Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)
Dienstag, 7. April 2026
Am kommenden Freitag wird zum Welt-Homöopathie-Tag an den Geburtstag des Begründers dieser alternativen Heilmethode, Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843), erinnert sowie auf die Prinzipien der Homöopathie aufmerksam gemacht. Eng verbunden mit dem Wirken Hahnemanns in Mitteldeutschland sind besonders Leipzig und Köthen. Nun ist es sicherlich nicht uninteressant zu erfahren, dass es Beziehungen der Familie von Samuel Hahnemann auch zur Stadt Artern gibt. Das dies bislang offenbar in der hiesigen Heimatforschung unbekannt war, ist umso verwunderlicher, da bis jetzt nicht wenige m. o. w. bedeutende Personen und deren Relationen zu Artern ermittelt worden sind. - Welche der familiären Verbindungen waren das? Johann Heinrich Küchler, Sohn des Böttchermeisters Peter Küchler in Zeitz, war seit 1694 Kantor der Arterner Marienkirche bzw. seit 1720 hiesiger Schulrektor. Er hatte 1698 in der Kirche des Wasserschlosses in Artern Clara Elisabeth Hoffmann, die Tochter des gräflichen Hufschmiedes Heinrich Hoffmann, geheiratet und starb 1724 hier. Einer seiner in Artern geborenen Söhne, Gotthard Heinrich Küchler (1703-1769), wurde Besitzer der Mohren-Apotheke zu Dessau. Dessen Frau Martha Sophie schenkte ihm 1764 in Dessau Tochter Johanna Leopoldine Henriette Küchler. Als junge Frau war diese dem Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann aufgefallen, der sie 1782 in Köthen ehelichte. - Mit eben dieser Ehe wurde also der Vater der Braut, der aus Artern stammende Dessauer Apotheker Gotthard Heinrich Küchler, zum Schwiegervater des späteren Alternativmediziners. Allerdings war Gotthard Heinrich Küchler zum Zeitpunkt der Eheschließung bereits 13 Jahre tot, was aber nichts an den Kontext seiner Familie zu der von Hahnemann ändert. Küchlers Tochter Johanna Leopoldine Henriette Hahnemann starb nach unstetem Leben als elffache Mutter 1830. Der Witwer Samuel Hahnemann heiratete 1835 zu zweiten Male und starb 1843 als berühmter Mann: verehrt und angefeindet. Eine seiner Töchter verschlug es sogar in unsere Gegend: Henriette Hahnemann war mit Pastor Förster in Drebsdorf, heute Kreis Mansfeld-Südharz, verehelicht. - Unser Bild zeigt Samuel Hahnemann auf einem Stahlstich von 1831 nach einem Gemälde von Julius Schoppe (Quelle: Wikipedia, gemeinfrei).
Dienstag, 31. März 2026
In drei Jahrgängen erschien von 1937 bis 1939 die genealogische Fortsetzungsreihe „Wir suchen unsere Ahnen - Sippenkundliche Beilage für die Mitteldeutsche Nationalzeitung“ aus Halle/Saale (unser Bild). Auf überwiegend jeweils vier Druckseiten ist damals aller vierzehn Tage aus der Familienforschung in Mitteldeutschland berichtet worden bzw. wurden die Leser angeregt, gleichfalls genealogisch tätig zu werden. (Parallelen zu der zwischen 1933 und 1941 zweiwöchig als Beilage des Eisleber Tageblatts veröffentlichten Fortsetzungsreihe „Mansfelder Sippenkunde“ unter Leitung von Hermann Etzrodt und Dr. Kurt Kronenberg sind klar erkennbar.) - Unter geflissentlicher Ausblendung des damals unvermeidlichen ideologisch-politischen Untertons in dieser als auch jener Serie stellt „Wir suchen unsere Ahnen“ einerseits wissenschaftshistorisch einen umfänglichen Überblick zu Art und Weise der populären Sippenforschung während des Nationalsozialismus dar, andererseits bietet die inhaltlich sehr aufwändige Fortsetzungsreihe mit 51 Teilen eine unschätzbare Fundgrube mit Unmengen an Daten, Informationen, Materialien und Quellen auch noch für die Familienforschung in heutiger Zeit. - Mit erheblichem Zeitaufwand wurde die Serie nun digital zusammengestellt und aufgearbeitet, um als PDF auf 196 Seiten fortlaufend lesbar zu sein; allerdings leider (noch) ohne OCR, da die originale Frakturschrift nur bedingt von der genutzten Software erkannt worden ist. - Aus der Themenvielfalt von „Wir suchen unsere Ahnen“ stechen folgende Schwerpunkte aus dem Gebiet der vormaligen Preußischen Provinz Sachsen bzw. den damaligen Reichsgauen Halle-Merseburg und Thüringen ins Auge: zahl- und inhaltsreiche genealogisch-geschichtliche Beschreibungen und Darstellungen, Meldungen aus Familien- und Sippenverbänden, historische und damals aktuelle Veröffentlichungen zur Ahnenforschung, verschiedenste Familien- und Personenlisten, auch Ahnenlisten, Wappenkunde, Neuigkeiten aus dem Kirchen- und Archivwesen, Hilfegesuche von Forschern, Informationen über Familien- und Ortsfamilienbücher sowie Kirchenbuchverkartungen, Hinweise zur praktischen Ahnenforschung, Berichte über Tagungen und Familientage, Optionen zur Auslandsforschung usw. - Als Zeitdokument werden die „Sippenkundlichen Beilagen für die Mitteldeutsche Nationalzeitung“ auch über das historische Verfallsdatum hinweg gute Dienste tun.
Dienstag, 24. März 2026
Für Familienforscher und Heimatkundler gleichermaßen wiederum höchst informativen Lesestoff bietet die soeben erschienene erste Ausgabe des Jahres 2026 der Quartalsschrift „Computer-Genealogie“ (unser Bild). Das Leitthema der aktuellen Publikation behandelt „250 Jahre USA - Auf den Spuren der Deutschamerikaner“ mit sieben Artikeln. Zunächst wird ein allgemeiner historischer Rückblick auf deutsche Einwanderung in die Vereinigten Staaten geworfen, danach folgt - als „Uncle Sams Volkszählung“ tituliert - die Geschichte des US-Zensus seit 1790 als heute bedeutsame genealogische Quelle. Es schließt sich ein Artikel über Möglichkeiten und Grenzen von Recherchen zu Biographien anhand US-amerikanischer Zeitungen an. Der nächste Bericht widmet sich den potentiellen „Quellen zur Ahnenforschung in den USA“ (Personenstandsakten, Kirchenbücher, Einbürgerungsakten, Militär- und Grundbuchakten, Nachlass- und Gerichtsunterlagen). Aufgrund der geographischen Entfernung hat der Artikel „Onlinequellen für die Suche nach lebenden Verwandten in den USA“ besondere Brisanz in der aktuellen Familienforschung. Abgeschlossen wird das Leitthema mit dem Bericht „Hilfe durch genealogische Vereine in den USA“. – Nach interessanten Kurzmeldungen wird wieder einmal die DNA-Genealogie bemüht, um „Mit DNA-Daten Lücken in der Papier-Überlieferungen [zu] überwinden“. Eine spannende Episode der Familienforschung wird dann mit der Thematik „Konfessionsübergreifender Taufzwang“ behandelt. Danach steht die Insel Helgoland im Fokus eines Rückblicks bzw. unter genealogischen Gesichtspunkten. Im Software-Test wird anschließend „Heredis 2026 World“ vorgestellt, ehe Kurznachrichten sowie Informationen aus dem Verein für Computer-Genealogie bzw. die Vorstellung eines Familienerbstücks das neue Magazin „Computer-Genealogie“ beschließen. - Bezugnehmend auf das aktuelle Hauptthema abschließend noch die Anmerkung, dass auch aus Artern mehr als drei Dutzend Familien und Einzelpersonen während des 19. Jahrhunderts in die Staaten ausgewandert sind. Deren Werdegang hier wie dort ist bereits teilweise genealogisch erforscht, wobei u. a. Fotos erhaltener Grabsteine sowie zeitgenössische Nachtrichten aus lokalen US-Zeitungen äußerst hilfreich gewesen sind. Nicht selten wurden die Arterner Auswanderer in der Retrospektive explizit als Pioniere bezeichnet, die ihren späteren Wohnort mit aufbauten bzw. erweitern halfen. - Die nächste Ausgabe der "Computer-Genealogie" erscheint Mitte Juni 2026 und hat dafür das Standesamtswesen zum Schwerpunktthema erkoren.
Dienstag, 17. März 2026
Aus Dortmund traf ein großes Paket in Artern ein, dessen Inhalt: ein originales Gemälde (Öl auf Leinwand) von Kunstmaler Otto Engelhardt-Kyffhäuser (1884-1965) als Geschenk einer Tochter von Buchbindermeister Wilhelm Leibniz, einst ansässig gewesen in der Leipziger Straße 12. Das mit Rahmen 0,78 x 0,62 Meter messende Kunstwerk (unser Bild) zeigt das Porträt eines Schäfers in zünftiger Kluft. Es handelt sich beim Dargestellten um einen Mann bereits fortgeschrittenen Alters mit ausdrucksstarkem Antlitz. Bedeckt mit einem Schäferhut prangt auf dem Bandalier eine Motivreihe mit Herzen. Diese sollen die Liebe zur Natur und seinen Tieren symbolisieren. Der Kragen der Schäferweste ist gleichfalls mit Schmuckelementen verziert. Unterhalb des graublauen Himmels ist lediglich ein kleiner Ausschnitt der Landschaft zu sehen, die mit etwas Phantasie als Kyffhäuser interpretiert werden kann. Oben rechts hat sich der Maler mit Unterschrift verewigt, leider ohne Jahreszahl (wohl um 1930). - Schäfer waren eines der Lieblingsmotive von Otto Engelhardt-Kyffhäuser, er hat zahlreiche Vertreter dieses Berufsstandes gemalt und nicht selten in die Landschaft der Goldenen Aue, zwischen der Sachsenburger Pforte und dem Kyffhäuser gesetzt. Über den künftigen Verbleib des eben beschriebenen Schäfers wird noch entschieden. Ggf. könnte das Gemälde sowie weitere im hoffentlich bald sanierten Rathaus eine dauerhafte Bleibe als Leihgabe finden.
Dienstag, 10. März 2026
In der Stadt Artern gab bzw. gibt es noch immer eine Anzahl von Denkmalen, die augenscheinlich an historische Ereignisse erinner(te)n bzw. sich als sog. moderne Kunst dem Betrachter überhaupt nicht oder nur teilweise sinnhaft erschließen. In letztere Kategorie fällt jene kleine Figur, die der Bildhauer Emil Cauer (1867-1946) geschaffen hatte und über die in der Sangerhäuser Zeitung vom 6. Juni 1931 kurz berichtet, allerdings nicht: „Die von der Familie Romeiß aus Wiesbaden der Stadt [Artern] geschenkte Statue „Die Wasserschöpferin“ ist jetzt hier eingetroffen und hat vorläufig im Rathaussaale Platz gefunden. Die Statue wurde von dem Bildhauer Cauer hergestellt.“ Diese Nachricht teilte uns kürzlich dankenswerterweise Christine Stadel vom Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue mit. - Bei der angesprochenen Spenderfamilie handelt es sich um jene des Justizrates Hermann Robert Romeiß (1853-1930, unser Bild), aus dessen Nachlass das Kunstwerk wohl stammen dürfte. Über Leben und Werk des Schöpfers Emil Cauer kann auf etlichen Internet-Seiten nachgelesen werden. Dort findet sich mehrmals auch die „Wasserschöpferin“ erwähnt und abgebildet, deren Original nach der großen Kunstausstellung 1903 in Berlin von Kaiser Wilhelm II. erworben worden ist. Im Umfeld dieses Kunstwerks sind allerdings noch etliche identische, jedoch kleinere Exemplare der reichlich unbekleidete jungen Dame, die mit einer Muschel Wasser schöpft, vorhanden gewesen. Eines dieser Exemplare fand demnach einst den Weg nach Wiesbaden zu Hermann Romeiß und dann 1931 von Hessen nach Artern. - In unserer Stadt verliert sich allerdings der Weg der Statue komplett, weshalb an dieser Stelle nachgefragt wird, ob ggf. noch bekannt ist, wo die auf einem Stein kniende Schöne mit der Muschel einst aufgestellt war bzw. wo sich diese heute befinden könnte. Es liegt nahe, dass die Statue einst im Salinepark oder in den damaligen Kuranlagen aufgestellt war. Doch ist dies nur eine Vermutung.
Dienstag, 3. März 2026
Dieser Tage in sieben Monaten ist es soweit, dann erscheint zum Zwiebelmarkt der Arterner Nostalgie-Kalender für das Jahr 2027! Trotz der scheinbar noch langen Zeit wurde in den vergangenen Tagen zeitlich überproportional an den notwendigen Texten gewerkelt, sind Bilder eingescannt bzw. digital bearbeitet worden - und auf einmal war der Kalender fertig! Nun soll sich das Werk zunächst als Ganzes erst mal „setzen“, ehe bis Ostern Manuskripte und Bilder in die Schlusskorrektur kommen. Danach werden Texte und Bilddateien für Satz und Layout weitergeleitet, im Sommer erfolgt dann der Druck. - Auf was dürfen sich unsere Interessenten nun freuen? Der neue Kalender steht unter dem Motto „Artern - Stadtbilder von gestern und vorgestern“, umfasst 24 illustrierte Kalenderblätter und zwei Jahreskalender; alles in allem 28 schöne historistische Bilder. (Die geplante thematische Fortsetzung der „Gasthöfe und Hotels mit Tradition“ wurde umständehalber auf das Jahr 2028 verlegt.) Nach dem wahren Ansturm zum vergangenen Zwiebelmarkt, der mit dem kompletten Ausverkauf des aktuellen Kalenders bereits zur späten Mittagszeit des Veröffentlichungstages endete, wird zudem darüber nachgedacht, die Auflage zu erhöhen. - Damit die Zeit bis dahin nicht lang wird, wird außerdem am neuen Bildband mit neuen alten Fotos aus Artern gearbeitet. Dieses Buch soll Ende November 2026 erscheinen und trägt bis dahin den Arbeitstitel „Arterner Augenblicke - Historische Ansichten und Momentaufnahmen auf Fotos und Postkarten“.
Dienstag, 24. Februar 2026
Immer auf der Suche nach unveröffentlichten historischen Abbildungen konnte für den diesjährigen Arterner Bildband, der Ende 2026 erscheinen soll, kürzlich eine stattliche Anzahl alter Fotos ausfindig gemacht werden, die zur Vervollständigung dieses noch in Arbeit befindlichen Buches benötigt wird. Es handelt sich um 34 Bilder, die von einem Hallenser, der 1985 auf den Spuren von Novalis die Stadt Artern besuchte hatte, geknipst worden sind. Sie zeigen zahlreiche Ansichten zumeist aus dem Bereich der Saline und der Altstadt. Sämtliche Bilder sind wichtige Zeitzeugnisse aus der zu Ende gehenden DDR-Zeit. - Folgende Motive stehen zur baldigen Veröffentlichung bereit: abgerissene Wohnhäuser in der Saline, Bewuchs im Saline-Park, Unstrut-Ufer mit Zuckerfabrik, Blick auf den Saline-Park, Freilichtbühne, Werner-Seelenbinder- und Ernst-Thälmann-Denkmal, neue Physiotherapie, Sportstadion „15. Jahrestag“, damaliger Jugendclub, Straße der Jugend, Blick auf die Saline, Borlach-Schacht, Altbauten und Saline-Siedehaus, Kindergärten in der Straße der Jugend und in der Saline, SED-Kreisleitung, einstige Gebäudewirtschaft, Grabenstraße noch mit kompletter Altbebauung, Ruine der Veitskirche mit Warnschild, überbauter Durchgang zur Nordhäuser Straße, Goethe-Ahnenhaus und Solequelle. - Diese Bilder liegen digital mit sehr hoher Auflösung vor und werden sicherlich die optischen Glanzstücke des nächsten historischen Bildbandes sein. Unser Bild zeigt noch die invertierten Fotonegative.
Dienstag, 17. Februar 2026
Mit leichter Verspätung zwar, dennoch schon wegen des spannenden regionalen Inhalts wegen rechtzeitig genug, soll heute auf die letzte vorjährige Sonderausgabe der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ aufmerksam gemacht werden. Besagte Reihe richtet sich sechsmal im Jahr an Fachleute und an Archäologie interessierte Laien gleichermaßen und berichtet über die ur- und frühgeschichtliche Forschung in Deutschland. Ergänzt wird diese Periodika mit monothematischen Sonderausgaben, so auch der jüngsten unter dem Titel „Pfalzen, Burgen, Königshöfe: Schauplätze der Ottonen am Harz“. Der Herder-Verlag schreibt über diese Publikation, die archäologische und historische Einblicke in die Zeit des 10. bis frühen 11. Jahrhunderts in unserer weiteren Heimat gibt: „Die Ottonen regierten im Laufe ihrer 105 Jahre währenden Herrschaft als ostfränkische Könige, ab 962 auch als römische Kaiser große Teile Mittel- und Südeuropas. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Kirchen, Klöster und Burgen, Königshöfe und Pfalzen. Als Kernland der ottonischen Herrscher stechen der Harz und sein Umland besonders hervor. - Bekannt sind uns diese Stätten maßgeblich aus Urkunden. Doch auch die materiellen Relikte der Ottonenzeit, archäologische Funde sowie erhaltene Kunst- und Bauwerke sind als unmittelbare und unverfälschte Zeugnisse der Vergangenheit essenziell für unser Verständnis dieser gleichermaßen spannenden wie historisch bedeutenden Epoche. Viele dieser Schauplätze stehen aktuell im Fokus archäologischer Forschungen. Sie ermöglichen es, ein facettenreiches Bild der ottonischen Herrschaftslandschaft im heutigen mitteldeutschen Raum zu zeichnen.“
Dienstag, 10. Februar 2026
Hundert Jahre ist es her, dass mit dem „Sagenwald Nordthüringens und des Südharzes“ (unser Bild) unter Federführung des Arterner Autors Ewald Ludwig Engelhardt (1878-1976) erschien. Seither gilt dieses Buch als zentrales Werk der Erforschung der regionalen Sagenlandschaft. - Die Sangerhäuser Zeitung schrieb am 20. Januar 1926: „Artern. Neue Sagensammlung. Herr Schriftsteller Ewald Engelhardt=Artern, der als eifriger Heimatforscher bekannt ist, hat jetzt eine neue Sagensammlung unter dem Titel „Sagenwald Nordthüringens und des Südharzes“ herausgegeben, die weit über 300 von ihm gesammelte Sangen enthält. Sein Bruder, der bekannte [Otto] Engelhardt=Kyffhäuser, hat sie sinnreich illustriert. Dies neue Heimatbuch dürfte in keiner Schülerbibliothek der Goldenen Aue und des Harzes fehlen.“ - Eine erste Rezension verfasste daraufhin Reinhold Krieg (1857-1940), Jurist, Heimatforscher, Ehrenbürger der Stadt Sangerhausen am 11. Februar 1926: „Ein solches Glücksgefühl mögen auch die Gebrüder Ewald und Otto Engelhardt gehabt haben, als sie die Sagen und Schwänke zwischen Nordhausen und Naumburg, zwischen Eisleben und Sondershausen, zwischen Wippra und Kölleda neu sammelten, sichteten und mit Bildern versahen. Vieles ist aus dem wohl vergriffenen Sagenbuche der Grafschaft Mansfeld von Dr. [Hermann] Größler (1880) bekannt, aber im vorliegende Sagenwalde erscheinen sie in neuerem Gewande und finden sicherlich, zumal unter der Jugend, manchen Leser, der die Sagen unserer Heimat noch nicht kennt. […], man liest sie immer wieder gern und freut sich über die Phantasie der beiden Maler=Dichter.“ - Als Auszüge aus dem „Sagenwald“ erschien drei Jahre später „Der Arterner Sagenkranz“ anlässlich des 600. Stadtjubiläums im Sommer 1929.
Dienstag, 3. Februar 2026
Nun doch nicht ganz so pünktlich wie angedacht, sondern erst kurz vor dem Jahreswechsel, wurde das hier bereits im Sommer vorab angekündigte Buch „Nationaler GeoPark Kyffhäuser“ aus der Feder von Mareike Naylor und Dorothee Mertmann als Sachbuch im Springer-Verlag publiziert (unser Bild). Auf 275 Seiten nehmen die beiden Geologinnen die Leser auf erdgeschichtliche Wanderungen durch den Kyffhäuserkreis und den Kreis Sömmerda in Thüringen sowie den Burgenlandkreis und den Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt mit. Nach der Vorstellung von Geoparks in Deutschland und des Geoparks Kyffhäuser insbesondere geben die Verfasserinnen zunächst einen geologischen Überblick zur Vielfalt der Ablagerungen aus der Erdgeschichte sowie zu den entsprechenden regionalen Geopfaden, Geotopen und Geoblicken. Das sich anschließende Kapitel nimmt sich den im Arbeitsgebiet vorkommenden Gesteinen und deren Stratigraphie an, d. h. den Ablagerungen vom Erdaltertum bis zur Eiszeit. Der folgende Abschnitt „Industriekultur und ihre Denkmäler“ widmet sich schwerpunktmäßig den Städten Artern, Sondershausen, Roßleben sowie der Gemeinde Oldisleben mit deren Geopfaden. Im nachstehenden Kapitel wird der Bereich des nördlichen Kyffhäusers anhand der dort eingerichteten Geopfade vorgestellt, danach in gleicher Art und Weise der südliche Kyffhäuser und die Bottendorfer Höhe. Den abschließenden Teil des Buches nimmt das Areal von Windleite, Hainleite, Schmücke und Finne ein, deren erdgeschichtliche Besonderheiten gleichfalls anhand der vorhandenen Geopfade präsentiert werden. Ein umfangreiches Quellenverzeichnis animiert schließlich, sich noch intensiver mit der im Buch vorgestellten heimatlichen Erdgeschichte zu befassen. - Das mit 191 Farbabbildungen reich illustrierte Werk (Soft-Cover) ist als Handbuch gedacht und dürfte Wanderern und Heimatfreunden gute Dienste leisten, die geologische Vergangenheit über ca. 450 Millionen Jahre Erdgeschichte unsere Region zu erkunden bzw. noch besser zu verstehen. „Nationaler GeoPark Kyffhäuser“ ist ein ebenso unterhaltsam-lehrreiches wie inhalts- und abwechslungsreiches Buch, das in keiner regionalen Büchersammlung fehlen sollte.
Dienstag, 27. Januar 2026
Viel zu früh abberufen wurde ein lieber Freund und Forscherkollege: Frank Störzner starb am 27. Dezember 2025 mit 67 Jahren; seine Urne wird am Freitag in seinem Heimatort Kleinmölsen (Kreis Sömmerda) der Erde anvertraut. - Frank Störzner war besonders auch in unserer Region ein gern gesehener Gast und eloquenter Fachmann in Sachen Kleindenkmale in der Fluren und Ortschaften Thüringens und Sachsen-Anhalts. Besonders die mittelalterlichen Steinkreuze hatten es ihm angetan, nachdem er 1972 ein solches aufgefunden hatte und bereits als Jugendlicher Nachforschungen darüber anstellte. Ob er damals ahnte, dass sich sein Hauptarbeitsgebiet später auf die damals drei thüringischen Bezirke Erfurt, Gera und Suhl bzw. nach 1990 im Bundesland Thüringen ausdehnen sollte? Jedes der rund 650 Steinkreuze hat er aufgesucht, fotografiert, vermessen und gezeichnet, später Recherchen in Archiven und bei Vereinen und Ortschronisten vorgenommen. Sein Wissen brachte Frank Störzner auch zu Papier, sein zweibändiges Buch „Steinkreuze in Thüringen“ gilt noch heute als Standardwerk. Weitere lokal- und regionalgeschichtliche Schriften folgten. In ungezählten Ortschaften hielt er Vorträge und popularisierte so die alten Feld- und Flurdenkmale seines Heimatbundeslandes. Ohne je Geschichte oder Archäologie studiert zu haben, fand der engagierte Bodendenkmalpfleger stets offene Ohren auch bei studierten Forschern. - Frank Störzners Engagement wurde mit dem Thüringer Denkmalschutzpreis geehrt und wurde 1997 „Verdienter Thüringer“. Ob er wohl seinen Spitznamen „Thüringer Steinkreuz-Papst“ gern hörte? Immerhin brachte diese Bezeichnung das, für was Frank Störzner leidenschaftlich lebte und brannte, auf den Punkt. - Bis zur Schließung seines Betriebes war er als Medientechniker tätig und hatte sich für die Zeit des Ruhestandes noch viel vorgenommen. Eine schwere Erkrankungen machte diese Planungen zunichte! Mit dem Tod von Frank Störzner verliert Thüringen einen unermüdlichen Denkmalpfleger und vor allem guten Freund und Partner. Sein publizistisches und archivalisches Erbe wird nun künftigen Forschern eine wichtige Handreichung und Perspektive sein. - Unser Bild aus besseren Tagen zeigt Frank Störzner (rechts) während eines Besuches im Sommer 2016 in der Kirche zu Voigtstedt, wo das dortige Steinkreuz mit Vertretern des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue“ sowie des Heimatvereins ARTAORA untersucht wurde (Foto: Manfred Schröter, Berga).
Dienstag, 20. Januar 2026
Gleichfalls noch aus dem soeben zu Ende gegangenen Jahr stammt die hier kurz vorzustellende Publikation Nr. 4/2025 der Zeitschriftenreihe „Computer-Genealogie“ des Vereins für Computer-Genealogie (unser Bild). Die aktuelle Ausgabe steht unter dem Leitthema „Dienstleistungen und Hilfe“ bei der Familienforschung - ein Arbeitsfeld, das spätestens dann relevant wird, wenn eigene Forschungen nicht mehr ausreichen. In solchen Fällen könnten Berufsgenealogen weiterhelfen, über die im neuen Heft berichtet wird, aber auch die DNA-Genealogie, deren Wirken anhand eines Beispiels nachgezeichnet worden ist. Gleichfalls noch zum Hauptkomplex gehört die sich anschließende Auswertung einer Umfrage zur Berufsgenealogie mit überwiegend positiven Ergebnissen. Eine weitere potentielle Recherchehilfe wird in „Wer geht für mich ins Archiv?“ vorgestellt, gefolgt von absehbar immer wichtiger werdenden Forschungshilfen, nämliche jenen in den sog. Sozialen Netzwerken. Gleichfalls in die Hauptthematik gehört das danach abgedruckte Berufsporträt des Erbenermittlers, der ja auch genealogisch aktiv werden muss. Als abschließender Artikel mit dem zugleich wichtigsten Thema wird die eigene Weiterbildung in Sachen Familienforschung, nämlich das Lernen, Forschen und Vernetzen, in den Mittelpunkt gestellt. - Jenseits des Leitthemas „Dienstleistungen und Hilfe“ werden die Abonnements für Familienforschungsportale im Internet beleuchtet. Thematisch ähnlich, sind im folgenden Bericht Optionen zur Auffindung noch lebender Verwandter ohne DNA-Genealogie, sondern mittels Algorithmen vorgestellt. Sodann werden Ergebnisse der DNA-Genealogie untersucht, die trotz gleicher DNA unterschiedliche Ergebnisse liefern. Folgend steht Ungarn im Fokus eines Aufsatzes, der umfangreiche Möglichkeiten zur Forschung im Vielvölkerstaat nahebringt. Danach schließt sich ein Bericht über das Wirken der Résistance in Frankreich vor 85 Jahren an. Der Einsatz von ChatGPT bei der Erstellung von Biographien wird im Anschluss beleuchtet. Dem folgen aktuelle Meldungen aus der Welt der Familienforschung, ehe sich der Schlussbericht der Digitalisierung genealogisch relevanter Dokumente (Fotos, Briefe, Dokumente) widmet. - Danke an den Herausgeber für ein wiederum sehr aufschluss- und abwechslungsreiches neues Heft „Computer-Genealogie“, deren nächste Ausgabe sich Ende März 2026 dem 250. Jahrestag der Gründung der USA aus historischer und genealogischer Sicht annimmt.
Dienstag, 13. Januar 2026
Heute noch einmal ein Hinweis auf eine interessante neue Veröffentlichung. Seit Ende vergangenen Jahres liegt nämlich die über 400 Seiten starke, aktuelle Ausgabe Nr. 34 der Zeitschrift „Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt“ vor und bringt dank 14 beteiligter Autoren einen erneut repräsentativen Querschnitt aus der Welt der historischen Wehr- und Repräsentationsbauten unseres Nachbarbundeslandes (unser Bild). Aus unserer Sicht regionalen Bezug beinhalteten Artikel über Burg Falkenstein im Harz, Schloss Mansfeld und Freyburg an der Unstrut. - Nachstehende Aufsätze wurden im neuen Jahrbuch publiziert: Norbert Oelsner: Meißen oder Dresden - Brandenburg oder Berlin/Cölln? Betrachtungen zur mittelalterlichen Herrschaftspraxis und fürstlichen Residenzbildung in benachbarten Territorien im Nordosten des Reiches (928/29 bis 1485/86) / Andrei Zahn: Neues zu den Burgen auf dem Hausberg bei Jena - Teil 2: Die Burg Kirchberg - Königspfalz und Burggrafenburg? / Reinhard Schmitt: Burg Falkenstein (Harz) - Eine spätgotische Küche und eine Schildmauer aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Ein Nachtrag / Lutz Scherf: Bauhistorische Dokumentation im Schloss Droyßig / Torsten Lieberenz: Neue Befunde am Torzwinger des Eckstädter Tors in Freyburg / Markus Cottin: Der Herrensitz Teuditz - Neue Erkenntnisse aus schriftlichen Quellen / Gerhard Richwien: Mit Schanzzeug gegen Luthers Lehr - Kardinal Albrechts Wallanlage zur Bedeckung der Moritzburg. Ein frühneuzeitliches Bodendenkmal auf dem Gelände der Nationalen Akademie der Wissenschaften LEOPOLDINA in Halle/S. / Lucas Wölbing: Bedroht - besetzt - gemieden? Burgen und Schlösser im heutigen Sachsen-Anhalt während des Bauernkrieges 1525 / Dirk Höhne und Andreas Stabl: Abgehört! Eine Gefängniszelle des 16. Jahrhunderts im Schloss Mansfeld-Mittelort / Manfred Linck: Die Artillerierüstungen der Grafen von Mansfeld am Ende des Mittelalters und zu Beginn der frühen Neuzeit / Bernd Voigt: Schloss Mansfeld und die komplizierte Eigentumsfrage nach 1945 / Hubert Schmoranzer: Zehn Jahre „Burgwerbener Geschichtskonferenz“ / Tätigkeitsbericht der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e. V. für das Jahr 2024. - Die bereits langjährige Periodika „Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt“ wird von der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e.V. herausgegeben und richtet sich an gleichermaßen an Fachleute und Laien. Bestellungen des neuen Jahrbuches können über den Buchhandel vorgenommen werden.
Dienstag, 6. Januar 2026
Verbunden mit den besten Wünschen zum neuen Jahr folgt sogleich der erste Hinweis auf eine interessante Buchveröffentlichung von Ende 2025. Masse: 2,4 Kilogramm, Format: A4, Umfang: 588 Seiten, Illustrationen: hunderte Fotos aus drei Jahrhunderten - bei solchen Superlativen von Äußerlichkeiten bzw. Attributen fragt man sich ungewollt, was die Buchautoren eigentlich noch nicht historisch untersucht und beleuchtet haben? Es sind schon noch Themen übriggeblieben, deren sich künftige Forscher annehmen können, doch haben Hauptautor und Herausgeber Heinz Noack aus Bennungen sowie sieben weitere Verfasser mit dem soeben erschienenen Werk „750 Jahre Questenberg - Ein Heimatbuch“ (unser Bild) aktuell sehr hohe Maßstäbe in der Heimatgeschichtsforschung der Goldenen Aue und des Südharzes gesetzt. - In 25 Artikeln werden aus Anlass der Ersterwähnung im Jahr 1275 Erdkunde, Natur, Dorfgeschichte, Volkskunde, Genealogie und Denkmale von Questenberg vorgestellt und inhaltlich oft erschöpfend beschrieben, wobei jeder Artikel reich bebildert ist und mit jeweils umfangreichen Quellenverzeichnissen versehen wurde. Im Fokus der Autoren stehen neben geologischen Besonderheiten und Höhlen auch der historische Bergbau, dann die mittelalterliche Burg, die überwiegend denkmalgeschützten Fachwerkhäuser im Dorf, der Roland als mittelalterliches Rechtssymbol und natürlich die allseits bekannte Queste mit vorgeschichtlicher Wallburg bzw. das namengebende Questenfest alljährlich an Pfingsten. Personengeschichtlich ist Carl Krone aus Questenberg beschrieben worden, der später als Stammvater des „Zirkus Krone“ in die Geschichte einging. Im Kontext mit dem Questenfest ist zudem Hahns Hahne (1875-1935) in Wort und Bild erwähnt - Gründer und Leiter der Landesanstalt für Volksheitskunde in Halle/S., der als Kind in Artern zur Schule ging, derweil dessen Vater Direktor der Arterner Zuckerfabrik war. - Im Einzelnen auf die reichhaltigen Themen des Maßstäbe setzenden Buches einzugehen, kann hier nicht ansatzweise vorgenommen werden, auch nicht auf die oft großflächigen historischen wie aktuellen Fotos und Faksimiles. Deshalb an dieser Stelle die uneingeschränkte Kaufempfehlung an Freunde der Geschichte des Südharzes. „750 Jahre Questenberg“ ist erschienen als Band 6 der Heimatkundlichen Schriftenreihe für das Gebiet des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz und kostet 53,00 Euro.
Dienstag, 23. Dezember 2025
Verbunden mit einer historischen Winteransicht der Kirche St. Kilian, der alten Holzbrücke und der Unstrut im Ortsteil Schönfeld übermitteln wir Vereinsmitgliedern, Freunden und Homepage-Besuchern herzliche Grüße zum Weihnachtsfest und die besten Wünsche für das neue Jahr. Zugleich wird für gute Zusammenarbeit im alten Jahr sowie diverse Hilfen herzlich gedankt. - Die aktuellen Meldungen machen über den Jahreswechsel Pause und werden ab 6. Januar 2026 erneut einmal wöchentlich aufgenommen, wie gehabt mit vielfältigen Informationen aus der Stadtgeschichts- und Regionalforschung, über Buchneuerscheinungen zur Heimatkunde sowie zu Denkmalschutz und Genealogie.