Artern

Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)

Artern 1924

Dienstag, 19. Juni 2012

Die Idee eines interessierten Arterner Bürgers aufgreifend, unser neues Buch „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert“ – trotzdem dieses nunmehr ein Vierteljahr später als avisiert erscheint – vorab in einem Vortrag vorzustellen, wurde gern aufgegriffen. Aufgrund der Fülle und Einmaligkeit der bislang vorliegenden Fotos wird nunmehr, neben der redaktionellen Arbeit, ein Bildervortrag vorbereitet, der einen Großteil der in genanntem Buch zur Veröffentlichung angedachten ca. 250 bis 300 Bilder zeigen wird. Der Textteil über Handwerker und Gewerbetreibende zwischen 1800 und 1900 aus der Feder des Arterner Stadtältesten Otto Wagner wird allerdings lediglich gestreift werden können, denn diese interessante stadt- und familiengeschichtliche Chronik muss sich schon jeder selbst erlesen. – Allerdings wird der Vortrag erst nach der Urlaubzeit, also voraussichtlich im September, gehalten. Einladungen und Terminhinweise in der Presse erfolgen rechtzeitig. Unsere Veranstaltung soll auch dazu dienen, weitere Informationen zu erhalten, die ins das Werk einfließen könnten, als auch kurzfristig weitere alte Bilder leihweise zu erlangen, die das Buch bereichern sollen.Also, helfen Sie mit und kramen Sie mal wieder in alten Unterlagen und Fotoalben! – Unser Bild zeigt einen Kupferpressendruck aus dem Jahr 1924 mit Ansicht unserer Stadt Artern vom Weinberg.


Familie Fister

Freitag, 15. Juni 2012

Interessante Gesprächspartner aus Bayern und Nordrhein-Westfalen fanden in der vergangenen Woche den Weg zurück in die alte Heimat und zu Gesprächen beim Heimatverein ARATORA. Trotz ihrer heute weit entfernt liegenden Wohnsitze beschäftigen sich Ingo Tietz und Dr. Axel Römer mit lokaler und regionaler Familien- bzw. Heimat- und Ortsgeschichtsforschung. Ingo Tietz aus dem Kreis Altötting stammt aus Bretleben und interessiert sich besonders für historische Aspekte seines Heimatdorfes, so wasserbauliche Anlagen der Unstrut, Eisenbahnverkehr sowie allgemeine Ortsgeschichte. Ihm konnte mit etlichen Unterlagen (Texte, Bilder, Zeitungen und Karten) aus dem Fundus des Heimatvereins ARATORA geholfen werden. Im Gegenzug blieben aus seiner Sammlung sehr attraktive alte Bilder, u. a. des Unstrutwehres bei Bretleben, in Artern. Für unser 2013 avisiertes Buch „Die Unstrut und ihre Geschichte(n)“ wird Ingo Tietz noch weiteres historisches Material zu Verfügung stellen. – Vereinsmitglied Dr. Axel Römer aus Pulheim im Rheinland ist alter Arterner und nach wie vor seiner Heimatstadt und unserer Region eng verbunden – besonders in genealogischer Hinsicht. Seine Leidenschaft gilt der Erforschung der eigenen Familie in Artern und Umgebung sowie der Geistlichen in Artern seit der Reformation. Nach ausgiebigen und höchst informativen Gesprächen über neu erschlossene Quellen zur Heimatgeschichtsforschung überließ Dr. Römer auch Fotos für unser nächstes Buch, so eine alte Abbildung der Arterner Schmiede-Familie Fister aus der Schlossstraße (unser Bild), Foto des Brunnens am Solebach sowie einen historischer Schnappschuss von Kaufmann Fritz Brambach. – Auch unser langjähriges Vereinsmitglied Ringo Staudt aus Reinsdorf, heute in Annaberg-Buchholz wohnhaft und vielen bekannt als regionaler Notgeldsammler und -forscher, steuerte während eines persönlichen Besuches am gestrigen Tag aus seiner umfangreichen und hochattraktiven Postkartensammlung mit Arterner Motiven sechs Belege bei, die am Jahresende im neuen Chronikbuch veröffentlicht werden: Lithographie mit Mehrbildansichten, Gaststätte zum Goldenen Anker, Leipziger Straße und Bismarckplatz, Lindenstraße mit Wohnhaus von 1912, Mühlgrabenbrücke und Salzdamm sowie Baugeschäft Krause an Ecke Puschkin-/Weinbergstraße. All diese alten Ansichten wurden aus eher weniger gewohnten Perspektiven fotografiert und sind daher sehr interessant.


Wilhelmine

Dienstag, 12. Juni 2012

Vom 21. bis 23. Mai weilten drei US-amerikanische Familienforscher in Artern, um erstmals ihre Ahnenstadt in Augenschein und Einblicke in Akten sowie die Kirchenbücher zu nehmen. Das sympathische Trio aus Pennsylvania hatte bereits gute Vorarbeit geleistet und die Genealogie seit Einwanderung ihre Ahnen aus Artern in den USA zu Papier genbracht und dabei sehr schöne Urkunden und historische Stücke gesammelt. Ein Konvolut dieser Akten erhielt der Heimatverein ARATORA als Geschenk. Anlässlich unseres Familiengeschichtlichen Abends Ende Mai wurde diese attraktive Mappe gezeigt und auch über den Besuch von Anne und Ken Wattman sowie Michael Daley aus Chadds Ford berichtet. – Für die Arterner Stadtgeschichte besonders interessant ist ein Foto von Wilhelmine Wächter (1819-1904), die mit ihren Eltern vermutlich 1831 von hier nach Amerika übersiedelte. Dieses Altersbildnis aus dem 1899 ist das bislang einzige bekannte Foto eines Arterner Amerika-Aussiedlers. Aufgrund dieses seltenen Umstandes wird eben diese Aufnahme von Wilhelmine Wächter (unser Bild) auch Eingang in unser nächstes Buch „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert“ finden, das im Advent erscheint. – Trotzdem immer noch etliche Details zur Emigration von Familie Wächter zu erforschen sind, waren unsere Gäste hochzufrieden und schrieben: „Our visit with you in Artern was the highlight of our trip”, d. h. „Unser Besuch mit Ihnen in Artern war der Höhepunkt unsere Reise“ (durch Deutschland). Besonders Pfarrer Klemens Niemann gilt dafür Dank: Er gewährte Einblick in die Kirchenbücher und hatte Ingeborg Bohne um Recherchen zur Arterner Auswandererfamilie Wächter gebeten. Im Anschluss des Besuches im Pfarrhaus wurde die Marienkirche visitiert, dort in Deutsch und Englisch gebetet sowie gemeinsam ein Lied gesungen! – Seitens des Heimatvereins nahmen die Gäste als Geschenke Bildbände mit historischen Abbildungen der Stadt Artern mit in die Staaten, verbunden mit dem Versprechen, auch künftig an deren Familiengeschichte „dranzubleiben“. Dazu wurden bereits weitere Kontakte in Artern sowie Städten und Pfarrämtern in Thüringen und Sachsen-Anhalt geknüpft.


Christian Waschau

Freitag, 8. Juni 2012

Ungeachtet des nunmehr verschobenen Veröffentlichungstermins gab es dieser Tage erneuten Zuwachs für unser nächstes Buch „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert“ von Otto Wagner. Diesmal bescherte uns Jens Waschau vom Heimat- und Schlossverein Roßla e. V. sehr interessante Bilder. Der Augenoptiker aus der Südharzgemeinde überließ folgende Dokumente aus seiner reichen Familienchronik zur Veröffentlichung: Christian Waschau (unser Bild) und dessen Sohn August Waschau, beide im 19. Jahrhundert zweitweise als Uhrmacher in Artern ansässig, weiterhin die Meisterurkunde für Erstgenannten aus dem Jahr 1860. Alle drei Bilder werden in der Buchrubrik „Uhrmacher“ publiziert und ergänzen fotografisch weitere alte Meister dieses Faches, z. B. Emil Ungewitter in der Wasserstraße. Hinzu kommt ein Foto einer Hochzeitstruhe aus dem Jahr 1808, in dem eine Arterner Braut einst ihre Aussteuer verwahrte. Auch Bilder der Eltern besagter Braut wurden uns aus Roßla zur Verfügung gestellt; es handelt sich um private Fotos der Arterner Landwirtfamilie Johann Gottfried Henze aus der Fräuleinstraße. – Als Dank für seine Mühen wurden Jens Waschau drei historische Abbildungen jener Häuser übermittelt, in denen dessen genannte Ahnen in Artern wohnten und arbeiteten. – Infolge Unterstützung durch Dr. Bernd Haunfelder in Münster kann in „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert“ – und damit erstmalig in der Heimatliteratur – ein Foto des Landtags- bzw. Reichstagsabgeordneten Hermann Jüngken (1816-1890) aus Reinsdorf publiziert werden, dem die Arterner den Aussichtsturm auf dem Weinberg verdanken. – Auch Gisela Malcomeß aus Artern half mit geschichtlichen Materialien für unseren neuen Band. Sie steuerte freundlicherweise zahlreiche Zeitungsausschnitte sowie originale Arterner Kleindokumente bei. – Nicht zuletzt halfen Heinz Kubatz (Heimatfreunde Wiehe) und Hans Sommerburg (Heimatverein Roßleben) mit Bildmaterial aus der heimischen Postkutschenzeit als freundliche Gabe für unseren nächsten Chronikband.


Bierkutscher August Schäfer

Dienstag, 5. Juni 2012

Trotzdem einige aktive Mitstreiter zum Familiengeschichtlichen Abend Ende letzter Woche leider verhindert waren, gestaltete sich diese jüngste Zusammenkunft zu einer mit fünfzehn Personen sehr gut besuchten und dabei echt interessanten, abwechslungsreichen Veranstaltung. An Genealogie und Heimatgeschichte Interessierte kamen aus Artern, Heldrungen, Voigtstedt, Sangerhausen und Leverkusen. Es erfolgte reger Information- und Datenaustausch. So brachte Monika Heise aus Artern Material mit, das genealogisch als auch heimatgeschichtlich gut verwertbar ist, darunter einige sehr schöne Fotos für unser nächstes Buch „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert“ (unser Bild zeigt Bierkutscher August Schäfer in der Brauerei Artern). Susanne Bärwinkel überraschte mit dem Bild eines Flugzeugabsturzes in den Kindergarten Magdalenenstraße während der 1930er Jahre. Aus Leverkusen stieß Familienforscher Ingo Brambach zu uns, der seit Jahren intensiv an der Genealogie der Familie Brambach in unserer Region forscht und Ende letzten Jahren das Ortsfamilienbuch für Schönfeld als hervorragende Quelle auch für andere Forscher im Internet veröffentlicht hat. Archivarin Charlotte Loeschmann gab Auskünfte über Quellen der Familienforschung in den historischen Unterlagen des Stadtarchivs Artern und brachte einen dicken Ordner mit sehr vielen privaten Fotos aus Arterner Vergangenheit mit. Einige unserer Mistreiter konnten sich wiederum über Unterlagen freuen, die seitens des Heimatvereins ARATORA als Gelegenheits- und Zufallsfunde gesammelt und nunmehr weitergegeben worden sind. Berichtet wurde zudem über den Besuch US-amerikanischer Familienforscher neulich in Artern, die jüngste Zeitschrift „Computer-Genealogie“ wurde präsentiert sowie neue als auch alte Quellen für Recherchen zur Ahnenkunde aufgetan. Manja Braunsdorf vom AC Germania machte auf einen neuen Schaukasten der Arterner Ringer am Marktplatz aufmerksam, wo derzeit historische Bilder zu sehen sind und unsere interessierten Mitbürger zwecks Identifizierung der dort Abgebildeten gebeten werden. Telefonisch kündigte unser Mitglied Dr. Mathias Deutsch aus Erfurt für 2013 einen genealogisch orientierten Vortrag mit Arterner Thema an.


Harz und Kyffhäuser

Freitag, 1. Juni 2012

Seit 1897 behandeln die Bände dieser Reihe geologisch, minderalogisch, paläontologisch und morphologisch interessante Regionen Deutschlands, wobei speziell ein Fachpublikum angesprochen wird, die Bücher aber auch für an der Geologie interessierte Laien wichtige Ratgeber sind. Als Band 104 der Sammlung geologischer Führer erschien vor nicht allzu langer Zeit im Verlag Borntraeger, Stuttgart das Taschenbuch „Harz, östlicher Teil mit Kyffhäuser Kristallin“ (2011, 327 Seiten, zahlreiche Abb., Preis 24,90 Euro). Ehe elf Exkursionsrouten durch Südharz, Ostharz und Kyffhäuser (inklusive Geotopverzeichnissen) angeboten werden, widmen sich die Verfasser in zwei Hauptüberschriften der Einführung in die Geologie des Ostharzes, danach der Einführung in das kristalline Grundgebirge des Kyffhäusers. – Im Klappentext des Buches, das auch für geologisch interessierte Heimatforscher unserer Region wichtig sein dürfte, geben die Autoren Hans-Joachim Franzke und Max Schwab eine Kurzdarstellung des Inhaltes: „Der Harz ist das geologisch vielfältigste und komplexeste deutsche Mittelgebirge und gleichzeitig ein beliebtes Tourismusziel. Er ist charakterisiert durch Tonschiefer, Grauwacken, Flysche und Granitplutone variszischen Alters. Anfangs geben die Autoren, die sich viele Jahre lang in Lehre und Forschung mit dem Harz auseinandergesetzt haben, eine straffe Einführung in die Geologie des Harzes und erläutern seine Entstehung. Sie vermittelt einen knappen aber modernen Überblick der Geologie des Ostharzes und des Kristallins des Kyffhäusers. Spezifische Gesteine und Strukturen werden im Exkursionsteil des Führers anhand von attraktiven, gut erreichbaren Aufschlüssen im Ostharz und im Kyffhäuser vorgestellt. Diese sind zu 11 räumlich eng begrenzten Exkursionsrouten zusammengefasst, die man mit dem Fahrzeug, zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden kann. Einige Exkursionen (Kyffhäuser, Bodetal, Wanderung um das Lossen-Denkmal) sind nur zu Fuß begehbar. Die Aufschlüsse zeigen anschaulich diestratigraphisch-fazielle und tektonische Entwicklung des variszischen Unterbaus, der auflagernden variszischen Molassen der Becken von Ilfeld, von Meisdorf und des Saaletrogs sowie des Deckgebirges an den Harzrändern. Weitere Schwerpunkte sind die Tektonik des Harznordrandes sowie stratiforme und strukturgebundene Lagerstätten (Geologie und Minerallagerstätten des Harzes) im Grund- und Deckgebirge. Zur Erleichterung der Vorbereitung von Exkursionen und der Handhabung im Gelände sind die Aufschlüsse der 11 Exkursionen durchnummeriert und mit einem Routenplan versehen. Die Aufschlusskoordinaten sind jeweils angegeben und Bezüge zu aufgestellten Schautafeln, Geotopen, geschichtlichen Ereignissen und zu weiteren Exkursionsführern werden hergestellt. Zahlreiche Skizzen und Fotos dienen dem besseren Verständnis der Aufschlüsse, ein umfangreiches Literaturverzeichnisses rundet den Band ab. Er ergänzt den bereits in 5. Auflage erschienen Führer für den westlichen Teil des Harzes in Richtung Osten. Der Exkursionsführer richtet sich an Geowissenschaftler und Studierende sowie an alle, die an der Geologie des Harzes interessiert sind.“


Ungewitter

Dienstag, 29. Mai 2012

Robert Emil Lemke (1913-1989), bundesrepublikanischer Fernsehmoderator alter Schule, verriet einmal: „Ich kenne eine Kollegin, die ihren Stammbaum zurückverfolgen kann bis zu jenen Ahnen, die noch auf ihm lebten.“ – So derart tief in die Vergangenheit gehen die Dokumente der Mitstreiter unserer Forschergruppen zwar nicht zurück, trotzdem überwiegt die Freude an Recherche und Forschung über die eigenen Ahnen, stets verbunden mit der Erwartung auf neue Kontakte sowie die Hoffnung auf Begeisterung bei Neueinsteigern. Besonders für diese bietet sich gute Gelegenheit dazu beim nächsten Familiengeschichtlichen Abend, der an diesem Donnerstag, 31. Mai 2012 um 18.30 Uhr im Vereinszimmer der Gaststätte Ratskeller stattfindet. Schwerpunkt soll diesmal die Mithilfe bei der Identifizierung historischer Bilder mit Motiven und Personen aus Artern und Umgebung sein. Für unsere aktiven Forscherfreunde wurden zudem bereits Unterlagen für deren Recherchen bereitgestellt. Wer selbst über seine Familiengeschichte forschen möchte, kann sich jederzeit beim Heimatverein ARATORA melden oder besser noch, an obigen Termin vorstellig werden. In diesem Sinne hoffen unsere rund zwölf Mitstreiter auf reges Interesse in Artern und Umgebung. – Unser Bild zeigt einen Ausschnitt aus dem Stammbaum des in Artern geborenen Lebensreformers, FKK-Pioniers und Schriftstellers Richard Ungewitter (1869-1958) in Stuttgart.


Freitag, 25. Mai 2012

In Sachen „back to roots“ waren Anfang dieser Woche Anne und Ken Wattmann sowie Bruder Mike Daley für knapp drei Tage in Artern auf den Spuren ihrer Ahnen unterwegs. Bereits im zeitigen Frühjahr hatten sich die Familienforscher aus Chadds Ford, Pennsylvania (westlich von Philadelphia in den USA) in Artern angekündigt, und der Heimatverein ARATORA bereitete ihre Ankunft vor (Hotel, Stadtarchiv, Kirchenarchiv, Stadtführung usw.). Vorher bereits wurde mit freundlicher Hilfe von Vorstandsmitglied Wolfgang Hecker die „Stamm-Mutter“ Wilhelmine Wächter und deren Vater aus Artern urkundlich ermittelt. Familie Wächter emigrierte vermutlich 1831, wie etliche andere Arterner später gleichfalls, in die USA aus. In den Staaten heiratete sie George Brosius und lebte mit ihm in Lancaster Co. PA, ehe sie 1848 nach Milwaukee übersiedelte. Währenddessen die Familiengeschichte in den USA gut dokumentiert ist (als Geschenk erhielt der Heimatverein ARATORA dazu eine große genealogische Sammlung), wurden nun alle Hoffnungen auf die Arterner Kirchenbücher und die Hilfe Pfarrer Klemens Niemanns (unser Bild) gesetzt – und Anne Wattman wurde nicht enttäuscht: Entdeckt wurden die Geschwister von Wilhelmine und deren Eltern. Anschließende Recherchen über das Pfarramt Artern sowie in anderen Kirchenbüchern werden folgen. Entsprechend groß war die Freude bei den amerikanischen Forschern. – Warum sich die Wattmans nicht bereits viel eher in Artern gemeldet haben, hat einen kuriosen Grund: Als Geburtsort von Wilhelmine Wächter war in den USA „Adern“ angegeben – ein Ort, den es bekanntlich hier nicht gibt. Denn aus „r“ und „t“ in „Artern“ wurde aufgrund eines Lesefehlers ein „d“ und somit aus „Artern“ die nicht existente Siedlung „Adern“. – Entgegen unbegründeter Bedenken betreffs sprachlicher Barrieren konnten den Gästen, die von Prag kommend über Berlin nach Artern fuhren, viele Details aus der Geschichte unserer Stadt berichtet und nicht wenige Häuser und Objekte gezeigt werden, die schon Familie Wächter vor ihrer Emigration in Augenschein hatte nehmen können. Trotzdem die Glanztage Arterns bekanntlich schon länger zurückliegen, hatten unsere sehr sympatischen Besucher an Geschichte und Gegenwart der Stadt hohes Interesse, zeigten trotz nicht mehr ganz jugendlichen Alters erstaunliche Mobilität und freuten sich, 18 Jahrzehnte nach Auswanderung ihrer Ahnen wieder in der alten Heimat weilen zu dürfen.


Dienstag, 22. Mai 2012

Unter dem Motto „Welt im Wandel – Museen im Wandel“ begingen vergangenen Sonntag Museen in Deutschland den diesjährigen Internationalen Museumstags. Grund genug für Interessierte an musealer Forschung und Wissenschaft , Altbewährtes wieder einmal in Augenschein zu nehmen oder noch Unbekanntes zu erkunden. Dies nahm auch der Heimatverein ARATORA zum Anlass, um die Freunde vom Sangerhäuser Geschichtsverein aufzusuchen, die zum Besuch des Spengler-Hauses als Außenstelle des Spengler-Museums eingeladen hatten. Im heutigen Museumshaus in der Hospitalstraße 56 hatte Heimatgeschichtsforscher Gustav Adolf Spengler (1869-1961) seine Tischlerwerkstatt sowie sein legendäres urgeschichtliches Privatmuseum. Die überreiche Ausstattung der Wohn- und Arbeitsräume spiegelt die historischen Interessen des Hausherrn auf sehr eigenwillige, faszinierende Art wider. Ursprünglich war sogar das Mammutskelett dort ausgestellt. Das Auge schafft es kaum, sich an den ungezählten Details stattzusehen, die der Heimatforscher Gustav Adolf Spengler (1869-1961) – ein Weggefährte unseres Arterner Forschers Ewald Engelhardt – entweder selbst geschaffen oder gesammelt und ausgestellt hat: aus Geologie, Paläontologie, Archäologie, Volkskunde, Handwerk, Zoologie, Büchersammlungen usw. Das Spengler-Haus hat immer am Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Unser Bild zeigt den Blick in die geologische Abteilung mit der Gesteinswelt des südlichen Unterharzes. – Zweite Station des Museumstages führte ins Heimatmuseum Kelbra, das sich in der Alten Pfarre von 1615/16 neben der Kirche St. Georgi befindet. In der Kirche selbst wurde ein altes Wappen der Familie von Haake entdeckt, deren Familienwappen bekanntlich 1929 zum Arterner Stadtwappen wurde. Das Heimatmuseum, das den ARATORA-Freunden noch nicht bekannt war, zeigt in nicht geahntem Umfang historische Objekte aus der Stadt- und Regionalgeschichte: Knopfmacherindustrie, Mineralien und Fossilien aus der Kyffhäuserregion, Feuerwehrgeschichte, Vorgeschichte u. a. Interessierte können das vorzügliche kleine Museum immer montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr besichtigen. Höhepunkt aber war die Führung durch die gewaltigen doppelstöckigen Kelleranlagen der Brauerei von Kupferschmied Eduard Joch aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Von weitreichender Bedeutung werden auch die am Museumstag zahlreich geführten Gespräche und geknüpften neuen Kontakte zur lokalen und regionalen Heimat- und Familiengeschichtsforschung in der Kyffhäuserregion sein.


Titelbild neue Chronik

Freitag 18. Mai 2012

Aufgrund unerwartet umfangreicher Zurverfügungstellung von historischem Bildmaterial aus Artern als auch infolge empfindlichen Zeitverlustes durch akute als auch chronische Krankheit ist der ursprünglich avisierte Termin der Veröffentlichung unseres neuen Buches „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert“ von Otto Wagner zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September 2012 leider nicht mehr haltbar. Das bereits von vielen Interessierten erwartete Buch wird nun ein Vierteljahr später erscheinen, erstmals zum Arterner Weihnachtsmarkt angeboten und ebendort vom Freitag 7. bis 9. Dezember 2012 verkauft. Ab Montag darauf ist das neue Geschichtswerk dann auch im „Guten Buch“ erwerbbar. Nach jetziger Sachlage wird „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert“ ein Buch mit sowohl hohem historischen Gehalt als auch außerordentlichem Schauwert, da von den rund 300 Abbildungen nicht wenige nur elten oder noch nie veröffentlicht worden sind. Im Sinne unserer treuen und interessierten Leserschaft wird auf jedem Fall erneut angestrebt, das Werk zu einem wiederum populären Preis anzubieten! – Unser Bild zeigte den Bauernhof Flitner in der Leipziger Straße kurz nach dem Jahr 1900. Dieses eindrucksvolle Foto wurde freundlicherweise von Wolfgang Hecker aus Artern vermittelt und ist als Titelbild des neuen großen Arterner Chronikbandes favorisiert.


Heimat Thüringen

Dienstag, 15. Mai 2012

Kürzlich erreicht uns aus Weimar die jüngste Ausgabe der Zeitschrift „Heimat Thüringen“ (4/2011) des Heimatbundes Thüringen e. V., die sich diesmal dem Schwerpunktthema „Kulturinitiativen im ländlichen Raum“ widmet. Über diese Edition notiert der Herausgeber: „Der ländliche Raum in Thüringen ist nicht nur reich an bedeutenden Denkmalen und historischen Kulturlandschaften. In vielen Dörfern und Kleinstädten hat sich in den letzten Jahren auch eine interessante neue Kulturszene entwickelt. Mit vergleichsweise wenig oder oft gänzlich ohne öffentliche Fördermittel finden Konzerte, Theaterabende und Kunstausstellungen statt – in Scheunen, Dorfkirchen, alten Fabriken. Völlig zu Unrecht stehen diese Aktivitäten im Schatten der großen Kultureinrichtung und „Events“ in Weimar, Erfurt oder Jena, sorgen sie doch ganz unspektakulär für ein breites, niederschwelliges und zugleich anspruchsvolles Kulturangebot in der Fläche. In einem speziellen Themenheft stellt der Heimatbund Thüringen einige dieser Initiativen vor, die ganz wesentlich den Reichtum der Thüringer Kulturlandschaft mit bestimmen. Dabei stehen neue Kulturinitiativen und nichtkommerzielle, weitgehend ehrenamtlich getragene Aktivitäten im Mittelpunkt. Der Heimatbund Thüringen möchte damit auch ein (kultur-)politisches Signal senden: In Zeiten defizitärer öffentlicher Haushalte und angesichts absehbarer schmerzhafter Einschnitte bei den „freiwilligen Leistungen“ wäre es fatal, wenn dieses wichtige zivilgesellschaftliche Engagement vor Ort „weggespart“ würde – ein ortsnahes Kulturangebot für viele Menschen, die von den Events der großen Orte nicht erreicht werden, ginge verloren. Damit würde gerade der ländliche Raum, der vielerorts mit Schule, Dorfladen, Poststelle, Pfarrer usw. ohnehin schon wichtige „Kulturträger“ verloren hat, weiter geschwächt. „Kultur als Lebensmittel“ – darauf möchten wir mit unserem Heft aufmerksam machen. Die Publikation ist das Ergebnis einer gleichnamigen Tagung, die am 23. Juni 2011 vom Heimatbund Thüringen gemeinsam mit der LEADER-Aktionsgruppe Saalfeld-Rudolstadt und der Stadt Rudolstadt organisiert wurde. Der Druck wurde aus Lottomitteln vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie unterstützt. Die Zeitschrift kann zum Preis von 5 Euro zzgl. Versand über die Geschäftsstelle des Heimatbundes Thüringen, Hinter dem Bahnhof 12, 99427 Weimar (Tel. 03643 / 777625, info@heimatbund-thueringen.de) bezogen werden.“ – Für das laufende Jahr sind für die Zeitschrift „Heimat Thüringen“ folgende Themenhefte angedacht: 1/2012 „Medienland Thüringen“ sowie 2/2012 „Tag des offenen Denkmals 2012“ (Thema "Holz"); der Heimatverein ARATORA wird auch über diese wichtigen Editionen zur Heimatkunde berichten.


Lüttich

Freitag, 11. Mai 2012

Weiteren interessanten und abwechslungsreichen Zuwachs konnte unser Vereinsarchiv in jüngster Zeit verzeichnen. So stiftete Erika Rüdiger aus Artern ein Gemälde mit dem Titel „Das Thüringische 4. Infanterie-Regiment Nr. 72 beim Sturm auf Maison Blanche vor Rezonville am 16. August 1870“ nach der Darstellung von Erich Mattschaß (1866-1946), gedruckt bei Albert Fritsch, Berlin, 1910. Das Bild wurde als Geschenk der alten Offiziere und Sanitätsoffiziere zum 50jährigen Jubiläum des Regimentes am 16. August 1910 in Torgau überreicht. Familiengeschichtliche Bezüge zu dieser Darstellung aus dem Deutsch-Französischen Krieg sollen bestehen, müssen indes noch recherchiert werden. – Kurz vor seinem langen geplanten Wohnsitzwechsel nach Norwegen überließ uns Dietrich Wiegand interessante Bücher zur Regional- und Landesgeschichte aus seiner Bibliothek. Bereits seit vielen Jahren verbindet den Verein eine herzliche Bekanntschaft und Zusammenarbeit mit dem Bauhistoriker aus Hemleben, der derzeit seine mehrteilige Denkmaltopographie des Kyffhäuserkreises, die voraussichtlich 2013 publiziert wird, abschließt. Neu in unserer Vereinssammlung sind nunmehr folgende Werke aus Dietrich Wiegands Bücherei: Residenzen im 19. Jahrhundert, Bibliographie zur thüringischen Kunstgeschichte 1973 bis 1993 sowie Hessen und Thüringen von den Anfängen bis zur Reformation. – Fünf historische Bilder sandte uns auch Christine Meiering aus Essen. Einmalige, weil private Fotos aus Arterner Vergangenheit, zeigen durchweg Motive aus der Altstadt mit Bebauung vor Abriss infolge der Errichtung der Neubaublocks in der oberen Ritterstraße, weiterhin Scheunen des Oberen Hofes mit vielen Leiterwagen und großem Misthaufen, nicht mehr existente Rückseitenbebauung des Guthauses Oberer Hof und Familie Gutsbesitzer Lüttich mit Kraftwagen im Jahr 1931 (unser Bild). – Nicht zuletzt war es Vereinsmitglied Dieter Schirrling aus Rudolstadt, der zum wiederholten Male historische Postkarten und Fotos zur Verfügung stellte, so aus Artern, Heldrungen, Oberheldrungen, Hauteroda, Gorsleben, Etzleben, Reinsdorf, Donndorf, Rossleben, Ritteburg, Kalbsrieth, Sangerhausen u. a. mehr.


Geschäft V. A. Engelhardt

Dienstag, 8. Mai 2012

Unser langjähriges Mitglied Eila Stedtler, Tochter von Heimatforscher Ewald Engelhardt, hat ihre Ankündigung von Ende März eingehalten und uns pünktlich zu Ostern sozusagen ein Überraschungs-Ei Nest gelegt. In einer Briefsendung aus ihrem Wohnort Dortmund kamen eine CD mit zahlreichen historischen Fotos aus Arterns Vergangenheit sowie diverse Ausdrucke mit Erläuterungen und Notizen zu diesen Abbildungen. Schon beim ersten Durchstöbern (infolge Krankheit war leider intensivere Recherche noch nicht möglich) kann resümiert werden: Sehr viele noch nie veröffentlichte Bildmotive, weil Einzelstücke aus privater Hand, und sehr oft thematisch passend für unserer nächstes Buch "Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert". Die restlichen Bilder, wie auch Fotospenden anderer Mitglieder und Freunde, müssen sich ggf. auf spätere Veröffentlichungen gedulden. Insgesamt können nach der großzügigen Unterstützung von Eila Stedtler u. a. folgende Motive festgestellt werden: Zahlreiche Aufnahmen von Mitgliedern der Familie Engelhardt, unter anderen das Geschäft von C. A. Engelhardt in der Leipziger Straße (unser Bild), Bilder der Arterner Familien Braune, Ungewitter und Fladrich, weiterhin Thieme, Keßler sowie Jacobs, Arterner Dokumente aus dem Ersten Weltkrieg (Nahrungsmittelkarten, Rezepte), zudem Stammbäume bzw. Generationenfolgen hiesiger Familien sowie persönliche Erinnerungen. Besonders die ältesten dieser Bilder, um 1850 datierend, sind äußert eindrucksvoll und werden unser nächstes Buch als einmalige Dokumente bereichern. Mit Eila Stedtlers Bildern ist es nun möglich, nicht wenigen, bislang nur namentlich bekannten, längst verblichenen Arternern für uns Heutige endlich ein Gesicht geben zu können.


Chronik Schaeffer

Freitag, 4. Mai 2012

Im Lauf der Zeit hat sich manche historische Rarität aus Artern und Umgebung beim Heimatverein ARATORA eingefunden und wurde ins Archiv aufgenommen. Ein weiteres Juwel konnte jüngst über ZVAB (Zentrales Verzeichnis antiquarischer Bücher) erworben werden: Die Mitte der 1980er Jahre in lediglich 50 Exemplaren veröffentlichte „Chronik des Ökonom und Bewohners Gottfried Schäffer senior zu Schönfeld, sehr kurze Beschreibung des Altertums hiesiger Lande oder Umgegend, geschrieben im Jahr 1835. [Und:] Die Mansfelder Chronik, in Verbindung mit dem Geschehen im thüringisch-sächsischen Raum, insbesondere der Goldenen Aue, niedergeschrieben bis 1842 mit einem Schlußwort von 1848“. – Während der andere Teil dieser Aufzeichnungen, die „Schönfelder Chronik oder kurze Beschreibung dieses Ortes und Umgebung durch den Einwohner und Oekonom Gottfried Schaeffer sen. im Jahre 1842“, schon seit längerem beim Verein vorliegt, ist obiger Titel seit Jahren unauffindbar gewesen. Lediglich durch ein Leihexemplar aus Wiehe hatte der Verein Kenntnis von dessen Existenz und Inhalt. Umso schöner, dass nunmehr beide Teile in Artern vereint sind. Die Auswertung der über 300 Seiten wird sicherlich einige Zeit dauern, erhofft wird jedoch die Beantwortung mancher bislang historisch eher unklarer Sachlage. – Nach Fotos, Vorwort, genealogischen Daten sowie rezenter Betrachtung des Chronikwerkes von Gottfried Schäffer sen. (1776-1852) beginnt die eigentliche historische Abhandlung mit 198 Seiten, die aus heutiger Sicht als landes- und regionalhistorisch bezeichnet werden könnten. Schwerpunkt der Betrachtungen ist das Mittelalter in der Harzregion und Thüringen, u. a. mit Beschreibungen hiesiger Burgen und Schlösser. Auf sich anschließenden mehr als 100 Seiten nimmt sich der Autor schließlich der Mansfelder Chronik von Cyriacus Spangenberg (1528-1604) an, deren Inhalt er mit Geschehnissen im thüringisch-sächsischen Raum verknüpft. Über Spangenberg hinaus schreibt Schäffer aber auch zu jüngeren geschichtlichen Terminen. Lokalgeschichtlich von besonderer Wichtigkeit ist z. B. seine Darstellung „Salzwerk im Arterschen Tal und über Artern“. – Interessenten können in beide Bücher gern Einsicht nehmen, jedoch ist Verleih aufgrund von Seltenheit und äußerst opulenter Verkaufspreise leider nicht möglich.


Jahrbuch

Dienstag, 1. Mai 2012

Noch einmal und hoffentlich letztmals in eigener Sache: Vielen herzlichen Dank für die zahlreichen Genesungswünsche aus Nah und Fern, die natürlich nicht alle beantwortet werden können. Danke auch an die Internisten, Kardiologen und die deutsche Pharmaindustrie, die erneut alle Register ihrer Kunst gezogen haben! Zusammenarbeit und Forschung gehen indes weiter, wenngleich in nächster Zeit nur mit „angezogener Handbremse“. Anfragen können also gern weiterhin gestellt werden, auch wenn’s nunmehr evtl. etwas länger mit der Beantwortung dauert. – Und nun zur neuesten Nachricht aus der regionalen Heimatforschung: Der Mitteldeutsche Verlag in Halle/S. veröffentlichte jüngst den Inhalt des neuesten Saale-Unstrut-Jahrbuches für Kulturgeschichte und Naturkunde der Saale-Unstrut-Region. Die Jahresreihe wird herausgegeben vom Saale-Unstrut-Verein für Kulturgeschichte und Naturkunde. Das aktuelle Buch umfasst 160 Seiten, ist illustriert und unter ISBN 978-3-89812-908-4 zum Preis 9,50 Euro zu bestellen. Zur Neuerscheinung äußert sich die Mitteldeutsche Verlag wie folgt auf dessen Homepage: „In der 17. Ausgabe des Jahrbuchs steht zunächst der Mainzer Dom, speziell der Stützenkomplex mit dem Atlanten, im Mittelpunkt der Betrachtung. Der Bezug zur Saale-Unstrut-Region ergibt sich aus dessen Schöpfer, dem sogenannten Naumburger Meister. Dessen Rezeptionsgeschichte wird anhand von Gästebüchern des Naumburger Doms nachgespürt. Naumburg selbst widmen sich mehrere Beiträge. So wird die Anbetungsgruppe der Naumburger Dreikönigskapelle betrachtet, die politische Funktion des „Uta-Kults“ im Nationalsozialismus analysiert und der Stadtbrand von 1532 behandelt. Gegenstand weitere Beiträge sind die Fragen, inwiefern Max Klinger das technische Mittel der Fotografie für die Veröffentlichung und Verbreitung seines Wirkens nutzte und warum die Entdeckung des Geheimnisses ewiger Jugend, welche in den 1920er Jahren – hervorgerufen durch den Wiener Physiologen Eugen Steinach – für Aufsehen sorgte, am Ende doch nur ein Mythos blieb. Beiträge zum Freyburger Friedrich-Ludwig-Jahn-Museum, welches das Leben und Wirken des „Turnvaters“ seit 1999 in einer Dauerausstellung präsentiert, und zu historischen Ansichten der Stadt Naumburg, deren Entstehung und Bedeutung runden die kulturgeschichtlichen Betrachtungen ab. Naturkundlich werden die Leser in die Welt der Insekten gezogen: Die Bedeutung des ersten Auftretens der Reblaus im mitteldeutschen Weinanbaugebiet vor 125 Jahren sowie der Wandel der Bekämpfungsmethoden geben genauso Anlass zu einem Aufsatz wie die Erforschung der zur Familie der Blatthornkäfer zählenden Eremiten im Burgenlandkreis. Dass der gelbe Frauenhandschuh durch illegales Abpflücken und Ausgraben zu einer stark gefährdeten Art in Sachsen-Anhalt wurde, ist Thema des Porträts „Wenn Schönheit zum Verhängnis wird“. – Das Titelbild der Ausgabe stammt schließlich aus dem Beitrag der Rubrik „Das besondere Kunstwerk“, der die Wandmalereien der Dorfkirche St. Lucia in Flemmingen vorstellt."