Artern

Zur freundlichen Beachtung & aktuelle Meldungen

Nordhäuser Straße 5

Dienstag, 11. Juni 2013

Tage der offenen Höfe erfreuen sich schon seit geraumer Zeit immer mehr Beliebtheit, auch jenseits des primär historisch interessierten Publikums. In unserer weiteren Region sticht z. B. der Advent in den Höfen zu Quedlinburg im Harz hervor, bei dem ansonsten für Besucher und Einheimische unzugängliche private Höfe geöffnet werden und ebendort weihnachtliches Ambiente verbreitet wird. Unser Vereinsmitglied Hans-Joachim Büchner aus Weißwasser, der auch wertvolle Hilfe bei der Erstellung des neuen Unstrut-Buches leistet, regte kürzlich an, die in Artern noch erhaltenen historischen Höfe bzw. Hinterhöfe fotografisch zu dokumentieren und ggf. historischen Ansichten gegenüberzustellen. (Ähnliches hat der Ex-Arterner auch schon für seine Oberlausitzer Heimatstadt initiiert.) Grundlage für eine solche Erfassung könnten zwei beim Heimatverein ARATORA vorliegende Karten des Stadtgebietes Artern in den 1830er Jahren und vom Ende des 19. Jahrhunderts bilden. Wichtig für dieses Vorhaben sind allerdings historische Bilder von Höfen jedweder Art (sehr gern auch mit Nebengelassen, Scheunen und Anbauten), um deren Bereitstellung zwecks Digitalisierung (umgehende Rückgabe an den Besitzer!) hiermit herzlich gebeten wird. Dabei ist wichtig, dass möglichst viel von den alten Hofbereichen erkennbar ist, um diese eindeutig identifizieren und datieren zu können. Ggf. geknipste „Spittelecken“ auf den Bildern sollten kein Hindernis zur Weitergabe der Fotos darstellen, sondern vielmehr als Zeitzeugnisse angesehen werden. (Leider ist es tatsächlich schon vorgekommen, dass wichtige historische Bilder deswegen nicht zur Verfügung gestellt worden sind.) Auch abgebildete Personen sind durchaus als Bereicherung willkommen, wenn nur genug der Baulichkeiten der Innenhöfe sichtbar sind. – Als Beispiel eines alten Hofterritoriums veröffentlichen wir nebenstehend eine Blick in das Grundstück Nordhäuser Straße 5 in Artern, ca. Mitte der 1930er Jahre.


Heimatbund Thüringen

Freitag, 7. Juni 2013

Unsere Partner vom Heimatbund Thüringen in Weimar informieren: „Am 9. Juli 2013 tritt in Deutschland das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes in Kraft. Damit erfahren von menschlichem Wissen und Können getragene kulturelle Ausdrucksformen eine stärkere Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Puppentheater, Poetry Slam (Dichterwettstreit), Prozessionen, Heilwissen und Geigenbaukunst spiegeln die Bandbreite dieses gelebten Kulturerbes ebenso wieder wie z. B. Tanz, Theater und Musik, Bräuche, Feste und Handwerkskünste. Ab sofort können Gemeinschaften, Gruppen und Einzelpersonen aus Thüringen bis zum 30. November 2013 beim Thüringer Kulturministerium ihre Bewerbungen um Aufnahme in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes einreichen. Die eingereichten Bewerbungen werden dann von einerJury unter dem Vorsitz von Frau Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger, Vorsitzende der VolkskundlichenKommission für Thüringen, fachlich begutachtet. Bis April 2014 benennt Thüringen dann bis zu zweiVorschläge an das Sekretariat der Kultusministerkonferenz. Die anderen Vorschläge werden, wennsie grundsätzlich die Voraussetzungen des immateriellen Kulturerbes erfüllen, in eine Länderliste derBewerbungen aufgenommen. Auf diese kann in den folgenden Jahren bei der jährlichen Nominierungzurückgegriffen werden.“ – „Damit das weltweit vorhandene traditionelle Wissen und Können erhalten bleibt, hat die UNESCO 2003 das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes verabschiedet. Mehr als 150 Staaten sind inzwischen der völkerrechtlich verbindlichen Konvention, die 2006 in Kraft trat, beigetreten. Die drei Listen des immateriellen Kulturerbes veranschaulichen die Vielfalt lebendiger kultureller Ausdrucksformen aus allen Weltregionen. In Deutschland tritt das UNESCO-Übereinkommen 2013 in Kraft. Schrittweise wird ein Verzeichnis des hierzulande gepflegten immateriellen Kulturerbes erstellt (Aufnahmeverfahren). Das bundesweite Verzeichnis soll von Jahr zu Jahr wachsen und langfristig die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in und aus Deutschland sichtbar machen“, so die Deutsche Unesco-Kommission e.V. – Das Thüringer Bildungsministerium informiert über Details, die bei Vorschlägen zum immateriellen Erbe zu beachten sind: http://www.thueringen.de/th2/tmbwk/kultur/kulturpolitik/kulturerbe/. Ideen zum Thema aus Artern und Umebung, worum hiermit gebeten wird, werden gern auch vom Heimatverein ARATORA aufgegriffen.


Franz-Schubert-Straße in Artern

Dienstag, 4. Juni 2013

Eine mehr als dankbar angenommene Bereicherung des Vereinsarchivs und besonders auch hinsichtlich der Vorbereitungen unseres anstehenden Buches über die Unstrut zwischen Sachsenburg und Wendelstein bereitete dieser Tage unser langjähriges Vereinsmitglied Dr. Peter Loth aus Saalfeld mit Überlassung von vierzehn digitalisierten historischen Bildern aus dem Nachlass des im vergangenen Jahr verstorbenen Arterner Berufsschullehrers Otfried Braune. Sieben dieser Abbildungen sind demnach für „Die Unstrut – Ein Fluss und seine Geschichte(n)“ relevant, nämlich Badespaß am Arterner Wehr, Paddelboot mit Segelunterstützung bei Schönfeld um 1935, Paddeltour in Richtung Halle mit Schiffswrack (!) um 1938, Bootsfahrt nach Halle ca. 1938 mit Weinbergen bei Freiburg, weiterhin Burg Wendelstein sowie Bootstour um 1935 nahe Ritteburg. – Weiterhin zeigen drei Farbdias Bauarbeiten am Westhang des Arterner Weinberges im Vorfeld der Errichtung der AWG-Wohnblöcke Mitte der 1960er Jahre sowie eine sehr schöne Ansicht der Wohnhäuser Franz-Schubert-Straße 28 bis 34 noch ohne besagte Blocks und mit Horizontlinie des Kyffhäusergebirges im Hintergrund (unser Bild). – Drei andere Fotos stellen Baumaßnahmen in der Arterner Innenstadt im Rahmen der Errichtung des längst ausgedienten Kulturzentrums dar. – Als wichtige orts- und heimatgeschichtliche Zeitzeugen wurden besagte Abbildungen gern in unsere Bildersammlung übernommen und sollen zu gegebener Zeit publiziert werden, verbunden auch mit der Hoffnung nach weiterer Unterstützung mit privaten Fotos, vor allem für die voraussichtlich zweibändige Ausgabe unseres Unstrut-Buches. – Auch Koautor Dr. Mathias Deutsch war alles andere als untätig für besagte Publikation. Aus historischen “Querfurter Heimat-Kalendern” wurden auf seine Initiative sämtliche relevanten und darüber hin auch andere interessante Artikel elektronisch kopiert sowie historisch attraktive Einzelmotive separat digitalisiert. Zudem wurden Daten der Schleusen Wendelstein – Freyburg ermittelt, d. h. es können nunmehr die exakten Zahlen über sämtliche Bewegungen, die u. a. an der Schleuse Wendelstein ab dem Jahr 1992 vorgenommen wurden, dargestellt werden. Diese zeigen u. a., wie sich der Individual-Tourismus auf der Unstrut in unserer Region entwickelt hat.


Broschüre Frauenberg

Freitag, 31. Mai 2013

Der Heimatverein Aratora lädt herzlich zu einem Vortrag mit archäologischer Thematik ein und bittet Interessierte, folgenden Termin dafür vorzumerken: Montag, 24. Juni 2013, 18.00 Uhr, Volkshochschule Artern, Puschkinstraße 58. Unser Referent ist Dr. Niklot Krohn, Abt. Frühgeschichtliche Archäologie und Archäologie des Mittelalters beim Institut für Archäologische Wissenschaften der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg/Breisgau. Der Wissenschaftler ist derzeit im Auftrag der Stadt Sondershausen und des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Weimar mit der wissenschaftlichen Auswertung der frühmittelalterlichen Gräber vom Frauenberg bei Sondershausen betraut. – In seinem Referat „Von goldenen Gewandborten und silbernen Schwertscheiden - Fürstliche Gräber des 8. Jahrhunderts in Sondershausen und Süddeutschland“ präsentiert er sensationelle Forschungsergebnisse für eine Zeit, die trotz ihrer großen Bedeutung für die Geschichte Deutschlands heute kaum noch bekannt ist. Hintergrund ist die kulturhistorische Gemeinsamkeit zweier weit voneinander befindlicher archäologischer Fundplätze: im Jahr 1976 wird in Dürbheim (Kr. Tuttlingen, Baden-Württemberg) beim Anlegen eines Neubaugebietes der kleine Bestattungsplatz einer Siedlungsgemeinschaft des späten 7. und beginnenden 8. Jahrhunderts n. Chr. entdeckt, die ausweislich ihrer wertvollen Grabbeigaben zur gesellschaftlichen Spitze der Region gehörte. Genau dreißig Jahre später, im Jahr 2006, wird beim Bau einer Ortsumfahrung in Sondershausen (Kyffhäuserkreis) ein sehr ähnlicher Friedhof ausgegraben, der in Größe und Struktur sowie in der reichen Ausstattung der Gräber eine direkte Parallele aus dem seinerzeit ebenfalls zum Merowingerreich gehörenden Thüringen bietet. Beide archäologische Ausgrabungsplätze weisen die Strukturen von hölzernen, wohl als Gedächtniskapelle genutzten Gebäuden auf und warten mit Männer- und Frauengräbern auf, deren Waffen- und Schmuckbeigaben zu den spektakulärsten Fundobjekten der jeweiligen Gegend zählen. – Die Gemeinsamkeiten zwischen beiden Fundorten in Süd- und Mitteldeutschland werden umso verblüffender, als 2008 bei der Untersuchung eines weiteren frühmittelalterlichen Bestattungsplatzes auf dem Frauenberg bei Sondershausen neben den Resten der ehemaligen Wallfahrtskapelle das Grab eines Kriegers gefunden wird. Seine Beigabenausstattung – vor allem eine prachtvoll mit Silberbeschlägen versehene Schwertscheide – gleicht dem Grabinventar des am reichsten bestatteten Mannes der Nekropole von Dürbheim: bloßer Zufall? Dr. Niklot Krohn wird uns darüber aufklären! – In diesem Zusammenhang sei auch an die vor zwei Jahren erschienene Broschüre „Entdeckungen rund um den Frauenberg. Ein Berg gibt seine Geheimnisse preis“ (unser Bild) hingewiesen. Auf 48 Seiten und mit über 50 farbigen Abbildungen, Karten und Plänen versehen wird dort der Frauenberg geologisch, archäologisch, historisch, kirchengeschichtlich und volkskundlich näher beleuchtet. (ISBN: 978-3-941171-50-3, Preis: 4,00 Euro). – Zugleich wird auf die vom 7. Juni bis 29. September 2013 im Sondershäuser Schloss präsentierte Sonderausstellung „Zwischen Prunk und Politik – Fürstliche Gräber des frühen Mittelalters in Sondershausen und Süddeutschland“ aufmerksam gemacht, die wichtige frühmittelalterliche Funde aus dem Kyffhäuserkreis sowie aus Süddeutschland zeigt. Ein Flyer mit Rahmenprogramm zu dieser Ausstellung kann gern beim Heimatverein Aratora als PDF abgefordert werden.


Titelbild

Dienstag, 28. Mai 2013

Nicht weniger als die „Geschichte des Sangerhäuser Berg- und Hüttenwerkes von den Anfängen bis zur Neuzeit“ hat sich Bergbauhistoriker Thilo Ziegler aus der Rosenstadt publizistisch zum Ziel gesetzt und bereits einige interessante und detailreiche Broschüren bzw. Bücher dazu veröffentlicht. Dieser Tage erscheint nun die neueste Edition aus besagter Reihe, nämlich „Der Seegen-Gottes-Stollen“. Auf 110 Seiten und illustriert mit 41 Abbildungen wird darin die Geschichte dieser wichtigen bergbaulichen Anlage im Südharz dokumentiert und sollte damit besonders bei heimatgeschichtlich und montanhistorisch Interessierten Zuspruch finden. Über seine neueste Veröffentlichung schreibt Thilo Ziegler: „Am 25. Oktober 1830 wurde mit dem ersten Spatenstich der Seegen-Gottes-Stollen begonnen. Der Stollen wurde an der Straße nach Wallhausen, gegenüber der Abzweigung nach Martinsrieth, zunächst mit einem offenen Graben begonnen und dann als Untertageauffahrung weitergeführt. Mit 3,14 Meter Höhe und Weite sollte der Stollen 46 Meter seigere Teufe unter dem Gonnaer Stollen einbringen. Am 24. September 1855, nach 25 Jahren Bauzeit, erfolgte der Durchschlag mit dem Gegenort. Damit konnte gleichzeitig die Wassersäulenmaschine des Carolus-Schachtes abgestellt und die Entwässerung der gesamten westlichen Reviere auf den Stollen umgestaltet und die Wässer der Gonna zugeleitet werden. Der Verlauf des Stollens ist an der Oberfläche durch die Halden der elf Lichtlöcher zuerkennen, deren Tiefstes den Querschlag oder südlichen Flügel bei 99 Lachter (207 Meter) erreicht. Noch im gleichen Jahr wurde der Stollen nach Osten und Westen aufgefahren. In den Jahren 1855 bis 1875 wurde der westliche Stollenflügel aufgefahren, welcher mit den darüber liegenden Sohlenstrecken I bis III das Abbaufeld bis zur Gonnaer Stollensohle löste. Dieser Flügel wurde bei 1.006 Meter Länge eingestellt. Der östliche Flügel wurde mit 3.518,5 Metern Länge im September 1878 im Gottlober Revier oder 1.313 Meter östlich vom Röhrigschacht eingestellt. Von diesem Stollenflügel wurden auf den letzten 700 Metern nur armes Feld aufgeschlossen. Auf diesen Stollenflügel wurde der Röhrigschacht, damals als Lichtloch, abgeteuft. Beim Durchörtern des Buntsandsteins und anderer Gebirgsschichten traten zahlreiche Schwierigkeiten auf. Starke Druckerscheinungen, Schlammeinbrüche und Wasser zwangen zu oftmaligen Stillstandszeiten und umfangreichen Sicherungsmaßnahmen. Ein besonderes Ereignis begab sich am 27. Februar 1854, als aus einer Kluft ausströmendes Wasser im Gips bemerkt wurde. Auch andere Bohrlöcher erbrachten Wasser. Damit stand fest, dass man eine Schlotte angefahren hatte. Wasser floss in den Stollen. Die Seegen-Gottes-Schlotte oder auch Marienglashöhle wie sie genannt wird, war entdeckt. Mit einer gesamten Länge von 9.463,8 Meter gehört dieser Stollen zu den längsten der Bergbaugeschichte unseres Gebietes. Zu bemerken ist schließlich, dass bei diesen Jahrzehnte langen Auffahrungen kein tödlicher Unfall auftrat.“ – Auch der Heimatverein ARATORA gratuliert Thilo Ziegler zu seinem neuen Werk über den heimischen Altbergbau und teilt mit, dass die Broschüre „Der Seegen-Gottes-Stollen“ in der Buchhandlung „Das Gute Buch“ in Sangerhausen, Göpenstraße 19 erhältlich ist. Auswärtige Interessenten können beim ARATORA-Vorstand gern die Erreichbarkeit des Autors erfragen, um über diesen den Postversand der neuen Schrift zu veranlassen. – Unser Bild zeigt das Titelfoto von „Der Seegen-Gottes-Stollen“.


Buch Wallhausen

Freitag, 24. Mai 2013

Um von alter Reichsherrlichkeit des Mittelalters schwärmen zu können, braucht sich der Geschichtsinteressierte unserer Region wahrlich nicht allzu weit weg zu begeben. Es reicht bereits ein Abstecher z. B. nach Wallhausen, zumal ihn dort neben einem prächtigen Renaissanceschloss (vielleicht auf dem Terrain der alten Pfalz?) ein uralter Ort erwartete, in dem immerhin höchstwahrscheinlich Kaiser Otto der Große, das Licht der Welt erblickte. Auch die Anfang Mai 2013 im Schloss Wallhausen wiedereröffnete und mit weiteren archäologischen Objekten aus Mitteldeutschland bestückte Ausstellung zur Geschichte der Ottonen ist sehr lehr- und somit empfehlenswert. Dies umso mehr, als jetzt druckfrisch eine Buchneuerscheinung vorliegt, die sich lokal- und regionalhistorisch mit den mittelalterlichen Königen und Kaisern beschäftigt, die in Wallhausen zu Gast waren bzw. dort zweitweise residierten. Autor der achtzig Seiten umfassenden und mit 28 Farbabbildungen bzw. sechs farbigen Karten illustrierten Veröffentlichung „Wallhausen - Geburtsort Ottos des Großen, Aufenthaltsort deutscher Könige und Kaiser“ ist Stephan Freund, seit April 2010 Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und darüber hinaus Vorsitzender des Pfalzen-Arbeitskreises Sachsen-Anhalt sowie Verfasser mehrerer Arbeiten zur Geschichte der ottonischen Königsherrschaft. Zum neuen, sehr inhaltreichen und durchweg empfehlenswerten Buch schreibt der herausgebende Verlag Schnell und Steiner in Regensburg: „Wallhausen am Fuße des Südharz war vom 10. bis ins ausgehende 12. Jahrhundert ein wichtiger Aufenthaltsort mittelalterlicher Könige und Kaiser. Otto der Große (937-973) weilte hier nach Magdeburg, Quedlinburg und Ingelheim am häufigsten und wurde am 23. November 912 wahrscheinlich hier geboren. Die Bedeutung der Pfalz Wallhausen (Sachsen-Anhalt, Nähe Sangerhausen) für die ottonischen, salischen und staufischen Könige und Kaiser lässt sich neben der Häufigkeit ihrer Aufenthalte auch an wichtigen Ereignissen wie der Hochzeit Heinrichs I. mit Mathilde im Jahre 909 festmachen. Insbesondere für Otto den Großen spielte der Königshof eine herausragende Rolle: Er regelte hier mehrfach wichtige, die Interessen seines Reiches und seiner Familie berührende Angelegenheiten. Im 11. und 12. Jahrhundert verlagerten sich die Zentren der Königsherrschaft in den Süden und Südwesten des Reiches, doch bis ins Jahre 1187 hielten sich beinahe alle deutschen Herrscher in Wallhausen auf. Das umfangreich bebilderte Werk bietet einen intensiven Einblick in die Geschichte der Pfalz und macht mit dem Charakter mittelalterlicher Königsherrschaft sowie zahlreichen Gepflogenheiten der Zeit vertraut. Die zahlreichen Abbildungen vermitteln ein anschauliches Bild vom mittelalterlichen Reich und den zeittypischen Gewohnheiten.“ Das Buch ist im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-7954-2680-4) und kostet lediglich 9,95 Euro.


Fledermäuser in Thüringen

Dienstag, 21. Mai 2013

Leider fast immer etwas im Schatten der historischen Heimatkunde stehen deren ebenso wichtigen wie interessanten biologischen Teilgebiete, also Botanik und Zoologie. Zu letzterem gehören Fledermausforschung und -schutz, die in Thüringen schon lange Tradition haben, auch und besonders in der Kyffhäuserregion. Bereits 1994 erschien die erste Auflage des Buches “Fledermäuse in Thüringen”, in dem der Stand der faunistischen Erfassungen sowie damit in Zusammenhang stehende schutzrelevante Aspekte dargelegt worden sind. Das ist nunmehr fast zwanzig Jahre her, und sehr viel hat sich im Bereich der Forschung um diese kleinen fliegenden Säugetiere getan. Der aktuelle Erkenntnisstand wird im Naturschutzreport „Fledermäuse in Thüringen“ dargelegt, der vor kurzem der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist. Überflüssig zu erwähnen, dass auch regionale Koryphäen der Fledermausforschung mitgearbeitet haben: Wolfgang Sauerbier, Norbert Röse und Lothar Hörning aus dem Kyffhäuserkreis. – Zum neuen Buch teilt die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie mit: „Über die Ergebnisse dieser Arbeit informiert die zweite, stark erweiterte Auflage der Publikation „Fledermäuse in Thüringen“, die als Band 27 in der von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) herausgegebenen Reihe Naturschutzreport jetzt veröffentlicht wurde. Das über 600 Seiten umfassende Werk stellt zunächst alle in Thüringen bisher beobachteten 21 Fledermausarten vor und zeigt damit, wie facettenreich diese Artengruppe ist. Es beschreibt jedoch auch die vielfältigen Monitoring- und Schutzprojekte im Freistaat. Hierzu gehören Informationen über die historische und aktuelle Verbreitung der einzelnen Arten, über ihre Lebensräume, Quartierwahl, über ihre Gefährdung und ihren Schutz. Die einzelnen Arten werden auf jeweils einer Überblicksseite mit allen wesentlichen Informationen zu Vorkommen und Bestand zusammenfassend dargestellt. Über die Kleine Hufeisennase, für deren Schutz Thüringen eine besondere Verantwortung besitzt, über die Bechsteinfledermaus, die strukturreiche Thüringer Wälder besiedelt, oder auch über die gerade erst entdeckte Mückenfledermaus wurden Ergebnisse aktueller Forschung berücksichtigt. Mehrere Kapitel mit artübergreifenden Auswertungen zur Bestandsentwicklung und zur Erforschung der Fledermäuse, ausgehend von Johann Matthäus Bechstein und Christian Ludwig Brehm, runden das Bild ab. Darüber hinaus werden anhand von Beispielen erfolgreiche Projekte des Fledermausschutzes und der Öffentlichkeitsarbeit in Thüringen, wie die Aktion „Fledermausfreundlich“, aufgezeigt. Die Landesfauna „Fledermäuse in Thüringen“ blickt jedoch auch über Thüringen hinaus und berücksichtigt regional unabhängige Themenfelder, wie Biologie, Gefährdungsursachen und rechtliche Grundlagen. Das mit 96 Karten und ca. 400 Fotos illustrierte Werk ist allerdings nicht nur für den Spezialisten von Interesse, auch der interessierte Laie erfährt viel Wissenswertes über diese doch häufig mystifizierte Artengruppe. – Der Naturschutzreport 27 „Fledermäuse in Thüringen“, ist über die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, Göschwitzer Straße 41, 07745 Jena sowie per E-Mail (poststelle@tlug.thueringen.de) für 29,50 Euro zu bestellen.“


Freitag, 17. Mai 2013

So erfreulich die oftmalige Überlassung von historischem Bildmaterial und sonstigen Unterlagen zur Orts- und Regionalgeschichte an den Heimatverein ARATORA ist, muss aber leider gleichzeitig auch das andere Extrem angesprochen werden, nämlich dass geschichtlich wichtige Dokumente und Fotos aus Unkenntnis, Bequemlichkeit oder Zeitmangel, z. B. bei Haushaltsauflösungen und Erbschaftsfällen, einfach entsorgt werden. Aus leider aktuellem Anlass aus einer Nachbarkommune wird daher nochmals darauf hingewiesen, bitte alte Abbildungen und Unterlagen aus Artern und Umgebung beim Heimatverein ARATORA abzuliefern bzw. abholen zu lassen (Tel. 03466 / 320139). Auch Stadtarchivarin Charlotte Loeschmann (Tel. 03466 / 325525) nimmt entsprechende Objekte in Verwahrung. Darüber hinaus arbeiten in nachstehenden Nachbarorten ehrenamtlich Heimatvereine, bei denen relevantes historisches Material gleichfalls gut aufgehoben ist: Bad Frankenhausen, Donndorf, Heldrungen, Ichstedt, Mönchpfiffel, Rossleben, Sachsenburg, Voigtstedt und Wiehe. In fast allen Ortschaften befassen sich zudem Ortschronisten und interessierte Bürger mit Heimatgeschichte, die für Material dankbar sind; nicht zu vergessen die Regionalmuseen in Bad Frankenhausen und Sangerhausen sowie Stadt- und Gemeindearchive, ggf. auch Pfarrämter. In vielen Fällen handelt es sich um einmalige historische Quellen, deren Auswertung für die Heimatgeschichte oftmals von hoher Bedeutung ist. Gern übernimmt der Heimatverein ARATORA diese alten Unterlagen oder teilt Ansprechpartner und deren Erreichbarkeiten in den Gemeinden des Kyffhäuserkreises sowie der Nachbarkreise mit, ohne dass Kosten oder Aufwand entstehen. Nicht selten besteht dann auch die Gelegenheit, diese Bilder oder Dokumente veröffentlichen zu lassen, in Ausstellungen zu präsentieren sowie anderen, dann meist sehr dankbaren Forschern zugänglich zu machen. – In diesem Zusammenhang kommt es ab und an vor, dass freundlicherweise abgelieferte und somit vor endgültigem Verlust gerettete Bilder auftauchen, deren zeitliche oder örtliche Zuordnung unklar ist – so wie unser heutiges Foto. In seiner unnachahmlichen Handschrift hat der Arterner Stadtgeschichtsforscher Ewald Engelhardt nebenstehende Abbildung benannt. Leider haben selbst versierte Paläographen, die zurate gezogen worden sind, ihre Schwierigkeiten bei der Entzifferung von Engelhardts sehr individueller Schrift. Man könnte lesen“ … Oberer Unstrutgarten“. Daher unsere Bitte: Wo ist dieses Foto, wohl die Unstrut darstellend, exakt zu verorten? Hintergrund unserer Anfrage ist, das Bild ggf. in unserem in Arbeit befindlichen Unstrut-Buch zu publizieren. Bitte helfen Sie mit! Ein Klick vergrößert das Foto zur besseren Erkennbarkeit.


Innenhof

Dienstag, 14. Mai 2013

In der umfangreichen Bildersammlung des Heimatvereins ARATORA finden sich immer wieder Aufnahmen, deren Identifizierung Schwierigkeiten bereiten bzw. bei historischen Gruppenaufnahmen mittlerweile fast gar nicht mehr möglich ist. Auch eine jüngst in unser Archiv gelangte alte Aufnahme, die in Artern gemacht worden sein soll, fällt (noch) in jene Kategorie. Dieses Foto bilden wir nebenstehend ab und bitten unsere Besucher herzlich um Mithilfe: Wo befindet sich dieser langgestreckte Hofbereich mit auffallender Pflasterung sowie Scheunen, Nebengelassen und markantem Fachwerkhaus in der Bildmitte? Unsere Vermutungen gehen in den Bereich um das Schall’sche Gut in der Nordhäuser Straße.


Denkmalstag 2013

Freitag, 10. Mai 2013

Noch bis Ende dieses Monats können Eigentümer von historischen Bauten ihre Objekte zum diesjährigen Denkmaltag anmelden. Das teilt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn als bundesweite Koordinationsstelle mit. Der Tag des offenen Denkmals am 8. September 2013 wird sich dem Motto "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?" widmen. Das Thema kann auf die unterschiedlichsten Denkmale und Denkmalgattungen angewendet werden und bietet bewusst viel eigenen Interpretationsspielraum. "Wir freuen uns auf eine angeregte öffentliche Debatte zum Thema Denkmalschutz und Denkmalpflege in Deutschland", sagt Dr. Wolfgang Illert, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. "Der Tag bietet allen, die sich für Denkmale engagieren, die Gelegenheit, die besondere Bedeutung ihres Denkmals vorzustellen und zu zeigen, warum es so wichtig ist, dass wir uns gemeinsam für die Erhaltung auch vermeintlich "unbequemer" Baudenkmale einsetzen", so Illert weiter. Die Anmeldung erfolgt unter www.tag-des-offenen-denkmals.de oder schriftlich bei der Stiftung. Anmeldeschluss ist der 31. Mai. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt für die Werbung vor Ort kostenfrei Plakate und weitere Materialien zur Verfügung. Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter Schirmherrschaft des Europarats. Mit ihm werden einmal im Jahr selten oder nie zugängliche Kulturdenkmale einem breiten Publikum geöffnet. 2012 waren am Denkmaltag mehr als 8.000 Denkmale bundesweit begehbar. Die Stiftung zählte damals über 4,5 Millionen Besucher. Weitere Informationen über Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Schlegelstr. 1, 53113 Bonn, Tel.: 0228 / 9091-440, Fax: 0228/9091-449, E-Mail: denkmaltag@denkmalschutz.de oder im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.


Unterwegs im Biosphärenreservat

Dienstag, 7. Mai 2013

Im vergangenen Jahr noch „Unterwegs in Mansfeld-Südharz - Zwischen Thyra und Saale“, hat sich Heinz Noack aus Bennungen mit seinem jüngsten Buch einem überschaubareren Areal und zugleich landschaftlichen und historischen „Sahneschnittchen“ unseres Altkreises Sangerhausen gewidmet und dabei als Mitautoren Harald Bock und Armin Hoch von der Verwaltung des Biosphärenreservats Karstlandschaft Südharz ins Boot geholt. Ende vergangenen Monats wurde deren jüngstes Werk zur hiesigen Regionalliteratur im Kaiser-Otto-Saal des Schlosses in Wallhausen vorgestellt: „Unterwegs im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz - Zwischen Stolberg und Pölsfeld“ widmet sich der Tier- und Pflanzenwelt, den Naturschönheiten und Geschichtsmonumenten entlang dieses Abschnittes des Südharzes. Zur Veranstaltung fanden sich rund siebzig Besucher ein, um der Präsentation des überaus attraktiven regionalen Reiseführers beizuwohnen. Mit einem Vortrag gab Heinz Noack Einblicke in das Buch, das gleichzeitig die Umsetzung eines Projektes der Rahmenkonzeption des Biosphärenreservates ist. Heinz Noack, Armin Hoch und Harald Bock nehmen darin die interessierten Leser mit auf eine Reise durch die Südharzer Karstlandschaft von Stolberg bis Pölsfeld. Sie berichten über Flora und Fauna der Region sowie zur Geschichte der Orte, ihre Denkmale und Landschaften. Herausgegeben wurde die 128 Seiten umfassende, reich bebilderte Broschüre durch den Verlag Edition Limosa. Die Umsetzung des Werkes dauerte ein Jahr; darin werden Vorschläge für Wanderungen bzw. Ausflüge angeboten und auf Besonderheiten von Naturlandschaft und Geschichte hingewiesen. „Unterwegs im Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz“ ist damit zugleich ein Zeitfenster in die reiche heimische Vergangenheit als auch Lockruf, Geschichte und Traditionen des Südharzes mit seiner unvergleichlichen Karstlandschaft auf ganz persönliche Weise zu erleben. Diesem schönem Heimatbuch mögen zahlreiche Leser beschieden sein, als auch viele Wanderer, die die Perlen des Südharzes für sich entdecken möchten. Der Reiseführer (ISBN 978-3-86037-448-1, Preis 9,90 Euro) ist im Buchhandel erhältlich. – Unser Bild zeigt Autor Heinz Noack (rechts) beim Signieren. Buchtitel und Daten siehe unter SONDERSCHRIFTEN (dort AKTUELLE VERÖFFENTLICHUNGEN VON VEREINSMITGLIEDERN & FREUNDEN).


Wasserturm Artern

Freitag, 3. Mai 2013

Eine unerwartete Überraschung in Form eines kleinen Fotoalbums mit privaten schwarzweißen Aufnahmen aus den 1930er Jahren überbrachte uns kürzlich und besonders dankenswerterweise ein geschichtsinteressierter Arterner. Zur großen Freude stellt fast die Hälfte der insgesamt 29 Fotos Motive dar, die für die nächste Vereinsveröffentlichung „Die Unstrut – Ein Fluss und seine Geschichte(n)“ relevant sind, so Badeleben, Mündung des Mühlgrabens in die Unstrut, Schiffstreideln vor der Brauerei (äußert seltenes Motiv), Plankenweg am Unstrutbad mit Steg in den Fluss, Ziegelei in der Unstrutstraße mit Futtermauer und Transportkahn, weiterhin Eisenbahnbrücken über die Unstrut. Die anderen Bilder zeigen gleichfalls eher selten abgebildete Motive: Fußweg nahe der Saline, Friedhof mit Solebach, noch unbebaute heutige Ankerallee, Artern mit Zwölffamilienhaus und Weinberg aus Richtung Schönfeld, Hofansicht Nordhäuser Straße 5, Wasserturm mit Gärtchen am Bahnhof (unser Bild), Blick über den Sumpf zum Kyffhäusergebirge, Springbrunnen und Teich im Salinepark, Spazierpfad auf dem Weinberg, Ansicht der Nordhäuser Straße mit nordöstlicher Häuserzeile. – Auch für den Erfurter Verkehrshistoriker Tommy Pfennig haben sich somit wieder einige Ansichten für dessen Forschungen zur Kyffhäuserkleinbahn und in Vorbereitung des großen Jubiläums 2016 (Buch, Ausstellung und Doku-Film) gefunden. – Beschriebene kleine Sammlung historischer Bilder aus Artern ist deswegen so interessant, weil zahlreiche Abbildungen heute so nicht mehr in der Realität nachzuvollziehen sind und nicht die immer gleichen Standardmotive gewählt worden sind. Die teilweise nachgedunkelten Bilder wurden elektronisch nachgebessert, um deren Aussagekraft zu erhöhen. Schade nur, dass diese Bilder erst jetzt aufgetaucht sind; sie hätten als würdige und sehr aussagefähige Bereicherung des Bildteils unseres jüngsten und in absehbarer Zeit ausverkauften Buches „Artern und seine Bewohner im 19. Jahrhundert“ dienen können. Für unschätzbare Hilfe bei der Einordnung von schifffahrtsrelevanten Bildern ergeht herzliches Dankeschön an Hans-Joachim Büchner in Weißwasser.


Jahrbuch 2013

Dienstag, 30. April 2013

Eine neue Publikation zur Ortsgeschichte wurde am vergangenen Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt, in diesem Falle Einwohnern aus Oberröblingen/H. sowie Interessierten, die sich ebendort zur Präsentation in der Feuerwehr vis-à-vis der alten Zuckerfabrik aus dem Jahr 1889 einfanden. Winfried Holzlehner, aus Oberröblingen/H. stammend und heute in Güstrow wohnend, hat seine mittlerweile dritte Ausgabe des Oberröblinger Jahrbüchleins (unser Bild) fertiggestellt und den rund fünfzig Besuchern präsentiert. Auf 77 Seiten und illustriert mit 55 Fotos wurden zahlreiche Kurzartikel, Berichte und Aufsätze hauptsächlich zu Themen aus der Dorfgeschichte veröffentlicht. Aus der Vielzahl kürzerer Darstellungen ragen u. a. folgende umfangreicheren heraus: Genealogie Familie Göschel, historische Nutzung von Dampfpflügen in der heimischen Landwirtschaft, Rittergutsfamilie Schmidt, historische Nachrichten zur Helme-Landschaft, die Tierwelt der Gemarkung Oberröblingen und früheres Schulwesen. Die bunte Mischung aus geschichtlichen Darstellungen und aktuellem Dorfleben macht die Heimatbroschüre lebensnah und lesenswert, auch wenn mit der Übergabe der Herausgeberschaft an den Heimatverein Oberröblingen ab kommender Ausgabe sicherlich inhaltliche und gestalterische Neuheiten erwartet werden können. Erfreulich zudem, dass die Freunde vom erst am 16. Juni 2012 gegründeten Heimatverein Oberröblingen bereits eine erste eigene Veröffentlichung zustande bekommen haben: ein Set mit fünf Postkarten, vier davon mit historischen Ansichten, wobei jene der Sangerhäuser Straße mit Altbebauung (heute moderner Einkaufs- und Dienstleistungsbereich) am nachhaltigsten wirken dürfte. – Auch beim Gesprächsabend des Ranke-Vereins am 25. April im Heimatmuseum Wiehe zum Thema „Die Wolzogens in Kalbsrieth“ waren Vertreter des Heimatvereins ARATORA anwesend und konnten zudem hilfreich zur Seite stehen. Referentin Karla Sander aus Rossleben sprach über die Hauptvertreter der von Wolzogens, die 1821 Schloss und Park Kalbsrieth erwarben und im klassizistischen Stil der Goethezeit umgestalteten. Zur Veranschaulichung des Gesagten wurden Abbildungen aus unserem Vereinsarchiv mitgebracht.


Wanderführer

Freitag, 26. April 2013

Ganz offenbar mit einiger zeitlicher Verzögerung (Veröffentlichung lt. Impressum bereits 2012) erreichte uns die Information, dass in der Reihe „Archäologischer Wanderführer Thüringen“ mit Heft 13 der Kyffhäuserkreis im Mittelpunkt dieser populärwissenschaftlichen Reihe des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie steht (ISBN 978-3-941171-58-9). Herausgegeben von Landesarchäologe Dr. Sven Ostritz umfasst das Buch im Reclam-Format 93 ausgewählte ur- und frühgeschichtliche Objekte unseres Kreisgebietes; mehrheitlich oberirdisch sichtbare Bodendenkmale, u. a. Wasserburg Artern, Derfflinger Hügel und Huthügel bei Kalbsrieth, diverse mittelalterliche Steinkreuze, Burgen, Klöster und Ruinen sowie Wallburgen, Wüstungen und Grabhügel. Jedes Objekts ist mit Bild bzw. Karte illustriert und ein-bis zweiseitig beschrieben. Mit Verkaufspreis von 4,00 Euro ist ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis erreicht worden. Unsere Empfehlung: Trotz knapp gehaltener Texte sehr informationsreich, für Neueinsteiger als auch altgediente Hobbyarchäologen ganz sicherlich eine Bereicherung, weiterhin für Wander-und Heimatfreunde unserer Region. Ergänzt wird das 144seitige Werk (200 Abbildungen!) mit einer Auflistung der Museen mit archäologischen Sammlungen im Kyffhäuserkreis, diversen weiterführenden Literaturhinweisen sowie Karte der beschriebenen archäologischen Denkmale. – Apropos Bücher: Für Leser unserer Zeitschrift ARATORA, deren Sammlung jedoch Lücken infolge mittlerweile ausverkaufter Jahrgänge aufweist, kann jetzt hoffentlich Abhilfe geschaffen werden. Von den bislang zwanzig Ausgaben sind inzwischen sieben Jahrgänge ausverkauft und auch antiquarisch nur mit Mühe erreichbar. Nunmehr können einige dieser Exemplare sowie zwei gleichfalls seit langem vergriffene Bildbände (unser Bild) angeboten werden, wobei jedes Buch für nur 5,00 Euro die Besitzer wechseln wird. Im antiquarischen Angebot des Arterner Heimatvereins befinden sich aktuell folgende Bücher: Zeitschrift ARATORA 2/1992 (1 Ex.), 3/1993 (1 Ex.), 4/1994 (4 Ex.), 6/1996 (1 Ex.), 8/1998 (1 Ex.), 9/1999 (4 Ex.), 10/2000 (1 Ex.), Bildband „Artern in alten Ansichten“, 1995 (1 Ex.) und Bildband „Artern – Ansichten einer Stadt“, 1997 (1 Ex.). Interessenten melden sich bitte telefonisch oder per Email beim Vorstand (bitte nicht im Buchhandel "Das Gute Buch", Artern - dort werden ausschließlich sämtliche noch vorrätigen Vereinsbücher angeboten). – Unser Bild zeigt den Titel des besprochenen archäologischen Wanderführers mit Teilansicht der rekonstruierten germanischen Funkenburg nahe Westgreußen im Westteil des Kyffhäuserkreises.


Andrang an der Kaufhalle in den späten 1970ern

Dienstag, 23. April 2013

Eine wiederum nicht geringe Anzahl heimatgeschichtlich relevanter Themen stand in jüngster Zeit auf der Tagesordnung. Zunächst wurde eine Bibel aus der Mitte des 17. Jahrhundert Gegenstand einer umfangreichen Befragungsaktion gegenüber Mitgliedern und Freuden, wobei einiges - auch deren ehemaliger Besitzer sowie dessen historische Bedeutung - geklärt werden konnten. – Weitere historische Arterner Bilder übermittelte Hans-Joachim, Büchner aus Weißwasser für unser Bilderarchiv, u. a. Domäne, Kaufhalle, Wasserstraße, Siedlung und Obelisk mit Grenzstein bei Ringleben (unser Bild zeigt die Arterner Kaufhalle mit Menschenauflauf und einsamen Holzkarren sowie HO Obst- und Gemüsemarkt im Hintergrund gegen Ende der 1970 Jahre). – Aus Ritteburg erhielten wir für unser Unstrut-Buch ein vom Motiv her sehr bedeutendes Foto aus den 1930er Jahren mit Kindern, die Flachs gewinnen. Diese Leinpflanze war im Raum Artern und damit auch an der Unstrut eine wichtige Kulturpflanze. Mit der Flachsverarbeitung verbunden sind aber auch Umweltschäden, konkret Wasserverunreinigung durch die sog. "Flachsröste" (u. a. deren Verbot in der Fischordnung für die Unstrut von 1711). – Überlassen wurde uns auch eine hübsche Plakette aus dem Jahr 1937, gefertigt aus Anlass der Eröffnung des heimatgeschichtlichen Museums in der Veitskirche. – Aus dem Stadtgeschichtliche Museum Leipzig wurden drei Digitalisate mit bislang unbekannten und noch nie publizierten Aquarellen erworben: alter Arterner Ratskeller, Marien- und Veitskirche, gemalt 1891. – Einem Forscher aus Sondershausen, dessen Fachgebiet die Analyse und Deutung von prähistorischen Schalensteinen ist, wurde mit Artikeln und Anwandlungen geholfen, ebenso einem Mitglied unseres Partnervereins Goldene Aue e.V. mit Bildern und historischen Texten über Questenberg im Südharz und die Questenburg. – Arno Siebeck aus Sangerhausen gab alte Bilder aus Schönewerda für das in Arbeit befindliche Unstrut-Buch und Bergbauhistoriker Thilo Ziegler, gleichfalls aus der Rosenstadt, kündigte für demnächst seine Publikation über den Segen-Gottes-Stolln westlich von Sangerhausen an. – Die seit vier Monaten laufende Spendenaktion für unseren Lutherstein wird demnächst die 1.000-Euro-Marke knacken. Weitere Spenden sind sehr willkommen, gern z. B. auch von hauptamtlichen und gewählten Vertretern städtischer Interessen! – Nicht zuletzt fand am 9. April die Jahresversammlung des Heimatvereins ARATORA statt, die mit einstimmiger Entlastung des Vorstandes für das Jahr 2012 endete, nachdem ein umfangreicher Rechenschaftsbericht sowie die akkurat geführten Vereinsfinanzen geprüft und vorgetragen worden sind.