, Hydrologie und Hochwasserrisikomanagement, Wasserwirtschaft und Gewässerschutz, Naturschutz sowie Luft, Lärm und Emissionen). Zudem können aus dem vorhandenen Datenmaterial sowie mittels Filtermöglichkeiten Kombinationen aus Einzelthemen zusammengestellt werden. - Im Kontext der Thematik „Hochwasser“ steht jetzt ein deutlich erweiterter Kartendienst zur Verfügung, historische und moderne Hochwassermarken betreffend (unser Bild). Referent Dr. Ralf Haupt teilt hierzu folgendes mit: „In jüngster Zeit konnten mehrere Dutzend Marken dank Amtshilfe seitens des Thüringer Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation (TLBG) vermessungsrelevant qualifiziert werden. Auch bislang völlig unbekannte Markenstandorte haben den Datenumfang des Kartendienstes erweitern können. Insgesamt sind nun für Thüringen 511 Hochwassermarken dokumentiert und stehen zur Information über vergangene maßgebliche Hochwasserereignisse zum Abruf bereit. Zum Teil noch fehlende Fotos werden sukzessive ergänzt. Neu in der Veröffentlichung sind jetzt das Markenensemble Holzsußra im Kyffhäuserkreis, mehrere bisher unbekannte Standorte zum Hochwasser 1981, z. B. im Gleistal bei Jena oder in der Königseer Rinne, und ein Markenstandort in Eisenach/Hörsel mit mehreren Markierungen.“ - Verbunden hiermit ist der Aufruf zur Meldung bislang unbekannter Marken, die noch nicht im Kartendienst enthalten sind. Hierzu steht ein entsprechendes Automatik-Formular für Online-Meldungen zur Verfügung; insbesondere fehlen noch Markierungen zum Hochwasserereignis vom Jahreswechsel 2023/2024. Auch provisorische Markierungen sollen bitte gemeldet werden. Evtl. könnten solche Marken daraufhin mittels zur Verfügung gestellter TLUBN-Plaketten gesichert werden. – Der Kartendienst des TLUBN ist online hier abrufbar: https://tlubn.thueringen.de/kartendienst.
Dienstag, 22. Oktober 2024
Als Band 6 der Schriftenreihe des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz in Roßla erschien dieser Tage eine geradezu epochal zu bezeichnende Monographie über die Heimkehle (unser Bild). Die monumentale Neuerscheinung umfasst 452 Seiten mit 490 Bildern im Festeinband - eine umfangreichere speläologische, ökologische und historische Darstellung dieser 1357 erstmals erwähnten Höhle hat es bislang noch nicht gegeben! Hierfür haben unter redaktioneller Federführung von Heinz Noack aus Bennungen acht Autoren Texte verfasst bzw. mit historischen und aktuellen Bildern illustriert, die über die größte Gipskarsthöhle in Deutschland als Naturdenkmal, Biotop, Karstmuseum, Gedenkstätte und touristischen Magnet berichten. - In knapp 30 Kapiteln werden sämtliche naturkundlich und historisch relevanten Themen um die Höhle ausführlich dargestellt, u. a. deren Lage und Entstehung, archäologische Funde, Beschreibungen in der Geschichtsliteratur des 17. bis 19. Jahrhunderts sowie entsprechende kartographische Aspekte. Sehr umfänglich ist die Erschließung und touristische Nutzung aufgeführt, ebenso der rüstungstechnische Missbrauch der Heimkehle während der NS-Zeit u. v. a. m. Von besonderem Interesse dürften Fotos aus den nicht öffentlich zugänglichen Bereichen der Höhle sein, ehe dann Natur und Naturschutz (u. a. Fledermäuse und Flora im näheren Umfeld) das Buch beschließen. - Besonders hervorzuheben ist Bildauswahl mit hunderten historischen und aktuellen Belegen, oftmals in A4-Größe, ebenso Faksimiles alter Dokumente, z. B. Höhlenführer. Kein Aspekt im Kontext mit der Heimkehle wurde von den Autoren unberücksichtigt gelassen, so auch nicht die Erfassung zahlreicher Souvenirs und Andenken mit Höhlenmotiven (Teller und Tassen, postalische Dokumente). Ebenso gehört die Wiedergabe zahlreicher Zeitungsartikel aus älterer und jüngerer Zeit hierher, z. B. auch die spekulative und letztlich erfolglose Suche nach dem Bernsteinzimmer im Südharz. - Aufgrund der Datenmenge im Bild- und Schriftgut ist es derzeit noch nicht möglich, hier weitere wichtige Aspekte aus der Vergangenheit der Heimkehle detailliert hervorzuheben; das kann erst nach dem Lesen des mehr als vier Kilogramm schweren Buches „Die Heimkehle im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz“ geschehen, das der regionalgeschichtlich interessierten Leserschaft wärmstens ans Herz gelegt wird. Das äußerst opulente Werk ist im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz in Roßla erhältlich und kostet 40 Euro.
Dienstag, 15. Oktober 2024
Noch fast druckfrisch und wie immer hochinteressant und thematisch abwechslungsreich liegt die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Computer-Genealogie“ 3/2024 mit dem Schwerpunktthema „Genealogie im Austausch mit der Forschung“ vor (unser Bild). Dazu teilt der herausgebende Verein für Computer-Genealogie e.V. (CompGen) mit: „Wer die jüngste Ausgabe aufschlägt, findet darin vier Beiträge zu Themen aus dem Programm der Tagung „Digital History & Citizen Science“ in Halle. Dort wie in der Computer-Genealogie geht es um den Austausch zwischen klassischer genealogischer und akademischer Forschung. Das Geschichtliche Ortsverzeichnis (GOV) ist ein Thema - ein traditionsreiches Projekt der „Citizen Science“ oder Bürgerforschung des Vereins für Computergenealogie (CompGen). Wir stellen ihnen auch Topotheken vor, sozusagen digitale Ortsarchive im Internet; sie werden aus privaten Sammlungen gespeist, die ansonsten bei Haushaltsauflösungen verloren gehen könnten. Ebenso gefährdet sind – und das ist ein weiteres Thema im Heft wie auch bei der Tagung – viele mühsam zusammengestellte digitale Datensammlungen von „Citizen Scientists“, für die es (noch) keine Archive gibt. Ein klassisches genealogisches Thema, das ganz unterschiedliche Auffassungen von Verwandtschaft zu verschiedenen Zeiten spiegelt, rundet den Schwerpunkt des Heftes ab: Eheverbote und deren Umgehung mit Dispensen. - Gleich zwei „Zeitreisen“ unternehmen wir in Heft 3/2024: in das New York des Jahres 1904 und in den Westen Deutschlands 1939. Wer die DNA als genealogische Quelle nutzt, findet natürlich auch wieder Anregungen: Diesmal geht es darum, wie sich mit den genetischen Daten entfernter Verwandter aus der eigenen Generation genealogische Zusammenhänge aufklären lassen. Unseren Blick über den Zaun richten wir diesmal in den Kaukasus, um dort den Spuren württembergischer Siedler zu folgen. Und das sind natürlich noch nicht alle Themen.“ - Die Mitglieder des Vereins für Computer-Genealogie e.V. (CompGen) erhalten das Heft im Rahmen ihrer Mitgliedschaft. Nicht-Mitglieder können das Magazin im Online-Shop des Pferdesportverlag Ehlers in Bremen als Einzelheft bestellen oder abonnieren.
Dienstag, 8. Oktober 2024
Interessierten an regionaler Verkehrs- und besonders Schifffahrtsgeschichte ist die Buchreihe „Die Schifffahrt auf der oberen Saale und Unstrut“ aus dem Erfurter Ringelbergverlag längst ein Begriff. Immerhin hat deren äußerst rühriger Autor Michael Eile während des vergangenen Jahrzehnts damit eine beachtliche regionalgeschichtliche Serie mit hohem Informationsgehalt, lokalen Details und vielen einmaligen Fotos bzw. Faksimiles veröffentlicht. Jüngst gesellte sich zum bereits beachtlichen Bestand der mittlerweile achte Band (ISBN: 9783945850541) unter dem Titel „Zwischen Hoffnung und Vergänglichkeit - Im Wettbewerb mit der Eisenbahn von 1890 bis 1905“ hinzu (unser Bild). Während dieser Zeitspanne kam die von der Wirtschaft und den Anwohnern lange schon ersehnte Eisenbahn auch ins Unstrut- und Saaletal, die allerdings beim Güterverkehr der Schifffahrt den Rang ablief und damit den Niedergang des einst bedeutsamen Verkehrs auf dem Wasser verursachte. - Zu dieser Neuerscheinung mit stolzen 460 Seiten Umfang wird mitgeteilt: „Einhundert Jahre waren seit dem Bau und der Eröffnung der Wasserstraße Obere-Saale-Unstrut vergangen. Zu Beginn des Jahres 1890 gab es im gesamten Revier der Königlichen Wasserbauinspektion Naumburg (Bretleben bis Schkopau) 58 Schiffseigner, die nun im Wettbewerb mit den neu erbauten Eisenbahnlinien nach Querfurt und Mücheln, sowie der Unstrutbahn standen. Zur Vertretung ihrer Interessen hatten sie in der Stadt Nebra eine Schiffer-Innung ins Leben gerufen. Die größte Hoffnung der zahlreichen Mitglieder dieser Vereinigung war die Erbauung des schon seit Jahren geplanten Saale-Leipzig-Kanals. Enorme Transportmengen von Baustoffen nach Leipzig würden die Existenz von hunderten von Schiffern, Schiffbauern und Steinbrucharbeitern entlang der Unstrut und oberen Saale weiter gewährleisten. Doch die Verhandlungen und Streitereien bezüglich der Finanzierung und Linienführung dieses Kanals gingen schier endlos weiter, währenddessen östlich der oberen Saale immer neue Eisenbahnstrecken entstanden und sich die Situation für die Lastkahneigner dadurch immer weiter verschärfte. Ein Kahnschiffer nach dem anderen musste nun aufgeben. Doch dafür eroberte die Personenschifffahrt das Revier jetzt mit voller Kraft voraus...“