Artern

Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (zweimal wöchentlich)

Flur Voigtstedt

Montag, 12. September 2011

Flur- und Landschaftsnamen sind uralte, zumeist aus dem Mittelalter und teils aus noch älterer Zeit stammende Bezeichnungen (unser Bild: Flur nördlich von Artern). Als solche haben sie hohes historisches Quellenpotential und waren bzw. sind immer wieder Gegenstand der Forschung. Die Erfassung und Untersuchung der Namen von Bergen und Tälern, Wäldern und Feldern, Bächen und Teichen, Wegen und Stegen und anderen unbewohnten Örtlichkeiten außerhalb von Siedlungen wird in Thüringen im Projekt „Flurnamen und Regionalgeschichte“ des Heimatbundes Thüringen in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena vorgenommen. – Im Rahmen der 1.225-Jahrfeier der Stadt Wiehe findet – mit Unterstützung des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur – am Donnerstag, 15. September 2011 zwischen 17 und 20 Uhr in der Bauernstube, Bachgasse 1 zu diesem Thema eine interessante Tagung statt: Barbara Umann, Geschäftsführerin des Heimatbundes Thüringen e. V., wird zu Geschichte und Stand der Flurnamenforschung und -dokumentation in Thüringen sprechen. Im Anschluss widmet sich Dr. Barbara Aehnlich von Friedrich-Schiller-Universität Jena der Staatsexamensarbeit „Die Flurnamen von Wiehe“, verfasst von Pascal Mauf, Erfurt, der gleichfalls als Referent anwesend sein wird. Die sich anschließende Diskussion wird von Heinz Kubatz, Heimatfreunde Wiehe e.V., geleitet. – Der Heimatverein ARATORA, der auch schon seit vielen Jahren in das Projekt „Flurnamen und Regionalgeschichte“ eingebunden ist, bietet begrenzte Mitfahrgelegenheit nach Donndorf an (bitte vorherige telefonische Kontaktierung unter 03466/320139). – In engem Zusammenhang mit der sprachlichen Erforschung von Flurnamen steht die Erkundung und Dokumentation historischer bzw. noch bestehender lokaler und sprachlicher Besonderheiten. Der Heimatbund Thüringen widmet sich diesem interessanten Thema mit Heft 2 der Reihe „Heimat Thüringen“. Diese Publikation kann gern beim Vorstand des Heimatverein ARATORA eingesehen werden.


Umschlag Reprint

Samstag, 10. September 2011

Passend zum morigen Thema des Tages des offenen Denkmals „Romantik, Realismus, Revolution - Das 19. Jahrhundert“ am Sonntag, 11. September erscheint eine neue Sonderschrift des Heimatvereins ARATORA: der Reprintdruck „Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben seit Anfang 1800“ aus der Feder von Otto Wagner und basierend auf der handschriftlichen Stadtchronik von 1800 bis 1900. Das 264 Seiten umfassende Werk wurde erstmals 1930 in der Arterner Zeitung als Fortsetzungsreihe veröffentlicht und bietet eine übergroße Anzahl an Daten, Geschehnisse und Personen dieses Zeitraumes. Ergänzt wird der besonders für Heimat- und Familienforscher interessante Chronikteil durch eine Stadtkarte aus dem Jahr 1839 sowie einen Anhang mit 129 historischen Fotos, die überwiegend Motive des 19. Jahrhunderts zeigen. Interessierte können die Arterner Chronik am Denkmalstag zwischen 9 und 17 Uhr in der Veitskirche zum Preis von 15 Euro erwerben. Da die Auflage diesmal nicht allzu umfangreich ausfallen wird und mehr als ein Drittel der Bücher in den Versand geht, wird angeraten, nicht allzu lange mit dem Erwerb zu zögern. Restexemplare sind ab Montag, 12. September 2011 im „Guten Buch“ in Artern sowie beim Heimatverein ARATORA erhältlich. – Sollte unsere erhoffte Resonanz beim Leser eintreten, könnte in absehbarer Zeit die Ergänzung dieser Chronik, die Fortsetzungsreihe „Artern und seine Bewohner im vorigen (19.) Jahrhundert“ aus dem Jahr 1929, als Neuveröffentlichung - ggf. gleichfalls mit erweitertem Bildteil - folgen.


Heimatbund

Donnerstag, 8. September 2011

Soeben traf eine wiederum hochinteressante Buchsendung aus Weimar beim Heimatverein ARATORA ein. Der Heimatbund Thüringen schickte die beiden jüngsten Ausgaben seiner Zeitschrift „Heimat Thüringen“ – insgesamt 140 Seiten geballte Regional- bzw. Landesgeschichte: Heft 2/2011 widmet sich als Themenheft dem Schwerpunktbereich „Kulturerbe Sprache“ und bringt in diversen Aufsätzen zu Dialekten bzw. Mundarten in Thüringen, Mundartforschung sowie -pflege nahe. Neben den Artikeln sind die gleichfalls angegeben Quellen wichtig und anregend auch für die heimische Forschung. Abgerundet werden die (populär-)wissenschaftlichen Abhandlungen durch Texte, die z. B. Dialektpflege oder Spott-und Spitznamen zum Inhalt haben. – Heft 3/2011 von „Heimat Thüringen“ widmet sich dem diesjährigen Tag des offenen Denkmals und bietet einen bunten und abwechslungsreichen Streifzug durch die Denkmalslandschaft des Freistaates: Schloss Schwarzburg, Wartburg, Klassikerdenkmale in Weimar, Schloss Altenstein, Museum Altenburg, Denkmale in Rudolstadt, Archäologie in Saalfeld, illustriert mit historischen und aktuellen Fotos aus der reichen Thüringer Geschichte. – Wiederum hat es der Heimatbund Thüringen geschafft, seine langjährige Zeitschriftenreihe (18. Jahrgang) mit sehr attraktiven und lehrreichen Neuausgaben zu bereichern. Mehr unter www.heimatbund-thueringen.de. Interessenten können Einsicht beim Vorstand des Heimatvereins ARATORA nehmen.


Gonnaer Stollen

Dienstag, 6. September 2011

Auf zweihundert Seiten widmet sich Heimatfreund und Bergbauhistoriker Thilo Zieger aus unserer ehemaligen Kreisstadt Sangerhausen einem wichtigen Kapitel regionaler Montageschichte: „Der Tiefe Gonnaer Erbstollen“, so der Titel seines Werkes, das soeben als Heft 18 der Fortsetzungsserie „Geschichte des Sangerhäuser Berg- und Hüttenwerkes von den Anfängen bis zur Neuzeit“ veröffentlicht wurde. Dieser Stollen avancierte zum wichtigsten Grubenbau des gesamten Sangerhäuser Bergbaus bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Beginn der Geschichte dieses Stollens datiert in das Jahr 1542 und erreichte im Laufe der Jahrhunderte die Reviere unter Pölsfeld, der westliche Flügel reichte bis zum Stollenschacht, westlich von Morungen. Die im Gonnatal sichtbaren Halden weisen auf Lichtlöcher des Gonnaer Stollens hin. Thilo Ziegler nimmt sich in seinem neuen Werk der Historie dieser wichtigen Bergbauanlage an und gliedert seine Broschüre wie folgt: Einführung - Geschichtliche Notizen zu den Stollenanlagen - Der Kalmusser Stollen - Der Morunger Gemeinde Erbstollen - Stollen in den Pölsfelder Revieren - Der tiefe Gonnaer Erbstollen - Historische Entwicklung - Der Querschlag oder südliche Stollenflügel - Der östliche oder Pölsfelder Stollenflügel - Der westliche oder Wettelröder Stollenflügel. – Zu seinem heimat- und montanhistorischen Gesamtwerk „Die Geschichte des Sangerhäuser Berg- und Hüttenwerks“ bemerkt der Autor: „Mit der Einstellung des Bergbaues 1990 im Sangerhäuser Gebiet ging endgültig ein über Jahrhunderte betriebener Abbau auf Kupferschiefer zu Ende. Das Ende war eindeutig, wo die Anfänge liegen, ist ungewiss. Über Jahrhunderte haben Bergleute zwischen Pölsfeld im Osten und Morungen im Westen das kupferhaltige Gestein vom Ausgehenden des Kupferschieferflözes in seiner Fallrichtung abgebaut. […] So wechselhaft wie die Besitzverhältnisse waren, war auch seine technische Entwicklung. […] Im gesamten Gebiet verstecken sich noch viele Spuren die Geschichte. Wenig ist über die Betriebsgeschichte dieses Werkes bekannt. Eine umfassende Darstellung der Geschichte, auf der Grundlage von Archivmaterial, fehlte bis heute. Dieser Aufgabe möchte ich mich stellen. […] Ich möchte versuchen, ein Stück Industriegeschichte unserer näheren Heimat wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rufen. – „Der Tiefe Gonnaer Erbstollen“ sowie weitere Broschüren von Thilo Ziegler sind im Sangerhäuser Buchhandel oder beim Autor via http://bergbau-sangerhausen.de/ erhältlich.


Armenwesen

Sonntag, 4. September 2011

Hospiz bezeichnet im lateinischen Sprachgebrauch eine Herberge. Im Mittelalter konnten Pilger im Hospital oder Hospitium Unterkunft und Verpflegung finden, gleichermaßen Fremden und Kranke. Allmählich aber wandelte sich die Begrifflichkeit von Herbergsunterkunft zu Krankenpflegeeinrichtung. Ein Spital oder Spittel war demnach eine Pflegestätte von Kranken bzw. Armen. In vielen Orten haben sich entsprechende Straßennamen erhalten, die Spital- oder Spittel als Wortteil beinhalten (Artern: Spittelunstrut, Sangerhausen: Hositalstraße, Sondershausen: Spittel). Aus der Geschichte der Stadt Artern sind mehrere Standorte von Spitälern bekannt: Nahe der Spittelunstrut am Ortsausgang Richtung Reinsdorf, am westlichen Ende der Harzstraße, in der Leipziger Straße und Gabelstraße sowie seit Ende des 19. Jahrhundert als Krankenhaus in der Fräuleinstraße. Begehrt waren früher lebenslange Rechte auf Spitalplätze als soziale Absicherung Bedürftiger, denn oft waren - auch in Artern – Hospitäler und Armenhäuser gekopppelt, die zumeist unter gemeindlicher Aufsicht standen und heute ein lohnendes Objekt historisch-kommunaler Sozialforschung bieten würden (unser Bild). – Ein weiterer Bedeutungswandel der Hospize trat spätestes mit der moderne Hospizbewegung und Palliativmedizin ein, die in den 1960er Jahren in England entstand und wesentlich auf Cicely Saunders (1918-2005) zurückgeht. Das erste stationäre Hospiz wurde 1967 in England eröffnet, in Deutschland aber erst 1986! - Nachdem bereits in Artern bis 2010 eine ambulante Hospizgruppe bestand, wurde nach deren Auflösung und Neugründung am vergangenen Mittwoch die offizielle Arbeitsaufnahme feierlich in den Räumen der Volkshochschule begangen. Unter dem Dach der Novalis-Diakonie in Ebeleben arbeiten jetzt drei Hospizgruppen (Artern, Sondershausen, Sömmerda) in unserer Region. Jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr werden Sprechstunden in der VHS Artern für Hilfesuchende, Betroffene und Trauernde angeboten, weiterhin über die ständige Rufbereitschaft 0172 / 3587969. Neben den Ansprechpersonen vor Ort stehen zudem Partner aus sozialen Netzwerken, aus Pflege, Medizin, Politik und Gesellschaft zur Hilfe bereit! Neben aller Arbeit im Hospizwesen wird damit auch eine alte Tradition in Artern fortgeführt: selbstlose Hilfe für Sterbende, Schwerstkranke sowie Angehörige.


Freitag, 2. September 2011

Was für ein Tag heute vor hundert Jahren: Artern im Mittelpunkt der Zeitungsredaktionen des Deutschen Reiches – und nur, weil sich der steinerne Bismarck am Rathaus eines Armes samt Schwert entledigt hatte, dass lärmend auf den Boden vor dem Amtssitz aufschlagen war. Der Schwertwurf des Eisernen Kanzlers wäre wohl kaum der Rede wert gewesen, hätte man diesen in der Geschichte wohl einmaligen Akt der Selbstverstümmelung eines Denkmals nicht als schlimmes Omen der politischen Weltlage (Zweite Marokko-Krise) interpretieren wollen. Kaiser Wilhelm II. hatte das Kanonenboot „Panther“ nach Agadir (Marokko) entsandt, nachdem französische Truppen in dem nordafrikanischen Land die Städte Fes und Rabat besetzt hatten. Ziel dieser Intervention war die Abtretung von Kolonialgebieten Frankreichs an Deutschland als Gegenleistung für die Akzeptanz der französischen Herrschaft über Marokko als Folge der ersten Marokko-Krise. Am 4. November 1911 wurden die Feindseligkeiten schließlich mit dem Marokko-Kongo-Vertrag beigelegt; demnach verzichtet das Deutsche Reich auf Ansprüche in Marokko und wurde mit Neukamerun „entschädigt“. – Der Schwertwurf Bismarcks zu Artern ging nicht nur in die Tagespolitik ein, auch in der lokalen Numismatik hat dieses Thema einen festen Platz – als Motiv eines Notgeldscheines aus Artern. Bildhauer Paul Juckoff (1874-1936) hatte das Bismarckdenkmal geschaffen, das linksideologisch Verblendete nach dem Zweiten Weltkrieg vom Sockel holten, ehe 1994 eine Kopie des Denkmals, von allen Fraktionen des Arterner Stadtrates unterstützt, Aufstellung fand. Bis dahin zierte das etwas verschämt das Arterner Stadtwappen den leeren Platz oberhalb des Denkmalsockels des großen Reichseinigers.


TdoD

Mittwoch, 31. August 2011

„Romantik, Realismus, Revolution - Das 19. Jahrhundert" heißt das Motto des bevorstehenden Tages des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September 2011. Damit widmet sich der Denkmaltag einer der stilistisch vielseitigsten und an technischen Neuerungen reichsten Epochen der Bau- und Kunstgeschichte. Politisch wie gesellschaftlich war das 19. Jahrhundert von Umbrüchen geprägt: Durch die napoleonischen Kriege und den Rheinbund wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation handlungsunfähig und erlosch. Napoleons Einfall, die Neuordnung Europas im Wiener Kongress 1815 und die Reichsgründung 1871 brachten weit reichende strukturelle Veränderungen mit sich. Infolgedessen wurden auch viele kirchliche Besitztümer, Institutionen und Herrschaftsgebiete aufgelöst oder von weltlichen Herren übernommen. Weiterentwicklungen wie auch Rückgriffe prägten nicht nur das gesellschaftliche und politische Leben des 19. Jahrhunderts, sondern nahmen auch starken Einfluss auf die Architektur und die bildenden Künste dieser Zeit. Wirtschaftliche Blüte, verbesserte Reisewege und Transportmittel machten das Reisen im 19. Jahrhundert vielen Künstlern und Wissenschaftlern möglich. Ideen und Stile wurden neu miteinander kombiniert und über die Landesgrenzen hinaus ausgetauscht. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit der eigenen Geschichte sowie deren romantische Verklärung führten in Architektur und bildender Kunst zu einer Rückbesinnung auf die Formensprache der Vergangenheit: Von der Kunst der Antike bis zum Barock wurden die unterschiedlichen Elemente miteinander verbunden und quasi neue Stile entwickelt. Die Beschäftigung nicht nur mit der klassischen Antike, sondern insbesondere mit den regionalen archäologischen Hinterlassenschaften war gleichzeitig die Geburtsstunde der modernen Archäologie. Erstmals erfolgten planmäßig durchgeführte Ausgrabungen. Die Industrialisierung und die damit verbundene Landflucht verursachten tiefgreifende Veränderungen in der Baukultur der Städte. Gerade in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebten die Städte einen massiven Umbau, der auf neuen architektonischen Konzepten basierte: Neue Arbeiterquartiere entstanden und mit ihnen Schulen, Krankenhäuser, Kirchen und Parks, die noch heute das Bild vieler Orte prägen. – In Artern haben geöffnet: Veitskirche mit Gemäldeausstellung und Präsentation der Arterner Stadtchronik des 19. Jahrhunderts durch den Heimatverein ARATORA (9 bis 17 Uhr) sowie Ausstellung im Oberen Hof (13 bis 16 Uhr). – Hinweis: Die im Amtsblatt vom 26. August 2011 veröffentlichte Meldung, der Tag des offenen Denkmals in Artern würde am Samstag, 10. September stattfinden, ist natürlich ein Irrtum. Richtig ist: Sonntag, 11. September und zwar mit den soeben angegeben Öffnungszeiten. Eine Korrektur soll im nächsten Amtsblatt erfolgen!


Montag, 29. August 2011

Noch bis 29. September 2011 hat im Spenglermuseum Sangerhausen die "Begegnung mit Gustav Adolf Spengler (1869-1961) - Fotoausstellung zum 50. Todestag" geöffnet. Darin wird sich dem bekannten Heimatforscher und Mammut-Entdecker mit privaten und offiziellen Bildaufnahmen genähert, aus seinem Leben und Wirken sowie über dessen umfangreichen Tätigkeiten im Rahmen der Heimatkunde berichtet. In Ergänzung dieser Exposition sowie dem in diesem Zusammenhang angeratenen Besuch im museal hergerichteten Spengler-Haus, Hospitalstraße 56 (immer sonntags von 13 bis 17 Uhr) wird es Anfang September die Neuveröffentlichung eines Büchleins geben, nämlich die „Histörchen“ aus der Feder seines Enkels Adolf Spenglers, nunmehr als erweitere Auflage mit weiteren Texten sowie Bildern. Im Rahmen des Altstadt- oder Kobermännchenfestes unserer ehemaligen Kreisstadt Sangerhausen wird dieses Heimatbuch in zweiter überarbeiteter Fassung, herausgegeben vom Geschichtsverein Sangerhausen, am Freitag. 2. September 2011 um 16.30 Uhr vorgestellt (Ort: Spengler-Haus). Zu diesem Anlass wird außerdem für Spenden zur Sanierung des Kobermännchens am Neuen Schloss, eines der Symbolfiguren Sangerhausens, aufgerufen! – Auch über die bevorstehende 10. Nacht der Denkmale am Samstag, 9. September 2011, informierte uns der Geschichtsverein Sangerhausen mit einem interessanten Veranstaltungsplan (unser Bild).


Samstag, 27. August 2011

Besonders durch die Forschungen und Veröffentlichungen unseres Vereinsmitgliedes Dr. Mathias Deutsch aus Erfurt zur regionalen Klimageschichte bzw. historischen Überflutungen der Unstrut wurden auch die zahlreichen Hochwassermarken entlang unseres Heimatflusses ins Bewusstsein zurückgerufen und dadurch nicht wenige Heimatforscher für diese Thematik sensibilisiert (siehe dazu u. a. unsere Jahresschriften ARATORA sowie die Homepage www.matdeutsch.de). Auch unsere Nachbargemeinde Oldisleben kann mit drei dieser Markierungen aufwarten: Für 1784 in der Klostergasse sowie 1909 und 1947 in der Heldrunger Straße. Während der Stein vom 27. Februar 1784 am alten Schafstall gute Erhaltung aufweist, sind die beiden anderen Marken eher unauffällig und sogar teils bereits verwittert. Daher wurde letztgenannten Hochwasserereignissen kürzlich auf Initiative von zwei Heimatfreunden, Tischlermeister Viktor Kurzeja und Ortschronistin Helgard Amme, mit einer schlichten Erinnerungstafel gedacht (unser Bild). Ein Steinmetz aus Seehausen meißelte das Kleindenkmal, dessen Einlassung in die Mauer am Durchgang des Hochwasserdammes in der Heldrunger Straße eine Firma aus Oldisleben sponserte, wie Viktor Kurzeja gestern dem Heimatverein ARATORA mitteilte. Auch Hochwasserforscher Dr. Mathias Deutsch erhält Unterlagen der Herrichtung dieses Oldislebener Kleindenkmals für seine Sammlung; demnächst geht eine Postsendung in die Landeshauptstadt ab. – Und nach wie vor gilt für unsere Marken entlang der Unstrut das, was bereits der Arterner Heimathistoriker Gustav Poppe vor rund hundert Jahren äußerte, nämlich ab und an diese Ritzungen und Markierungen an Gebäuden usw. aufzufrischen. Im Zuge der jüngsten Denkmalsneuschaffung in Oldisleben wurden die alten Flutmarkierungen natürlich nicht beschädigt!


Gipfelpass

Donnerstag, 25. August 2011

Wie altägyptische Pyramiden erheben sich die Schachthalden bei Sangerhausen, Niederröblingen und Nienstedt aus der weiten Ebene der Helme. Am kommenden Sonntag, 28. August 2011 laden die Rosenstadt Sangerhausen GmbH und der Verein der Mansfelder Bergarbeiter Sangerhausen e.V. zur Besteigung das Abraumhalde auf der Hohen Linde bei Sangerhausen ein. Kletterlustige können zwischen 10 und 16 Uhr den anstrengenden Marsch auf 144 Meter wagen, um die herrliche Aussicht zu genießen – und diesmal sogar mit Gipfelpass. Gegen einen sehr geringen Obolus kann besagtes Dokument zu Füßen der Halde erworben und sich der Aufstieg mittels Stempel bestätigt werden lassen. Die Idee zu diesem Nachweispapier hatte Heimatforscher und Bergbauhistoriker Thilo Ziegler aus der Rosenstadt, der den Pass auch in Druck gab. Seit seiner Jugend mit dem Kupferschieferbaubergbau und auch dem heutigen Industriedenkmal Schachhalde Sangerhausen eng verbunden, erhofft der rührige Pensionär gute Resonanz auf seinen Gipfelpass (unserer Bild). – Gleichfalls positives Echo wünscht sich Thilo Ziegler auf die jüngste Schrift seiner Fortsetzungs- reihe „Geschichte des Sangerhäuser Berg- und Hüttenwerkes von den Anfängen bis zur Neuzeit“. Diesmal behandelt der Autor auf 200 Seiten und mit vielen Abbildungen versehen mit Heft 18 den „Tiefen Gonnaer Erbstollen“. Mehr dazu, sobald das Werk erschienen ist.


Dienstag, 23. August 2011

Seit mittlerweile einem Jahrzehnt läuft das Projekt „Flurnamen und Regionalgeschichte“ des Heimatbundes Thüringen und der Friedrich-Schiller-Universität Jena; auch Forscher aus Artern und Umgebung engagieren an diesem historisch-sprachwissenschaftlichen Vorhaben. Mehrmals im Jahr erscheint für Mitstreiter und Heimatfreunde der „Flurnamenreport“, worin Veranstaltungen, Aufsätze und Informationen zur Thematik publiziert werden. (Sämtliche bislang erschienene Mitteilungsblätter sind als PDF unter http://www.heimatbund-thueringen.de/ abrufbar.) In der jüngsten Ausgabe 3/2011 wird wie folgt zur Mithilfe aufgerufen: „Gansberge und Gansflurnamen: Nach verschiedenen Beiträgen zu Kuh- und Spielbergnamen wird in der nächsten Ausgabe unseres Mitteilungsblattes ein Beitrag zu den Gansnamen in Thüringen veröffentlicht. Wenn sich in Ihrer Gemarkung Gansberge oder andere Gans-Flurnamen befinden, dann teilen Sie uns dies bitte mit genaueren Angaben zur Lage in der Flur sowie historischen Belegen mit, aber auch wenn eine genaue Erklärung und Deutung schon in Ihrer Flurnamensammlung zu finden ist.“ Gern leiten wir diesen Hilferuf weiter und möchten damit anregen, entsprechende Namensvorkommen in unserer Region entweder dem Heimatverein ARATORA oder direkt dem Heimatbund Thüringen via Email info(at)heimatbund-thueringen.de zu melden. Herzlich Dank für Ihre Mitarbeit und Unterstützung! – Unser Bild zeigt den Ausschnitt aus einer historischen Karte mit „der Gänsekopf“ und „hinterm Gänsekopf“ bei Sittendorf/Kyffhäuser.


Wagner

Sonntag, 21. August 2011

In den vergangenen Tagen wurde der Korrekturausdruck der neuen ARATORA-Veröffentlichung „Wichtige Ereignisse in unserem Gemeinde- leben seit Anfang 1800“ sehr gründlich und zeitintensiv gelesen bzw. letzte Korrekturen bei Orthographie, Grammatik sowie im Layout getätigt (Schreibfehler offenbaren sich ohnehin immer erst im Nachgang!). Der Gesamteindruck des 262 umfassenden Buches stellt sich schon jetzt sehr positiv dar. Kleiner Wermutstropfen: An den gescannten Dateien des Chronikteils wurden zwar digitale Bearbeitungen vorgenommen, um altersbedingte und auf die damalige Drucktechnik zurückzuführende Mängel im Original von 1930 auszubessern. An einigen wenigen Stellen ist dies leider nicht gänzlich gelungen! Daher wird hinsichtlich kleinerer noch bestehender Makel im historischen Schriftsatz um Nachsicht gebeten. Die Lesbarkeit wird dadurch nur sehr unwesentlich eingeschränkt! Der Bildteil mit 120 historischen Fotos aus Neustadt, Altstadt und Randgebieten Artern ist gleichfalls attraktiv, wobei pro A4-Seite jeweils zwei Fotos zur Ansicht gebracht werden, sodass die Abbildungen groß genug sind, auch Einzelheiten erkennen zu können. Besonders stolz sind die Herausgeber auf etliche Bilder aus privaten Quellen, die noch nie zuvor veröffentlicht worden sind. Bis Ende Monat erfolgt die Drucklegung, danach werden die Bücher in Sondershausen gebunden. Am thematisch passenden Tag des offenen Denkmals (Romantik, Realismus, Revolution - Das 19. Jahrhundert) am Sonntag, 11. September wird Otto Wagners Arterner Stadtchronik des 19. Jahrhunderts angeboten, im Oberen Hof und/oder der Veitskirche (siehe Tagespresse). Vielen Dank auch an die zahlreichen Vorbesteller unserer Chronik. Auswärtige Mitglieder erhalten das neue Buch bis Ende September per Post.


Freitag, 19. August 2011

Alle zwei Jahre küren die Naturfreunde Deutschland e.V. und der Deutsche Anglerverband e.V. die „Flusslandschaft des Jahres“. Kürzlich wurde eine Flussregion direkt vor unserer Haustür zum Träger dieses Titels für die Jahre 2012/13 gekürt: die der Helme. Vorausgegangen war eine sehr bemerkenswerte Bewerbung des Kreisanglervereins Sangerhausen im DAV-Landesanglerverband Sachsen-Anhalt e.V. Der Titel soll auf die ökologische, ökonomische und soziokulturelle Bedeutung der Flüsse sowie der sie umgebenden Landschaft aufmerksam machen, Maßnahmen zur Erhaltung, zum Schutz und zur Renaturierung von Flusslandschaften und ihrer Lebensgemeinschaften initiieren, das Wiedererreichen einer hohen Durchgängigkeit unterstützen und naturnahe Wander- und Erholungsgebiete fördern. – Von der Quelle im thüringischen Eichsfeld bis zur Mündung bei Kalbsrieth in die Unstrut legt die Helme eine Wegstrecke von 74 Kilometer, davon in Sachsen-Anhalt 34 Kilometer, zurück. Einst zu den fischreichsten Flüssen Mitteldeutschlands gehörend, zählt die Helme zur Äschen- und Barbenregion. – Die offizielle Ausrufung der Flusslandschaft 2012/2013 findet kommenden Jahr anlässlich des Weltwassertages am 22. März statt. In diesem Zusammenhang meldete BILD vom 12. August 2011 (eigentlich nicht unser Informationsorgan!), dass die Helme durch gefräßige Kormorane leergefressen würde: „Der nicht schiffbare Lauf war einst für seinen Fischreichtum bekannt. Von den 32 Arten sind aber mittlerweile nur noch 22 zu finden. Einige davon in minimalen Vorkommen.“ Um bis zu neunzig Prozent wären die Fischbestände durch die Großvögel reduziert worden. Sachsen-Anhalt ist das bislang einzige Bundesland ohne ein Kormoran-Management!


Mittwoch 17. August 2011

Im kommenden Jahr begeht der Arterner Turnverein sein 150jähriges Vereinsbestehen: vom 22. bis 24. Juni 2012 wird das Jubiläum „150 Jahre Turnen in Artern“ feierlich begangen. Zahlreiche Vorbereitungen und Recherchen sind hierzu schon jetzt notwendig. Der Vorstand des Turnvereins bittet deshalb um freundliche Mithilfe im Vorfeld (der Heimatverein ARATORA hat bereits Hilfe zugesagt). Immerhin gibt es ungezählte ehemalige und noch aktive Turner bzw. Turnbegeisterte in Artern und der Region, die sicherlich über Bildmaterial, Zeitungsberichte, Erinnerungen, Medaillen, Urkunden usw. verfügen. Ein großer Wunsch der Arterner Turner ist es, Sportfreunde, Bürger und Gäste der Stadt an diesen historischen Dokumenten teilhaben zu lassen, die in einer Präsentation vorgestellt werden sollen. Dafür werden Leihgaben erbeten, die nach der Veranstaltung wieder zurückgegeben werden! Bitte wenden Sie sich, wenn Sie helfen können und möchten, an den Turnverein Artern, der via Homepage http://www.turnverein-artern.de/ und per Mail vorstand@turnverein-artern.de erreichbar ist oder wenden Sie sich an Uwe und Jenny Springsguth, Christel Scholz, Franziska Boose. Auch der Arterner Heimatverein nimmt gern Leihgaben für das Turnerjubiläum entgegen. – Die Arterner Stadtchronik des 19. Jahrhunderts, ab 11. September 2011 als ARATORA-Reprint erhältlich, notiert dazu: „ Am 30. Juli (1862) gründete sich hier ein Männerturnverein, dessen technischer Oberleitung sich der Lehrer an der hiesigen Privatschule, der Kand. Phil. Heinrich Kürbitz, unterzog. Die Beteiligung seitens der Handwerksgesellen, sowie auch vieler Handarbeiter war sehr stark, die Disziplin neben den turnerischen Leistungen eine gute. Der Turnplatz wurde an der Spitze zwischen der langen Hohle und dem Schießstande eingerichtet. Doch verschaffte sich auch bald politischer Zeitgeist Eingang, indem der Verein sogenannte „Turnfahrten“ unternahm, welche zu den stattfindenden Volks- versammlungen des Nationalvereins auf dem Ratsfelde (sic!) bei Frankenhausen und auch nach Allstedt führten. Der Grund dazu lag am Vorsitzenden des Vereins, dem früheren Justitiar Klemm, welcher seine eigene politische Ansicht auch in den Turnverein zu tragen suchte, diesem aber dadurch schadete. (Von den Bürgern traten in den folgenden Jahren wieder viele aus dem Vereine aus, da sie die Bestrebungen desselben mit der Politik des Vorsitzenden für unvereinbar hielten.)“ – Unser Bild zeigt eine historische Aufnahme des Vereinsgeländes Unstrutstraße mit Turnern am Barren, hinten das späterhin Huboldsche Haus.


BUch Unstrut

Montag, 15. August 2011

Dieser Tage erhielt der Heimatverein ARATORA einen Hinweis auf ein soeben erschienenes Buch zur Geschichte, Umwelt und Natur der Unstrut, verfasst von Hans-Jürgen Stumpf und Michael Eile unter dem Titel „Die Unstrut – Wasserstraße 2010. Mess-Expedition Radegunde“. Die Autoren aus Gotha und Erfurt haben darin die Erkenntnisse ihrer vollständigen Tiefenmessungen zwischen Bretleben und Tröbsdorf niedergeschrieben und empfehlen ihre „Perspektiven eines Wassersportreviers“ besonders Paddlern und motorisierten Freizeitkapitänen. Weiterhin werden in dem Buch Untiefenmarkierungen, Brückendurchfahrten, sonstige Gefahrenstellen, Kilometrierung mit Ortsangaben, Messtabellen mit Angaben zu Anlegern und Schleusen detailliert genannt. „Die Unstrut – Wasserstraße 2010. Messexpedition Radegunde“ im Format A5 mit Festeinband hat 108 Seiten sowie 70 Farbfotos und Abbildungen. Es behandelt zudem die Geschichte der Unstrutschiffahrt sowie Betrachtungen zur möglichen touristischen und energetischen Weiterentwicklung der Flussnutzung in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Das Buch kostet 19,95 Euro plus Versandkosten (Bestellung nur per Vorauskasse, Kontakt über die Homepage http://www.expedition-radegunde.de/. Das Buch liegt dem Heimatverein ARATORA noch nicht vor, der Hinweis auf dessen Erscheinen wird hiermit gern übernommen.