Zur freundlichen Beachtung (neue Publikationen, Spendenaktionen, Archivwesen) & Aktuelle Meldungen zur heimatkundlichen Arbeit (einmal wöchentlich)
Sonntag, 13. November 2011
November, Trübsal, Nebelwetter – alljährlich das passende Ambiente zum Totengedenken, so auch am heutigen Volkstrauertag. Seit 1952 wird zwei Wochen vor dem ersten Advent den Opfern von Kriegen und Gewaltherrschaft gedacht; der Volkstrauertag reicht jedoch mit seinen Wurzeln bis in das Jahr 1926 zurück. Während dieser langen Zeit ist der stille Gedenktag leider mehr und mehr unpopulär oder eben ritualisiert und damit instrumentalisiert worden. Die Anzahl der Teilnehmer an offiziellen Veranstaltungen wird stets weniger und zugleich immer älter. Fast scheint es, als hätten jene, für die die Ehrenmäler errichtet worden sind, bald keine Stimme mehr! So wie ihre Namen an den steinernen Erinnerungsmalen langsam verblassen, schwindet wohl auch die Einsicht, dass Kriege Massaker zwischen Menschen sind, die sich nicht kennen – zum Nutzen von Leuten, die sich zwar kennen, sich jedoch nicht massakrieren! Denn noch immer ist – gemäß Carl von Clausewitz - der Krieg eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Wann aber hat je ein Soldat einen Krieg angefangen? Wahrscheinlich nie, der Befehl dazu kam zu jeder Zeit und stets aus den politischen Chefetagen, egal welcher Couleur! Dazu und immer noch hochaktuell meint Otto von Bismarck: „Wehe dem Staatsmann, der sich in dieser Zeit nicht nach einem Grunde zum Kriege umsieht, der auch nach dem Kriege noch stichhaltig ist.“ Und schließlich Charles de Gaulle: „Die Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie es mit seinen Toten umgeht.“ – In Artern wird heute am Ehrenmal auf dem Friedhof der Opfer von Krieg, Vertreibung und Diktaturen gedacht. Die früheren großen Denkmale sind leider alle fort – jene auf dem Bismarckplatz (unser Bild) und dem Marktplatz. Allein deren zentrale Standorte riefen immer wieder die Gefallenen ins Bewusstsein der Menschen. Die am Friedhof und somit eher abseits gelegene nachkriegszeitliche Gedenkstätte mit ihrem realsozialistischen „Charme“ hat nicht nur deshalb nie die Popularität jener alten Gefallenendenkmale erreichen können!
Freitag, 11. November 2011
Die neueste Ausgabe Heft 3/2011 der Zeitschrift „Computergenealogie“ (siehe
http://wiki-de.genealogy.net/Computergenealogie/Aktuelles_Heft)
widmet sich erneut Themen, die Familien- wie Heimatforscher und Ortschronisten
gleichsam bewegen und manchmal auch aufregen: Möglichkeiten der Identifikation
alter Fotos, damit verbunden das Retuschieren und somit der Erhalt beschädigter
bzw. unscharfer Fotos sowie die Rechtslage (Urheberrechte) um historische bzw.
aktuelle Abbildungen. Zudem werden Optionen elektronischer Speicherungen von
Bildmaterial unterbreitet. Weiterhin stehen die goßen familiengeschichtlichen
Sammlungen des Reichssippenamtes und ihre heutige Nutzung im Sächsischen
Staatsarchiv (Deutsche Zentralstelle für Genealogie) im Fokus. – Besonders
dieses äußerst inhalts- und abwechslungsreiche Heft sei auch unseren ein heimischen
Familienforschern empfohlen. Es kostet 5,00 Euro zzgl. 1,10 Euro Porto und kann
beim Verein für Computergenealogie bestellt werden. Gleiches gilt für ältere
Hefte, die ebenfalls von hohem Interesse sein dürften. - Zum Schluss noch ein
Blick in die nahe Zukunft: Die nächste Ausgabe der großen Jahresschrift
„Familienforschung“ mit den Untertitel „Ahnenforschung leicht gemacht.
Computergenealogie für jedermann“ erscheint nach Angaben des Vereins für
Computergenealogie am 16. Dezember 2011. An selbigem Datum erscheint zudem die
vierte Ausgabe 2011 des Magazins „Computergenealogie“. Auch unseren Geschichtsfreunden
und Hobbygenealogen seien beide Zeitschriften, z. B. als Lektüre zu
Weihnachtszeit und Jahreswechsel oder als Geschenk zum Fest, ganz besonders ans
Herz gelegt werden: kompetent, fach- und sachkundig, sehr anschaulich und vor
allem Lust auf mehr in der Familien- und Heimatforschung machend!
Mittwoch, 9. November 2011
Besonders Bodendenkmalpflegern des Gebietsreferates Nordthüringen sowie allen regionalgeschichtlich und vor allem archäologisch Interessierten empfiehlt das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar eine Präsentation aktueller ur- und frühgeschichtlicher Funde unserer Heimat. Unter dem Titel „Im Schatten des Leubinger Hügels“ wird im Historisch-Technischen Museum Dreysehaus in Sömmerda, Weißenseer Straße 15 ab heute und bis zum 15. Januar 2012 in zwei Räumen eine kleine, aber inhaltsträchtige Ausstellung zu den Ergebnissen der Ausgrabungen im Vorfeld des Baues der Autobahn A 71 in der Umgebung des Leubinger Fürstenhügels gezeigt. – Die Untersuchungen im Umfeld dieses bronzezeitlichen Hügelgrabes wurden nicht nur von der archäologischen Fachwelt mit besonderer Spannung erwartet. Die große Frage: „Wie sah das Umfeld dieses ‚Bronzezeitfürsten’ aus?" hofften die Forscher mit den Ausgrabungen klären zu können. – Auf über 28 Hektar Grabungsfläche dokumentierten die Archäologen fast 8.000 Befunde. Unter den vielfältigen Siedlungs- und Grabfunden aus 5.500 Jahren Geschichte waren ein monumentaler Gebäudegrundriss der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur (19./18. Jh. v. Chr.) mit Deponierung von fast hundert Bronzebeilen sowie Gräber aus der Zeit des Thüringer Königreiches (spätes füntes Jahrhundert) von herausragender Bedeutung. In der Ausstellung können Beile des bedeutenden Depotfundes sowie die Grabausstattungen einer zur Thüringer Oberschicht des fünften Jahrhunderts gehörenden Bevölkerungsgruppe bewundert werden. Pläne, Bilder und Texte vermitteln ein sehr anschauliches Bild über die aufschlussreichen Grabungen. (Unser Bild zeigt Mitglieder des Geschichtsclubs aus Freienbessingen und des Heimatvereins ARATORA beim Besuch der archäologischen Forschungen nahe Dermsdorf am 22. Juli 2011.) – Die Ausgrabungen und Restaurierungsarbeiten wurden vom MDR aufwändig begleitet. Heute Abend um 21.15 Uhr strahlt der MDR im Rahmen der Serie „Thüringen Spezial“ die daraus produzierte Sendung unter dem Titel „Nachrichten aus dem Thüringer Königreich“ aus. Näheres dazu auf der Homepage des MDR unter http://www.mdr.de/tv/programm/sendung58556.html. – In Sömmerda findet zudem am 10. Dezember 2011 eine kleine Tagung der Bodendenkmalpfleger des Gebietsreferates Nordthüringen statt, verbunden mit Besuch obiger Ausstellung. Vertreter des Heimatvereins ARATORA werden mit dabei sein!
Montag, 7. November 2011
Für den orts-, regional- und landesgeschichtlich Interessierten ist die Lange Brüdergasse 12 in Bad Langensalza seit 1991 eine der besten Adressen; dort ist der Thüringer Heimatliteraturversand und Verlag Harald Rockstuhl ansässig. Vor wenigen Tagen erschien dessen Novitätenkatalog 2012 mit 68 Seiten Umfang und einem scheinbar nicht zu schlagenden Angebot von Literatur aus der Geschichte, Natur und Umwelt Thüringens und seiner Nachbarregione. Hier sollte jeder Heimatfreund zumindest ein Weihnachtsgeschenk für sich oder zur freundlichen Weitergabe finden, u. a. aus den Rubriken Ortschroniken, Burgen und Schlösser, Archäologie, Geologie, Eisenbahngeschichte, Mundart, Verkehrswesen und Straßen, Sagen und Märchen, Kirchengeschichte, Denkmale, Landkarten, persönliche Erinnerungen, Bergbau, Einwohnerbücher usw. Auch unsere neueste ARATORA-Vereinsschrift „Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben seit Anfang 1800“ hat Einzug in den neuen Katalog gefunden, trotzdem dort die Laufzeit dieser Arterner Stadtchronik von 1800 bis 1900 gleich mal um drei Jahrzehnte bis 1930 verlängert worden ist (sei`s drum, aus der Genealogie der Schwarzburger Fürsten wurde auch eine Geologie!). - Interessenten können den dennoch sehr empfehlenswerten Katalog über http://www.rockstuhl.com/ als Druckausgabe bestellen bzw. als PDF herunterladen oder aber gern auch beim Heimatverein ARATORA einsehen. – Übrigens ist das im neuen Katalog angekündigte Buch „Die Unstrut. Geschichte, Landschaft und Leben am Fluß von der Quelle bis zur Mündung, das 2012 erscheinen soll, ist nicht zu verwechseln mit dem Buchprojekt „Die Unstrut – Ein Fluss und seine Geschichte(n)“ von Dr. Mathias Deutsch und Andreas Schmölling. Beide ARATORA-Autoren werden sich darin „lediglich“ den Flussabschnitt zwischen Sachsenburg und Wendelstein vornehmen und diesen in kulturhistorischer, geschichtlicher, volkskundlicher und klimatologischer Hinsicht beleuchten. Nach wie vor wird für dieses Buch um Bildspenden sowie inhaltliche Hinweise geworben.
Samstag, 5. November 2011
Mit heutigem Tag wird unsere bereits umfangreiche GALERIE um vier weitere historische Bilder mit Arterner Ansichten vervollständigt, die unserer neuesten Veröffentlichung „Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben seit Anfang 1800“ (von der bereits über zwei Drittel der Auflage verkauft wurden) entnommen worden sind. Zu sehen ist das erst vor wenigen Jahren abgerissene Amtshaus aus dem 18. Jahrhundert am Unteren Salinetor um 1910, weiterhin historische Ansicht der Fräuleinstraße mit Krankenhaus um 1950 (unser Bild), zudem längst abgerissene Wohnhäuser am östlichen Ende der Leipzig Straße um 1975 sowie das Hotel zum Deutschen Kaiser, später Polizeiamt, nahe der Katholischen Kirche, um 1900. – Bitte beachten Sie auch unseren in Kürze hier verlautbarten Aufruf um Unterstützung, für unsere nächste Buchveröffentlichung (weiterer Reprint 2012), möglichst noch nie veröffentlichte Bilder mit Arterner Motiven bzw. früheren Persönlichkeiten unserer Stadt (also primär aus privatem Besitz) publizieren zu wollen. Machen Sie bitte mit, helfen Sie uns und unseren Lesern!
Donnerstag, 3. November 2011
Im Laufe der vergangenen anderthalb Jahre wurde auf unserer Homepage immer wieder gern auf lokal- und regionalhistorische wichtige Neuerscheinungen hingewiesen, besonders den Kyffhäuserkreis aber auch unsere weitere Nachbarschaft betreffend. Eine in jeder Hinsicht herausragende aktuelle Veröffentlichung erreichte uns kürzlich aus dem Kreis Mansfeld-Südharz, nämlich aus Breitungen die Festschrift „1050 Jahre Breitungen im Südharz 961-2011“. Auf 156 Seiten stellen darin heimische Autoren die schöne Gemeinde nördlich von Roßla vor, die viele Arterner mit angenehmen Urlaubswochen während der 1970 und 1980 er Jahre in Bungalows der Kyffhäuserhütte verbinden. Die Verfasser berichten darin u. a. über Landwirtschaft und Handwerk, frühere medizinische Versorgung, Altbergbau, Ur- und Frühgeschichte, Schule und Kindergarten, Kirchen, Dorfleben, Tourismus, Jagd, Feuerwehr, Heimatverein, Wald und Waldwirtschaft, Flur, Tier- und Pflanzenwelt, wichtige Gebäude, Mühlen, Sehenswürdigkeiten der Umgebung sowie über das Verkehrswesen. Mit diesem breiten Spektrum von Geschichte über Volkskunde bis Naturwissenschaft wird beinahe die gesamte Palette heimatgeschichtlicher Forschungen abgedeckt und vorgestellt. Besondere optische Leckerbissen bieten über 200 Abbildungen, zumeist historische (wenngleich etliche vielleicht etwas zu klein in der Wiedergabe geraten sind). Darüber hinaus sehr erfreulich: Mehr als 20 Verfasser haben an diesem durchweg empfehlenswerten und gestalterisch sehr ansprechenden Heimatbuch mitgearbeitet und ein abwechslungsreiches Werk geschaffen. Interessenten sind herzlich eingeladen, beim Heimatverein ARATORA Einblick in dieses Buch zu nehmen oder über uns Kontakt mit dem Anbieter dieser Schrift aufzunehmen.
Dienstag, 1. November 2011
Schon einmal befasst sich Knut Görich, Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, mit dem Thema „Staufer“. Der Verlag C.H. Beck verlegte bereits vor etlichen Jahren Görichs Taschenbuch in seiner Wissen-Reihe als „Die Staufer. Herrscher und Reich“. Nun hat sich der Autor dem herausragenden und bekanntesten Vertreter dieses mittelalterlichen Herrschergeschlechtes gewidmet: Friedrich Barbarossa (um 1122-1190). Dazu der Münchener Beck-Verlag auf seiner Homepage: „Der Zufall hatte dem Staufer Friedrich auf den Thron verholfen: Der Sohn König Konrads III. war bei dessen plötzlichem Tod zu jung, und so fiel die Wahl auf den Herzog von Schwaben, der als Kaiser Barbarossa in die Geschichte eingehen und maßgeblich unser Bild vom Mittelalter prägen sollte. Doch bewundern wir vielleicht nur ein Trugbild? Knut Görich befreit in seiner grundlegenden Biographie den Stauferherrscher aus dem Rankenwerk der Legendenbildung und zeigt ihn einerseits als Genie des Ausgleichs im Umgang mit den Großen des Reiches. Andererseits gelingt es ihm herauszuarbeiten, in welchem Maße Friedrich I. in allen seinen politischen und militärischen Handlungen auf die Wahrung und Mehrung seines eigenen Rangs und auf die Ehre des Reiches bedacht war. So entsteht insgesamt das nuancierte Bild eines realen mittelalterlichen Menschen, das sich deutlich von all jenen Projektionen unterscheidet, die ihren Ausgang in einer nationalistisch orientierten Geschichts- schreibung des 19. Jahrhunderts genommen und bis heute unsere Wahrnehmung des historischen Barbarossa bestimmt haben.“ – Hier nun die Details zum Buch: Görich, Knut: Friedrich Barbarossa. Eine Biographie. C.H. Beck, 2011. 782 Seiten, 50 Abbildungen, 11 Karten, gebunden. Das Werk ist ab sofort über den Buchhandel lieferbar!
Sonntag, 30. Oktober 2011
Nach Untertage ging’s am vergangenen Freitag mit Dipl.-Museologe Michael Brust aus Steinthaleben, der sich mit einem Multimediavortrag in der Volkshochschule Artern dem Altbergbau im Revier nördlich von Sangerhausen widmete. Mit in die Grube fuhren mehr als zwanzig Besucher, u. a. aus Artern und Bad Frankenhausen, Burgtonna, Rastenberg, Ringleben sowie Voigtstedt ein. Im Mittelpunkt standen die Geschichte des regionalen Kupferschieferbergbaus sowie die Vorstellung der ehemaligen Montagebiete des Segen-Gottes- und Gonnaer Stollens. Das Publikum brachte dem Referenten große Aufmerksamkeit und hohes Interesse entgegen, sodass sich aus dem gut einstündig geplanten Referat eine fast zweieinhalbstündige Veranstaltung entwickelte. Höhepunkt war ein privater Film über eine mehrstündige Befahrung der Elisabethschächter Schlotte, den Michael Brust als einer der Expeditionsteilnehmer kommentierte. Diese Höhlungen dienten einst zur Wasserhaltung des Kupferschieferabbaus um Morungen. Näheres auch dazu auf der Homepage http://www.kalkschlotten.de/. Besonders die anwesenden alten Bergleute und Bergbauforscher waren von diesen Aufnahmen aus der Welt des Gipskarstes begeistert; dies äußerte sich auch in der sich anschließenden Gesprächsrunde. Für seinen sehr interessanten und besonders abwechslungsreichen Vortrag mit einmaligen Aufnahmen dankte der Heimatverein ARATORA mit einem Buchgeschenk sowie der Bitte um einen weiteren Vortrag über regionalen Montanbau und Geologie im kommenden Jahr.
Freitag, 28. Oktober 2011
Die Nacht vom morgigen Samstag auf Sonntag, 30. Oktober 2011 lässt uns am zweimal im Jahr stattfindenden Schauspiel der Zeitumstellung teilnehmen. Ab Sonntagmorgen 3.00 Uhr wird wieder Winterzeit oder besser Normalzeit herrschen. Hierzu werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt, die Nacht dauert also eine Stunde länger. – In Deutschland wurde die derzeit gültige Zeitumstellung von der Normalzeit auf Sommerzeit im Jahre 1980 eingeführt. Damit wurden die bereits in vielen Nachbarländern angepassten Zeitregelungen übernommen, zumal von politischer Seite die Überzeugung präsent war, mit besserer Nutzung des Tageslichts Energie sparen zu können (letzte Nachwirkungen der Ölkrise 1973!). Mögliche Dissonanzen mit der inneren Uhr und dem Biorhythmus, verbunden mit Schlafproblemen sowie Herz-Kreislauf-Unstimmigkeiten, wurden billigend in Kauf genommen – bis heute! Russland hat es von kurzem vorgemacht: es geht auch ohne die lästige Zeitumstellung! – Was hätte Luther wohl dazu gesagt, dessen historischer Thesenanschlag am kommenden Montag, 31. Oktober begangen wird? Der große Reformator hat die kirchliche Ordnung zwar gründlich und nachhaltig durcheinander gebracht, doch am Ablauf der Zeit hat auch er nichts geändert. Erst 1582 kam es mit der Korrektur des Julianischen Kalenders zu solchen Umwälzungen. Papst Gregor XIII. bestimmte, dass in jenem Jahr zehn Tage zu überspringen seien, um wieder Einklang zwischen Kalenderjahr und Sonnenjahr und damit verbunden der christlichen Osterrechnung zu schaffen. Es folgte auf den 4. Oktober 1582 sogleich der 15. Oktober, wobei die Abfolge der Wochentage beibehalten worden ist. Kurios: Nicht wenige Bauern beklagten den „Wegfall“ dieser Dekade und wollten dadurch Ausfälle in der Landwirtschaft und damit verbunden Entschädigungen geltend machen. - Unser Bild: Uhr der Arterner Marienkirche.
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Im Nachgang unserer jüngsten, sehr erfolgreichen Vereinsschrift „Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben seit Anfang 1800“ wird sukzessive bereits an der Fortsetzung dieser Arterner Stadtchronik des 19. Jahrhunderts gearbeitet. Diese soll gleichfalls als Reprintdruck publiziert werden und hat Nennungen und Beschreibungen (fast) sämtlicher Handwerker und Gewerbetreibender in Artern zum Inhalt; gleichfalls für die Zeit zwischen 1800 und 1900. Ergänzt wird die erstmals 1929 unter dem Titel „Artern und seine Bewohner im vorigen Jahrhundert“ erschienene Abhandlung u. a. mit einer umfangreichen Beschreibung unserer Stadt, Schilderung von historischen Zuständen, Bekleidung unserer Ahnen, deren Arbeits- und Lebensweise, weiterhin Hochwasser und Brände in Artern. – Im Vorfeld wurden bereits etliche neue „alte“ Bilder von Handwerksgeschäften, Produkten und Läden vorsortiert. Doch wir benötigen noch weitere historische Fotos, möglichst mit alten Ansichten von hiesigen Produktionsstätten, Verkaufsräumen und besonders damit verbundenen Personen – also Handwerksmeister, Gesellen, Verkäufer usw. aus Artern. Mitglieder und Freunde deshalb herzlich aufgerufen, uns leihweise derartige alte Dokumente zur Verfügung zu stellen bzw. für uns Scans mit Auflösung von 600 dpi selbst anzufertigen. Gesucht werden Abbildungen z. B. von Bäckern, Fleischern, Müllern, Schmieden, Schneidern, Maurern, Zimmerleuten bzw. Inhabern von Verkaufgeschäften. – Der Sommer 2012, vielleicht wieder der Tag des offenen Denkmals, könnte als Erscheinungstermin dieser familiengeschichtlich, historisch und volkskundlich wichtigen Schrift avisiert werden.
Montag, 24. Oktober 2011
Die ersten verbindlichen Anmeldungen für Eintrittskarten zu diesjährigen Weihnachtskonzert datieren tatsächlich in den August, ab letzter Woche ist der Kartenvorverkauf offiziell eröffnet. Die festliche Musikveranstaltung mit dem Neuen Ensemble Leipzig (unser Bild) findet am Donnerstag, 15. Dezember um 19.30 Uhr in der Veitskirche statt. Interessenten können Vorbestellungen äußern bzw. Karten schon jetzt erwerben (Tel. 03466 /320139). Zur Beachtung: Schon jetzt sind fast zwei Drittel der Plätze in der Veitskirche vorbestellt bzw. wurden Eintrittskarten verkauft! Interessenten sind daher angehalten sich möglichst zeitnah beim Heimatverein ARATORA zu melden (Tel. 03466 / 320139). Reservierte Karten müssen allerdings bitte bis Freitag, 30. November bezahlt werden, da ansonsten das Anrecht verfällt. Auch bereits gekaufte Karten können nur bis 30. November zurückgegeben werden! – Wie uns vorab Pianist Gernot Oertel vom Neuen Ensemble Leipzig wissen ließ, bringt er Anke Rehfeld (Violine) sowie als Gäste Ramona und Jens Thiele (Gesang und Keyboards) mit. Es werden klassische Stücke u. a. von Händel und Vivaldi erklingen, aber auch Adaptionen alter Stücke in zeitgemäßem Gewand sowie traditionelle Weihnachtslieder. Gernot Oertel verspricht einen romantischen Abend zur Advents- und Weihnachtszeit in Artern. In der Konzertpause werden Getränke angeboten, Nutzungsmöglichkeit von Sanitäreinrichtungen für unsere Besucher wird organisiert. Für Ältere und/oder Gehbehinderte aus Artern wird wiederum ein kostenloser Fahrdienst zur Veitskirche bzw. wieder nach Hause eingerichtet. Auch hierzu erbitten wir vorherige Anmeldung.
Samstag, 22. Oktober 2011
Der erste geschichtliche Vortrag des Heimatvereins ARATORA in diesem Herbst findet in der kommenden Woche statt. Hierzu werden Mitglieder, Freunde und Interessierte herzlich eingeladen: Freitag, 28. Oktober 2011 um 19 Uhr in der Volkshochschule Artern, Puschkinstraße 58. Unser Referat dürfte diesmal besonders an Bergbau und Geologie Interessierte ansprechen. Dipl.-Museologe Michael Brust aus Steinthaleben widmet sich in einem kombinierten Bild-Film-Vortrag dem Altbergbau im Sangerhäuser Revier und dessen historischen Hinterlassenschaften: Halden, Schächte, Pingen, Stollen und Schlotten - untermalt mit einmaligen Fotos aus der „Unterwelt“ unserer Heimat. – Also: herzlich willkommen zu unserem Vortrag; mehr zum Referenten und dem Altbergbau in unserer Region unter www.kalkschlotten.de. (Der ursprünglich avisierte Vortrag zur Geologie des Kyffhäusergebirges mit seinen Gesteinen und Fossilien wird erst nächstes Jahr stattfinden, da zuvor noch aktuelles Bild- und Textmaterial eingearbeitet werden muss.) Aufgrund begrenzter Sitzgelegenheiten bzw. vorheriger Möglichkeiten zur Aufstockung des Raumes wird um Anmeldung über Telefon 03466 / 320139 oder Email gebeten.
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Gerade einmal reichlich fünf Wochen seit Erstveröffentlichung unserer Jubiläumsschrift „Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben seit Anfang 1800“ kann ein überaus positives Fazit über diese Publikation gezogen werden. Zwei Drittel der Auflage hat inzwischen interessierte und dankbare Käufer gefunden - in Artern, Thüringen und Deutschland. Mit zahlreichen Telefonaten, Briefen und Mails erreichten uns Worte der Anerkennung, oft verbunden mit Nachbestellungen dieser einmaligen Chronik. Die von vielen Lesern abgegebenen Beurteilungen sprechen letztlich für die hohe Qualität unserer sechs Stadtchronisten im 19. Jahrhundert, deren redaktionellen Bearbeiter Otto Wagner und vielleicht auch ein wenig hinsichtlich der Auswahl der historischen Bilder, die dem Textteil beigegeben worden sind. Ob die Arterner Stadtchronik des 19. Jahrhunderts - wie angedacht - zum Weihnachtsmarkt Anfang Dezember noch angeboten werden kann, ist fraglich, da evtl. Ende des Jahres schon ausverkauft. Wir werten dies als guten Beweis dafür, dass die meisten Arterner sich nach wie vor für ihre Stadt und deren Geschichte interessieren! – Hier nun ein Bruchteil der Dankesworte, die uns zum neuen Buch erreichten. Spenglermuseum Sangerhausen: „... schönes Buch für die Museumsbibliothek. Herzlichen Dank dafür! Ich freue mich immer sehr, wenn ich die neu erschienen Ortschroniken bekomme und einstellen kann, denn hier sind die Bücher dauerhaft für alle interessierten Leser benutzbar.“ – Leserin aus Geising im Osterzgebirge: „Sie haben mir eine große Freude mit der Sonderschrift der Arterner Stadtchronik gemacht. Ich habe mich gleich auf die Fotos gestürzt. Es war wie in unserer Kindheit. Wie viele Läden gab es in Artern, und alle konnten davon leben. Heute ist vieles anders, aber einiges nicht besser.“ – Stadtmuseum Einbeck: „... Jubiläumsband der ARATORA, zu dem ich Sie herzlich beglückwünsche. [...] Es ist fantastisch, dass ein Verein über so viele Epochen und auch historische Brüche seinen Bestand wahren kann und die neuen Aufgaben immer wieder Menschen zum Mitmachen und zum Engagement für ihre Heimat begeistern.“ – Ein Vereinsmitglied aus Wilnsdorf, Kreis Siegen (NRW) schreibt: „Vielen Dank für die Zusendung der Arterner Stadtchronik. Die Sache ist sehr interessant und ich werde mich viel damit beschäftigen.“ – Eine Familienforscherin (Lüttichs in und um Artern) aus Düsseldorf: „U. a. habe ich gerade das neue Buch von Dir (das 2. hat mein Vater mit großer Freude entgegengenommen) studiert bzw. den Namen Lüttich markiert!!! Es ist ein tolles Buch geworden... sehr interessant und wenn man es wirklich vertiefend liest, gerät man in eine ganz andere uns mittlerweile fremd gewordenen Welt. Auch die alten Fotos sind sehr schön.“ – Schließlich ein Vereinsmitglied und Familienforscherin aus Marburg/Lahn: „Welche Überraschung und eine besondere Fundgrube für mich diese Sonderschrift bedeutet, kann ich nicht hoch genug schätzen! Herzlichen Dank, besonders für Ihr Engagement, ein Einsatz von unschätzbarem Wert.“ – Die „Wichtigen Ereignisse in unserem Gemeindeleben seit Anfang 1800“ kann für nur 15 Euro in der Arterner Buchhandlung „Das Gute Buch“ oder direkt beim Verein erworben bzw. bestellt werden.
Dienstag, 18. Oktober 2011
Das A und O heimatkundlicher Forschungsarbeit stellen der Daten-, Informations- Bilderaustausch unter Vereinsfreunden und Forscherkollegen dar. Längst hat sich auch bei uns ein Netzwerk gebildet, das Neuigkeiten für Geschichtsvereine, Ortschronisten und Familienforscher – meist Unterlagen, Sammlungen und Abbildungen betreffend – schnell via Internet oder in Foren vermeldet. Die meisten Forscher aus Nah und Fern profitieren von diesem ständigen solidarischen Geben und Nehmen! So ist im z. B. nächstes Jahr ist in Artern eine Bilderbörse für historische Aufnahmen angedacht, wo um private Überlassung von alten Bildern gebeten wird (diese werden vor Ort sofort gescannt, sodass der Geber die Originale gleich wieder mitnehmen kann). Im Gegenzug können Bitten geäußert werden, welche Motive von den Spendern oder anderen Personen gesucht werden. – In diesem Zusammenhang weilte Ende vergangenen Monats auch Tommy Pfennig, seit Jahren bekannt als Forscher zur Geschichte der Kyffhäuserkleinbahn Artern-Berga/Kelbra, beim Heimatverein ARATORA, um historische Abbildungen mit seiner Sammlung abzugleichen. Mit Freude konnte der Verkehrshistoriker aus Erfurt mehr als zwei Dutzend historischer Abbildungen feststellen, die seiner Sammlung noch fehlen. Unter diesen Bildern befinden sich etliche Aufnahmen Arterner Eisenbahnbrücken und Gleisanlagen. Als relative Seltenheit dürfe dabei eine Abbildung gelten, die einen Teil des Gleisverlaufes der alten Kohlenbahn von Artern in die Braunkohlenschächte bei Voigtstedt und Edersleben zeigt. – Nach wie vor arbeitet Tommy Pfennig an einer Buchveröffentlichung zur Geschichte unserer Kleinbahn sowie an einem Dokumentarfilm. Besucher seines gutbesuchten Vortrages Ende letzten Jahres konnten bereits in Bild und Film Einblicke in die bevorstehenden Veröffentlichungen nehmen.
Sonntag, 16. Oktober 2011
Mit der großen Historienreihe „Geschichte Mitteldeutschlands“ bereichert das MDR-Fernsehen sei 1999 allherbstlich die Fernsehlandschaft und hebt sich zumeist wohltuend von eher schlecht recherchierten bzw. allzu einseitigen, tendenziösen oder moralisierend-seichten Geschichtsdokumentationen größtenteils privater aber auch anderer GEZ-finanzierter Sender ab. In diesem Herbst werden fünf neue Filme im Rahmen der 13. Staffel der „Geschichte Mitteldeutschlands“ gesendet, produziert von Saxonia Entertainment. Im Mittelpunkt der neuen Folgen stehen wiederum Persönlichkeiten, die Mitteldeutschland ihren Stempel aufgedrückt haben und eng mit der Geschichte dieser Region verbunden sind: Heute, Sonntag, 16. Oktober 2011, 20.15 Uhr: „Generalfeldmarschall Paulus - Der Verlierer von Stalingrad und die DDR“ bringt ein Porträt dieses Wehrmachtsoffiziers, dessen Rolle in der Schlacht um Stalingrad und seinen politischer Seiten- und/oder Gesinnungswechsel. – Sonntag, 23. Oktober 2011, 20.15 Uhr: „Die Mätresse des Königs: Fürstin Teschen und August der Starke“ nimmt Ursula Katharina Lubomirska, Mätresse Kurfürst Augusts und später Reichsfürstin Teschen, ins Visier und gibt Einblicke in die barocke Mätressenwirtschaft am sächsischen Hof. – Sonntag, 30. Oktober 2011, 20.15 Uhr: „Die Brockenhexe - Hetzjagd an der Elbe“ führt ins 17. Jahrhundert und zur Geschichte der „Hexe“ Maria Kleinecke, einer Schweinemagd aus Schönebeck, wo zwischen 1617 und 1619 eine große „Hexenjagd“ stattfanden. – Sonntag, 6. November 2011, 20.15 Uhr: „Der erste Sachse auf dem Königsthron: Heinrich I.“ führt uns quasi vor unsere eigene Haustür und porträtiert den ersten deutschen König und Reichsgründer und dessen Kampf 933 bei Riade gegen die Ungarn. – Sonntag, 13. November 2011, 20.15 Uhr: „Liebe im Mittelalter - Die Skandale des echten Tannhäuser“. In diesem Dokumentarfilm nimmt sich der MDR des sagenhaften Ritters und Minnesängers an und zeichnet darüberhinaus ein Sittengemälde des 13. Jahrhunderts.