Artern

Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)

Inflationsgeld

Dienstag, 11. Januar 2022

Was macht man mit geschätzt einigen Milliarden Reichsmark in losen Scheinen und Bündeln? Diese Frage stellte sich seit der Adventszeit des vorigen Jahres, als von einem in Hessen wohnhaften, ehemaligen Arterner eine große Tragetasche mit mehreren tausend Banknoten aus der Inflationszeit überlassen worden ist. Vor einigen Tagen fand nun in Artern die erste grobe Sichtung dieses historischen Schatzes im Beisein unseres langjährig numismatisch bewanderten Vereinsmitgliedes Ringo Staudt statt. Anhand von dessen Fachwissen und mit Hilfe eines Preiskataloges wurden stichprobenartig Scheine unter die Lupe genommen, mit dem Ergebnis, dass neben dem zweifellos vorhandenen historischen Wert ein materieller leider kaum zu ermitteln war. In Fachkreisen werden die vorliegenden Banknoten als Massenware angesehen und lediglich im Cent-Bereich pro Stück gehandelt. Dennoch ist die Sammlung nicht ohne Bedeutung, vom optischen Gesamteindruck und der teils noch recht guten Erhaltung der Scheine einmal abgesehen (unser Bild). Deshalb sollen diese sukzessive erfasst und auf Besonderheiten untersucht werden. Eine gewisse Vorarbeit ist dabei bereits von einem der ehemaligen Besitzer geleistet worden, der schon eine grobe Sortierung des Inflationsgeldes vorgenommen, diese aber nicht weiterverfolgt hatte. – Das Konvolut aus Artern befindet sich derzeit leihweise in Sachsen, wo die tiefgehendere Analyse stattfinden soll. Ringo Staudt teilte dazu mit: Der vorliegende Bestand von Banknoten des Deutschen Reiches erstreckt sich über einen Zeitraum von 1903 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Daneben fanden sich noch wenige Notgeldscheine verschiedener Epochen, darunter auch Kleingeldscheine von Artern oder Notgeld der Reichsbahn Berlin von 1923. Alle Scheine waren im Umlauf und weisen mehr oder weniger starke Spuren des Gebrauches auf. Erstaunlich an diesem Konvolut ist, dass von der vierstelligen Zahl an Scheinen die Ausgaben mit Nennwerten in zwei- und dreistelligen Millionen dominieren. Diese waren etwa von Ende August bis Anfang Oktober 1923 in den Händen der Menschen zu finden. Die sonst üblichen Scheine zu 1.000 und 20.000 Mark fehlen fast völlig und auch spätere Ausgaben in Milliarden oder gar Billionen fehlen. - Das lässt den Schluss zu, dass der Hauptanteil des Bestandes im Spätherbst 1923 „zur Ruhe“ gekommen sein muss: während die hohen Werte sicherlich am Ende der Inflation noch in Reichsmark umgetauscht worden sind, waren die verbliebenen Millionenwerte praktisch wertlos – selbst von dem in Massen vorhandenen Schein über zehn Millionen hätte man 100.000 Stück abliefern müssen, um eine Reichsmark als Gegenwert zu erhalten! Die fehlenden „kleinen“ Werte können darauf hindeuten, dass der Bestand aus dem laufenden Geschäftsbetrieb entstammte und dass eben diese Werte im weiteren Verlauf der Inflation von 1922 bis zum Sommer 1923 vom Inhaber wieder ausgegeben oder bei der Bank eingewechselt worden sind. Die nach grober Durchsicht beobachteten weiteren Merkmale wie zum Beispiel Firmenzeichen der privat gedruckten Reichsbanknoten stützen die Annahme, dass es sich um einen Bestand aus unserer Heimat handeln könnte (mutmaßlich Arterner Modegeschäft Schneider in der Leipziger Straße). – Ein erster, wenngleich äußerst fachspezifische Erfolg hat sich bereits eingestellt: Während der Sichtung von ca. 100 Scheinen des Wertes zu 500 Millionen Reichsmark konnten mittels Abgleichs mit bereits erfassten Nominalen etwa zehn Varianten ermittelt werden, die bislang noch nicht belegt sind, wohl aber vermutet worden waren. Für Nicht-Numismatiker mag diese Entdeckung belanglos erscheinen, doch helfen gerade solche Neufunde, das Bild jenes wirren Teils der jüngeren Geldgeschichte wieder etwas mehr zu schärfen.


Saale-Unstrut-Jahrbuch 2022

Dienstag, 4. Januar 2022

Auf eine weitere regionalgeschichtliche Neuerscheinung soll nachstehend aufmerksam gemacht werden: die Ausgabe für 2022 des Saale-Unstrut-Jahrbuches für Kulturgeschichte und Naturkunde der Saale-Unstrut-Region (unser Bild). Die mittlerweile im 27. Jahrgang vorliegende Edition des Saale-Unstrut-Vereins behandelt auf 160 Seiten in gewohnter Weise Themen aus Kulturgeschichte und Naturkunde des uns benachbarten Burgenlandkreises und dessen Randgebieten. – Die Beiträge zur Kulturgeschichte werden eröffnet mit dem Grußwort des Heinrich-Schütz-Hauses Weißenfels zum Festjahr 2022. Dem schließt sich eine Abhandlung über die Naumburger Stifterfiguren im Kontext von Recht und Gericht ihrer Zeit an, gefolgt von einer Ausarbeitung zur Geschichte des Naumburger Domfriedhofs. Johann Beer, Konzertmeister der herzoglichen Hofkapelle zu Weißenfels, steht danach in „Thüringische Bauren. Johann Beer und die mitteldeutsche Musiktheorie um 1700“ im Fokus, ehe das Wirken des Komponisten Heinrich Schütz in Weißenfels und Zeitz beleuchtet wird. Es folgt eine Abhandlung über das Wohn- und Geschäftshaus Rahnestraße 10 in Zeitz. Ein Thema aus der Numismatik wird in „Die Entdeckung einer italienischen Münze aus der Renaissance bei der Restaurierung eines Druckes aus dem Besitz von Julius Pflug (1499–1564) – ein spannender Fund in der Stiftsbibliothek Zeitz“ vorgestellt. Anschließend wird aus der Vereinsarbeit zur Rettung der Nietzsche-Kirche in Pobles (Stadt Lützen) als Denkmal für die kulturelle Mitte Deutschland vorgestellt, gefolgt von der Abhandlung „Zwischen Eisenach und Leipzig – Mitteldeutschland als Verkehrsbereich, Teil 2“. Gleichfalls verkehrshistorisch, wird dann über die Naumburger Straßenbahn und deren Geschichte referiert. Es folgt die Vorstellung eines Buches zur Geschichte des Winzerfestes in Freyburg, ehe an 100 Jahre „Bund alter Naumburger Domschüler“ erinnert wird. Ein philokartistisches Thema kommt dann mit „Max Klinger – Postkarten vom Naumburger Dom“ an die Reihe, und dann wird es kurios mit „Arnold Heinrich Grosschopff – ein Urgroßonkel von Lenin – war Lehrer in Schulpforte“. Die Thematik um das Welterbe an Saale und Unstrut rundet den ersten Teil des Buches ab. – In den beiden naturkundlichen Beiträge wird die Pilzflora der Wälder im Muschelkalkgebiet an der Unstrut am Beispiel des Naturschutzgebietes „Forst Bibra“ vorgestellt, danach der Stängellose Tragant (Astragalus exscapus L.) als Steppenrasenrelikt porträtiert. – Als besonders Kunstwerk steht abschließend die thronende Madonna aus dem Augustiner-Chorherrenstift St. Moritz in Naumburg im Fokus.


Heimatblätter 2022

Dienstag, 28. Dezember 2021

Als erneut wichtige Bereicherung der aktuellen regionalgeschichtlichen Literatur sind soeben die „Heimatblätter“ in der Ausgabe für 2022, herausgegeben vom Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue“ e.V., im Verlag Rockstuhl in Bad Langensalza erschienen (unser Bild). Erneut werden, diesmal auf 94 Seiten und illustriert mit 50, vor allem farbigen Abbildungen (Fotos, Dokumente und Landkarten), ausgewählte historische Themen aus der Region um den Kyffhäuser, der Goldenen Aue und dem Südharz publiziert, wobei sich die zeitliche Bandbreite diesmal von der Urgeschichte bis ins 20. Jahrhundert erstreckt. Von der Titelseite grüßt die von 1868 bis 1873 errichtete neugotische Trinitatis-Kirche in Roßla mit ihrem 68 Meter hohen Turm (unser Bild). - Der Leitartikel „Die Speckseite von Edersleben“, beigesteuert vom befreundeten Heimatverein ARATORA in Artern, behandelt einen vorgeschichtlichen, leider längst verschwundenen Menhir sowie seinen bis in das späte Mittelalter als Rechtsstätte genutzten Standort, weiterhin Sagen und Überlieferungen. Barbara Sieblist aus Questenberg widmet sich danach in „Fourage für Napoleon“ einer Episode aus der Zeit der Befreiungskriege und beschreibt Umstände und Organisierung einer Hilfslieferung aus der Grafschaft Stolberg-Roßla zur Versorgung der französischen Armee im Mai 1813. Eine Lebensskizze des Astronomen und Kometen-Entdeckers Freiherr Wilhelm von Biela aus Roßla brachte Christine Stadel aus Sangerhausen zu Papier. Auf eine Radtour um den Stausee Kelbra nimmt die Leser danach Michael Richter aus Tilleda mit, wobei der Fokus auf zahlreiche kleine und größere historische und naturkundliche Objekte gerichtet ist, die während dieser Fahrt tangiert werden, z. B. Kleindenkmale und alte Bäume. Der längste Artikel in den neuen „Heimatblättern“ widmet sich unter dem Titel „Fremde neue Heimat“ der jüngeren Zeitgeschichte seit Ende des Zweiten Weltkrieges und nimmt sich dem 75. Jahrestag der Vertreibung der Deutschen aus dem Sudetenland, aus Schlesien, Pommern und Ostpreußen sowie den deutschen Siedlungsgebieten in Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa an. Der Verfasser Dr. Dirk Fuhrmann aus Kelbra untersucht dort die Vertreibung und Zuwanderung und Neuansiedlung von Vertriebenen in ausgewählten Ortschaften der Goldene Aue bzw. des Südharzes und verschweigt auch nicht deren zuvor erlittenen Ungerechtigkeiten bis hin zu Lynchmorden, die diese Menschen in ihren bisherigen Wohnorten und/oder auf der Flucht erdulden mussten. Hinzu kam, dass die Evakuierten auch in deren neuer Heimat zunächst nicht mit offenen Armen empfangen worden sind und sich dieser Zustand erst allmählich normalisierte. - Ein bebilderter Überblick der umständehalber arg eingeschränkten Vereinsaktivitäten im Jahr 2021 von Sophie Rohland aus Bennungen beendet die Broschüre. - Fazit: Erneut haben Autoren, Lektoren und Herausgeber eine abwechslungsreiche und interessante Veröffentlichung auf den Weg gebracht, die sich nahtlos in die bisherigen Veröffentlichungen des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue“ seit 2017 einreiht. - Im Sinne der Ausgewogenheit der Artikellängen innerhalb der Zeitschrift sollte aber vielleicht über eine Beschränkung der Seitenanzahl pro Bericht nachgedacht werden. Dies hätte zur Folge, dass künftig mehr als die aktuell lediglich sechs Aufsätze veröffentlicht werden könnten, und das wäre wiederum für die Leser thematisch noch abwechslungsreicher. Perspektivisch ist die Fortführung dieser Buchreihe deshalb besonders wünschenswert, weil die Region Kyffhäuser, Südharz und Goldene Aue trotz bereits langer Zeit historischer Aufarbeitung noch unendlich viele Themen zu bieten hat, die inhaltlich bzw. noch nicht publizistisch aufgearbeitet worden sind. Interessenten können die Heimatblätter 2022 (ISBN: 978-3-95966-609-1) für 9,95 Euro beim Thüringer Literaturversand Rockstuhl in Bad Langensalza via https://www.verlag-rockstuhl.de oder im Buchhandel bestellen.


CG 4-2021

Dienstag, 21. Dezember 2021

Als erneut wichtige Handreichung für die praktische Familienforschung und theoretische Fortbildung erschien dieser Tage die vierte Quartalsausgabe 2021 der Zeitschrift „Computer-Genealogie“ des gleichnamigen Vereins (unser Bild). Im Fokus steht dieses Mal die Thematik „Digitale Dokumente im Netz“. Die bislang vollzogene Bereitstellung von digitalen historischen Beständen ins Internet hat auch die Familien-, Heimat-und Regionalforschung sukzessive maßgeblich erleichtert. Mit nur wenigen Klicks sind Zeitungen, Bücher, Akten oder Bildmaterial erreichbar, nicht selten nutzerfreundlich indiziert und oftmals sogar ohne Kosten. Dennoch gibt es Probleme in den Archiven, wie der erste Bericht im Magazin unterstreicht – dann nämlich, wenn der Datenschutz bzw. die Bedenken gegenüber dessen Bestimmungen die Digitalisierung bzw. die Veröffentlichung relevanter Dokumente ausbremsen. Der anschließende Aufsatz widmet sich weiteren Problemen, z. B. wenn historische Belege kostenpflichtig ausgewiesen sind, auf anderen Plattformen jedoch als Digitalisate kostenfrei erreichbar sind. Hinsichtlich der von Genealogen so geschätzten Kirchenbuch-Datenbanken werden anschließend zwei Wege der Digitalisierung aufgezeigt, nämlich an den Beispielen von Archion und Matricula. Gleichfalls sich im Internet bewegend, werden danach die Stärken und Schwächen von Online-Stammbäumen ausgeleuchtet, wobei bei der Bewertung die Anbieter Ancestry, FamilySearch, Geneanet und MyHeritage annähernd gleiche Punktzahlen erreichen. Diverse Kurzmeldungen leiten zum nächsten Thema über: Deutsche Spuren in Südamerika mit Hinweisen, wie speziell in Brasilien geforscht werden kann. Die Ergebnisse der Softwareumfrage 2021 betreffs der besten Genealogie-Software für Macintosh-Computer sowie webbasierte Programme folgen. Als wichtiges Hilfsmittel für Familienforscher werden dann Mailinglisten der CompGen vorgestellt und für die neue Plattform Discourse geworben. Als modernes Element der Familienforschung widmet sich danach ein Artikel erneut den Möglichkeiten und Grenzen der DNA-Genealogie. Rückblickend auf historische Ereignisse stehen anschließend die Volksabstimmung und die Aufstände in Oberschlesien vor 100 Jahren im Fokus. Der Schlussartikel stellt wie immer ein bestimmtes familiengeschichtlich relevantes Objekt vor: diesmal eine alte Taschenuhr als Erbstück. – Die nächste Ausgabe der Zeitschrift „Computer-Genealogie“ erscheint Mitte März 2022 mit dem Leitthema „Adel verpflichtet?“. 


Fotos für Bilband 2023

Dienstag, 14. Dezember 2021

Gleich zweimal kam es in der vergangenen Woche zur sprichwörtlich (vor-)weihnachtlichen Überraschung – eine kam aus Hessen, die andere aus Artern selbst; und beide Kontakte erbrachten unerwartet interessantes Material zur Stadtgeschichte! Die erste Schenkung umfasst Zeichnungen von Ewald Engelhardt bzw. seinem Bruder Otto Engelhardt-Kyffhäuser; zu sehen sind u. a. der Kunstturm der Saline und der Glockenstuhl der Marienkirche. Eine Radierung von Maler Kurt Mücke aus Sondershausen zeigt eben dieses Gotteshaus in Winternacht und ein anderes Gemälde, geschaffen von Otto Rose, dem „Maler des alten Thüringens“, gibt die äußere Südseite der Marienkirche mit längst verschwundenen Aufgängen wieder. Den damaligen Gegenwert von etlichen Billionen (!) Reichsmark stellt eine gleichfalls überlassene, große Sammlung mit Inflationsgeld dar, die im nächsten Frühjahr numismatisch begutachtet und sukzessive aufgearbeitet wird. Ein Schätzchen der besonderen Art aber ist ein privates Fotoalbum mit über 40 Arterner Aufnahmen vor 1965. Die Mehrzahl dieser Bilder wird den Grundstock des übernächsten Bildbandes stellen, der 2023 erscheint (der nächste Bildband mit dem Titel „Arterner Erinnerungen“ wird bekanntlich bereits vor Ostern des nächsten Jahres publiziert). – Der andere Besuchstermin, der in der letzten Woche zwecks Aushebung von historischem Material wahrgenommen worden ist, erbrachte gleichfalls für den in Arbeit befindlichen Bildband für 2023 zahlreiche neue alte Fotos. Auch diese Aufnahmen werden über den Jahreswechsel digitalisiert, bearbeitet und mit Unterschriften versehen, um einen angemessenen zeitlichen Vorlauf bei der angestrebten Bucherstellung zu erreichen. Die dann noch fehlende zweite Hälfte des Fotomaterials wird mit einer privaten Sammlung ergänzt. Schon jetzt zeichnet sich deutlich ab, dass in den Bildbänden von 2022 und 2023 erneut interessante und seltene Arterner Motive gezeigt werden können (unser Bild).


MdVfG26-27

Dienstag, 7. Dezember 2021

Der seit mittlerweile drei Jahrzehnten befreundete Verein für Geschichte von Sangerhausen und Umgebung ist hinsichtlich der Publikation seiner Mitteilungshefte wieder aktiv geworden und hat kürzlich die Ausgabe 26/27 (Doppelband) veröffentlicht (unser Bild). Nach Herausgabe einiger monothematischer Sonderschriften und Bildbände in jüngerer Vergangenheit widmet sich die neueste Publikation nun wieder in gewohnter Weise der Darstellung der Geschichte unserer Nachbarstadt bzw. Vergangenheit der aktuell als Ortsteile angegliederten Gemeinden. - Der Leitartikel beschäftigt sich mit der kursächsischen „Forstwirtschaft im nördlichen Teil des Amtsbereiches Sangerhausen“, gefolgt vom ebenso gehaltvollen Bericht über „200 Jahre Zeitungen in Sangerhausen“ (1817-2017). Ein Bummel durch Sangerhausen vor 70 Jahren zeigt danach die damalige Geschäftswelt unserer ehemaligen Kreisstadt auf, ehe ein biografischer Abriss über Bürgermeister Paul Thormann folgt. Gleichfalls die Nachkriegszeit behandeln die „Erinnerungen eines Lehrers“, Teil 4. Ein besonderer Artikel folgt dann mit „Kunst am Bau in Sangerhausen“ (1952-1990), der diverse Kunst- und Schmuckelemente an Gebäuden nahebringt. Zur Geschichte des Neubaus des rundes Kiosks, dem „Kultbau“ am Sangerhäuser Bahnhof, wird anschließend berichtet. Aus dem Ortsteil Großleinungen kommt eine Abhandlung zum Glockenjubiläum 2016. Gleichfalls zum Thema wird vom spektakulären Glockenguss für die Marienkirche in Sangerhausen 2016 erzählt. Eine Bilderschau mit historischen Fotos beendet den reich bebilderten und inhaltlich abwechslungsreichen neuen Band des Geschichtsvereins Sangerhausen. – Fast zeitgleich erschien, auch in Regie des Vereins, der Kalender „Sangerhausen – Impressionen von Gestern“ für das Jahr 2022 mit hervorragenden Farbaufnahmen der Kreisstadt zu DDR-Zeiten. Wie in den Arterner (N)Ostalgie-Kalendern werden dort die oft drastischen Unterschiede zwischen Bausubstanz und Umfeld im Vergleich zu heute sichtbar. Auch für diesen attraktiven Wandschmuck ein herzlicher Dank in die Berg- und Rosenstadt.


Deutsches Zeitungsportal

Dienstag, 30. November 2021

Erst vor kurzer Zeit hat Deutsche Digitale Bibliothek das Deutsche Zeitungsportal freigeschaltet, in dem historische Zeitungen von 1671 bis 1950 kostenfrei und komplett auf https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper eingesehen werden können (unser Bild). Zunächst sind es 247 verschiedene digitalisierten Zeitungen, deren zahlreiche Jahrgänge mittels Suchfunktion zum Durchforsten anregen, sukzessive kommen weitere hinzu. Langfristig sollen im Portal sogar sämtliche digitalisierte historische Zeitungen zugänglich gemacht werden, die in deutschen Kultur- und Wissenseinrichtungen aufbewahrt sind. - In der aktuellen Ausbaustufe sind u. a. nachstehende Funktionalitäten im Portal anwendbar: Volltextsuche in sämtlichen digitalisierten Beständen, Einstiegspunkte über Kalender, Ort und Zeitungstitel, Anzeige in einem Bildbetrachter sowie Download von Seiten. In der zweiten Projektphase soll das Zeitungsportal dann weiter ausgebaut und optimiert werden. - Historische Zeitungen bilden eine wichtige Forschungsquelle für verschiedene wissenschaftliche Disziplinen, aber auch für die Heimat- und Regionalforschung. Die besonders reichhaltige historische Zeitungslandschaft in Deutschland kommt dem sehr entgegen. Unter den genannten Voraussetzungen sind also auch für die Geschichtsforschung in unserer Region zahlreiche neue Informationen zu erwarten, wie erste Tests ergeben haben (allein nach Eingabe von „Artern“ als Suchbegriff wurden 6.226 Ergebnisse gemeldet!). Perspektivisch dürfte das „Deutsche Zeitungsportal“ deshalb die Arbeit der Heimat- und Geschichtsvereine sowie interessierter Personen bei der Erforschung der Orts- und Familiengeschichte erheblich bereichern!


Plan Saline 1936

Dienstag, 23. November 2021

Die eigentlich für dieses Jahr angedachte Sanierung einer großflächigen farbigen Karte der Arterner Saline aus dem Jahr 1936 harrt leider noch immer der Pandemie und anderer Umstände wegen  geschuldeten Umsetzung, wird aber nicht aus dem Blick verloren, zumal das mittlerweile 85-jährige Papier sichtbare Alterungserscheinungen zeigt. Diese müssen in einer Papierwerkstatt behoben werden. Um zunächst den aktuellen Zustand der Karte zu dokumentieren, ist diese kürzlich zwecks Digitalisierung in eine Firma in Franken gekommen. Nunmehr liegt dieses schöne kartographische Exemplar zur Arterner Orts- und Werksgeschichte als hochauflösende Fotodatei vor und kann somit, ohne das Original zu strapazieren, auf dem Bildschirm betrachtet werden (unser Bild). Dass dies eine Augenweide ist, war bereits beim ersten Öffnen der über 50 MB umfänglichen Datei feststellbar, denn es wurden nachträglich nicht nur die Schäden des Originals digital behoben, ebenso wurden Farben und Kontrast nachgeschärft. – Die Karte zeigt das Areal und sämtliche Ländereien der Saline mit entsprechenden Flächenangaben, die Produktionsgebäude, Bahnanschluss, Wohnhäuser und Ställe, auch sämtliche Zuleitungen (Wasser, Sole, Energie), weiterhin die Standorte von Werkzeugen zur Brandbekämpfung. Als nicht mehr bestehende Objekte sind u. a. ein Schießstand, ein Gewächshaus und zwei Springbrunnen, das Inhalierhäuschen, Wetterstation und B.D.M.-Heim erkennbar. – Geplant ist, die noch noch zu sanierende Originalkarte später in gerahmter Form in einem geeigneten, öffentlich zugänglichen Raum ohne direkte Sonneneinstrahlung zu zeigen.


Arterner Erinnerungen

Dienstag, 16. November 2021

Auf die kürzlich verkündete Nachricht, auch das Druckpapier könnte pandemiebedingt demnächst knapp, sicher aber teurer werden, ist seitens des Heimatvereins ARATORA zwischenzeitlich reagiert worden. Der nächste Bildband, dessen Erscheinen bereits in vier Monaten avisiert ist, wird derzeit nämlich schon gesetzt, wobei das Layout und letzte Korrekturen noch vor Weihnachten abgeschlossen sein dürften. Aus heutiger Sicht könnten die „Arterner Erinnerungen - Streifzüge und Entdeckungen auf Fotos aus der guten alten Zeit“ (unser Bild) somit im Januar 2022 in den Druck bzw. anschließend in die Buchbinderei gehen, um dann hoffentlich pünktlich in den Osterkörbchen unserer Interessenten in und um Artern zu landen. – Nachdem bis auf wenige Restexemplare der im vergangenen Sommer veröffentlichte Bildband „Arterner Momente“ nun ausverkauft ist, hofft der Herausgeber auf einen ähnlich grandiosen Erfolg mit den bevorstehenden „Arterner Erinnerungen“. – Was erwartet die Leser in diesem Buch, das sich in Format und Layout seinen erfolgreichen vier Vorgängern angleicht: Zunächst eine generelle optische Änderung dahingehend, dass sämtliche Fotos diesmal in Sepia, d. h. in einem leichten Braunton abgedruckt werden. Dies fördert u. a. die bessere Erkennbarkeit von Details. Unter anderem werden nachstehende Motive, von denen (weil aus Privatsammlungen bzw. Archiven stammend) viele noch nie publiziert worden sind, gezeigt: Goethe-Ahnenhaus als Fachwerkbau, Blick von der Gaststätte zur Sonne auf die ehemalige Jüdengasse, Wasserturm am Bahnhof, Domäne, Kleinbahnbrücke, Innenaufnahmen der Marienkirche, Geschäfte in der Innenstadt, Impressionen aus der Altstadt und von der Unstrut, die Zuckerfabrik, Zeppelin über Artern u.v.a.m. – Es ist geplant, die „Arterner Erinnerungen“, an denen sich sage und schreibe 33 Bildgeber beteiligt haben, ab Mitte/Ende März 2022 erneut im Spielzeugladen in der Wasserstraße 1 anzubieten. Darüber hinaus kann das neue Buch ab dann ebenso beim Heimatverein ARATORA erworben werden. Unsere Interessenten werden rechtzeitig informiert! – Für den bereits in Vorbereitung befindlichen sechsten Bildband in 2023 werden schon jetzt sehr gern alte Fotos mit Motiven aus Artern zur Ausleihe erbeten.


Biografie

Dienstag, 9. November 2021

Jeder Familienforscher kennt das: Genealogische Hinweise und/oder Daten finden sich nicht selten an mehr als unerwarteten Stellen und Örtlichkeiten – wenn man nur richtig sucht oder der Zufall mitspielt. So geschehen kürzlich während der Suche nach historischen Mitgliedern der Familie Schmölling aus dem östlichen Südharz und der Goldenen Aue, als der Weg via Internet in ein Antiquariat in den Niederlanden führte. Dort, in der Hansestadt Deventer, wurde für kleines Geld eine bislang völlig unbekannte, als Flugschrift veröffentlichte Biografie von 1910 angeboten, wenngleich in niederländischer Sprache (unser Bild). Der solcherart posthum Geehrte war Wilhelm Heinrich Christoph Schmölling (1828-1908). In Dittrichenrode bei Roßla geboren, verschlug es ihn über Eisleben und Leipzig nach Haarlem in den Niederlanden, wo W. H. C. Schmölling seither lebte und sich dort ganz der Musik hingab. Er war Organist, Pianist, Geiger, Cellist, Gitarrist, Komponist, Dirigent und Chorleiter, weiterhin Musiktheoretiker bzw. -lehrer, außerdem Leiter der Bach-Vereinigung von Haarlem. Eine Freundschaft verband ihn mit dem vor allem in Nordthüringen wirkenden, auch heute noch bekannten Orgelbauer Julius Strobel (1814-1884) aus Frankenhausen. Nach Plädoyer von Wilhelm Heinrich Christoph Schmölling erhielt Strobel den Auftrag zur Errichtung einer Orgel in der Evangelisch Lutherse Kerk in Haarlem (1882). - Nach Transkription der erwähnten biografische Druckschrift in die deutsche Sprache und dadurch erwarteter weiterer Informationen aus dem Skript wird dieses wichtige Dokument die ohnehin bereits umfangreiche Sammlung zur langen Geschichte der Familie Schmölling (Ersterwähnung 1506 in Großleinungen) vervollständigen.


Eisernes Kreuz

Dienstag, 2. November 2021

Objekte mit Bezug zur Phaleristik (Ordenskunde) stehen in der heimatkundlichen Forschung eher selten im Fokus. Neben Belegen aus der Ordensflut des 20. Jahrhunderts verringern sich derartige Objekte umso mehr, je tiefer man in die regionale Vergangenheit eintaucht. Zwei schöne Orden mit Bezug auf den Ersten Weltkrieg wurden dem Heimatverein ARATORA kürzlich geschenkt, wobei jedoch leider keine Beziehungen zu Soldaten aus Artern bzw. bestimmten Kriegsereignissen, aufgrund deren die Verleihungen erfolgten, nachgewiesen werden können; bleiben demnach diese beiden Orden lediglich als Zeitzeugen (unser Bild): Das Eiserne Kreuz ziert eine Krone, ein W für (Kaiser) Wilhelm und die Jahreszahl 1914, also den Kriegsbeginn. Auf der Kehrseite prangen gleichfalls die preußische Krone, das Kürzel F. W. für (König) Friedrich Wilhelm, dreiblättriges Eichlaub und die Jahreszahl 1813 (Jahr der Ordensstiftung zu Beginn der Befreiungskriege gegen Napoleon). - Der zweite Orden hat auch Kontext zum Ersten Weltkrieg, wurde aber erst 1934 als Ehrenkreuz des Weltkrieges (auch Ehrenkreuz für Frontkämpfer bzw. Frontkämpfer-Ehrenkreuz) gestiftet. Hier liegt es vor als Ausgabe mit gekreuzten Schwertern, was die Teilnahme an Kämpfen voraussetzt. In einem Ehrenkranz sind die Jahreszahlen 1914 und 1918 zu lesen. Leider ist keine Verleihungsurkunde mehr vorhanden, aus der der Name des Geehrten sowie weitere Daten hervorgehen würden. Weiterhin kann kein ursächlicher Zusammenhang zwischen beiden Orden bewiesen werden, obwohl dies nahe liegt, weil beide aus einem Nachlass stammen. Die Archivrecherche in den namentlichen Verleihungsregistern beim damaligen Reichsinnenministerium oder von diesem beauftragten Ämtern wäre eine Möglichkeit, dies zu ermitteln.


Saliner beim Umzug

Dienstag, 26. Oktober 2021

Die Teilnahme mit Verkaufsstand am 3. Heimattag im September und zum Zwiebelmarkt brachten neben sehr regem Interesse am neuen (N)Ostalgie-Kalender „Artern vor einem Vierteljahrhundert“ für 2022 erneut zahlreiche interessante Gespräche, neue Kontakte und nicht zuletzt privates historisches Bildmaterial zur Stadtgeschichte. So wurde aus Artern leihweise eine Mappe mit familiengeschichtlichen Unterlagen überlassen, die mit sehr aussagekräftigen und seltenen Motiven illustriert worden ist. Mehrheitlich wurden diese Fotos in den 1930er Jahren gemacht und zeigen folgende Ansichten: Wohnhäuser in der Altstadt und Saline mit Hinterhöfen und Nebengelassen, Abfahrt eines Busses vom Marktplatz, ein frühes Farbbild vom Rathaus, der Plattenweg durch die Saline, Lehrschmiede in der Kyffhäuserhütte, einige Schnappschüsse aus der Saline, hiesige Kinder beim Bauen eines Schneemanns, Saliner beim Umzug (unser Bild) sowie RAD-Angehörige mit Zivilisten bei Schießübungen. Die besten und zugleich seltensten Motive jedoch stammen nicht aus Artern, sondern wurden in Kachstedt aufgenommen. Zwei Fotos eröffnen, von leicht verschiedenen Standorten aufgenommen, Blicke auf diese kleine Siedlung. Ein weiteres Foto zeigt Kachstedter Häuser in Nahaufnahme. Der bildliche „Reißer“ jedoch ist eine menschliche Pyramide, gebildet von fahnenschwenkenden italienischen Landarbeitern, die 1938 in und um Kachstedt arbeiteten. - Die teils stärker verschmutzten Aufnahmen wurden gescannt und einer „digitalen Wäsche“ unterzogen. Derart aufbereitet werden die Fotos wohl größtenteils in einem unserer nächsten Bildbände veröffentlicht. Zudem wurden aus andere Quelle historische Bilder der Siedlung angekündigt, die gleichfalls zur künftigen Publikation vorgesehen sind!


Geologische Wand

Dienstag, 19. Oktober 2021

Hinsichtlich der in unserer aktuellen Meldung vom 6. April 2021 mitgeteilten Freilegung einer natürlichen Gipswand auf dem Friedhof durch den städtischen Bauhof (unser Bild) und deren vom Heimatverein ARATORA angeregten Einbindung in den Geopfad Artern können erfreuliche Neuigkeiten vermeldet werden. Nach Mitteilung des hierfür zuständigen Geoparks Kyffhäuser e.V. bestehen keinerlei Probleme mit der Partizipation der rund sieben Meter langen Wand als geologischen Aufschluss in besagten Wanderweg rund um Artern. Nächstes Jahr oder spätestens 2023 sollen demnach ohnehin die regionalen Geopfade überarbeitet werden, und in diesem Kontext könne die unerwartet bei größeren Entbuschungen zutage getretenen Wand aus ausstreichendem Gips ohne Mühe integriert werden. Allein der Bauhof wäre dann künftig vielleicht zweimal im Jahr gefordert, um einer erneuten Überwucherung der Gesteinsfläche vorzubeugen. Als Mitglied im Geopark Kyffhäuser e.V. dürfte dies der Stadtverwaltung aber Ehrensache sein. - Es darf an dieser Stelle ruhig nochmals betont werden, dass ein solcher erdgeschichtlich relevanter Aufschluss im Stadtgebiet von Artern einmalig ist. Näheres hierzu soll später auf einer Informationstafel zu lesen sein. Über den weiteren Verlauf über die Einbindung der Felswand in den Geopfad Artern wird zu gegebener Zeit hier informiert. Bis dahin sei die überaus lehrreiche Homepage https://www.geopark-kyffhaeuser.com oder die dort beschriebenen regionalen Geopfade für Herbstwanderungen empfohlen: Bendeleben, Steinrinne (Bilzingsleben), Artern, Kyffhäusergebirge, Kyffhäuser-Denkmal, Unstrut/Hohe Schrecke, Bad Frankenhausen, Tilleda und Kalibergbau um Sondershausen.


CG 3-2021

Dienstag, 12. Oktober 2021

Ein auch nach über 75 Jahren noch immer bedrückendes Motiv ziert die Titelseite der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Computer-Genealogie“: Vertriebene, die in der Endphase des Zweiten Weltkrieges mit Sack und Pack auf der Flucht aus der Heimat sind. Der Thematik „Wanderungen, Flucht und Vertreibung“ aus familiengeschichtlicher Sicht nimmt sich auch dieses Heft mit einigen Artikeln an. Zunächst stehen Deutsche in bzw. aus Russland im Mittelpunkt einer Abhandlung. Danach wird sich jenen Landarbeitern angenommen, die vom Osten her kommend, einst in Mitteldeutschland als Saisonkräfte tätig waren. Die deutsche Rückwanderungsbewegung von Ost nach West aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg wird anschließend genealogisch beleuchtet, ehe die neue Ausstellung im Deutschen Auswandererhaus zu Bremen vorgestellt wird. Thematisch ähnlich wird dann die Exposition des Dokumentationszentrums „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ präsentiert. - Einen umfangreichen Komplex stellen nun die Ergebnisse der Software-Umfrage 2021 zu genealogischen Programmen dar: Die beste Bewertung erhielt das Programm „Ahnenblatt“ in der kostenpflichtigen Version. Diverse Kurzmitteilungen und Interna vermitteln danach Neuigkeiten aus genealogisch relevanten Bereichen. Das Thema „DNA-Genealogie“, mit deren Hilfe mittels DNA-Abstrich die Ahnenherkunft visualisiert werden kann, steht im folgenden Bericht im Fokus. Demnach geben gemeinsame DNA-Segmente Hinweise auf verwandtschaftliche Relationen bzw. gemeinsame Vorfahren. Über Ahnenforschung in Polen wird anschließend referiert, besonders über die dort im Gange befindliche, fleißige Digitalisierung von Dokumenten. Als Kurzartikel folgen noch ein Bericht über ein „Erblöffelchen“ sowie zur Aktualisierung des Geschichtlichen Ostverzeichnisses (GOV). Als „Rausschmeißer“ und Kuriosum wird eine Bekanntmachung des Regierungspräsidenten zu Frankfurt/Oder von 1918 veröffentlicht, in der festgestellt wird, dass „die Ernennung weiblicher Personen zu Standesbeamten … unzulässig sei“! - Die kurz vor Weihnachten erscheinende letzte Ausgabe 2021 der „Computer-Genealogie“ widmet sich dem „Kommerz mit Kirchenbüchern“.


Spaziergang Saline um 1960

Dienstag, 5. Oktober 2021

Ganz besonderen Umständen geschuldet ist der aktuelle Stand der Arbeiten am nächsten, gleichsam fünften Bildband mit Fotos aus der älteren und jüngeren Vergangenheit der Stadt Artern: Das Buch ist nämlich bereits (digital) fertig! Allerdings wird es erst in einem knappen halben Jahr, d h. zur Vorosterzeit 2022 veröffentlicht. Bis dahin rangiert es unter nachstehendem Arbeitstitel: Arterner Erinnerungen - Streifzüge und Entdeckungen auf Fotos aus der „guten alten Zeit“. Der abschließende Stand besagt, dass Fotos aus 33 Quellen (!) verarbeitet worden sind, darunter eine kleine Privatsammlung von Farbdias aus dem Jahr 1938. Ebenfalls noch nie veröffentlicht, werden dann zwei Zeichnungen mit Arterner Motiven aus den Sammlungen der Klassik-Stiftung und des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzigs zu sehen sein! - Ansonsten bietet der nächste Bildband weitere, noch nie publizierte Aufnahmen aus privaten Alben bzw. bislang nur selten gezeigte Arterner Bildzeugnisse von der Kaiserzeit bis zur DDR, von der Alten Poststraße bis zur Zuckerfabrik. Das Umschlagbild zeigt ein Foto der Veitskirche, um 1960 aufgenommen vom Oberen Salinetor. - Als Neuerung ist eine optische Anpassung sämtlicher Bilder derart erfolgt, dass diese durchweg in Sepia gedruckt werden. Dieser Braunton gestattet gegenüber Graustufen eine optimale Wahrnehmung von Details auf den Fotos und vermittelt zudem eine „warme Grundstimmung“ der Abbildungen. Dafür wurden alle Bilder zuvor sehr zeitaufwendig digital von Kratzern, Schmutz und Flecken gesäubert. Umfang und Layout des neuen Buches sind denen der vorherigen Veröffentlichungen analog, also Querformat A5. - Eine erste Reaktion zum fertigen Manuskript lässt durchblicken: „… habe die Aufnahmen im Arterner Bilderbuch jetzt durch. Es sind wirklich einzigartige Aufnahmen dabei! Zu einigen könnte man Seiten ausfüllen. […] Ich denke, das wird die beste der bisherigen [Bildband-]Ausgaben. Ich hoffe, dass es gerade bei den Fotos mit Personen noch Wiedererkennungen von den Nachkommen gibt.“ - Unser erstes Foto aus dem neuen Bildband Arterner Erinnerungen“ zeigt einen Winterspaziergang um 1960 im Arterner Salinepark.