Artern

Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)

Hermann Romeiß

Dienstag, 10. März 2026

In der Stadt Artern gab bzw. gibt es noch immer eine Anzahl von Denkmalen, die augenscheinlich an historische Ereignisse erinner(te)n bzw. sich als sog. moderne Kunst dem Betrachter überhaupt nicht oder nur teilweise sinnhaft erschließen. In letztere Kategorie fällt jene kleine Figur, die der Bildhauer Emil Cauer (1867-1946) geschaffen hatte und über die in der Sangerhäuser Zeitung vom 6. Juni 1931 kurz berichtet, allerdings nicht: „Die von der Familie Romeiß aus Wiesbaden der Stadt [Artern] geschenkte Statue „Die Wasserschöpferin“ ist jetzt hier eingetroffen und hat vorläufig im Rathaussaale Platz gefunden. Die Statue wurde von dem Bildhauer Cauer hergestellt.“ Diese Nachricht teilte uns kürzlich dankenswerterweise Christine Stadel vom Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue mit. - Bei der angesprochenen Spenderfamilie handelt es sich um jene des Justizrates Hermann Robert Romeiß (1853-1930, unser Bild), aus dessen Nachlass das Kunstwerk wohl stammen dürfte. Über Leben und Werk des Schöpfers Emil Cauer kann auf etlichen Internet-Seiten nachgelesen werden. Dort findet sich mehrmals auch die „Wasserschöpferin“ erwähnt und abgebildet, deren Original nach der großen Kunstausstellung 1903 in Berlin von Kaiser Wilhelm II. erworben worden ist. Im Umfeld dieses Kunstwerks sind allerdings noch etliche identische, jedoch kleinere Exemplare der reichlich unbekleidete jungen Dame, die mit einer Muschel Wasser schöpft, vorhanden gewesen. Eines dieser Exemplare fand demnach einst den Weg nach Wiesbaden zu Hermann Romeiß und dann 1931 von Hessen nach Artern. - In unserer Stadt verliert sich allerdings der Weg der Statue komplett, weshalb an dieser Stelle nachgefragt wird, ob ggf. noch bekannt ist, wo die auf einem Stein kniende Schöne mit der Muschel einst aufgestellt war bzw. wo sich diese heute befinden könnte. Es liegt nahe, dass die Statue einst im Salinepark oder in den damaligen Kuranlagen aufgestellt war. Doch ist dies nur eine Vermutung.


Kalender 2027

Dienstag, 3. März 2026

Dieser Tage in sieben Monaten ist es soweit, dann erscheint zum Zwiebelmarkt der Arterner Nostalgie-Kalender für das Jahr 2027! Trotz der scheinbar noch langen Zeit wurde in den vergangenen Tagen zeitlich überproportional an den notwendigen Texten gewerkelt, sind Bilder eingescannt bzw. digital bearbeitet worden - und auf einmal war der Kalender fertig! Nun soll sich das Werk zunächst als Ganzes erst mal „setzen“, ehe bis Ostern Manuskripte und Bilder in die Schlusskorrektur kommen. Danach werden Texte und Bilddateien für Satz und Layout weitergeleitet, im Sommer erfolgt dann der Druck. - Auf was dürfen sich unsere Interessenten nun freuen? Der neue Kalender steht unter dem Motto „Artern - Stadtbilder von gestern und vorgestern“, umfasst 24 illustrierte Kalenderblätter und zwei Jahreskalender; alles in allem 28 schöne historistische Bilder. (Die geplante thematische Fortsetzung der „Gasthöfe und Hotels mit Tradition“ wurde umständehalber auf das Jahr 2028 verlegt.) Nach dem wahren Ansturm zum vergangenen Zwiebelmarkt, der mit dem kompletten Ausverkauf des aktuellen Kalenders bereits zur späten Mittagszeit des Veröffentlichungstages endete, wird zudem darüber nachgedacht, die Auflage zu erhöhen. - Damit die Zeit bis dahin nicht lang wird, wird außerdem am neuen Bildband mit neuen alten Fotos aus Artern gearbeitet. Dieses Buch soll Ende November 2026 erscheinen und trägt bis dahin den Arbeitstitel „Arterner Augenblicke - Historische Ansichten und Momentaufnahmen auf Fotos und Postkarten“.


Kontaktabzüge

Dienstag, 24. Februar 2026

Immer auf der Suche nach unveröffentlichten historischen Abbildungen konnte für den diesjährigen Arterner Bildband, der Ende 2026 erscheinen soll, kürzlich eine stattliche Anzahl alter Fotos ausfindig gemacht werden, die zur Vervollständigung dieses noch in Arbeit befindlichen Buches benötigt wird. Es handelt sich um 34 Bilder, die von einem Hallenser, der 1985 auf den Spuren von Novalis die Stadt Artern besuchte hatte, geknipst worden sind. Sie zeigen zahlreiche Ansichten zumeist aus dem Bereich der Saline und der Altstadt. Sämtliche Bilder sind wichtige Zeitzeugnisse aus der zu Ende gehenden DDR-Zeit. - Folgende Motive stehen zur baldigen Veröffentlichung bereit: abgerissene Wohnhäuser in der Saline, Bewuchs im Saline-Park, Unstrut-Ufer mit Zuckerfabrik, Blick auf den Saline-Park, Freilichtbühne, Werner-Seelenbinder- und Ernst-Thälmann-Denkmal, neue Physiotherapie, Sportstadion „15. Jahrestag“, damaliger Jugendclub, Straße der Jugend, Blick auf die Saline, Borlach-Schacht, Altbauten und Saline-Siedehaus, Kindergärten in der Straße der Jugend und in der Saline, SED-Kreisleitung, einstige Gebäudewirtschaft, Grabenstraße noch mit kompletter Altbebauung, Ruine der Veitskirche mit Warnschild, überbauter Durchgang zur Nordhäuser Straße, Goethe-Ahnenhaus und Solequelle. - Diese Bilder liegen digital mit sehr hoher Auflösung vor und werden sicherlich die optischen Glanzstücke des nächsten historischen Bildbandes sein. Unser Bild zeigt noch die invertierten Fotonegative.


AiD

Dienstag, 17. Februar 2026

Mit leichter Verspätung zwar, dennoch schon wegen des spannenden regionalen Inhalts wegen rechtzeitig genug, soll heute auf die letzte vorjährige Sonderausgabe der Zeitschrift „Archäologie in Deutschland“ aufmerksam gemacht werden. Besagte Reihe richtet sich sechsmal im Jahr an Fachleute und an Archäologie interessierte Laien gleichermaßen und berichtet über die ur- und frühgeschichtliche Forschung in Deutschland. Ergänzt wird diese Periodika mit monothematischen Sonderausgaben, so auch der jüngsten unter dem Titel „Pfalzen, Burgen, Königshöfe: Schauplätze der Ottonen am Harz“. Der Herder-Verlag schreibt über diese Publikation, die archäologische und historische Einblicke in die Zeit des 10. bis frühen 11. Jahrhunderts in unserer weiteren Heimat gibt: „Die Ottonen regierten im Laufe ihrer 105 Jahre währenden Herrschaft als ostfränkische Könige, ab 962 auch als römische Kaiser große Teile Mittel- und Südeuropas. In dieser Zeit entstanden zahlreiche Kirchen, Klöster und Burgen, Königshöfe und Pfalzen. Als Kernland der ottonischen Herrscher stechen der Harz und sein Umland besonders hervor. - Bekannt sind uns diese Stätten maßgeblich aus Urkunden. Doch auch die materiellen Relikte der Ottonenzeit, archäologische Funde sowie erhaltene Kunst- und Bauwerke sind als unmittelbare und unverfälschte Zeugnisse der Vergangenheit essenziell für unser Verständnis dieser gleichermaßen spannenden wie historisch bedeutenden Epoche. Viele dieser Schauplätze stehen aktuell im Fokus archäologischer Forschungen. Sie ermöglichen es, ein facettenreiches Bild der ottonischen Herrschaftslandschaft im heutigen mitteldeutschen Raum zu zeichnen.“


Sagenwald

Dienstag, 10. Februar 2026

Hundert Jahre ist es her, dass mit dem „Sagenwald Nordthüringens und des Südharzes“ (unser Bild) unter Federführung des Arterner Autors Ewald Ludwig Engelhardt (1878-1976) erschien. Seither gilt dieses Buch als zentrales Werk der Erforschung der regionalen Sagenlandschaft. - Die Sangerhäuser Zeitung schrieb am 20. Januar 1926: „Artern. Neue Sagensammlung. Herr Schriftsteller Ewald Engelhardt=Artern, der als eifriger Heimatforscher bekannt ist, hat jetzt eine neue Sagensammlung unter dem Titel „Sagenwald Nordthüringens und des Südharzes“ herausgegeben, die weit über 300 von ihm gesammelte Sangen enthält. Sein Bruder, der bekannte [Otto] Engelhardt=Kyffhäuser, hat sie sinnreich illustriert. Dies neue Heimatbuch dürfte in keiner Schülerbibliothek der Goldenen Aue und des Harzes fehlen.“ - Eine erste Rezension verfasste daraufhin Reinhold Krieg (1857-1940), Jurist, Heimatforscher, Ehrenbürger der Stadt Sangerhausen am 11. Februar 1926: „Ein solches Glücksgefühl mögen auch die Gebrüder Ewald und Otto Engelhardt gehabt haben, als sie die Sagen und Schwänke zwischen Nordhausen und Naumburg, zwischen Eisleben und Sondershausen, zwischen Wippra und Kölleda neu sammelten, sichteten und mit Bildern versahen. Vieles ist aus dem wohl vergriffenen Sagenbuche der Grafschaft Mansfeld von Dr. [Hermann] Größler (1880) bekannt, aber im vorliegende Sagenwalde erscheinen sie in neuerem Gewande und finden sicherlich, zumal unter der Jugend, manchen Leser, der die Sagen unserer Heimat noch nicht kennt. […], man liest sie immer wieder gern und freut sich über die Phantasie der beiden Maler=Dichter.“ - Als Auszüge aus dem „Sagenwald“ erschien drei Jahre später „Der Arterner Sagenkranz“ anlässlich des 600. Stadtjubiläums im Sommer 1929.


Nationaler Geopark

Dienstag, 3. Februar 2026

Nun doch nicht ganz so pünktlich wie angedacht, sondern erst kurz vor dem Jahreswechsel, wurde das hier bereits im Sommer vorab angekündigte Buch „Nationaler GeoPark Kyffhäuser“ aus der Feder von Mareike Naylor und Dorothee Mertmann als Sachbuch im Springer-Verlag publiziert (unser Bild). Auf 275 Seiten nehmen die beiden Geologinnen die Leser auf erdgeschichtliche Wanderungen durch den Kyffhäuserkreis und den Kreis Sömmerda in Thüringen sowie den Burgenlandkreis und den Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt mit. Nach der Vorstellung von Geoparks in Deutschland und des Geoparks Kyffhäuser insbesondere geben die Verfasserinnen zunächst einen geologischen Überblick zur Vielfalt der Ablagerungen aus der Erdgeschichte sowie zu den entsprechenden regionalen Geopfaden, Geotopen und Geoblicken. Das sich anschließende Kapitel nimmt sich den im Arbeitsgebiet vorkommenden Gesteinen und deren Stratigraphie an, d. h. den Ablagerungen vom Erdaltertum bis zur Eiszeit. Der folgende Abschnitt „Industriekultur und ihre Denkmäler“ widmet sich schwerpunktmäßig den Städten Artern, Sondershausen, Roßleben sowie der Gemeinde Oldisleben mit deren Geopfaden. Im nachstehenden Kapitel wird der Bereich des nördlichen Kyffhäusers anhand der dort eingerichteten Geopfade vorgestellt, danach in gleicher Art und Weise der südliche Kyffhäuser und die Bottendorfer Höhe. Den abschließenden Teil des Buches nimmt das Areal von Windleite, Hainleite, Schmücke und Finne ein, deren erdgeschichtliche Besonderheiten gleichfalls anhand der vorhandenen Geopfade präsentiert werden. Ein umfangreiches Quellenverzeichnis animiert schließlich, sich noch intensiver mit der im Buch vorgestellten heimatlichen Erdgeschichte zu befassen. - Das mit 191 Farbabbildungen reich illustrierte Werk (Soft-Cover) ist als Handbuch gedacht und dürfte Wanderern und Heimatfreunden gute Dienste leisten, die geologische Vergangenheit über ca. 450 Millionen Jahre Erdgeschichte unsere Region zu erkunden bzw. noch besser zu verstehen. „Nationaler GeoPark Kyffhäuser“ ist ein ebenso unterhaltsam-lehrreiches wie inhalts- und abwechslungsreiches Buch, das in keiner regionalen Büchersammlung fehlen sollte.


Frank Störzner

Dienstag, 27. Januar 2026

Viel zu früh abberufen wurde ein lieber Freund und Forscherkollege: Frank Störzner starb am 27. Dezember 2025 mit 67 Jahren; seine Urne wird am Freitag in seinem Heimatort Kleinmölsen (Kreis Sömmerda) der Erde anvertraut. - Frank Störzner war besonders auch in unserer Region ein gern gesehener Gast und eloquenter Fachmann in Sachen Kleindenkmale in der Fluren und Ortschaften Thüringens und Sachsen-Anhalts. Besonders die mittelalterlichen Steinkreuze hatten es ihm angetan, nachdem er 1972 ein solches aufgefunden hatte und bereits als Jugendlicher Nachforschungen darüber anstellte. Ob er damals ahnte, dass sich sein Hauptarbeitsgebiet später auf die damals drei thüringischen Bezirke Erfurt, Gera und Suhl bzw. nach 1990 im Bundesland Thüringen ausdehnen sollte? Jedes der rund 650 Steinkreuze hat er aufgesucht, fotografiert, vermessen und gezeichnet, später Recherchen in Archiven und bei Vereinen und Ortschronisten vorgenommen. Sein Wissen brachte Frank Störzner auch zu Papier, sein zweibändiges Buch „Steinkreuze in Thüringen“ gilt noch heute als Standardwerk. Weitere lokal- und regionalgeschichtliche Schriften folgten. In ungezählten Ortschaften hielt er Vorträge und popularisierte so die alten Feld- und Flurdenkmale seines Heimatbundeslandes. Ohne je Geschichte oder Archäologie studiert zu haben, fand der engagierte Bodendenkmalpfleger stets offene Ohren auch bei studierten Forschern. - Frank Störzners Engagement wurde mit dem Thüringer Denkmalschutzpreis geehrt und wurde 1997 „Verdienter Thüringer“. Ob er wohl seinen Spitznamen „Thüringer Steinkreuz-Papst“ gern hörte? Immerhin brachte diese Bezeichnung das, für was Frank Störzner leidenschaftlich lebte und brannte, auf den Punkt. - Bis zur Schließung seines Betriebes war er als Medientechniker tätig und hatte sich für die Zeit des Ruhestandes noch viel vorgenommen. Eine schwere Erkrankungen machte diese Planungen zunichte! Mit dem Tod von Frank Störzner verliert Thüringen einen unermüdlichen Denkmalpfleger und vor allem guten Freund und Partner. Sein publizistisches und archivalisches Erbe wird nun künftigen Forschern eine wichtige Handreichung und Perspektive sein. - Unser Bild aus besseren Tagen zeigt Frank Störzner (rechts) während eines Besuches im Sommer 2016 in der Kirche zu Voigtstedt, wo das dortige Steinkreuz mit Vertretern des Heimat- und Geschichtsvereins „Goldene Aue“ sowie des Heimatvereins ARTAORA untersucht wurde (Foto: Manfred Schröter, Berga). 


CG 4-2025

Dienstag, 20. Januar 2026

Gleichfalls noch aus dem soeben zu Ende gegangenen Jahr stammt die hier kurz vorzustellende Publikation Nr. 4/2025 der Zeitschriftenreihe „Computer-Genealogie“ des Vereins für Computer-Genealogie (unser Bild). Die aktuelle Ausgabe steht unter dem Leitthema „Dienstleistungen und Hilfe“ bei der Familienforschung - ein Arbeitsfeld, das spätestens dann relevant wird, wenn eigene Forschungen nicht mehr ausreichen. In solchen Fällen könnten Berufsgenealogen weiterhelfen, über die im neuen Heft berichtet wird, aber auch die DNA-Genealogie, deren Wirken anhand eines Beispiels nachgezeichnet worden ist. Gleichfalls noch zum Hauptkomplex gehört die sich anschließende Auswertung einer Umfrage zur Berufsgenealogie mit überwiegend positiven Ergebnissen. Eine weitere potentielle Recherchehilfe wird in „Wer geht für mich ins Archiv?“ vorgestellt, gefolgt von absehbar immer wichtiger werdenden Forschungshilfen, nämliche jenen in den sog. Sozialen Netzwerken. Gleichfalls in die Hauptthematik gehört das danach abgedruckte Berufsporträt des Erbenermittlers, der ja auch genealogisch aktiv werden muss. Als abschließender Artikel mit dem zugleich wichtigsten Thema wird die eigene Weiterbildung in Sachen Familienforschung, nämlich das Lernen, Forschen und Vernetzen, in den Mittelpunkt gestellt. - Jenseits des Leitthemas „Dienstleistungen und Hilfe“ werden die Abonnements für Familienforschungsportale im Internet beleuchtet. Thematisch ähnlich, sind im folgenden Bericht Optionen zur Auffindung noch lebender Verwandter ohne DNA-Genealogie, sondern mittels Algorithmen vorgestellt. Sodann werden Ergebnisse der DNA-Genealogie untersucht, die trotz gleicher DNA unterschiedliche Ergebnisse liefern. Folgend steht Ungarn im Fokus eines Aufsatzes, der umfangreiche Möglichkeiten zur Forschung im Vielvölkerstaat nahebringt. Danach schließt sich ein Bericht über das Wirken der Résistance in Frankreich vor 85 Jahren an. Der Einsatz von ChatGPT bei der Erstellung von Biographien wird im Anschluss beleuchtet. Dem folgen aktuelle Meldungen aus der Welt der Familienforschung, ehe sich der Schlussbericht der Digitalisierung genealogisch relevanter Dokumente (Fotos, Briefe, Dokumente) widmet. - Danke an den Herausgeber für ein wiederum sehr aufschluss- und abwechslungsreiches neues Heft „Computer-Genealogie“, deren nächste Ausgabe sich Ende März 2026 dem 250. Jahrestag der Gründung der USA aus historischer und genealogischer Sicht annimmt.


Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt Band 34

Dienstag, 13. Januar 2026

Heute noch einmal ein Hinweis auf eine interessante neue Veröffentlichung. Seit Ende vergangenen Jahres liegt nämlich die über 400 Seiten starke, aktuelle Ausgabe Nr. 34 der Zeitschrift „Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt“ vor und bringt dank 14 beteiligter Autoren einen erneut repräsentativen Querschnitt aus der Welt der historischen Wehr- und Repräsentationsbauten unseres Nachbarbundeslandes (unser Bild). Aus unserer Sicht regionalen Bezug beinhalteten Artikel über Burg Falkenstein im Harz, Schloss Mansfeld und Freyburg an der Unstrut. - Nachstehende Aufsätze wurden im neuen Jahrbuch publiziert: Norbert Oelsner: Meißen oder Dresden - Brandenburg oder Berlin/Cölln? Betrachtungen zur mittelalterlichen Herrschaftspraxis und fürstlichen Residenzbildung in benachbarten Territorien im Nordosten des Reiches (928/29 bis 1485/86) / Andrei Zahn: Neues zu den Burgen auf dem Hausberg bei Jena - Teil 2: Die Burg Kirchberg - Königspfalz und Burggrafenburg? / Reinhard Schmitt: Burg Falkenstein (Harz) - Eine spätgotische Küche und eine Schildmauer aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Ein Nachtrag / Lutz Scherf: Bauhistorische Dokumentation im Schloss Droyßig / Torsten Lieberenz: Neue Befunde am Torzwinger des Eckstädter Tors in Freyburg / Markus Cottin: Der Herrensitz Teuditz - Neue Erkenntnisse aus schriftlichen Quellen / Gerhard Richwien: Mit Schanzzeug gegen Luthers Lehr - Kardinal Albrechts Wallanlage zur Bedeckung der Moritzburg. Ein frühneuzeitliches Bodendenkmal auf dem Gelände der Nationalen Akademie der Wissenschaften LEOPOLDINA in Halle/S. / Lucas Wölbing: Bedroht - besetzt - gemieden? Burgen und Schlösser im heutigen Sachsen-Anhalt während des Bauernkrieges 1525 / Dirk Höhne und Andreas Stabl: Abgehört! Eine Gefängniszelle des 16. Jahrhunderts im Schloss Mansfeld-Mittelort / Manfred Linck: Die Artillerierüstungen der Grafen von Mansfeld am Ende des Mittelalters und zu Beginn der frühen Neuzeit / Bernd Voigt: Schloss Mansfeld und die komplizierte Eigentumsfrage nach 1945 / Hubert Schmoranzer: Zehn Jahre „Burgwerbener Geschichtskonferenz“ / Tätigkeitsbericht der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e. V. für das Jahr 2024. - Die bereits langjährige Periodika „Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt“ wird von der Landesgruppe Sachsen-Anhalt der Deutschen Burgenvereinigung e.V. herausgegeben und richtet sich an gleichermaßen an Fachleute und Laien. Bestellungen des neuen Jahrbuches können über den Buchhandel vorgenommen werden.


750 Jahre Questenberg

Dienstag, 6. Januar 2026

Verbunden mit den besten Wünschen zum neuen Jahr folgt sogleich der erste Hinweis auf eine interessante Buchveröffentlichung von Ende 2025. Masse: 2,4 Kilogramm, Format: A4, Umfang: 588 Seiten, Illustrationen: hunderte Fotos aus drei Jahrhunderten - bei solchen Superlativen von Äußerlichkeiten bzw. Attributen fragt man sich ungewollt, was die Buchautoren eigentlich noch nicht historisch untersucht und beleuchtet haben? Es sind schon noch Themen übriggeblieben, deren sich künftige Forscher annehmen können, doch haben Hauptautor und Herausgeber Heinz Noack aus Bennungen sowie sieben weitere Verfasser mit dem soeben erschienenen Werk „750 Jahre Questenberg - Ein Heimatbuch“ (unser Bild) aktuell sehr hohe Maßstäbe in der Heimatgeschichtsforschung der Goldenen Aue und des Südharzes gesetzt. - In 25 Artikeln werden aus Anlass der Ersterwähnung im Jahr 1275 Erdkunde, Natur, Dorfgeschichte, Volkskunde, Genealogie und Denkmale von Questenberg vorgestellt und inhaltlich oft erschöpfend beschrieben, wobei jeder Artikel reich bebildert ist und mit jeweils umfangreichen Quellenverzeichnissen versehen wurde. Im Fokus der Autoren stehen neben geologischen Besonderheiten und Höhlen auch der historische Bergbau, dann die mittelalterliche Burg, die überwiegend denkmalgeschützten Fachwerkhäuser im Dorf, der Roland als mittelalterliches Rechtssymbol und natürlich die allseits bekannte Queste mit vorgeschichtlicher Wallburg bzw. das namengebende Questenfest alljährlich an Pfingsten. Personengeschichtlich ist Carl Krone aus Questenberg beschrieben worden, der später als Stammvater des „Zirkus Krone“ in die Geschichte einging. Im Kontext mit dem Questenfest ist zudem Hahns Hahne (1875-1935) in Wort und Bild erwähnt - Gründer und Leiter der Landesanstalt für Volksheitskunde in Halle/S., der als Kind in Artern zur Schule ging, derweil dessen Vater Direktor der Arterner Zuckerfabrik war. - Im Einzelnen auf die reichhaltigen Themen des Maßstäbe setzenden Buches einzugehen, kann hier nicht ansatzweise vorgenommen werden, auch nicht auf die oft großflächigen historischen wie aktuellen Fotos und Faksimiles. Deshalb an dieser Stelle die uneingeschränkte Kaufempfehlung an Freunde der Geschichte des Südharzes. „750 Jahre Questenberg“ ist erschienen als Band 6 der Heimatkundlichen Schriftenreihe für das Gebiet des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz und kostet 53,00 Euro.


Kirche Schönfeld

Dienstag, 23. Dezember 2025

Verbunden mit einer historischen Winteransicht der Kirche St. Kilian, der alten Holzbrücke und der Unstrut im Ortsteil Schönfeld übermitteln wir Vereinsmitgliedern, Freunden und Homepage-Besuchern herzliche Grüße zum Weihnachtsfest und die besten Wünsche für das neue Jahr. Zugleich wird für gute Zusammenarbeit im alten Jahr sowie diverse Hilfen herzlich gedankt. - Die aktuellen Meldungen machen über den Jahreswechsel Pause und werden ab 6. Januar 2026 erneut einmal wöchentlich aufgenommen, wie gehabt mit vielfältigen Informationen aus der Stadtgeschichts- und Regionalforschung, über Buchneuerscheinungen zur Heimatkunde sowie zu Denkmalschutz und Genealogie.


Band 9 Schifffahrt

Dienstag, 16. Dezember 2025

Unter dem Titel „Kanal-Wünsche am Vorabend des 1. Weltkrieges (Entwicklungen und Projekte von 1906 bis 1914) erschien kürzlich Band 9 der regionalhistorischen Reihe „Die Schifffahrt auf der oberen Saale und Unstrut“ (unser Bild) aus der Feder von Michael Eile, publiziert im Ringelberg-Verlag Erfurt. Im Fokus des Buches steht diesmal die Darstellung der einstigen Bemühungen um den Anschluss der hiesigen Wasserstraßen an den Mittellandkanal und wie die Stadt Nebra in diesem Kontext involviert war. - In der inhaltlichen Vorschau des neuen Bandes schreibt der Verfasser: „Im Jahr 1906 wurde bei Bergeshövede in Nordrhein-Westfalen der Bau des Mittellandkanals begonnen und gleichzeitig der Anschluss dieser neuen, gigantischen Wasserstraße an den Dortmund-Ems-Kanal hergestellt. Die Planung sah vor, dass der Mittellandkanal Deutschland von Westen nach Osten über Minden, Hannover, Peine weiter bis zur Elbe, Havel, Spree und Oder durchqueren sollte. Die Industriezentren entlang dieses neuen Großschifffahrtsweges würden damit einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil erlangen, denn die Schiffstransporte, insbesondere von Massengütern, kosteten auf leistungsfähigen Binnenwasserstraßen erheblich weniger als das, was die Eisenbahn verlangte. So war es kein Wunder, dass sich sofort nach Baubeginn auch abseits davon liegende, prosperierende Regionen lautstark zu Wort meldeten, um ebenfalls einen Zugang zu Großwasserstraßen zu erhalten und nicht massiv ins Hintertreffen zu gelangen. Auch die mitteldeutsche Industrie in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen nahm sich davon nicht aus. Die einzige hier vorhandene Wasserstraße Obere-Saale-Unstrut, die von Bretleben (Unstrut) bis Halle (Saale) reichte, konnte bisher nur von Kähnen mit dem Unstrut-Maß, also mit Fahrzeugen von maximal 180 to Tragfähigkeit befahren werden, sie entsprach hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit also längst nicht mehr den Anforderungen einer modernen, rentablen Binnenschifffahrt. Die Großunternehmer entlang der oberen Saale und Unstrut waren jetzt im Zugzwang. Um den Wettbewerbsnachteil der fehlenden Großwasserstraße zu beseitigen, begann daher 1906 der Kampf der mitteldeutschen Industrie um den Anschluss an den Mittellandkanal. […] Es ist dies ein Bericht vom Niedergang der einstmals berühmten Nebraer Sandsteinbrüche und der damit eng verbundenen Güterschifffahrt, aber auch die Geschichte von den Hoffnungen, welche der Baubeginn des neuen Mittellandkanals für die Schifffahrt auf der oberen Saale und Unstrut auslöste.“ - Das neue Werk „Kanal-Wünsche am Vorabend des 1. Weltkrieges (Entwicklungen und Projekte von 1906 bis 1914)“ von Michael Eile umfasst 258 Seiten mit 138 Abbildungen sowie Faksimiles historischer Dokumente.


Reinsdorfer Kirche

Dienstag, 9. Dezember 2025

Als freundliche Überlassung kam diesen Herbst eine Kopie der Abhandlung „Bilder aus der Reinsdorfischen Vergangenheit bis 1900“ aus der Feder von Gustav Krieger, der von 1902 bis 1932 dort Pfarrer war, zum Heimatverein ARATORA. Auf 107 Seiten gibt der Autor in der maschinenschriftlich verfassten Chronik sein Wissen über die Vergangenheit der Gemeinde Reinsdorf preis - eine äußerst abwechslungsreiche Darstellung der Historie unseres Nachbardorfes während der vergangenen zwei Jahrtausende. Beginnend mit der germanischen Zeit und dem Thüringer Reich wird sich sukzessive der jüngeren Reinsdorfer Ortsgeschichte angenähert, um dann detailliert zahlreiche Aspekte des Dorflebens zu beleuchten. - Dabei ist feststellbar, dass der Verfasser ein Gottesmann war, denn immer wieder werden das geistliche Leben und dessen Vertreter in Reinsdorf angesprochen. Das schadet dem Gesamtinhalt des Werkes aber in keinster Weise, vielmehr sind hierdurch zahlreiche Abgleiche mit anderen biografischen Abhandlungen, z. B. zur Geschichte von Pfarrern und Pfarrerfamilien, möglich. Eindrucksvoll ist auch die vorgelegte Liste der einstigen Geistlichen in Reinsdorf. - Gleichfalls umfangreichen Raum nehmen kriegerische Ereignisse ein, weiterhin viele familiengeschichtliche Informationen und Geschichten aus dem dörflichen Leben. - Trotz der Datenfülle im Manuskript wurden bislang keine gravierenden Fehler festgestellt, was sehr für die Zuverlässigkeit des Autors spricht. - Mit Gustav Kriegers Chronik von 1900, der DDR-zeitlichen Chronik von Gisela Rudolf und der „Beiträge zur Geschichte von Reinsdorf bei Artern“ (2009) unseres verstorbenen Vereinsmitgliedes Prof. Friedrich Schneppe hat die Gemeinde Reinsdorf fundierte historische Grundlagen zu weiteren Forschungen zur Dorfgeschichte. Um die Übersichtlichkeit von Kriegers Chronik zu forcieren, wurde zudem damit begonnen, anhand der auf den Einzelseiten behandelten Themen eine Übersicht begonnen, die als Register helfen soll, schneller Ereignisse, Personen usw. zu finden. - Unser Bild zeigt die Kirche St. Peter und Paul, dem Wirkungsort des Verfassers Gustav Krieger.


Historisches Oldisleben

Dienstag, 2. Dezember 2025

Dass der Besuch eines Weihnachtsmarktes eben nicht nur lukullische Nachfragen, Sehnsucht nach Adventsfrieden und Feiertagsatmosphäre befriedigen sollte, sondern auch wichtige heimatkundliche Aspekte umfassen kann, hat der Markt in Oldisleben am vergangenen Wochenende bewiesen. Unter den zahlreichen Besuchern auf dem Schulplatz fand sich auch der Ortschronist der Gemeinde Oldisleben ein und suchte das Gespräch mit dem ARATORA-Vorsitzenden. Eher nebenbei erwähnte er, dass soeben eine ortsgeschichtliche Veröffentlichung erschienen sei und auf dem Markt angeboten würde: „Historisches Oldisleben - Geschichten und Bilder einer thüringischen Gemeinde“ (unser Bild). Der Zusatz „Band 1“ ist zwar etwas hoch gegriffen, weil die Bezeichnung „Heft“ dem Umfang mit 44 Seiten eher gerecht geworden wäre, doch inhaltlich erwartet dafür den Leser ein buntes und abwechslungsreiches Querbeet aus der Vergangenheit des großen Dorfes an der Unstrut. Zahlreiche historische Illustrationen und Faksimiles unterstreichen die einstige Bedeutung des Ortes, zu Zeiten des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenachs aber auchdavor und danach. Gezeigt werden zahlreiche Gebäude und Grundstücke im Dorf (oft in Gegenüberstellung damals und heute), Kirche, Zuckerfabrik, Mühle, Brücken sowie Altbergbau nahe des Dorfes, ebenso bedeutende Persönlichkeiten aus Oldisleben. - Ein schönes Erstlingswerk mit Ausflügen in Historie, Familienforschung und Volkskunde haben die Autoren Steffen Beil und Michael Grimmer mit Hilfe vieler Einheimischer und offenbar viel Aufwand im Vorfeld der Publikation zustande gebracht haben. Bei den hoffentlich zu erwartenden Fortsetzungen sollten aber unbedingt der Schriftgrad des Begleittextes vergrößert bzw. die Fotos in jeweils großzügigeren Abmessungen reproduziert werden. Bei den hoffentlich zu erwartenden Fortsetzungen sollten aber unbedingt der Schriftgrad des Begleittextes vergrößert bzw. die Fotos in jeweils großzügigeren Abmessungen reproduziert werden. Dann werden Lesbarkeit und besser sichtbare Details auf den Fotos den Informationsgehalt noch spürbarer erhöhen.


Saale-Unstrut-Elster-Jahrbuch 2026

Dienstag, 25. November 2025

Im Vorfeld der Veröffentlichung des aktuellen Saale-Unstrut-Elster-Jahrbuches 2026 hat der herausgebende Saale-Unstrut-Verein für Kulturgeschichte und Naturkunde e.V. den Inhalt der 31. Ausgabe des Jahrbuches bekanntgegeben. Demnach wird sich das im Dezember 2025 erscheinende Buch erneut ausgewählten Aspekten aus Vergangenheit, Gegenwart und Natur der Saale-Unstrut-Elster-Region widmen. Der renommierte Mitteldeutsche Verlag, in dem das Werk publiziert wird, bewirbt die bevorstehende Neuerscheinung wie folgt: „Auch dem zweiten Jahrgang des Jahrbuchs unter dem erweiterten Namen Saale-Unstrut-Elster gelingt ein aufgefächertes Themenspektrum zur Geschichte und Naturkunde der südlichen Region von Sachsen-Anhalt. Naumburg setzt in diesem Jahr einen biografischen Schwerpunkt mit Beiträgen zu Carl Peter Lepsius (1775-1853) - dem Nestor der sachsen-anhaltischen Landesgeschichte -, Ernestine/Ernestina Mack/Schultze-Naumburg/Orlandini (1869-1965) - Künstlerin und Ehefrau des Architekten Paul Schultze-Naumburg - sowie Dorothea Buck (1917-2019) - Naumburgerin, Opfer des NS-Regimes, Künstlerin und Mitbegründerin des psychiatrischen Trialogs. Weitere Beiträge befassen sich mit der schulischen Sexualaufklärung im frühen 20. Jahrhundert sowie der Etablierung des Schulsports, der Geschichte der Naumburger Othmarskirche, der Identität der Uta von Naumburg und dem 120jährigen Jubiläum der u.a. von Max Klinger in Florenz begründeten Villa Romana. - Zeitz ist mit einem Beitrag zu den aktuellen Grabungsbefunden auf dem Gelände des ehemaligen Benediktinerklosters Bosau vertreten, während ein Artikel zum Erholungspark Mondsee bei Hohenmölsen Einblicke in die Wandlungsfähigkeit einer traditionsreichen Braunkohle-Bergbaulandschaft vermittelt. - Das besondere Kunstwerk ist im aktuellen Jahrbuch der sogenannte Kistritzer Altar im Naumburger Domschatz, an dem kürzlich eine umfassende kunsttechnologische Untersuchung vorgenommen wurde. Der Beitrag zur Naturkunde widmet sich dem seltenen Hirschkäfer und seinem Vorkommen in den Wäldern bei Goseck.“ – Das neue Saale-Unstrut-Elster-Jahrbuches 2026 umfasst 128 Seiten und ist mit Farb- sowie Schwarzweißfotos illustriert. Die Bestellnummer des Buchhandels lautet ISBN 978-3-68948-104-9.