Artern

Zur freundlichen Beachtung & aktuelle Meldungen

Wappen

Montag, 6. Juni 2011

Im vergangenen halben Jahr seit Dezember 2010 fanden unter Ägide des Heimatvereins ARATORA sieben öffentliche und drei nichtöffentliche Veranstaltungen statt, zu denen knapp 400 Besucher begrüßt werden konnten. Neben unserem Weihnachtskonzert waren es besonders die Vorträge zur Archäologie entlang der Autobahn A 17 sowie zur Geschichte der Kyffhäuserkleinbahn, die zahlreiches Publikum anzogen. Darüber hinaus wurde gern etlichen Einladungen befreundeter Vereine und Personen nachgekommen, die gleichfalls zumeist heimatkundliche und geschichtliche Referate anboten, so in Sangerhausen, Oberröblingen, Nienstedt, Sondershausen und Ichstedt. Intern wurde am neuen Buch „Die Unstrut – Ein Fluss und seine Geschichte(n)“ gewerkelt, eine fast nicht mehr zu überblickende Anzahl von Anfragen (Stadtgeschichte, Genealogie, Schüleranfragen) abgearbeitet, der Tag des offenen Denkmals 2011 vorbereitet und eine Neuarchivierung unseres Bild- und Schriftmaterials in Angriff genommen. Immer wieder bereichernd waren zahlreiche Gespräche mit Mitgliedern, Freunden und Autoren – meist verbunden mit Austausch von Unterlagen und Fotos. – Während der jetzt beginnenden Sommerpause werden keine Veranstaltungen angeboten. Diese sind ab September 2011 wieder im Angebot, u. a. Denkmalstag, stadt- und heimatgeschichtliche Vorträge, Vereinsfahrt sowie Weihnachts-konzert und Familiengeschichtliche Abende (siehe TERMINE). Zudem wird im Laufe dieses Jahres die Herausgabe einer Veröffentlichung zum 100. Jubiläum des Heimatvereins ARATORA erfolgen. – Ungeachtet der beginnenden Sommerpause können Anfragen und Bitten um Unterstützung betreffs Orts- und Familiengeschichte weiterhin gern gestellt werden!


1225 Jahre Wiehe

Samstag, 4. Juni 2011

Feste soll man feiern wie sie fallen, meint der Volksmund. Sicherlich gilt das auch für runde und halbrunde Jubiläen; ob auch für viertelrunde, das mag dahingestellt sein. Jedenfalls feierten (bzw. werden noch) einige Gemeinde unserer Umgebung das 1225jährige Jubiläum der Ersterwähnung – so Donndorf und Wiehe (u. a. noch Esperstedt, Edersleben, und Oberbösa in unserer Nähe) und beziehen sich dabei auf die Erwähnung im Breviarium Sancti Lulli, dem Güterverzeichnis des 768 gegründeten Klosters Hersfeld unter dem später heiliggesprochenen Mainzer Erzbischof Lullus. Dort ist die urkundliche Ersterwähnung zahlreicher Orte unserer Umgebung verzeichnet, u.a. „Aratora et Edieslebo et Cazstat … Burcheslebo et Trizzebruccun et Dullide … Bretalaho et Reginhardesdorf et Eberhardesdorf et Hofun et Erineslebo et Dundorf et Hechendorf et Wihe“. Das Breviar gliedert sich in drei Hauptabschnitte, von denen die beiden ersten Schenkungen Karls des Großen sowie privater Personen vor Übergabe des Klosters an Kaiser Karl enthalten, im dritten Abschnitt sind spätere private Schenkungen vermerkt. Das Original der Urkunden ist nicht mehr vorhanden, lediglich eine jüngere Abschrift. Gemeinhin wird das Güterverzeichnis ins Jahr 786 datiert (wäre somit jetzt 1225 Jahre alt), dem Sterbejahr von Lullus, ist aber wahrscheinlich noch etwas älter. – Wiehe und Donndorf haben aus gegebenem Anlass kürzlich ortshistorische Druckschriften veröffentlicht und damit das regionale Angebot heimatkundlicher Literatur bereichert. Während die „Heimatgeschichtlichen Beiträge. 1225 Jahre Donndorf/Thüringen“ auf 38 Seiten einen eher kurzen, prägnanten und allgemeinen Überblick bringen (Namensdeutung, Geologie, Hydrologie, Fauna und Flora, Einwohnerentwicklung, Kirchen, Kloster, Ortsteile, Brandwesen, Vereinsgeschichte und historische Tabelle sowie 75 Abbildungen), kommt die „Ortschronik Wiehe. Zeittafel zur Geschichte der Stadt“ umfangreicher und auch detaillierter einher (unser Bild). Unter altbewährter Ägide von Heinz Kubatz, Vorsitzender der Heimatfreunde Wiehe und Leiter der Arbeitsgruppe Ortschronik, ist eine 84seitige Broschur entstanden, dies sich schwerpunktmäßig mit einigen ausgewählten Themen aus der Geschichte der Ranke-Stadt (u. a. Siedlungsgeschichte, Wappen, Namendeutung) beschäftigt, illustratorisch versehen mit sehr zahlreichen Zeichnungen, Fotos und Karten. Neben dem chronikalischen Teil sind separate Auflistungen von Amtsträgern und Persönlichkeiten zu erwähnen, die genealogisch von Interesse sein dürften.


Donnerstag, 2. Juni 2011

Von Kelbra kommend, wo sie Nachtquartier genommen hatten, weilten am vergangenen Samstag rund dreißig Nachkommen unseres großen Malers Otto Engelhardt-Kyffhäuser (1884-1965) zu einem Besuch in ihrer Ahnenstadt Artern. Besonders zwei Enkel des Künstlers, Eberhard Fielitz aus Ingolstadt und dessen Bruder Joachim aus Stade, hatten aus Kindheitstagen noch rege Erinnerungen an unsere Stadt, wo sie einige Jahren lebten. Sie wohnten damals in der Bäckerei Braune am Bismarckplatz und in der Gartenstraße (heute Puschkinstraße) bei „Ohm Ewald“ Engelhardt, dem Bruder ihres Großvaters. Besonders der Standort des alten Braune-Hauses fand Interesse, auch wenn dieses längst abgerissen ist. Natürlich wurde auch das große Gemälde im Rathaussaal ausgiebig betrachtet und nach dem Mittagessen im Hotel Weinberg (mit grandioser Fernsicht) die Veitskirche (unser Bild) besucht, deren bauliche Wiederherstellung sehr beeindruckte. Nach dem Krieg hatten vor der damaligen Ruine beide Fielitz-Brüder noch gebolzt. Zur Erinnerung wurde der Großfamilie Fielitz ein umfangreicher Text über das Gemälde im Rathaus mitgegeben, weiterhin Bilder der ehemaligen Bäckerei Braune (heute Standort einer Filiale der Bäckerei Bergmann, Frömmstedt). Als Dank für die Führung erhielt der Heimatverein ARATORA eine Mappe mit Kopien von Kunstwerken, die Otto Engelhardt-Kyffhäuser geschaffen hatte, so sehr schöne, familiengeschichtlich wie volkskundlich interessante Darstellungen von Familienmitgliedern (Vater Franz und Mutter Marie Engelhardt, Bruder Ewald, Tante Therese) sowie Studien bzw. Vorarbeiten zu Arterner Stadtansichten (Artern 1732). Mit der Absicht, den schönen Frühlingstag im Kyffhäusergebirge verbringen zu wollen, verabschiedeten sich die Gäste voll guter Eindrücke und Erinnerungen am frühen Nachmittag Richtung Westen.


Wappen Einbeck

Dienstag, 31. Mai 2011

Unsere langjährigen Freunde vom Einbecker Geschichtsverein meldeten sich kürzlich und stellten das Programm der nächsten gemeinsamen Fahrt mit dem Heimatverein ARATORA vor. Diese findet am Samstag, 17. September 2011 statt und führt nach Hannoversch Münden. Treffpunkt dort ist 10 Uhr, danach Besuch des Rathauses (erbaut im Stil der Weser-Renaissance), anschließend Führung durch das 1501 baulich vollendete Welfen-Schloss und Mittagspause im Ratskeller. Wird bereits gemäß Programm das Vormittagsprogramm reich an kulturhistorischen Höhepunkten sein, dürfen wir am Nachmittag das „Sahnehäubchen“ dazu erwarten, denn als im Jahr 2003 und 200 Kilometer nördlich der eigentlichen römischen Grenzgebiete ein Marsch- und Versorgungslager der römischen Armee entdeckt wurde, war das eine Sensation! Ein Mitarbeiter des Entdeckers, Grabungsleiters und Kreisarchäologen Dr. Klaus Grote wird uns durch das Römerlager Hedemünden (ca. 10 Kilometer von Hannoversch Münden) führen. Die Fläche des Lagers, das mit Wall und Graben gesichert war, beträgt 3,2 Hektar. Fünftausend Soldaten fanden darin Platz. Hochwichtige Funde wurden bislang entdeckt: Waffen, Ausrüstungsteile und Reste der Unterkünfte. Näheres dazu unter http://www.goettingerland.de/roemerlager/. – Mitglieder und Interessierte mögen sich bitte ab sofort melden; Mitfahrgelegenheiten sind begrenzt!


Sonntag, 29. Mai 2011

Seit Oktober 2006 nehmen Moderator Robert Burdy und Genealogin Martina Wermes Familienforscher mit auf historische Reise. Schwerpunkt der populären MDR-Sendung ist die Lösung von Rätseln und vagen Überlieferungen in der Familiengeschichte von Bürgern aus Mitteldeutschland. Dabei handelt es sich um Mythen oder Geschichten, die innerhalb einer Familie von Generation zu Generation weitererzählt worden sind. Wahr oder nicht wahr? Ist ein Vorfahr tatsächlich eine berühmte Persönlichkeit gewesen oder ist war er in ein spektakuläres Ereignis verwickelt, welche tragischen Schicksale oder dunklen Geheimnisse haben sich vor langer Zeit abgespielt, die sich heute nur noch als schattenhafte Überlieferung erhalten haben? - Freunde der Familiengeschichtsforschung können sich auf neue Folgen von „Spur der Ahnen. Jede Familie hat ein Geheimnis“, die ab kommenden Woche, immer mittwochs um 20.45 Uhr im MDR-Fernsehen beginnen, freuen. Folgende Themen stehen in der Sommerstaffel an: 1. Juni „Der heimliche Geliebte“: Walter Veit aus Wurzen sucht einen Vater Felix, einst französischer Kriegsgefangener, der aber in sein Heimatland zurückkehrte. - 8. Juni „Geboren für den Führer?“: Adoptivkind Wolfgang Schröder aus einem Lebensbornheim bei Wernigerode sucht seine leiblichen Eltern. - 15. Juni „Der Altenburger Prinzenraub“: Tatjana Sadiku aus Dresden glaubt, mit einem Helden verwandt zu sein, und diese Vermutung führt direkt zu Ritter Kunz von Kaufungen. - 29. Juni „Wie der Sekt nach Sachsen-Anhalt kam“: Nicole Lewalder glaubt, mit dem ersten Kellermeister der Sektkellerei in Freyburg verwandt zu sein. - 6. Juli 2011 „Der geheimnisvolle Doppelgänger“: Sandra Pistol aus Leipzig sieht in einer Zeitung ein Foto ihres vor drei Jahren gestorbenen Bruder; doch dieses Bild ist nur wenige Tage alt. - Näheres auf der Homepage des MDR unter http://www.mdr.de/ahnen/. - Auch in Artern wurde zum Familiengeschichtlichen Abend am vergangenen Freitag wieder aktiv Ahnenforschung gepflegt. Mit einem hervorragenden und wissenschaftlich fundierten Vortrag stellte Dr. Axel Römer aus Pulheim (unser Bild) seine Vorfahren aus Artern und Umgebung in den Mittelpunkt und präsentierte auf rund vierzig Präsentationstafeln die Ergebnisse langjähriger Forschungen, die bis in die Reformationszeit reichen. Im Mittelpunkt stand der Arterner Geistliche Cyriacus Krahmer, aus dessen Leben und Wirken im 17. Jahrhundert berichtet wurde, sowie weitere Pfarrer und Theologen aus unserer Region, die sich in seinem Stammbaum wiederfinden. Den fast zwanzig Besuchern aus Artern, Bad Frankenhausen, Burgtonna, Oberröblingen, Rossleben, Sangerhausen und Voigtstedt bereitete der Referent einen sehr interessanten und anregenden Abend, wofür seitens des Heimatvereins ARATORA besonders herzlich gedankt wird. Bereits seit Jahren ist Axel Römer Vereinsmitglied und wird immer wieder mit Unterlagen für seine Forschungen aus Artern "versorgt". – Unser nächster Familiengeschichtlicher Abend findet im Frühherbst statt.


Freitag, 27. Mai 2011

Am Rande des Tages der Heimatgeschichte im Kyffhäuserkreis Anfang Mai in Jechaburg erhielt Kreisheimatpfleger Gottfried Braasch aus Wiehe für sein langes Engagement in der regionalen Geschichtsforschung eine hohe Würdigung. CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Holbe durfte dem Vorsitzenden des Ranke-Vereins eine versilberte Ehrennadel in Kreuzform ans Revers anheften, die mit der Verleihung des Ehrenbriefes des Freistaates Thüringen verbunden ist (unser Bild). Dieser wird Bürgerinnen und Bürger verliehen, die sich im Ehrenamt mindestens zehn Jahre um die Gestaltung der Gesellschaft im kulturellen oder sozialen Bereich des Freistaates Thüringen verdient gemacht haben. Vertreter aus Politik, Gesellschaft sowie zahlreicher in Jechaburg weilender Vereine gratulierten dem Geehrten. Trotzdem gab es einen kleinen Wermutstropfen: Museumsdirektorin a. D. Renate Weinert aus Bad Frankenhausen verabschiedete Gottfried Braasch aus dem Amt als Kreisheimatpfleger. Sie würdigte dessen hohen Einsatz für die Heimatkunde im Kreis. Nachfolger im Amt ist Helmut Köhler, ehemaliger Kulturamtsleiter der Stadt Sondershausen. Sein Name steht insbesondere für den Erhalt des Sondershäuser Loh-Orchesters, er unterstützt bzw. fördert heimatgeschichtliche Projekte und setzt sich für die Erhaltung von Denkmälern und historischen Grabstätten ein. In zahlreichen Gremien arbeitet der unermüdliche Rentner mit und kann auf ungezählte Ausstellungen, an denen er mitwirkte, zurückblicken. Als Autor und Herausgeber wirkte er im publizistischen Bereich. Mit Helmut Köhler wurde ein würdiger Nachfolger für Gottfried Braasch als Kreisheimatpfleger gefunden. Auch der Heimatverein ARATORA gratuliert, wünscht viel Erfolg und hofft auf gleichfalls gute Zusammenarbeit!


Mittwoch, 25. Mai 2011

Der Donnerstag vergangener Woche war für Autorin Elfie Haupt ein besonderer Tag - nicht nur wegen der hiesigen Buchlesung, deren etliche sie seit Erscheinen ihrer Biographie über „Soldat Willi Haupt“ bereits absolviert hat. Vielmehr hatte es die Autorin nämlich bislang noch nicht geschafft, die anderthalb Stunden Fahrt von Einbeck bis Artern hinter sich zu bringen und die thüringische Partnerstadt einmal selbst in Augen-schein zu nehmen. Diese „Hürde“ ist nun übersprungen, trotzdem dieser erste Besuch vorerst nur eine Stippvisite war. - Die Lesung aus „Soldat Willi Haupt. Ein Einbecker Junge“ in der Volkshochschule kam bei der so nicht erwarteten guten Anzahl Besuchern durchweg positiv an, zumal es auch Ziel unserer Veranstaltung war, einen kleinen Beitrag zur Städtepartnerschaft zu leisten, verbunden mit dem Aufruf, diese im Großen wie im Kleinen mit noch mehr Leben zu erfüllen. - Nachdem Sebastian Fehnl vom Landesverband Thüringen des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge einleitend über die umfangreiche Arbeit dieses Vereins sprach, ließ Elfie Haupt die Lebensgeschichte ihres gefallenen Onkels Revue passieren: sorglose Szenen wechselten sich ab mit scheinbar optimistischen Lebensaussichten und gipfelten schließlich im erschütternden, weil völlig sinnlosen Ende eines jungen Menschen, der auch stellvertretend für ungezählte andere gefallene Landser steht, in den Weiten Russlands. Passend zur besinnlichen Atmosphäre der Veranstaltung spielte Pauline Berger aus Rossleben beschauliche Stücke auf der Gitarre (unser Bild). - Auf der Terrasse des Hotels Weinberg klang schließlich, mit herrlichem Sonnen-untergang hinter dem Kyffhäuser, ein sehr angenehmer Abend aus. - Das nächste Treffen mit unseren Einbecker Geschichtsfreunden ist für September avisiert. Dann wird Hannoversch Münden erkundet (demnächst dazu mehr).


Krahmer

Montag, 23. Mai 2011

Genealogen und Heimatforscher, Ortschronisten sowie gern auch Neueinsteiger sind herzlich eingeladen zum nächsten Familiengeschichtlichen Abend des Heimatvereins ARATORA, der am Freitag, 27. Mai 2011 um 18.30 Uhr in der Volkshochschule Artern, Puschkinstraße 58 stattfindet. Als Gast können wir einen ehemaligen Arterner, den heute in Pulheim (Rheinland) lebenden Dr. Axel Römer begrüßen. Neben seinem Beruf als Chemiker in einem großen Labor beschäftigt sich Dr. Römer mit Familien-, Regional-, Landes- und Kirchengeschichte in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Mit einem bebilderten Referat wird er über eigene Familienforschung, die eng verknüpft ist mit der Geschichte von Pfarrern - u. a. in Artern, Voigtstedt, Brücken, Katharinenrieth und Schönfeld - berichten. Außergewöhnlich ist dabei, dass ihn seine Forschungen bis in die Zeit der Reformation führen und einer seiner ältesten Ahnen sogar der erste lutherische Geistliche in Voigtstedt war und Cyriacus Kramer hieß. Nachweise von anderen Familienmitgliedern finden sich in vielen Orten der Umgebung. Darüber hinaus beschäftigt sich Dr. Axel Römer mit der Erforschung der Pfarrer und weiterer Geistlicher in Artern und Umgebung, gleichfalls seit der Reformation. Als einer der bekanntesten sei Dekan Daniel Kramer aus Artern genannt, dessen Konterfei im Arterner Heimatbuch abgebildet ist und dessen Originalgemälde immer noch als verschollen gelten muss (unser Bild). - Über das Referat von Dr. Axel Römer hinaus werden auch wieder Forschungs-ergebnisse und neue Suchanfragen behandelt.


Samstag, 21. Mai 2011

Der vergangene Mittwoch war ein sehr interessanter und ereignisreicher Tag für die Heimatgeschichte. Aus der Landeshauptstadt Erfurt kommend, besuchte uns am Nachmittag Vereinsmitglied Dr. Mathias Deutsch mit einer Gruppe Geschichtsstudenten der Universität Erfurt. Nach dem Mittagbrot im Ratskeller wurde die Veitskirche besucht und aus deren Geschichte berichtet. Interessante Gespräche am Rande wurden u. a. mit Professorin Dr. Sabine Schmolinsky (Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, Universität Erfurt) und Prof. Dr. Karl-Heinz Pörtge (Fakultät für Geowissenschaften und Geographie, Geographisches Institut, Universität Göttingen) geführt. Zuvor weilten die Studierenden auf der Pfalz Tilleda, wo Pfalzarchäologe Michael Dapper durch das weitläufige Gelände und dessen Rekonstruktionen führte. Im Anschluss an die Stippvisite in Artern, ging es weiter auf den Wendelstein und nach Kloster Memleben. - Hingegen beinahe zum Volksfest entwickelte sich der Zuspruch einer Einladung des Vereins für Ländliche Traditionspflege Ichstedt. Im Mittelpunkt stand die alte Kirche oberhalb der dortigen Bergstraße, deren Erhalt und Sicherung bzw. Sanierung sich der Verein auf die Fahnen geschrieben hat. Der romanische Turm wurde im 12. Jahrhundert errichtet und diente bis um 1450 gottesdienstlichen Zwecken; später befand sich dort ein Armenhaus. Um die hundert Heimische und Auswärtige fanden sich schließlich an der Ruine ein, um sich informieren zu lassen und gute ländliche Kost zu konsumieren. Kunsthistoriker Dietrich Wiegand aus Hemleben (unser Bild) sowie Dipl.-Bauingenieur Klaus Urban aus Ichstedt sprachen zu Geschichte und Architektur des in Vergessenheit geratenden mittelalterlichen Bauwerkes. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass sich neben zahlreichen Elementen aus der Bauzeit auch spätere Bauphasen einordnen und bestimmten lassen, ehe die Kirche zur Ruine wurde. Heimatforscher Paul Huke hatte zahlreiche Texte, Bilder und Karte zur Präsentation mitgebracht, ortsgeschichtliche Dokumente kursierten unter den Besuchern. Fast bis in die Nacht hinein wurde am alten Turm gefeiert – hoffentlich ein gutes Omen für den alten Turm. Am Rande der sehr gelungenen Veranstaltung wurde zudem ein weiterer heimatgeschichtlicher Vortrag, der im Herbst in Artern stattfindet, festgemacht.


Flyer

Donnerstag, 19. Mai 2011

Hätten Sie‘s gewusst: 2011 ist das Jahr der historischen Wasserbauten! Mit dieser Nominierung möchte der Bund Heimat und Umwelt (BHU) auf die kulturelle Bedeutung dieser Bauwerke hinweisen und appelliert, historische Wasserbauten verstärkt wahrzunehmen bzw. sich für deren Pflege und Erhalt einzusetzen. Dazu hat der Bund ein informatives Faltblatt herausgegeben, das durch eine deutschlandweite Auswahl interessanter Bei­spiele das große Spektrum dieser Kulturlandschaftselemente wiedergibt. Das Faltblatt zum Kulturdenkmal des Jahres 2011 (unser Bild) versteht sich als Einstieg in die Thematik und ist über die Homepage des BHU e. V. http://www.bhu.de erhältlich. - Wasser ist von elementarer Bedeutung für die Menschheit. Daraus resultieren Bauten, die vom steinzeitlichen Brunnen bis zur modernen Hafenanlage reichen. Die Vielfalt der historischen Wasserbauten stellt ein wertvolles Archiv vergangener Epochen dar. Historische Wasserbauten präsentieren sich heute in einem breiten Spektrum - vom reinen Versorgungszweck über Transport und Energieerzeugung bis hin zur ästhetischen Landschaftsaufwertung. Im Zuge der heutigen Landschaftsveränderungen geht eine Vielzahl von Elementen der Kulturlandschaftselemente und damit Zeugen unserer Kulturgeschichte verloren. Aktuell werden die Auswirkungen der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie diskutiert. Hierbei gilt es, bei der Planung von Maßnahmen neben den ökologischen Erfordernissen auch die historischen Wasserbauten zu berücksichtigen, damit die Richtlinie nicht zum Verlust anschaulich erlebbarer Kulturgüter führt. – Passend zum Thema bereiten derzeit ARATORA-Mitglieder sowie zahlreiche Freunde und Förderer das Buch „Die Unstrut – ein Fluss und seine Geschichte(n)“ vor. Dazu wurden binnen kürzester Zeit sehr zahlreiche Kontakt geknüpft. Nach anfänglicher Meinung, mit 120 Seiten Umfang auszukommen, ist schon jetzt eine nicht unerhebliche Aufstockung wahrscheinlich. Die Resonanz und Hilfsbereitschaft ist einfach zu groß! Ganz herzlichen Dank – und kontaktieren Sie uns, wenn auch Sie am neuen Buch auf der Strecke von Sachsenburg bis Wendelstein mithelfen können und möchten! Berücksichtigt werden insbesondere auch wasserbauliche Anlagen der Unstrut: Wehre, Dämme, Kanäle, Schleusen usw.


Annonce

Dienstag, 17. Mai 2011

Fragen Sie doch einmal in unserer schönen Partnerstadt Einbeck, ob dort Willi Haupt bekannt ist! Mit einiger Gewissheit dürfen Sie ein Ja erwarten. Grund dieser Bekanntheit ist Elfie Haupt, die im Ortsteil Vogelbeck wohnt und ein Buch über eben jenen Willi Haupt - ihren Onkel - verfasst hat. Im Frühjahr 2010 hat sie nach jahrelangen Recherchen die Biographie über den Bruders ihres Vaters beendet und veröffentlicht. „Auch ein kurzes Leben kann tiefe Spuren hinterlassen“, titelte die Einbecker Morgenpost schon 2006 über die Recherchen der Autorin, die den Lebensweg Willi Haupts von 1910 bis 1942 nachzeichnete. Ein Infanteriegeschoss beendet nach nur 32 Jahren das Leben des jungen Wehrmachtssoldaten, der sicherlich – wie so viele andere Soldaten aller kriegsführenden Staaten im Zweiten Weltkrieg – lieber zuhause geblieben, der Arbeit und seinen Freizeit-beschäftigungen nachgegangen wäre. - Elfie Haupt kommt in zwei Tagen nach Artern, um in einer Buchlesung über ihren Onkel Willi und auch über interessante Forschungsarbeiten in Sachen eigener Familiengeschichte zu berichten. Bitte besuchen Sie am Donnerstag, den 19. Mai 2011 um 17.00 Uhr unsere Veranstaltung, die in der Volkshochschule Artern, Puschkinstraße 58 stattfindet! Zudem informiert uns Sebastian Fehnl vom Landesverband Thüringen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge über die Arbeit dieses Vereins. Musikalisch wird die Lesung von Schülerin Pauline Berger (Gitarre) aus Rossleben abgerundet. Wir freuen uns sehr, auch Sie in der VHS begrüßen zu dürfen!


Sonntag, 15. Mai 2011

Als einen Spaziergang ins Grüne, so könnte man den am Freitag absolvierten Vororttermin auch bezeichnen, würde sich dahinter nicht arbeitsreiche aber auch interessante heimatkundliche Befassung verbergen. Gemeinsam mit Steffen Krahmer vom Landesamt für Vermessung und Geoinformation, Katasterbereich Artern stiefelten Werner Reich aus Nienstedt, passionierter Heimatforscher mit Schwerpunkt „Historische Grenzsteine“, sowie der ARATORA-Vorsitzende durch die Fluren zwischen Artern, Kalbsrieth und Ritteburg. Hintergrund der Tour waren die Erkundung, Dokumentation und Erfassung von historischen Grenzsteinen. Insbesondere  Grenzstein Nr. 9 in Sektion XVIII war von Interesse, der – wie alle andere gleichfalls in der Nähe befindlichen Steine – im Jahre 1836 errichtet worden war. Aus historischen Karten waren deren Existenz und Standorte wohl bekannt, allein während Flurbegehungen konnte Werner Reich nicht alle finden. Umso größer die Freude, als die fehlenden Steine vor zwei Tagen „entdeckt“ werden konnten. Besagter Grenzstein Nr. 9 mit den Gravierungen „KP“ für Königreich Preußen und „GS“ für das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach liegt derzeit umgelegt am Ackerrand, kann auch nicht mehr an seiner ursprünglichen Stelle aufgerichtet werden. Der Arterner Heimatverein ARATORA wird daher in der kommenden Woche einen sogenannten Abmarkungsantrag stellen, um diesen Grenzstein, der längst keinen rechtsverbindlichen Wert mehr besitzt, um einige Meter versetzt als historisches Denkmal neu errichten lassen zu können und ihn somit zu erhalten.


Freitag, 13. Mai 2011

Wie schon so oft, konnte auch während der vergangenen Tage seitens des Heimatvereins ARATORA wichtige Zuarbeit für die Stadt- und Heimatgeschichtsforschung geleistet werden. Im regionalen Bereich erhielt Heimatfreund Manfred Schröter aus Berga vom Heimat- und Geschichtsverein Goldene Aue, bekannt als Erforscher und Schützer historischer Kleindenkmale (Verkehrs-, Post-, Straßen- und Vermessungsgeschichte), ein historisches Foto eines Thüringer Grenzsteins. Seinem Wissen nach wäre kein weiteres derartiges Bild bekannt, das einen solchen alten Grenzstein zeigt, denn im Dritten Reich wurden diesen Grenzsteinen in Thüringen die sieben Sterne und die Worte LAND THÜRINGEN heraus gemeißelt. Mit Hilfe von Frank Störzner aus Erfurt, Autor und ebenfalls seit langen Jahren in der Thüringer Kleindenkmalforschung involviert, soll nunmehr die (bislang unbekannte) Örtlichkeit dieses schönen bildlichen Dokumentes ermittelt werden. Näheres zur Thematik unter http://www.forschungsgruppe-meilensteine.de/ , wo u. a. auch die Broschüre das Meilenstein-Journal angefordert werden kann. - Auch Gastwirt Detlef Friedchen und dessen Sohn Andrè aus Artern baten um Hilfe, geschichtliche Daten des „Goldenen Hirschs“ nahe dem Bahnhof betreffend. Aus den Beständen des Heimatvereins ARATORA konnten mehrere historische Bilder sowie erste Hinweise aus der Geschichte dieses Gast- und Logierhauses übermittelt werden. Detlef Friedchen will den alten Gasthof wieder nutzen und sukzessive für Übernachtungen ausbauen. Der erste Schritt hierzu wird bereits am 13. Mai getan. Ab dann stehen Betten für Touristen im „Goldenen Hirsch“ bereit. – Auch die derzeit in Artern grabenden Archäologen des Thüringischen Landesamtes erhielten etliche historische Nachrichten über die Grabungsstätte in der Leipziger Straße 3 (unser Bild), wo sich in unmittelbarer Nähe mit dem Altstädter Tor einst ein doppeltes (!) Stadttor im System des mittelalterlichen Defensivwerkes befand. Neben Exzerpten aus historischen Überlieferungen und Chroniken konnten auch alte Kartenausschnitte sowie hilfreiche Mitteilungen über Straßenpflasterungen in Artern zu spätsächsischer und frühpreußischer Zeit an Dr. Ingmar Balfanz übergeben werden. Mit Hilfe dieser Unterlagen konnte sich der Grabungsleiter ein aufhellendes Bild von der Situation des heutigen Grabungsbereiches vom 17. bis 19. Jahrhundert machen. – Forscherkontakte anlässlich des kürzlich stattgefundenen Tages der Heimatgeschichte in Jechaburg ermöglichten zudem die Anbahnung eines weiteren interessanten Vortrages in diesem Herbst.


Blick ins Fürhmittelalter: Broschüre über den Frauenberg

Mittwoch, 11. Mai 2011

Wie man Wissenschaft verständlich, publikumswirksam und zugleich fundiert darstellt, davon zeugt die soeben erschienene Broschüre „Entdeckungen um den Frauenberg. Ein Berg gibt seine Geheimnisse preis“ aus der Feder von vier Autoren, erschienen in Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung Sondershausen und Thüringischem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (unser Bild). Auf 50 Seiten und untergliedert in acht Kapitel werden Geologie, Natur, Geschichte und Ausgrabungen dieses wichtigen frühkirchlichen Zentrums und späteren Archidiakonats Jechaburg vorgestellt, ergänzt mit 49 Abbildungen bzw. Karten – alles zum Preis von 4,00 Euro. Trotz der scheinbaren geographischen Ferne hat Jechaburg direkt mit Artern zu tun, denn auch unsere Kirche stand unter einem Erzpriester (mit Sitz in Frankenhausen) dieses kirchlichen Verwaltungszentrums. Das lesenswerte kleine Werk sei jedem an Archäologie und mittelalterlicher Geschichte Interessierten anempfohlen. – In eine ganz andere Richtung zielt eine aktuelle Veröffentlichung, für die Heimatfreund Werner Reich aus Nienstedt bei Allstedt verantwortlich zeichnet und die er am 6. Mai 2011 vor mehr als sechzig Besuchern seiner Gemeinde präsentierte. Mit der Broschüre „Einwohner und Gebäude Nienstedts 1861-2009“ hat der Verfasser eine Zusammenstellung der einzelnen Wohngebäude seiner Heimatgemeinde erstellt und deren Bewohner über anderthalb Jahrhunderte aufgelistet, wobei jedes Haus auch bildlich dokumentiert ist. Weniger vom Inhalt her als vielmehr von der Idee könnte eine solche Sammlung auch für Artern erstellt werden, vielleicht sukzessive zuerst die Altstadt, dann die Neustadt und schließlich die noch jüngeren Wohnviertel ab Ende des 19. Jahrhunderts. Zahlreiche Bildbelege hierzu fänden sich in der Fotosammlung des Heimatvereins ARATORA. Wer hätte Zeit dazu, Lust und Interesse! Diesbezüglich sei auch nochmals auf unseren Aufruf zur Erstellung von privaten Haus- oder Wohnungschroniken vom 18./19. August vergangenen Jahres unter AKTUELLES hingewiesen (bitte nach unten scrollen).


Montag, 9. Mai 2011

Schon zum siebten Mal riefen Kreisheimatpfleger Gottfried Braasch und seine Mitarbeiter der Vorbereitungsgruppe zum Tag der Heimatgeschichte. Diesmal ging’s nach Jechaburg, einem Ortsteil von Sondershausen (seit 1950), unterhalb des sagenumwobenen Frauenberges mit seiner mystischen Schwanensage. Das Thema des Tages – Archäologie im Kyffhäuserkreis – lockte viele Heimatfreunde aus unserer Region an, und sie wurden nicht enttäuscht. Immerhin wurden in den vergangenen Jahrzehnten, verstärkt aber in den letzten Jahren durch den Bau der Autobahn A 71, zahlreiche Bodenfunde, wie Gräber, Siedlungsreste, Keramik, Werkzeuge, Waffen und Schmuck entdeckt, gerettet und dokumentiert, z. T. auch bereits museal ausgestellt. Der Vormittag in der Kirche St. Peter und Paul (1731) war geprägt von hochinteressanten Vorträgen zur regionalen Geschichte und Vorgeschichte: Uwe Lüttkopf vom Heimat- und Geschichtsverein Jechaburg berichtete über das gleichnamige Archidiakonat, einem mittelalterlichen kirchlichen Verwaltungsbezirk mit hoher Bedeutung, deren älteste Urkunde ins das Jahr 1182 datiert. Dr. Diethard Walter aus Weimar sprach danach über archäologische Untersuchungen um Sondershausen, besonders über frühmittelalterliche Funde und Befunde auf dem Frauenberg. Archäologische Funde entlang der A 17 zwischen Leubingen bis Voigtstedt entlang der A 71 stellte schließlich Dr. Klaus-Peter Wechler, den die rund 80 Besucher beim ARATORA-Vortrag am 24. März 2011 in Artern kennenlernen durften, vor. Am frühen Nachmittag ging’s dann bergan zu den Ausgrabungen auf dem sagenhaften Frauenberg. – Wieder einmal hat es Kreisheimatpfleger Gottfried Braasch geschafft, interessante Beiträge und ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen. Lohn seiner Bemühungen waren über hundert Besucher, die einen gelungenen und abwechslungsreichen Tag in Nähe der Kreisstadt verbringen durften sowie eine Auszeichnung für seine jahrelange Arbeit im Dienste der Heimatkunde. Nicht zu vergessen bei dieser Veranstaltung - das Lebenselixier aller Heimatforscher: Kontakte, Kontaktpflege und Gespräche am Rande über neueste Forschungen und Entdeckungen. - Auch in unserer Stadt Artern wird derzeit archäologisch geforscht. Seit erster Maiwoche graben Mitarbeiter des Thüringischen Landesamtes für Archäologische Denkmalpflege in der Baulücke Leipziger Straße 3, neben Gaststätte Hilmer. Dort wird demnächst eine Wohnbebauung vorgenommen. Bislang wurde an drei Stellen in den Boden vorgedrungen und neben erwarteten neuzeitlichen Befunden schon typische Siedlungskeramik des Spätmittelalters und der Frühneuzeit sowie Verputzreste geborgen. Im südlichen Teil der Grabungsfläche kamen unerwartet mächtige Fundamente zutage, die noch nicht zeitlich und sachlich eingeordnet werden können. Unter der gleichfalls entdeckten Pflasterung könnten weitere interessante und vor allem ältere Funde auf das Grabungsteam warten. Der Heimatverein ARATORA hat bereits zahlreiche historische Informationen über diese Grabungsfläche gesammelt und wird diese heute an die Archäologen überreichen. Die Grabungsstelle befindet sich in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Altstädter Tores. Die Grabung wird sicher auch bzgl. dieses mittelalterlichen Stadttores und seines Umfeldes neue Erkenntnisse bringen.