Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)
Donnerstag, 15. Dezember 2011
Besonders bergbauhistorisch Interessierte wird es freuen, dass noch vor dem Weihnachtsfest Heft 1 der Fortsetzungsreihe „Geschichte des Sangerhäuser Berg- und Hüttenwerkes von den Anfängen bis zur Neuzeit“ aus der Feder von Thilo Ziegler erscheinen wird. Auf 46 Seiten und versehen mit zahlreichen, teils noch nie veröffentlichten Abbildungen bietet der Autor darin eine Gesamtdarstellung zur heimischen Montangeschichte, wobei Einzelheiten in den bereits erschienenen bzw. noch zu veröffentlichenden Broschüren und Büchern aus dieser Reihe vorgestellt werden. Die aktuelle Neuerscheinung umfasst drei Abschnitte: Im ersten Teil wird der Gegenstand des Berg- und Hüttenbetriebes erläutert. Es sind dies keine wissenschaftlichen Erklärungen, sondern Ziegler führt die alten Erläuterungen zu Sanderzen, Schiefer und Dachbergen an. Der zweite Teil beinhaltet die Darstellung der Bestandteile des Gesamtwerkes (Abbau, Förderung und Verarbeitung), wobei sämtliche bisher ermittelte Schächte aufgeführt werden. Der abschließende Teil widmet sich der Betriebsgeschichte, d. h. alle Hefte der Betriebsgeschichte werden inhaltlich kurz vorgestellt. Im Anhang werden noch Bemerkungen zur Bergvogtei Thüringen getätigt sowie sämtliche bislang namentlich ermittelte Bergvögte genannt. – Die Reihe „Geschichte des Sangerhäuser Berg- und Hüttenwerkes von den Anfängen bis zur Neuzeit“ erscheint nicht in chronologischer Reihenfolge. Daher sind bereits Broschüren erschienen, die eine höhere Nummerierung aufweisen als das soeben publizierte Heft 1. Seine neueste Veröffentlichung als auch ältere aus der Fortsetzungsreihe sind beim Autor Thilo Ziegler (Sangerhausen, Bertolt-Brecht-Straße 11, Tel. 03464 / 344401) als auch im „Guten Buch“ Sangerhausen, Göpenstraße erhältlich (Verkaufspreis: 4,00 Euro).
Dienstag, 13. Dezember 2011
Das Weihnachtskonzert des Heimatvereins ARATORA findet am Donnerstag, 15. Dezember 2011 in der Veitskirche statt. Wir erwarten aus diesem Anlass Mitglieder des Neuen Ensembles Leipzig sowie als Gäste Ramona und Jens Thiele (Gesang und Keyboards). Infolge sehr hoher Nachfrage ist unser Konzert binnen kürzester Zeit bereits seit Ende Oktober restlos ausverkauft. Daher wird es auch keine Abendkasse geben! Herzlichen Dank an unsere treuen Musikfreunde für ihr erneutes Interesse! Jene, die dieses Jahr keine Karten mehr ergattern konnten, seien aufs nächste Mal in zwölf Monaten vertröstet. – Wie Ensembleleiter und Pianist Gernot Oertel vorab mitteilte, werden unter anderem Stücke von Händel, Vivaldi und Beethoven erklingen, gemischt mit stimmungsvoller Weihnachtsmusik in moderner Interpretation durch das Duo Thiele. Dieses stimmungsvolle Programm wurde bereits mehrfach im Leipziger Gewandhaus mit großem Erfolg ausgeführt. – Wie immer, werden in der Pause Getränke angeboten. Interessierte, die nach dem Konzert gern mit dem Ratskeller kommen möchten, werden um Nachricht gebeten.
Sonntag, 11. Dezember 2011
Einmal im Jahr werden die ehrenamtlichen Helfer des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie eingeladen, um sich über neueste Grabungs- und Forschungsergebnisse zu informieren. Am gestrigen Samstag kamen die Bodendenkmalpfleger des Gebietsreferates Nordthüringen zu einer solchen Tagung, die in Sömmerda stattfand, zusammen. Gebietsreferent Dr. Mario Küßner freute sich, dass rund siebzig Freizeitarchäologen aus den Kreisen Nordhausen, Sömmerda und Kyffhäuserkreis (u. a. aus Artern und Großfurra) den Weg ins altehrwürdige Volkshaus fanden, wo Vorträge, Gespräche und der Besuch einer Ausstellung auf dem Programm standen. Diesmal standen besonders ur- und frühgeschichtliche Funde im Mittelpunkt, die im Rahmen der Grabungen entlang der Autobahn A 71 in Nordthüringen gemacht worden sind, vor allem jene spektakulären Entdeckungen aus der Bronzezeit (großes Langhaus mit Bronzeschatz) und der Zeit des Thüringer Reiches (Reiter- und Pferdegräber) nahe Leubingen. Die oftmals bereits seit vielen Jahren in der Bodendenkmalpflege tätigen Damen und Herren lauschten sehr interessiert Vorträgen zu folgenden Themen: Ausgrabungen um Leubingen – Schnurkeramisches Gräberfeld bei Altenburg – Spätkaiserzeitliche Siedlung nahe Sömmerda – Frühgeschichtliche Funde der Grabung Dermsdorf – Hallstattzeitliche und mittelalterliche Funde bei Kleinwechsungen – Rekonstruktion thüringerzeitlicher Gewandungen durch den Freien Ritterbund Thüringen. – Zum Abschluss besichtigten die Teilnehmer die aktuelle Sonderausstellung "Im Schatten des Leubinger Hügels" im Dreyse-Haus, die einzigartige Einblicke in die Siedlungsgeschichte Nordthüringens während der Frühbronzezeit und des 6. Jahrhunderts gibt. Noch bis Mitte nächsten Monats werden im Historisch-Technischen Museum in Sömmerda hundert Objekte präsentiert, darunter rund 3.800 Jahre alte Bronzebeile, Teile eines urgeschichtlichen Gebäudes und 1.500 Jahre alte Reitergräber mit Lanzenspitzen, Stoßwaffen, Feuersteinen und Gefäßen. Die Funde wurden seit 1995 bei Arbeiten an der A71 um Sömmerda entdeckt. Nach der Ausstellung werden sie weiter wissenschaftlich untersucht. - Die zwar nicht allzu große, doch dafür hochinteressante regionale Sonderausstellung wird bis 15. Januar 2012 im Dreyse-Haus, Weißenseer Straße 15 gezeigt und ist dienstags und donnerstags von 9 bis 18 Uhr, freitags von 9 bis 16 sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet (Eintritt: ein Euro).
Freitag, 9. Dezember 2011
Auch das 1952 eröffnete Spengler-Museum in Sangerhausen wartet ab der Weihnachtszeit mit einer neuen Sonderausstellung auf und entführt – passend zur dunklen Jahreszeit – in die Geschichte unserer Wohnraumbeleuchtung. Von morgen Nachmittag an bis 29. Februar 2012 werden in einer Präsentation Petroleumlampen aus der kulturgeschichtlich bedeutsamen Sammlung von Diplom-Geophysiker Gerd Bonk gezeigt. Der Sangerhäuser hat die weltgrößte Sammlung von Lampen dieser Art aus der Zeit zwischen 1860 und 1920 und steht damit im Guinness-Buch der Rekorde! Nach eigener Aussage sammelt Gerd Bonk seit 15 Jahren zudem Bierkrüge und -etiketten, Streichholzschachteln, historische Frühstücksbrettchen mit Sinnsprüchen, Rauchverbots-Schilder in mehr als 30 Sprachen, Reserviert-Schilder aus Gaststätten, hölzerne Masken sowie Bilder von Politikern anderer Länder, darüber hinaus finden sich bei ihm fast 200 Mao-Tse-Tung-Abzeichen. Bonks Kunstgegenstände aus Ostafrika waren von 1986 bis 1993 in etwa zwanzig Museen zu bewundern. – Seine erste Petroleumlampe, hergestellt 1880, kaufte Gerd Bonk in der Altmark. Mittlerweile umfasst seine Petroleumlampen-Sammlung an die 400 Exemplare. – Neben der neuen Sonderausstellung ist ein Besuch des Spengler-Museums mit seinen großen Sammlungen von eiszeitlichen Fossilien, archäologischen Funden unserer Region sowie stadthistorischen Objekten immer einen Besuch wert und stets eine musische Bereicherung für den lokal- und regionalgeschichtlich Interessierten!
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Zwar stand Petrus‘ Barometer eher auf Herbst als auf Winter, trotzdem war der Arterner Weihnachtsmarkt im Schatten von Rathaus und altehrwürdiger Marienkirche vergangenes Wochenende mehr als gut besucht. Und spätestens nach dem zweiten Glühwein stellte sich dann doch Weihnachtstimmung ein, zumal Arterner Kinder, die Tanzband „Diamonds“, das Schalmeienorchester, die Partybuben oder einfach Weihnachtsmusik von der CD das benötigte musikalische Rahmenprogramm dazu lieferten. Sicherlich war der Markt mehr als überschaubar, hatte aber doch „Feeling“ und für den Heimatverein ARATORA, der gemeinsam mit dem Hospiz und dem Verein „Trampelpfad“ über drei Tage eine immerhin trockene Holzbude (unser Bild) bevölkerte, einigen Erfolg gebracht. Mehr als gedacht war unser jüngstes Buch, die Arterner Stadtchronik des 19. Jahrhunderts, als Weihnachtsgeschenk gefragt und auch der erbetene Rücklauf an Zusagen zur Unterstützung mit historischen Bildern für unser nächstes Buch bewegte sich in erfreulichen Bahnen. Etliche Arterner werden in der nächsten Zeit dafür ihre Abbildungen bringen, u. a. Fa. Neisen in der Wasserstraße, Tierarzt Friedrich Hulbe in der Harzstraße, Modehaus Dieskau in der Leipziger Straße, Ölmühle in der Querfurter Straße. Auch in Sachen Familienforschung wurden wieder sehr ergiebige Gespräche geführt, Daten ausgetauscht und Hilfe zugesagt. Sogar Spenden zugunsten unserer Vereinskasse konnten gesammelt werden. Schön, dass sich unsere Arterner so für die Stadt und ihre Geschichte interessieren! Gern sind wir auch nächstes Jahr wieder zum Weihnachtsmarkt mit dabei!
Montag, 5. Dezember 2012
Heimatfreund Winfried Holzlehner aus der Barlach-Stadt Güstrow kümmert sich von Mecklenburg-Vorpommern aus um die Geschichte seiner langjährigen Heimatgemeinde Oberröblingen/Helme. Wir stellten auf unserer Homepage bereits sein Oberröblinger Jahrbüchlein 2011 als Fortsetzung jenes von 2010 vor. Eine neue heimatkundliche Schrift über unseren Nachbarort ist für kommendes Frühjahr geplant und soll am 13. April 2012 präsentiert werden. Einen Tag später wird in Oberröblingen eine Ausstellung über den 1924 geborenen Kunstmaler Otto Mandler in Gegenwart seiner Frau und seiner Sohnes präsentiert. Die Schau soll vom Sangerhäuser Oberbürgermeister Ralf Poschmann eröffnet werden, die Festrede hält Götz Schneegaß, langjähriger Direktor der Kreismusikschule in Sangerhausen. Gesucht werden für diese Exposition noch Bilder des Malers. Dazu Winfried Holzlehner: „Da Otto Mandler lange in Artern gearbeitet hat, er hat dort die Kinoplakate gemalt, könnte es sein, dass sich dort Bilder von ihm befinden.“ Nach dem Weltkrieg fand Otto Mandler Arbeit bei der Handelsorganisation (HO) in Sangerhausen als Werbemaler. Von 1947-1949 absolvierte er als Student ein Studium an der Meisterschule für Handwerk und angewandte Kunst in Weimar. Danach war er 35 Jahre im VEB Kreislichtspielbetrieb Artern als Werbemaler tätig. Otto Mandler ist an Demenz erkrankt. Er lebt jetzt in einer Klinik in Halle. – Gern möchte der Heimatverein ARATORA den Heimatfreunden aus Oberröblingen behilflich sein und leitet deren Gesuch an unsere Besucher, Mitglieder und Freunde weiter, verbunden mit der Bitte um Meldung, wenn Gemälde, Zeichnungen oder Kinoplakate von Otto Mandler in Artern bekannt oder vorhanden sein sollten. - Unser Bild zeigt eine Probe von Mandlers Kunst: Zeichnung der Riethgasse in seinem Heimatort Oberröblingen.
Samstag, 3. Dezember 2011
Dem aufmerksamen Zeitgenossen ist es nicht entgangen: Die Gebäudes des Kindergartens in der Magdalenenstraße erstrahlen in neuem Glanz. In Gelb und lichtem Grün präsentieren sich die Baulichkeiten entlang der Puschkinstraße bzw. im Hofbereich der Einrichtung und bilden einen markanten optimistischen Kontrast zum bisherigen DDR-Grau der Außenfassaden. Nachdem bereits zuvor Ober- und Dachgeschoss umgebaut sowie neues Mobiliar angeliefert worden waren wurden nunmehr weitere Mittel aus dem Konjunkturpaket des Bundes für die Außensanierung genutzt. Eine der am längsten in Artern in Nutzung befindlichen Institutionen bietet jetzt Kindern und Erzieherinnen ein angenehmes und zeitgemäßes Umfeld. – Am 24. Juli 1865 eröffnete in Artern ein erster Kindergarten, zunächst in den Räumlichkeiten des Bürgergartens an der ehemaligen Dorfpfütze, dem späteren Bismarckplatz, so die Meldung des „Anzeigers für Artern und Umgebung“ vom 22. Juli 1865. Kinder ab dem dritten Lebensjahr bis ins noch nicht schulpflichtige Alter wurden damals aufgenommen, zudem konnte „für diejenigen Kinder, deren Eltern in vermögenden Verhältnissen leben, eine mässige Abgabe“ erhoben werden. „Die Kinder müssen an jedem Morgen gehörig gereinigt und mit den nöthigen Nahrungsmitteln für den ganzen Tag versehen, von den Angehörigen nach der Anstalt gebracht, der Kinderwärterin übergeben und Abends wieder abgeholt werden.“ Bis heute beherbergt der aufgrund einer großzügigen Stiftung der am 29. Mai 1861 verstorbenen Magdalene Romeiss ins Leben gerufene Kindergarten, später in der nach der Mäzenin benannten Magdalenenstraße ansässig, Mädchen und Jungen im Kleinkind- und Vorschulalter. – Seit Anfang September 2010 wurde das Hauptgebäude unseres seit nunmehr 146 Jahren bestehenden Kindergartens, heute in Trägerschaft des Diakonieverbundes Kyffhäuser GmbH in Bad Frankenhausen, umgebaut und erneuert. Nachkommen der Stifterin unterstützen die Einrichtung noch heute!
Donnerstag, 1. Dezember 2011
Auf Bitte der Stadtverwaltung wird der Heimatverein ARATORA vom 2. bis 4. Dezember 2011 auf dem Arterner Weihnachtsmarkt Stellung beziehen (unser Bild: Markt 2010) und gemeinsam mit Hospiz und dem Verein „Trampelpfad“ jeweils von 15 bis 18 Uhr in einer Blockhütte am Rathaus präsent sein. Angeboten werden dort die letzten Exemplare unserer sehr erfolgreichen Stadtchronik „Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben seit Anfang 1800“. Zudem werden gern bereits Bilder für den nächsten Reprintband entgegengenommen, der im Sommer 2012 erscheinen soll. Wir hatten aufgerufen, dieses Buch mit historischen Bildern des Alltags- und Arbeitslebens in unserer Stadt während des 19. Jahrhunderts aus Privatbeständen illustrieren zu helfen. – Auch Vertreter des Hospizes Artern werden zugegegen sein, um aus ihrer Arbeit zu berichten bzw. Info-Material anzubieten. Für symbolische Preise können antiquarische Bücher erworben werden. Die aus dem Verkauf erlangten Gelder fließen direkt in die Hospizarbeit. – Unsere Bretterbude dürfen wir uns zudem teilen mit Vertretern von Trampelpfad – Netzwerk für soziale Gerechtigkeit, deren Mitglieder sich seit rund drei Jahren darum kümmern, dass die Kinder der Grundschule am Königstuhl und im Staatlichen Förderzentrum mit gesundem Frühstück versorgt werden; einmal im Monat gibt es einen Zuschuss für gesundes Frühstück an der Borlach-Regelschule. Für eine Nikolausaktion werden Strümpfe und Schuhwerk von Kindern bis zehn Jahre eingesammelt, die von heimischen Geschäftsleuten am 6. Dezember gefüllt werden. Na dann, einen fröhlichen Nikolaustag!
Dienstag, 29. November 2011
Der Historiker Dr. Hartmut Lauenroth (Schwerpunktthemen: Mitteldeutsche und Mansfelder Geschichte) trat bereits mehrfach als Autor regionalgeschichtlicher Bücher in Erscheinung. Sein jüngstes Werk verbindet Geschichte und Tourismus im „Wander- und Reiseführer Mansfeld-Südharz". Dazu die Homepage unseres nördlichen Nachbarkreises: „Im Wander- und Reiseführer werden erstmalig die Sehenswürdigkeiten des gesamten Landkreises Mansfeld-Südharz vorgestellt. Der Leser wird mit schönen alten Städten, ursprünglichen Dörfern, mächtigen Burganlagen und Burgruinen, Schlössern, Kirchen, Klöstern, Rechtsdenkmalen und vielem anderen bekannt gemacht. Auf jeweils einer Seite werden die Sehenswürdigkeiten des Landkreises durch aussagekräftige Bilder und kurz gehaltene Texte dargestellt. Angaben zur Adresse, Telefon und Internet sind als Service beigefügt. Hinweise zu Personen und Ereignissen sowie über politische Strukturen ergänzen die Ausführungen. Eine Übersichtskarte des Landkreises Mansfeld-Südharz ist bei Anfahrt der Sehenswürdigkeiten behilflich. Durch eine Literaturliste (Auswahl) wird die Vertiefung der Kenntnisse über die vorgestellten Sehenswürdigkeiten möglich gemacht. Die Publikation ist sowohl für die Bewohner der vorgestellten Orte als auch für die Besucher der Region gedacht und soll die Leser anregen in Mansfeld-Südharz auf Reisen zu gehen. Die Publikation ist unter der ISBN: 978-3-938642-57-3 zum Verkaufspreis von 5,95 € erhältlich."
Sonntag, 27. November 2011
Eine aus zeitgeschichtlich-religiöser Sicht beinahe wunderbare Begebenheit verbindet sich – heute längst vergessen – mit dem Ersten Advent und unser Stadt Artern. Am ersten Adventssonntag des Jahres 1687 nahm auf dem Arterner Wasserschloss Graf Georg Albrecht von Mansfeld (Vorderort-Linie) öffentlich das lutherische Bekenntnis an und legte entsprechende seinen bisherigen Katholizismus ab. Noch 1719 wird über Graf Georg Albrechts Konfessionswechsel wie folgt berichtet: „Georgium Albertum, der Anno 1687 am ersten Advent-Sonntag auff dem Hoch-Gräflichen Haus Artern in Beysein unterschiedlicher Gräflicher Personen und anderer Anwesenden durch wunderbare Erleuchtung des Allerhöchsten die Römisch-Catholische Religion verlassen und sich der reinen Evangelischen Lehre wie solche in der Augspurgischen Confession und denen Symbolischen Büchern enthalten gewendet und ihre öffentliche Confession mündlich und schrifftlich gethan.“ Auch in Druck erschien dieser damals spektakuläre Übertritt als „Schrifftlich=übergebene Confession Ihro Hoch=Gräfl. Gnaden Hn. Graff Georg Albrecht [et]c. wie solche nach dieser gehaltenen Predigt von der Cantzel ist verlesen worden...“. Im Seelenfrieden mit Gott und sich starb der 1642 geborene Graf kinderlos im Jahr 1696 auf dem Kloster Holzelle bei Hornburg und fand seine letzte Ruhe in der Andreaskirche zu Eisleben. Er war mit seiner 78jährigen Base Barbara Magdalene von Mansfeld-Hinterort verehelicht. Seine Gattin hatte bereits tags zuvor das Zeitliche gesegnet. - Unser Bild zeigt das vier- bzw. zehngeteilte Wappen der Mansfelder Grafen.
Freitag, 25. November 2011
Eisenbahngeschichte fasziniert immer: Ob in unserer Region die Hauptstrecke Erfurt – Magdeburg, die Unstrutbahn nach Naumburg (1889), die Kyffhäuserkleinbahn Artern – Berga/Kelbra(1916) oder diverse Nebenstrecken und Betriebsgleise zu Fabriken, Werken oder Bergbauanlagen. Das trifft natürlich auch auf die Nebenbahn zwischen Bretleben und Frankenhausen bzw. deren Verlängerung nach Sondershausen zu, die sog. Kyffhäuserbahn – die immer wieder mal gern in Presse und Internet mit der Kyffhäuserkleinbahn verwechselt wird! Am 9. Dezember 2006 fuhr letztmals ein Zug auf dieser Linie, deren Geschichte bald 120 Jahre in die Vergangenheit reicht. Erste Überlegungen, eine Bahnlinie von Naumburg über Artern bis Sondershausen anzulegen, können sogar bis ins Jahr 1865 zurückverfolgt werden. Allerdings erst im Jahre 1888 begann die Königlich-Preußische Eisenbahn-Direktion Erfurt mit Planungen für die Teilstrecke Bretleben – Frankenhausen. Übergeben wurde dieser Streckenabschnitt am 4. Juli 1894. Bis zur Eröffnung der Teilstrecke Frankenhausen – Sondershausen/Hauptbahnhof am 1. Oktober 1898 vergingen vier Jahre aufwendiger Bauarbeiten. Die Fertigstellung der Gesamtstrecke beeinflusste die Allgemeinentwicklung unserer Region sowie das Anwachsen des Tourismus positiv. Starke Rückgänge im Personen- und Güterverkehr waren erst in postsozialistischer Zeit hinzunehmen, als ganze Industriezweige einbrachen, deren Mitarbeiter und Produkte einst auch auf der Bahnstrecke transportiert wurden. Letztlich mündeten all dieser Faktoren in der Einstellung des Streckenbetriebes im Dezember 2006. – Unser Regionalmuseum in Bad Frankenhausen widmet sich ab Sonntag, 27. November 2011 (Eröffnung: 15.00 Uhr) mit der Sonderausstellung „Der letzte Zug ist abgefahren – Aus der Geschichte der Kyffhäuserbahn“ der Nebenstrecke Bretleben – Sondershausen und spricht damit besonders Heimatfreunde und Eisenbahnhistoriker an. Die Schau, unterstützt von der Sparkassen-Museumsstiftung für den Kyffhäuserkreis, wird bis 26. Februar 2012 im sanierten Schloss gezeigt.
Mittwoch, 23. November 2011
Für die in den nächsten beiden Jahren geplanten Veröffentlichungen konnte in jüngster Zeit erneut Zuwachs hinsichtlich Illustrationen mit attraktiven historischen Fotos erreicht werden. Bezüglich des Buchprojektes „Die Unstrut – Ein Fluss und seine Geschichte(n)“ brachte uns Sammlerfreund Dieter Schirrling aus Rudolstadt eine Mehrbildansichtskarte mit Motiven aus Ritteburg. Via Internet konnte eine vermutlich privat editierte Postkarte mit Wohnhaus von 1800 der Mühle Liebe in Artern erworben werden (unser Bild) und dank Suche auf einem Flohmarkt fand eine Bildpostkarte mit der ehemaligen Unstrutmühle in Rossleben den Weg in unser Archiv. – Aus Rossleben stammen gleichfalls Reproduktionen historischer Landkarten, die den Altbergbau nach Braunkohlen um Artern sowie die alte Kohlenbahn in Richtung Voigtstedt und Edersleben dokumentieren. – Eine weitere erworbene Postkarte mit Ansicht des Berggasthofes Himmelreich von 1861in Bad Kösen erinnert an Urlaubszeiten vieler Angestellter und Arbeiter der Kyffhäuserhütte. – Nicht zuletzt ist es die zu uns gekommene kleine Schrift „ Der Kyffhäuser. Eine gesellschaftspolitische und kulturpolitische Betrachtung“, die als Zeitdokument aus den 1950er Jahren unser großes Denkmal nur allzu gern proletarisch zu vereinnahmen versucht. – Zwei sehr schöne Gruppenbilder der ersten Bewohner der Arterner Siedlung komplettieren die jüngsten Erwerbungen für das Vereinsarchiv. – Auch unser kürzlich initiierter Ausruf im Internet bzw. im Arterner Amtsblatt brachte erste Versprechen zur Mithilfe bei der Illustration von Ottos Wagners „Artern und seine Bewohner im vorigen (19.) Jahrhundert“.
Montag, 21. November 2011
Die Planungen zur Öffentlichkeitsarbeit des Heimatvereins ARATORA für 2012 sind mittlerweile angelaufen. Immerhin haben unsere Veranstaltungen im Jahr 2011 viele Interessierte angesprochen. So hoffen wir auch für 2012, dass viele Einheimische und Gäste wiederum Interesse an unserer Stadt und Heimat zeigen. Allerdings ist derzeit ein Großteil unserer Termine noch vakant bzw. es können Veranstaltung ergänzt bzw. gestrichen werden. Darüber wird rechtzeitig im Internet und in der Lokalpresse informiert. – Zu eigenen Veranstaltungen soll 2012 anlässlich des Mühlentages sowie zum Tag des offenen Denkmals eingeladen werden. Erstmals wird eine Tauschbörse für historische Bilder aus Artern und Umgebung initiiert. Einmal pro Quartal wird zu Familiengeschichtlichen Abenden gebeten. Auch ein Weihnachtskonzert wird es wieder geben. – Folgende Themen für öffentliche Vorträge könnten zustande kommen: Über heimisches Notgeld, Informations-, Vortrags- und Gesprächsabend mit Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Vortrag zur Geschichte des Arterner Friedhofes, Referat zur Ur- und Frühgeschichte unserer Heimat mit dem Thüringischen Landesamt Denkmalpflege und Archäologie oder dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Vortrag zur Geologie des Kyffhäusergebirges. – Teilnahmen sind vorgesehen für den Tag der Heimatgeschichte im Kyffhäuserkreis, die 10. Tagung zur vorgeschichtlichen Himmelskunde, den Tag der Heimatforscher und Ortschronisten des Landkreises Sömmerda sowie mit Informations- und Verkaufsstand auf dem Arterner Weihnachtsmarkt. – An Fahrten sind angedacht: Besuch der Frankeschen Stiftungen und ggf. des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle/S. mit dem Einbecker Geschichtsverein, Besuch des Kulturhistorischen Museums, des Domes, der Domstiftsbibliothek und des Domstiftsarchivs in Merseburg, Fahrt zum Flößerverein Weißenfels sowie Teilnahme an Exkursionen befreundeter Heimat- und Geschichtsvereine. – Als Buchveröffentlichung ist der Reprint „Artern und seine Bewohner im vorigen (19.) Jahrhundert“ angedacht, der mit vielen historischen Fotos ergänzt werden soll, wozu Mitglieder und Freunde um Unterstützung gebeten werden!
Samstag, 19. November 2011
König Friedrich Wilhelm III. von Preußen (1770-1840) ist es zu verdanken, dass der Totensonntag zum „allgemeinen Kirchenfest zur Erinnerung an die Verstorbenen“ initiiert worden ist. Durch eine Kabinettsorder vom 17. November 1816 bestimmte der Herrscher für die evangelische Kirche in den preußischen Gebieten den Sonntag vor dem ersten Advent zu eben diesem Anlass. Etwas später übernahmen auch die anderen evangelischen Landeskirchen diese Bestimmung. Im Volksmund als Totensonntag bezeichnet, verwendet die Kirche die Begriffe Ewigkeitssonntag und Gedenktag der Entschlafenen für das jährliche Totengedenken. Theologischer Hintergrund des Gedenktages ist die christliche Gewissheit vom Ende des irdischen Lebens, aber auch die Hoffnung auf die Auferstehung der Toten am Jüngsten Tage. – Neben der Ausschmückung der Gräber ist untrennbar mit dem Totensonntag der Gang zur Kirche bzw. zum Friedhof verbunden, um der Verstorbenen zu gedenken, so auch am morgigen Sonntag! – Der schöne Arterner Friedhof (unser Bild) geht auf die Initiative eines Geistlichen zurück, dessen Bemühungen bei König Friedrich Wilhelm III. die Anlage eines neues Gottesackers (der bisherige um die Veitskirche war überfüllt) erwirkte: Superintendent Johann Christian Sebald Schiller (1766-1842). In der Allgemeinen Kirchenzeitung vom 2. Januar 1834 berichtet der Gottesmann ausführlich über die Weihe unseres neuen Friedhofes am 9. Juni 1833. Leider ist dieser langjährig in Artern wirkende Theologe in Vergessenheit geraten, ebenso dessen Mühen für unseren Friedhof. Vielleicht sollte in diesem Zusammenhang über eine Gedenktafel für den Geistlichen, der auch eine Anzahl Werke in Druckform hinterlassen hat, nachgedacht werden. Passende Termine dafür wären 2012 (170. Todesjahr von Sup. Schiller oder 2013 (180 Jahre Friedhofsweihe). Bereits früher angedachte diesbezügliche Ehrung bzw. Erinnerung blieben leider nur bei der Idee!
Donnerstag, 17. November 2011
Unsere vor kurzem erschienene Arterner Chronik des 19. Jahrhunderts „Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben“ von Otto Wagner hat in kürzester Zeit große Verbreitung und viel Zustimmung bei Lesern und Forschern gefunden (unser Bild). Viele interessante Kontakte konnten seit der Veröffentlichung geknüpft werden, so auch jüngst mit der Urenkelin des Chronikautors Otto Wagner. Wie einige Leser gleichfalls, vermisste auch sie im Buch wenigstens eine kurze Darstellung über Leben und Schaffen des Verfassers. Leider war es bislang seitens des Heimatvereins ARATORA nicht möglich gewesen, Fotos bzw. nähere Daten über den Autor zu ermitteln. Dieser Mangel kann nun mit Hilfe seiner Urenkelin bzw. zugleich von ihr angekündigter Unterlagen über Otto Wagner im nächsten Buch behoben werden. Dieses könnte vielleicht schon im kommenden Sommer als Reprintband mit dem Titel „Artern und seine Bewohner im vorigen (19.) Jahrhundert“ veröffentlicht werden. Dann wird – noch vor dem Haupt- und Bildteil – eine Würdigung von Otto Wagner vorgenommen, der u. a. auch mit Familie Weber (Eisenwerk in Artern) verwandt war. Der Vorstand dankt ganz herzlich über zugesagte Hilfe zur Wagner-Biographie und bittet zudem unsere Homepagebesucher und Leser um weitere Unterstützung. Da die beabsichtige Publikation Arterner Handwerker und Händler – also das einstmals reiche Geschäftsleben in unserer Stadt – zum Inhalt hat, werden entsprechende Bilder, Dokumente und Unterlagen gesucht: Fotos von Handwerksmeistern, Firmen, alte Meisterbriefe, Ansichten von Werkstätten, Läden und Geschäften usw. Im Vorlauf wurden bereits etliche neue „alte“ und vor allem noch kaum bzw. niemals veröffentlichte Bilder mit Darstellungen von Stadtansichten usw. des 19. Jahrhunderts aufgetrieben, wobei besonders private Fotos großes Interesse fanden. Also, bitte folgen Sie unserem freundlichen Aufruf und stellen Sie für unser neues Buch Bilder zur Verfügung; sämtliche Geber und Spender werden natürlich namentlich im Internet und im Buch genannt! Vorab werden hier in der nächsten Zeit einige dieser teils hochinteressanten Bilder in Kleinformat gezeigt.