Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)
Dienstag, 7. Oktober 2025
Intensivere Recherchen zur Geschichte der Familie Spengler aus Sangerhausen führten letztlich zum angestrebten genealogischen Ergebnis, nämlich zur Erbringung des Nachweises, dass Ahnen des großen Heimatforschers Gustav Adolf Spengler (1869-1961), Mammut-Entdecker von Edersleben, auch in Artern ansässig waren. Beginnend bei Jacob Spengler in Sylda und dessen in Artern wohnhaft gewesenem Sohn Johann Christian (Bürger und Handelsmann, auch Nadler und Sattler, + 1750 in Artern), der mit Anna Maria Sinning verheiratet war, führt die Linie zu einem Sohn diese Paares, nämlich zum späteren Sattler Johann Gottlieb Spengler (1745-1819) aus Artern, später wohnhaft in Allstedt. Verehelicht war dieser mit einer Hoseus aus Allstedt und wohl wegen ihr eben dorthin verzogen. Eine Tochter von Johann Gottlieb Spengler bekam 1807 in Allstedt einen unehelichen Sohn, der später, nunmehr Bürger und Tischler in Sangerhausen, mit seiner aus Gonna stammenden Gattin sieben Kinder zeugte, von denen eines Gustav Adolph Spengler (1839-1890) war, späterhin bekannt als Tischlermeister in Sangerhausen. Dessen fast gleichnamiger Sohn Gustav Adolf (1869-1961) war gleichfalls Tischler, wurde aber viel mehr als Heimatforscher überaus erfolgreich und allseits bekannt. Seine Sternstunde kam 1930, als in der Kiesgrube bei Edersleben Knochen eines Altmammuts bzw. Steppenelefanten (Mammuthus trogontherii) entdeckt worden waren, die er bis 1933 ausgrub und konservierte. Heute ist das fast komplette Gerippe das Prunkstück der Eiszeitausstellung im Spengler-Museum in Sangerhausen. - Mit den oben kurz geschilderten, historischen Umständen wird etwas Licht auf die Familiengeschichte der Spenglers außerhalb ihres jüngeren Stammsitzes Sangerhausen geworfen. Zudem bietet die vorliegende genealogische Arbeit diverse Ansätze zu weiteren Forschungen auch im Umfeld der Ahnen der Spenglers. - Unser Bild, ein Gemälde von Wilhelm Bormes, zeigt den 86jährigen Gustav Adolf Spengler (1869-1961) beim Betrachten eines prähistorischen Knochenstücks mit gemutmaßter Gravur eines Mammuts, gefunden bei Bennungen. Das Gemälde hängt im Spengler-Museum, das Interessierte herzlich zum Besuch einlädt, ebenso wie das faszinierende Spengler-Haus in Sangerhausen, das sich ganz dem Erbe und Andenken der Familie Spengler widmet. - Neben obigen Erkenntnissen wurden kürzlich noch weitere interessante Familien genealogisch tangiert, so Angehörige aus dem Dunstkreis des Mediziners und Theologen Johann Gottlob Leidenfrost (1715-1794), dem Entdecker des physikalisch erklärbaren „Leidenfrost-Effekts“, sowie familiäre Glieder, die auf Carl Philipp Gottlieb Clauswitz (1780-1831), hochrangiger preußischer Militär und Verfasser des Standardwerkes „Vom Kriege“, hinweisen.
Dienstag, 30. September 2025
Der nächstjährige Nostalgie-Kalender mit wiederum attraktiven Abbildungen aus der Vergangenheit der Stadt Artern wird anlässlich des Zwiebelmarktes erstmals zum Verkauf angeboten, allerdings nur am Sonnabend, 4. Oktober zwischen 09.00 und 17.00 Uhr. Zu beachten ist weiterhin, dass der herausgebende Heimatverein ARATORA diesmal an einem neuen Standort platziert ist, nämlich vor dem Spielzeugladen „idee + spiel“, Wasserstraße 1. - Im Mittelpunkt des neuen Kalenders stehen „Gasthöfe und Hotels mit Tradition“, so der Titel dieser Ausgabe, wobei auf erneut 29 Seiten insgesamt 28 alte Abbildungen gewesener und noch bestehender gastronomischer Einrichtungen gezeigt werden. Diese ziehen sich zeitlich vom 19. Jahrhundert bis in DDR-Zeiten und bilden damit einen repräsentativen Querschnitt des historischen Gaststättenwesens in Artern. Der Preis des Kalenders beträgt 12,00 Euro, die Auflage wurde auf 200 Exemplare beschränkt! Reservierungen bzw. Bestellungen zum Postversand werden ab sofort gern entgegengenommen. Restexemplare gibt es nach dem Zwiebelmarkt im Spielzeuggeschäft Baumann in Artern sowie beim Heimatverein ARATORA. - Unser Bild zeigt einen gutgelaunten Heldrunger Zwiebelbauern mit Rispen, um 1980). -Update vom 4. Oktober 2025: Nostalgie-Kalender 2026 restlos ausverkauft! Vielen herzlichen Dank für die unglaubliche Frequentierung unseres Verkaufsstandes auf dem Zwiebelmarkt, verbunden mit interessanten Gesprächen, der freundlichen Überlassung von zahlreichem heimatgeschichtlichen Material sowie dem äußerst hohen Interesse am neuen Nostalgie-Kalender 2026, von dem binnen nur fünf Stunden die komplette Auflage über den Ladentisch ging. Dafür hat sich das Ausharren im herbstlichen Schmuddelwetter mehr als gelohnt!
Dienstag, 23. September 2025
Die neue Filmproduktion „Thüringen, Deine Sprache 3“ (2024) von Gerald Backhaus macht nun auch in Artern Station und wird am Vorabend des Zwiebelmarkt-Wochenendes wie folgt öffentlich gezeigt: Freitag, 3. Oktober 2025 um 17.00 in der Veitskirche (unser Bild). Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten, wie die Stadtverwaltung Artern mitteilt. - Nachdem Filmemacher Gerhard Backhaus mit den beiden ersten Teilen von „Thüringen, deine Sprache“ weit mehr als nur mediale Achtungsfolge erzielt hat, widmet sich auch die dritte Fortsetzung Dialekten und Mundarten in Thüringen, die in Wort und Bild vorgestellt werden. Dafür waren Backhaus und Kameramann Martin König im Land unterwegs und haben rund um die Leuchtenburg, in den Tälerdörfern, in Pößneck und im Werratal, in Erfurt, Artern, Steinbach-Hallenberg, in der Nähe von Sondershausen und in der Sonneberger Gegend Station gemacht. Herausgekommen sind satte anderthalb Stunden Film, in dem sich alles um sprachliche Eigenheiten in den angesprochenen Gegend Thüringens dreht. - Wenn die Qualität und der Abwechslungsreichtum der beiden ersten Filme erreicht wird, wovon auszugehen ist, steht den Besuchern in der Arterner Veitskirche ein ebenso lehrreicher wie amüsanter und kurzweiliger Abend bevor, zu dem hiermit herzlich eingeladen wird. - Als gebürtigen Thüringer und erfahrenen Medienschaffenden liegen Gerald Backhaus Heimatliebe und der Erhalt sprachlicher Identität natürlich sehr am Herzen. Unter diesen Gesichtspunkten hat der neue Dokumentfilm (auch ohne bereits zahlreiche Vorschusslorbeeren), nach mehr als 90 Minuten ganz bestimmt den ehrlichen Applaus der hoffentlich zahlreichen Besucher in Artern sicher! Im Anschluss an die Vorführung ist eine Gesprächsrunde mit Gerald Backhaus vorgesehen. Der Filmemacher freut sich dann über die Fragen der Gäste.
Dienstag, 16. September 2025
Noch in den Startlöchern steht die Veröffentlichung der Herbst-Ausgabe der Zeitschrift „Computer-Genealogie“ des Vereins für Computer-Genealogie (unser Bild). Diese erscheint gegen Ende dieser Woche und widmet sich diesmal dem Leitthema „Publizieren - Analog oder digital“. Gemäß des vorab bekanntgegebenen Inhaltsverzeichnisses werden in diesem Kontext fünf Artikel publiziert: „Ich bin zu meiner eigenen Verlegerin geworden“ / Publizieren per HTML / Wikipedia und GenWiki - Zum „Schwarmwissen“ beitragen / Die eigene Familiengeschichte publizieren - Wie erstelle ich ein eigenes Familien-Wiki? / Warum die Maus Papier liebt. – In der Kategorie „Wissen“ nehmen sich Autoren dann der DNA-Genealogie wie folgt an: Die Entwicklung der Y-DNA-Halogruppen-Benennung sowie Forensische Genealogie für die Kriminalpolizei. – In der Rubrik „Software“ wird danach die neueste Version 2.2.0 des Genealogie-Programms Ages! präsentiert. – Diverse aktuelle Kurzmeldung informieren anschließend den Leser aus dem Umfeld der Familienforschung, ehe im Cluster „Internet“ der „Ancestry Club 1890“ beleuchtet sowie erste Erfahrungen mit Nutzer-Stammbäumen von FamilySearch mitgeteilt werden. - Im Bereich „Forum“ schweift schließlich u. a. der Blick durch die genealogische Brille nach Schweden. – Auch mit der neuen Zeitschrift 3/2025 werden vom Verein für Computer-Genealogie weitere wichtige Bausteine für die Familienkunde veröffentlicht, von denen Leser und und besonders Forscher profitieren. Weiteres auf der Homepage des Herausgebers: https://www.compgen.de/.
Dienstag, 9. September 2025
Zu einem Lichtbildervortrag am Freitag, 12. September 2025 um 18.00 Uhr lädt der Heimatverein ARATORA herzlich in die Arterner Marienkirche ein. Gezeigt werden die für den Ende November 2025 zur Veröffentlichung geplanten neuen Bildband „Artern in alten Zeiten - Fotografische Reisen in die städtische Vergangenheit“ genutzten historischen Aufnahmen. Weit mehr als zwanzig Bildgeber aus Artern und der Ferne sind dafür vorab aktiv geworden. - Nach den mehr als 120 Fotos dieses bevorstehenden Buches werden als Zugabe bereits Einblicke in den schon in Vorbereitung befindlichen Arterner Bildband für das Jahr 2026 gegeben. Dieser fungiert unter dem Arbeitstitel „Arterner Augenblicke - Historische Ansichten und Momentaufnahmen auf Fotos und Postkarten“ und zeigt gleichfalls zahlreiche hochinteressante Fotografien seit etwa 1880 bis in die späte DDR-Zeit. Für diesen Bildband werden noch immer weitere alte Bilder gesucht, die gern zum Vortrag mitgebracht werden können. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung am Wochenende des Tages des offenen Denkmals (unser Bild) ist frei, um Spenden zugunsten der Kirchgemeinde wird jedoch gebeten. - Update vom 12. September 2025: Vielen herzlichen Dank an über 30 Besucher aus Artern, Ringleben und Roßleben bei der Präsentation historischer Arterner Bilder bzw. einem angenehmen, aufgeschlossen und diskussionsfreudigen Publikum, das der evangelischen Kirchgemeinde weit über 100 Euro Spenden zwecks Mithilfe bei der Schaffung eines neuen Buntglasfensters im Chor der Marienkirche bescherte!
Dienstag, 2. September 2025
Die telefonische Ankündigung einer „Wundertüte“ mit historischen Unterlagen aus Artern erbrachte bei Abholung vor einigen Tagen ein so nicht erwartetes, überaus erfreuliches Resultat. Aus dem Nachlass eines hiesigen Gewerbetreibenden stammend, konnten nämlich dem Archiv des Heimatvereins ARATORA fast 80 Fotografien aus den 1950/60er Jahren sowie einige noch etwas ältere zugeführt werden, zudem diverse Zeitungsausschnitte, Broschüren und handschriftliche Aufzeichnungen. Die meisten der Fotos sind lose, die älteren auf einigen herausgetrennten Seiten eines Fotoalbum augeklebt. Letztere zeigen überwiegend Motive mit der Unstrut (Hochwasser, Ufergärten, Brücken, Wehr usw.), darüber hinaus winterliche Stimmungsbilder mit etlichen Stadtansichten, Saline und Brauerei. - Die losen Bilder stellen, neben den unvermeidlichen Ansichten des Rathauses und der Veitskirche, u. a. dar: Aratora-See, Bismarck-Platz, Markt, Johannisstraße. Konsum-Café, Hotel, Kaufhalle, Reinsdorfer Straße, Salzdamm mit Mühlgraben, Solgraben, altes Flussschwimmbad, Aussichten vom Weinberg, Schönfelder Straße, Brücken über die Unstrut und Stadtansichten (unser Bild). – Angesprochene Bilder wurden offensichtlich mit einem zu DDR-Zeiten handelsüblichen, eher preiswerten Fotoapparat hergestellt. Dies konnte während der Digitalisierung festgestellt werden, die dann die oft nur grenzwertige Qualität bei höherer Bildauflösung offenbarte. Dennoch sind die überlassenen Fotos eine weitere wichtige Quelle für die Darstellung der jüngeren Stadtgeschichte bzw. willkommenes Material für den Bildband von 2026, der sich aktuell bereits in Arbeit befindet.
Dienstag, 26. August 2025
Am 30. August jährt sich die Errichtung und Einweihung des Denkmals zur Erinnerung an die Arterner Gefallenen des Ersten Weltkrieges zum hundertsten Male (unser Bild)! Mit großen Brimborium und unter Anteilnahme von Prominenz aus Reich, Land, Kreis und Stadt ist das Mahnmal im Hochsommer 1925 der Öffentlichkeit übergeben worden. Es sollte allerdings nur zwei Jahrzehnte auf dem Bismarckplatz stehen, denn 1945 wurde es für den damals propagierten „Endsieg“ geopfert. Der Denkmalsockel stand indes noch bis in die 1970er Jahren als Basis für eine große Blumenschale. - Ein Jahr vor Fertigstellung wurde das Denkmal anhand eines Modells wie folgt beschrieben: „Auf einem kreisförmigen Stufenbau erhebt sich ein kreisrunder, wuchtig wirkender Aufbau, auf dem eine 2,30 Meter hohe Bronzefigur steht. Sie stellt einen auf das zerbrochene Schwert schwörenden Krieger dar, dessen recht Arm sich zum Schwur gen Himmel reckt. Den Blick auf das zerbrochene Schwert gerichtet, das über dem im rechten Winkel gebeugten Arm liegt, ist er ein Wahrzeichen deutscher Heldengröße, die sich nicht beirren läßt durch schwere Zeiten und verlorene Kriege. Im Mittelring sind in zwölf Tafeln die Namen der gefallenen Helden Arterns in Stein eingehauen und ausgemalt. Im Vordergrund leuchtet das Wappen der Stadt Artern. Die Widmungsinschrift ist in der ersten Stufe über den Schrifttafeln angebracht. Die Gesamthöhe des Denkmals wird sechs Meter betragen. Der Entwurf und das Modell stammen vom Bildhauer [Paul] Juckoff. Wenn dieses Denkmal aufgestellt wird, dann hat Artern den Ruhm, in der ganzen „Goldenen Aue“ das schönste Denkmal zu besitzen.“ - Wenngleich dieses seit acht Jahrzehnten verschwunden ist, künden u. a. noch immer zahlreiche Fotografien von dessen Existenz, ebenso etliche im Maßstab verkleinerte Modelle. Eines davon stand, als Geschenk aus der Partnerstadt Einbeck nach Artern gekommen, über etliche Jahre hinweg in einer Nische des Treppenhauses zum ersten Stockwerk im Rathaus. Ganz bestimmt wurde dieses Modell des schwörenden Kriegers zu Beginn der umfangreichen Sanierungsarbeiten am kommunalen Amtsgebäude vor mehr als zwei Jahren sichergestellt, um hoffentlich nach kompletter Wiederherstellung des Hauses wieder seinen Platz an angestammter Stelle zu finden. Nicht nur der Heimatverein wird dies im Auge behalten!
Dienstag, 19. August 2025
Die aktuelle Ausgabe Nr. 76 der im Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte publizierten Harz-Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde liegt mittlerweile vor und bringt auf 240 Seiten und illustriert mit 75 Abbildungen Aufsätze und Miszellen zur Harz-Geschichte. Auch diesmal werden in relativer Ausgewogenheit interessante Themen aus dem Nord-, Mittel- und Südharz angesprochen, nämlich: Jeanne d’Arc und Barbarossa bei Hans Silberborth. Kritische Analysen nationaldeutscher Mittelalter-Wahrnehmungen in der Weimarer Republik am Beispiel des Nordhäuser Stadthistorikers (Autor: Alexander Hahn), Zur Erforschungsgeschichte des Magnetismus der Schnarcherklippen und anderer Harzer Granitfelsen (Karl Sanders), Die ehemaligen prähistorischen Sammlungen und das städtische Museum von Thale sowie das Verdienst Joseph Fiedlers um die Sammlungsbestände. Teil 2: Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (Ute Fuhrmann und Rainer Vogt), Stecklenburg und Lauenburg im Unterharz in der romantischen Wahrnehmung. Die Lokalisierung von Zeichnungen des Landschaftsmalers Carl Blechen (1798-1840) (Iris Berndt), Das „Herzoglich Anhaltische Kurhotel und Gästehaus“ auf dem Stubenberg bei Gernrode (Günter Piegsa), Das Loccumer Alumnat in Goslar und seine Vorgeschichte. Teil 1: Zur Geschichte und zum „Geist“ des Ratsgymnasiums Goslar (Otmar Hesse), Kirche in steter Erneuerung. Die Baugeschichte der Kirche St. Jakobi der Ältere in Goslar (Ludwig Christian Bamberg), Die Harzreise der Studenten v. Alvensleben 1656 (Fritz Reinboth). - Literaturschau, Personalia, Berichte sowie das Protokoll der Jahresmitgliederversammlung 2024 und Corrigenda beschließen die aktuelle Ausgabe der Harz-Zeitschrift. Diese Publikation aus der ältesten geschichtlichen Buchreihe in unserer Region kann mittels ISBN ISBN 978-3-86732-460-1 im Buchhandel bestellt werden.
Dienstag, 12. August 2025
Gestern vor neunzig Jahren trat die für den Erhalt und Schutz des „Naturschutzgebietes Salzpflanzenstelle bei Artern im Kreise Sangerhausen“ maßgebliche Verordnung in Kraft, veröffentlicht im Amtsblatt der Regierung in Merseburg vom 10. August 1935 (Ausgabe B mit öffentlichem Anzeiger), unterschrieben von Regierungspräsident Gustav Lagreze. Diese Rechtsgrundlage umfasst sechs Paragraph, die das Verhalten in besagtem Areal regeln. Zunächst wird die Salzpflanzenstelle zum Naturschutzgebiet erklärt, danach dessen Größe mit 55,45 Ar angegeben und die Lage im Kartenbild definiert. Paragraph 3 sagt aus, dass es untersagt ist, Pflanzen zu entnehmen oder zu beschädigen bzw. dort lebenden Tieren nachzustellen. Verboten sind weiterhin offene Feuer, das Abladen von Müll sowie das Verlassen der vorgegebenen Wegeführung. Zudem dürfen Bodenbestandteile nicht entnommen bzw. andere Böden dort eingebracht werden. Es folgt mit Paragraph 4 die Einschränkung, dass mit landrätlicher Genehmigung Ausnahmen zu obiger Vorschrift vorgenommen werden können. Strafen bei Zuwiderhandlungen sind im Paragraph 5 niedergeschrieben und schlagen mit bis zu 150 Reichsmark oder Haft zu Buche, ggf. sind auch schärfere Strafen möglich. Das Inkrafttreten der „Verordnung über das Naturschutzgebiet Salzpflanzenstelle bei Artern im Kreise Sangerhausen“ vom 6. August 1935 wird im Schlussparagraphen 6 zeitlich definiert auf den Tag nach Erscheinen des Amtsblattes, also auf den 11. August 1935. – Inhaltlich ähnlich hatte die Salzpflanzenstelle Artern auch zu DDR-Zeiten rechtlichen Schutz inne, gleichfalls im Rahmen der bundesrepublikanischen Jurisprudenz. - Unser Bild zeigt einen Teil des NSG mit südlicher Friedhofsmauer und Süßwasserbrunnen um 1940.
Dienstag, 5. August 2025
Bereits seit etlichen Jahren durchackert Christine Stadel, Mitglied im befreundeten Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue, historische Tageszeitungen ihrer Heimatstadt Sangerhausen. Die die Stadt Artern betreffenden Artikel und Nachrichten aus diesem umfänglichen Fundus werden mehrmals im Monat an den Heimatverein ARATORA gesendet, worunter sich nicht selten längst vergessene und entsprechend faszinierende Meldungen befinden. So auch in jüngster Vergangenheit, als Frau Stadel die Sangerhäuser Zeitung vom 9. Februar 1929 in Händen hatte und nachstehenden Bericht für uns sichern konnte, wobei Erklärungen in eckigen Klammern hinzugefügt worden sind: „Artern. Interessanter Fund. Ein interessanter Fund, der im Jahre des Katechismusjubiläums [1529-1929] besonders wertvoll erscheint, ist kürzlich im Archiv der Superintendentur gemacht worden. Unter längst aussortierten Akten fand man einen Schweinslederband, der die von dem Mansfelder Generalsuperintendeten aufgestellte Kirchenagenda von 1580 enthält. Darin ist auch mit vielen kleinen Bildern der erste Lutherkatechismus abgedruckt. Zusammengestellt ist das Buch vom damals sehr bekannten [Eislebener Theologen] Hieronymus Mencelius [1517-1590]. Handschriftlich ist auch allerlei eingetragen, darunter ein Erntegebet, das nach der Unterschrift noch 1716 von dem [Arterner] Magister [Heinrich Christoph] Scholinus benutzt worden ist.“ - Eben diese „Kirchen-Agenda ... Für die Prediger in der Graff/ und Herrschaft Mansfeld“ war neun Jahrzehnte später vom Heimatverein ARATORA als ruiniertes Exemplar aus Privatbesitz erworben und 2017/2018 der Buchsanierung in Halle/S. bzw. dem Kirchenkreisarchiv in Eisleben zur dauerhaften Verwahrung zugeführt worden (unser Bild). Allerdings wirft obige Zeitungsmeldung eine wichtige Frage auf, denn bislang war davon ausgegangen worden, dass das historische Archiv der Superintendentur Artern mutmaßlich erst in den 1980er Jahren aufgelöst worden war - nunmehr aber die Nachricht, dass bereits 1929 diese Aussonderung alter Akten geschehen ist. Es muss daher geprüft werden, inwieweit besagte zeitliche Korrektur auch auf weitere vorliegende Unterlagen aus dem aufgelösten Pfarrarchiv angewendet werden muss. - Bis dahin nochmals vielen herzlichen Dank an Christine Stadel nach Sangerhausen für obige Nachricht sowie Tausende weitere Artikel aus historischen Zeitungen unseres Altkreises.
Dienstag, 29. Juli 2025
Es ist schon verwunderlich, dass es von jenem Mann, der heute vor 180 Jahren das Licht der Welt erblickte, noch keine umfänglichere Lebensbeschreibung gibt: Christian Heinrich Carl Buttenstedt (unser Bild aus Wikipedia, gemeinfrei) wurde am 29. Juli 1845 in Volkstedt, heute Ortsteil der Lutherstadt Eisleben, geboren, war später längere Zeit beim Militär, 1878/1879 Büroassistent und Salinesekretär zu Artern, danach bis 1886 Sekretär auf dem Salzamt zu Dürrenberg, dann wieder Salinesekretär zu Artern und seit 1891 Schichtmeister bei der Königlichen Berginspektion zu Kalkberge-Rüdersorf, ehe er 1904 in Pension ging. - Neben seinem Beruf im Bergbaufach wirkte Buttenstedt als Autor, Vorkämpfer der Flugkunst und Segelflugtheoretiker, als Naturphilosoph, Naturheilkundiger, Lebensreformer, Sexualtheoretiker, Parapsychologe, Metaphysiker und Okkultist. Mit seiner Gattin Rosa Louise Beyer (1858-1917), Tochter eines Holzhändlers aus Artern, hatte er sechs Kinder, von denen drei in Artern geboren wurden. Buttenstedt starb am 20. September 1910 in Friedrichshagen. Er hinterließ ein ebenso umfangreiches wie teils skurriles schriftliches Lebenswerk, so als Gegenspieler von Otto Lilienthal zur Theorie des Fliegens (die er auch in der Saline Artern modellhaft umzusetzen versuchte) aber auch die sexualreformerische Schrift „Die Glücks-Ehe (Die Offenbarung des Weibes)“, in der er das Stillen des Ehemanns durch dessen Gattin als Geheimlehre zur Verhütung propagierte. Andererseits fabulierte er auch über „Die Übertragung der Nervenkraft (Ansteckung durch Gesundheit)“, d. h. Heilung von Kranken durch spezielle Kontaktaufnahme mit Gesunden. Ebenso spekulierte er über Möglichkeiten der menschlichen Altersverjüngung mittels der Umsetzung des Leitsatzes „Willenskraft ist Lebenskraft, Willensschwäche früher Tod“ sowie besonderer sexueller Praktiken. Buttenstedt wollte nicht weniger als ewig Leben, dennoch ereilte ihn der Tod recht früh. Er starb mit 66 Jahren, was ausgerechnet eine theosophische Zeitung zur Feststellung animierte: „Buttenstedt war ein sonderbarer Verfechter der Unsterblichkeitslehre. Der Tod hat Recht behalten und Buttenstedt muß einsehen, daß das äußere Lebenselexier nicht so leicht zu finden ist.“ - Die Erfassung der zahlreichen Lebenstationen, der Ideen und Theorien des ehemaligen Arterner Salinebeamten Carl Buttenstedt sind bislang noch nicht in Buchform erschien, trotzdem seine Person, sein Lebensumfeld sowie die teils kruden Gedankengebäude geradezu reizen, ihn biografisch zu erfassen und darzustellen. Der Heimatverein ARATORA würde zu diesem Vorhaben, so sich den ein Interessent fände, gern etliche Büchern, Aufsätze und Sekundärliteratur zur Verfügung stellen.
Dienstag, 22. Juli 2025
Nach wie vor werden dem Heimatverein ARATORA dankenswerterweise alte Fotos aus privatem Besitz zugeführt, wobei die Datenlage zu den Bildern erwartungsgemäß teil erheblich schwankt. Denn nicht immer ist auf dem ersten oder zweiten Blick zu ermitteln, was oder wer darauf einst abgebildet worden ist. So auch auf unserem hier beigefügten historischen Foto (um 1960?), das mit der Frage an unsere Homepage-Besucher verbunden wird, wo sich diese drei zweistöckigen Wohnhäuser befinden oder befunden haben. Zu sehen sind zwei verputzte Gebäude, eines davon mit oben leicht gerundeten Fensterstürzen, sowie rechts davon ein steinsichtiges Haus aus offenbar roten Klinkern.
Dienstag, 15. Juli 2025
Der planmäßig gegen Ende November 2025 erscheinende Bildband „Artern in alten Zeiten - Fotografische Reisen in die städtische Vergangenheit“ ist mittlerweile auf dem Wege! Nachdem in den vergangenen Tagen die letzten Arbeiten an der digitalen Fassung vollzogen wurden, sind nunmehr sämtliche Texte und Bilder zum Setzen und Layouten übermittelt worden. Damit ist ein wichtiger Schritt im Zuge der Vorbereitungen der Publikation unseres inzwischen siebten Bildbandes mit Fotografien aus der Stadtgeschichte getan. Im Laufe des Sommers werden noch, wenn das Layout abgeschlossen ist, die Schlusskorrekturen vorgenommen, ehe die Datei dann zum Druck weitergeleitet wird. Der Bildteil wird 121 Fotografien beinhalten, ergänzt durch das Titelfoto sowie je einem Bild neben und auf dem Frontispiz. - Voraussichtlich am Wochenende zum Tag des offenen Denkmals sollen die Fotos im neuen Bildband öffentlich vorgestellt werden. Außerdem werden dann auch schon jene alten Abbildungen, die für den Bildband des kommenden Jahres vorgesehen sind, präsentiert. - Unser Bild zeigt ein nicht mehr existentes Haus in der Altstadt.
Dienstag, 8. Juli 2025
Die moderne thüringische Flurnamenforschung im Rahmen des Projekts „Flurnamen und Regionalgeschichte“ bzw. des Thüringischen Flurnamenportals kann auf mittlerweile 25 Jahre ihres Wirkens zurückblicken. An einer der ersten Veranstaltungen in Kannawurf am 12. April 2000 waren auch Vertreter des Heimatvereins ARATORA zugegen. Seitdem kommt es immer wieder zu Kontakten mit dem Team vom Thüringischen Flurnamenprojekt. Derzeit entsteht dort ein umfangreicher Jubiläumsband, in dem sowohl die Projektgeschichte beleuchtet wird als auch Forschungsbeiträge von Referenten enthalten sein werden. - Doch zunächst wird mit der jüngsten Info-Mail wie folgt um Hilfe gebeten: Gesucht werden Flurnamen mit Migrationsbezug! Was auf den ersten Blick zunächst reichlich zeitgeistig und angepasst klingt, ist es jedoch nicht, denn im Fokus sollen solche Flurbezeichnungen stehen, die mit historischen Migrationsprozessen verknüpft sind, so z. B. durch Hinweise auf slawische Siedlungen, Vertreibungen nach 1945, Binnenmigrationen aber auch jüngere Zuwanderung usw. Ebenso sind symbolische oder metaphorische Bezüge sind von Interesse. - Die Übermittlung von solchen Flurnamen ist denkbar einfach: Mittels einer elektronischen Eingabemaske, die über den Link https://flurnamen.projekte.thulb.uni-jena.de erreichbar ist, können Informationen sofort online gesendet werden, z. B. solche, wie jene auf unserer Abbildung, die das Kleine und das Große Westerfeld an der Grenze der Feldfluren Artern, Kachstedt und Voigtstedt zeigt. Diese Bezeichnung lässt auf Äcker schließen, die der im hohen oder später Mittelalter wüst gewordenen Ortschaft Westerwende zugehörig waren (Wenden = Slawen, also nicht ursprünglich hier ansässig gewesene Siedler, die sich mit einer eigenen Ortsgründung offenbar zunächst abgesondert haben). Zu überprüfen wäre z. B. auch der benachbarte Pröttel als Flurname, südlich der Ortslage von Kachstedt gelegen, ob dieser vom slawischen prědělo = Grenze (im Sinne der Absonderung von Deutschen und Slawen?) abgeleitet werden könnte. Die Flurbezeichnung Wendling westlich von Kachstedt könnte etwas mit den Wenden (Slawen) zu tun hat oder war eben doch nur jenes Gelände, auf dem früher der Pflug gewendet worden ist. Ein weiterer potentieller Kandidat mit slawischen Sprachwurzeln ist der Glinz an der Unstrut bei Artern, der aus dem Altpolabischen (westslawische Sprache) Glinc einstanden sein könnte. All diese Mikrotoponyme müssen allerdings noch onomastisch und historisch untersucht werden.
Dienstag, 1. Juli 2025
Die vergangenen zwei Wochen waren dafür angedacht, noch ausstehenden Arbeiten für den Ende November 2025 erscheinenden Bildband „Artern in alten Zeiten - Fotografische Reisen in die städtische Vergangenheit“ zu erledigen. Allerdings stand auch noch die Sichtung einer seit geraumer Zeit wartenden Mappe mit bislang unbearbeiteten, historischen Arterner Fotos aus. Kurzerhand wurden deshalb die Arbeitspläne umgeworfen und zunächst besagte Ablage angegangen. Über hundert Bilder, viele davon aus den 1930er Jahren, wurden hochauflösend gescannt - eine Anzahl, die quasi der Menge der Fotos eines Bildbandes entspricht, weswegen der Grundstein für das nächsten Buch im Jahr 2026 gelegt ist! - Erfreulich ist die gute Qualität dieser und auch der anderen Fotos. Zudem sind viele der Bilder rückseitig datiert, teils sogar mit Uhrzeit. Hinzu kommt, dass die Fotografen Motive gewählt hat, die ansonsten eher selten oder noch gar nicht auf Fotopapier gebannt worden sind (unser Bild). - Der nächstjährige Bildband steht unter dem Arbeitstitel „Arterner Augenblicke – Historische Ansichten und Momentaufnahmen auf Fotos und Postkarten“.