Artern

Zur freundlichen Beachtung & aktuelle Meldungen

Freitag, 5. August 2011

Mit dem heutigen Foto eines historischen Hauses um 1900 aus dem ARATORA-Vereinsarchiv, dessen Standort uns leider nicht bekannt ist, bitten wir unsere Besucher um erneute Unterstützung. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein eingeschossiges niedriges Wohnhaus mit Satteldach und Fledermausgauben. Seiner Bauart nach könnte es in der Altstadt gestanden haben – oder aber überhaupt nicht in Artern, sondern in einem Ort der näheren bzw. auch ferneren Umgebung. Anhaltspunkte dafür fehlen bislang. Daher nochmals unsere ganz herzliche Bitte um Mitteilung, wer dieses als auch die in den vergangenen Tagen vorgestellten Häuser und deren Standorte kennt. Wenn Sie selbst interessante Bilder haben und diese auf unserer Homepage veröffentlichen möchten, kontaktieren Sie uns gleichfalls.


Mittwoch 3. August 2011

In unserer kleinen Sommer-Rätselreihe über bislang nicht identifizierte Gebäude in (oder um?) Artern auf historischen Fotos wird heute ein zweites Bild um 1900 vorgestellt, dessen Identifikation sich bislang unseren Recherchen entzogen hat. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Wohnbau, zugleich Eckhaus, mit einer Giebelwand aus Fachwerk oberhalb des Parterres. Eine Eingangtür ist nicht erkennbar, befindet sich wahrscheinlich rechts, außerhalb des Bildes. Das niedrige, links im Bild befindliche Wohnhaus scheint in keinem unmittelbaren Zusammenhang mit dem großen Nachbarbau zu stehen. Das Umfeld deutet darauf hin, dass unser Haus in der Arterner Altstadt oder einem relevantem Bereich anderenorts gestanden hat. Wer kann Hinweise geben, wer kennt den Standort des alten Hauses?


Montag, 1. August 2011

In der Heimatforschung wiederholen sich sehr oft immergleiche Situationen: Entweder es tauchen Fotografien oder Ansichtskarten mit stets sich ähnelnden und somit gleichförmigen Motiven auf oder eben solche, die schlecht oder gar nicht einzuordnen sind. Letztere Aufnahmen können z. B. Hinterhöfe, Nebengelasse oder eben längst abgerissene Häuser wiedergeben. Besonders katastrophal gestalten sich Versuche der Personenidentifizierung auf alten Familien- oder Hochzeitfotos. Die Bequemlichkeit unserer Ahnen, die Namen der Abgebildeten auf der Rückseite zu vermerken, lässt den historischen Wert solcher Bilder heute meist gegen Null sinken, zumal wenn nicht einmal der kleinste Anhaltspunkt zu ermitteln ist, wo das Fotos einst geschossen worden ist. Auch im Archiv des Heimatvereins ARATORA findet sich eine nicht geringe Anzahl solcher Bilder. – Bedeutend besser ist die Situation bei historischen Häusern, wenngleich sich auch mit diesen ab und an Fragen verbinden. Dieses Umstand aufgreifend, sollen heute und die nächsten Tage historische Aufnahmen vorgestellt werden, von denen bislang nicht ermittelt werden konnte, wo sich die darauf abgebildeten Häuser befinden. Dass sich diese Bilder im Archiv des Arterner Heimatvereins befinden bedeutet aber nicht, dass diese Ansichten auch Artern in alten Tagen zeigen; genauso gut könnten die gezeigten Häuser auch in den Dörfern der Umgebung gestanden haben bzw. noch stehen. – Wir rufen die Besucher unserer Homepage herzlich auf uns zu helfen und ihr Wissen über die demnächst folgenden Häuser mitzuteilen. Den Anfang macht dieses zweigeschossige Wohnhaus mit Torfahrt. Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie dieses Haus kennen (Mail oder Tel. 03466 / 320139). Vielen herzlichen Dank für Ihre Mühe!


Fossilienbuch

Samstag, 30. Juli 2011

Der engagierte Heimatforscher sollte auch auf geologischem sowie paläontologischem Gebiet bewandert sein und Gesteine bzw. Fossilien seines „Beritts“ kennen. Zahlreiche Bücher zur Geologie unserer Grenzregion zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt geben dazu interessante Einblicke in die Erdgeschichte von Südharz, Goldener Aue, Kyffhäuser und Thüringer Becken und unterstützen die heimatkundlichen Forschungsarbeit. Dieser Tage fiel uns hierzu eine sehr interessante Schrift in die Hände, quasi als regionaler Wegweiser durch die Versteinerungen der Meeresablagerung der mittleren Triaszeit vor rund 243 bis 235 Millionen Jahren. Obgleich der Titel „Fossilien des Muschelkalks aus Weimarer Umgebung“ annehmen lässt, lediglich die Gegend um die Klassikerstadt stünde im Mittelpunkt, ist diese 64seitige Veröffentlichung mit zahlreichen Fotos, Zeichnungen, Karten bzw. Tabellen darüber hinaus auch für den heimischen Fossiliensammler eine sehr gute Stütze seiner Arbeit. Immerhin sind es gerade die Ablagerungen des Muschelkalks, die großflächig auch in unserer unmittelbaren Nähe präsent sind (Hainleite, Hohe Schrecke). Neben Möglichkeiten der Fossilienentstehung sowie Schilderung der regionalen geologischer Situation widmen sich die Autoren Peter Gensel, Siegfried Günther, Hartmut Neye, Dieter Rumpf besonders der prähistorischen Lebewelt im Muschelkalkmeer, das auch unsere Heimat bedeckte: Seelilien, Muscheln, Schnecken, Brachiopoden, Seesterne, Ammoniten aber auch Reste von Fischen und Wasser bewohnenden Sauriern kann der aufmerksame Hobbypaläontologe mit etwas Glück finden. Mittels des Bildteils können die wichtigsten Fossilien bestimmt und zugeordnet werden. Die empfehlenswerte Broschüre (Preis 6,00 Euro) kann über die Homepage http://www.mineralienundfossilien-weimar.de/ bestellt oder direkt im Geschäft in Weimar, Schillerstraße 18 käuflich erworben werden.


Oberbösa

Donnerstag, 28. Juli 2011

Immer wieder gern wird an dieser Stelle über Buchneuerscheinungen aus unserer Umgebung mit heimathistorischem Inhalt aus berichtet. Denn besonders das Wissen auch um die Geschichte unserer Nachbarorte bringt neben Erkenntnisgewinn Abwechslung und Kurzweil in die ehrenamtliche Heimatgeschichtsforschung. Ein Gang durch die Gemeinde Oberbösa ist mit ganz besonderem geschichtlichen Genuss verbunden, zumal beim Schlendern durch das Unterdorf: An vielen der sanierten Gebäude finden sich sehr zahlreich alte Torbögen, Fachwerk, Bauinschriften, Spolien und Kleindenkmale – also wahrlich Potential genug, diese in einer Heimatbroschüre für Bürger und Geschichtsinteressierte - zu Recht und mit Stolz - zu präsentieren. Trotz vorhandenem und teils sehr alten Potentials im Ortsbild kann die anlässlich der 1.225-Jahrfeier von Oberbösa seitens der Gemeinde herausgegebene, vierzigseitige Broschüre inhaltlich leider nur bedingt überzeugen. Neben den heute (scheinbar unvermeidlichen) Grußworten und Vereinspräsentationen kommen der den Heimatforscher interessierende historische Teil sowie die Dorfchronik viel zu knapp daher und unterscheidet sich so spürbar von Heimatheften anderer Orte im Kyffhäuserkreis oder dem Kreis Sangerhausen, die aus selbigem Anlass publiziert worden sind. Etwas kompensiert wird dieser Mangel durch teils sehr schöne alte Fotos und Ansichtskarten des Ortsbildes im Vergleich mit aktuelle Ansichten. Immerhin soll doch die Mühe honoriert werden, überhaupt eine Broschüre auf die Beine gebracht, mit fast fünfzig Abbildung gefüllt und somit eine gedruckte Erinnerung an das 1.225jährige Jubiläum der Ersterwähnung zu haben. Gute geschichtliche Ergänzung zur Broschüre bietet die Homepage www.oberboesa.de/ unter „Ex Libris“. - Eine weitere Schrift zur Geschichte des hübschen Dorfes an der Hainleite, in größerem Format und auch umfangreicher, erschien gleichfalls zur 1.225-Jahrfeier, liegt uns aber leider noch nicht vor. Wir besprechen diese Veröffentlichung zu einem späteren Zeitpunkt auf unserer Homepage.


Jahrbuch 2011

Dienstag, 26. Juli 2011

Das neue Saale-Unstrut-Jahrbuch 2011, Jahrbuch für Kulturgeschichte und Naturkunde der Saale-Unstrut-Region ist soeben erschienen! Das vom Saale-Unstrut-Verein für Kulturgeschichte und Naturkunde e.V. publizierte Werk (16. Jahrgang, Format 24 x 17 cm, Broschur, Preis 9,50 Euro) umfasst diesmal 160 Seiten, ist illustriert mit Farb- und Schwarzweißabbildungen. Dazu vermeldet der herausgebende Mitteldeutsche Verlag in Halle/S. auf seiner Homepage www.mitteldeutscherverlag.de: „Die Landesausstellung „Der Naumburger Meister – Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen“, die vom 29. Juni bis 2. November 2011 in Naumburg stattfindet, ist Schwerpunktthema des Saale-Unstrut-Jahrbuchs 2011. Es erscheint zum 16. Mal und ordnet sich – wie auch der nunmehrige Internetauftritt des Vereins – ein in die Bemühungen der Region, im Jahre 2016 den Welterbetitel zu erlangen. Den Chancen, Welterbestätte der UNESCO zu werden, widmet sich auch ein Beitrag. Im Kontext der Landesausstellung sind die Beiträge über König Childebert I., eine französische Stifterfigur des 13. Jahrhunderts, die gemeinsam mit Uta die Ausstellungsplakate ziert, über die Geschichte des „Schlösschens“ am Naumburger Markt wie über die denkmalgerechte Wiederherstellung des Domgartens und die Einrichtung eines Gartens des Naumburger Meisters zu verstehen. Um die ältesten Bildnisse des Markgrafen Eckehard II. von Meißen, um die kunstgeschichtlich wertvollen Wasserspeier des Naumburger Doms, um seinen Ostchor, der zu Unrecht im Schatten des Westchores steht, aber auch um die Bau- und Nutzungsgeschichte der Südklausur des Doms geht es in weiteren Aufsätzen. Die romanische Dorfkirche Görschen mit ihrem kulturgeschichtlich außerordentlich bedeutsamen Reliquienschatz, das Kroppental, die Geschichtsarbeitsgemeinschaft des Naumburger Domgymnasiums, Blume und Baum des Jahres 2011 und das Gemälde „Das letzte Abendmahl“ werden vorgestellt. In seinem posthum veröffentlichten Aufsatz widmet sich Hermann Goltz der Freundschaft zwischen dem aus Naumburg stammenden Carl Richard Lepsius und dem ägyptischen Armenier Nubar Pascha. Traditionsgemäß erscheinen Rezensionen zu neu erschienenen Publikationen der Region, die über das Jahrbuch hinaus Anregungen geben sollen, das kulturgeschichtlich wie landschaftlich reizvolle, südliche Sachsen-Anhalt kennenzulernen.“ - Dem ist nicht hinzuzufügen!


Sonntag, 24. Juli 2011

Gemeinsam mit Freunden des Geschichtsklubs Freienbessingen weilten Vorstandsmitglieder des Heimatvereins ARATORA am vergangenen Freitag zu Besuch auf einer der derzeit bedeutendsten Ausgrabungs- stätten in Thüringen, in unserem Nachbarkreis Sömmerda gelegen. Grabungsleiter Dr. Klaus-Peter Wechler führte die Hobbyhistoriker aus dem Kyffhäuserkreis durch das Areal und erläuterte Funde und Befunde, besonders die erst kürzlich veröffentlichen Entdeckung eines sehr großen bronzezeitlichen Schatzhauses. Nahe Dermsdorf bei Kölleda untersuchen seit April dieses Jahres Mitarbeiter des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie das Baufeld der künftigen Ortsumgehung. Inzwischen konnten auf einer Fläche von 7.000 Quadratmeter ca. 500 archäologische Befunde erfasst werden. Die aufgedeckten Spuren der einstmaligen Besiedlung - Pfosten, Abfallgruben, Gräber - gehören der frühen Bronzezeit (ca. 2.000-1.700 v. Chr.) und dem Mittelalter (8.-11. Jh.) an. Der herausragende Fund ist ein ungewöhnlich großes Depot von Bronzebeilen. Die Beile von unterschiedlicher Form und Herstellungsqualität waren vor etwa 3.800 Jahren in einem Tongefäß niedergelegt worden. Nur bei wenigen dieser Depotfunde gelang bisher die Rekonstruktion der Umstände ihrer Niederlegung. Deshalb bargen die Archäologen den Fund im Block, der sich nun zur weiteren Untersuchung in der Restaurierungswerkstatt des Landesamtes befindet. Erste tomographische Aufnahmen zeigen, dass das Gefäß mit etwa 100 Bronzebeilen vollständig ausgefüllt ist. Im Zuge der Restaurierung sollen durch archäochemische und metallkundliche Untersuchungen Hinweise auf Zusammensetzung und Herkunft der Rohmaterialen sowie zur Herstellungstechnik der Beile gewonnen werden. Von besonderer Bedeutung ist der Fund vor allem auch deshalb, weil er unmittelbar an der Giebelseite eines Hauses aus der frühen Bronzezeit vergraben war. Mit einer Breite von 10,5 Meter und die Länge von 44 Meter handelt es sich um eines der größten nachgewiesenen urgeschichtlichen Gebäude Mitteldeutschlands. Das Gebäude stand auf einer flachen Anhöhe in Sichtweite des bekannten bronzezeitlichen Fürstengrabes von Leubingen. Weitere Hinweise die Nutzung des Gebäudes und seine Datierung sollen die noch andauernden Grabungen und die anschließende Auswertung zusammen mit vielfältigen naturwissenschaftlichen Untersuchungen erbringen. – Im Anschluss besuchten die Geschichtsfreunde aus Freienbessingen und Artern den bronzezeitlichen Fürstenhügel bei Leubingen, aus dessen Geschichte Dr. Wechler berichtete. Am Nachmittag wurden die Museen in Leubingen und Kindelbrück angeschaut.


Heft 20

Freitag, 22. Juli 2011

Infolge Schriftenaustausches und guter persönlicher Kontakte, besonders nach Thüringen und Sachsen-Anhalt, wird seit Jahren zwischen Vereinen, Institutionen und Privatpersonen reger Schriftaustausch untereinander vorgenommen. So erreichte uns dieser Tage aus Erfurt eine wiederum hochinteressante Sendung mit Büchern, herausgegeben von der Volkskundlichen Kommission für Thüringen bzw. der Volkskundlichen Beratungs- und Dokumentationsstelle für Thüringen und der Thüringischen Vereinigung für Volkskunde. - Mit den Jahresschriften für 2010 und 2011 der Thüringer Hefte für Volkskunde wird sowohl eine monothematische Veröffentlichung (Nr. 18: „Zeitreise in die Kindheit. Erinnerungen an die Fünfziger und Sechzigerjahre aus Thüringen“) als auch eine thematisch breitgefächerte Festschrift (Nr. 20: „Mensch – Dinge – Landschaften. 20 Jahre Thüringische Vereinigung für Volkskunde“) auf 190 bzw. 224 Seiten mit sehr vielen Abbildungen angeboten (unser Bild). Gestreift werden darin wiederum fast sämtliche Bereiche der Volkskundeforschung: Kulturlandschaft, Sozialgeschichte, Erwerbs- und Alltagsleben. (Auch für unsere Vereinsarbeit beinhalten gerade diese Bücher wichtige Anregungen!) - In Form einer Bibliographie werden in einem weiteren Heft sämtliche veröffentlichte Artikel und Aufsätze der Zeitschriften „Thüringer volkskundliche Mitteilungen“ (699 Beiträge) und „Thüringer Hefte für Volkskunde“ (378 Beiträge) für die Jahre 1993 bis 2910 bzw. 1992 bis 2011 aufgelistet. Besonders diese Veröffentlichung verschafft einen sehr guten Überblick über die sehr zahlreich bisher publizierten Abhandlungen, andererseits werden Desiderate offenbar, deren sich die volkskundliche Forschung noch annehmen muss. - Interessierte können gern Einsicht in die besprochenen Bücher nehmen. Gesucht werden zudem Mitstreiter, die sich aktiv der volkskundlichen Forschung widmen möchten. Mehr zum Thema unter http://www.volkskundemuseum-erfurt.de/.


Mittwoch, 20. Juli 2011

Durch freundliche Überlassung eines Arterner Bürgers kam jetzt ein großes Gruppenfoto, aufgenommen am 14. Juli 1928, auf Leihbasis zum Heimatverein Aratora. Das Bild zeigt die Gesamtbelegschaft im 200. Jahr des Bestehens unserer Saline. Unter einer riesigen Fahne mit aufgesticktem Hammer und Eisen sowie Bergmannsgruß „Glück auf“ tummeln sich rund 150 Personen, allesamt Männer in Uniform bzw. Schlips und Kragen. Das Foto konnte einstweilen hochauflösend gescannt werden und steht nun zur Identifikation der Personen zur Verfügung. Leider fehlt eine namentliche Aufstellung der darauf abgebildeten Salinenarbeiter und Angestellten. Daher müssen in Zusammenarbeit mit Familienforschern ebendiese sukzessive ermittelt werden. Immerhin wird immer wieder die Frage an den Verein gerichtet, ob wir mit Fotos von Vätern oder Urgroßvätern dienen können, die in der Saline gearbeitet haben. Diese Anfragen können jetzt positiv beantwortet werden - vorausgesetzt die Familienforscher kennt seinen Vorfahren noch von anderen Bildern her. Bislang konnte allerdings erst ein Saliner namentlich ermittelt werden: Christian August Carl Scheffler (1863-1949), zu Ehren gekommen als Arterner Flugpionier und Naturheilkundler (dessen Biographie siehe in Zeitschrift ARATORA 19).


Montag, 18. Juli 2011

Seine Begeisterung für Sternenkunde und Kalenderwesen unserer vorgeschichtlichen Ahnen ist schier grenzenlos und entsprechende Ideen und Theorien sprudeln nur so aus dem Mann heraus - Ralf Koneckis, Archäoastronom aus Dortmund hatte wieder einmal Heimatfreunde und Amateurastronomen aus der Kyffhäuser- Unstrut-Region, diesmal nach Goseck im Burgenlandkreis gerufen, um neue Erkenntnisse der vorgeschichtlichen Himmelskunde zu präsentieren. Seiner Einladung gefolgt waren Interessierte aus Artern, Sangerhausen, Naumburg, Teutschenthal, Goseck, Remscheid und Wutha-Farnroda, um im ehemaligen Schloss der sächsischen Pfalzgrafen gemeinsam mit dem Gosecker Heimat- und Kulturverein e.V. einen erfahrungsreichen Tag mit Vorträgen zur Archäoastronomie sowie einem Besuch der soeben rundumsanierten Kreisgrabenanlage (4.800 v. Chr.) zu absolvieren (unser Bild). Dass auch „direkt vor der eigenen Haustür“ Entdeckungen dieser Art möglich sind, brachte z. B. Jürgen Sander aus Sangerhausen dar, der die teilerhaltene Kreisgrabenanlage von Tilleda untersuchte und in Verbindung zur Astronomie, regionalen Mythologie und Heimatkunde brachte (wobei zu betonen ist, dass darüber hinaus weitere Forschungen zu Horizontkalendern und Ortungslinien zwischen Kyffhäuser und Unstruttal laufen; auch bei Artern gibt es wenigstens einen solchen Punk, der aufgrund seiner Historie als Kultplatzkalender angesprochen werden könnte). Um solchen astronomischen Verdachtsobjekten auf die Spur zu kommen müssen z. B. Sagen, Mythen, Flurnamen, archaische Bezeichnungen in der Landschaft, Hügelgräber, vermutete oder gesicherte Kultplätze, auffallende Horizontverläufe, Landmarken, markante Sichtachsen und -linien sowie archäologischen Befunde erkannt, erfasst bzw. analysiert werden. Und hier ist unsere Gegendviel reicher, als man sich das träumen lässt! Es gibt noch viel zu tun in diesem spannenden und hoch- interessanten Gebiet der Heimatforschung, auch wenn sich bei weitem nicht alle Vermutungen und Hoffnungen bestätigen werden. Auch das war eine wichtige Essenz der Tagung in Goseck. Interessierte sind herzlich aufgerufen mit zu forschen. Melden Sie sich bitte dazu beim Heimatverein ARATORA und merken sich den Termin der nächsten Tagung zur vorgeschichtlichen Himmelskunde in Sangerhausen vor: vom 6. bis 8. Oktober 2011. - Als aktuelle Buchveröffentlichungen aus Mitteldeutschland zur prähistorischen Astronomie, worin über Herangehensweise und Schlussfolgerungen zu relevanten Objekten aus dem Saale- Unstrut-Gebiet berichtet wird, seien zwei neue Bücher des Amateurforschers Reinhard Rehmann aus Teutschenthal genannt: „Die Entdeckung des Kalenders in der Steinzeit, erster Schritt zu den Sternen. Steinzeitmenschen Mitteleuropas an der Wende zur Ersten Hochkultur“ (2010) sowie „Der Schrei der Steine. Das Geheimnis von Schloss Schochwitz – eine Saalkreis-Legende?“ (2011).


Samstag, 16. Juli 2011

Trotz regnerischem Wetter führte die Vorstandsmitglieder des Heimatvereins ARATORA kürzlich eine Bildungsreise nach Weimar ins Museum für Ur- und Frühgeschichte. In dem klassizistischen Bau am Rande der historischen Innenstadt wird sehr eindrücklich die Geschichte Thüringens von der Menschwerdung bis zum Mittelalter präsentiert. Im Mittelpunkt stehen der Mensch und dessen materiell-geistigen Kultur, veranschaulicht u. a. durch lebensgroße Rekonstruktionen, Bilder und Modelle. Höhepunkte der Ausstellung sind altsteinzeitliche Funde aus Bilzingsleben und Ehringsdorf, das bronzezeitliche Häuptlingsgrab von Leubingen, die keltische Steinsburg, sowie das Grab der germanischen Fürstin von Haßleben. Besonderes Interesse legten die Besucher aus Artern auf archäologische Funde aus Nordthüringen bzw. dem Kyffhäuserkreis: Aus mehreren prähistorischen Kulturperioden fanden sich in den Vitrinen Gefäße u. a. aus Sondershausen und Bad Frankenhausen, weiterhin eine durchlochte Muschel aus Artern als Schmuckelement, Schale aus Oldisleben mit Sonnenverzierung, Kultgefäß von Ichstedt, germanisches Kultgefäß von Greußen (Greußener Schweinchen) und Depotfunde aus der Hainleite. Überregional bedeutsame Funde aus dem Kyffhäuserkreis sind ein Steinkistengrab des Derfflinger Hügels bei Kalbsrieth sowie Opfergaben und Menschenreste aus der bronzezeitlichen Kannibalenhöhle am Südkyffhäuser bei Bad Frankenhausen (unser Bild), viel Eindruck machte zudem eine neolithische Rinderbestattung aus Riethnordhausen (Kreis Mansfeld-Südharz). - Im Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens kann der Besucher binnen zwei, drei Stunden eine Zeitreise durch fast eine halbe Million Jahre Menschheitsgeschichte auf heimischem Gebiet unternehmen und eine Vielzahl attraktiver und wichtiger Funde in Augenschein nehmen. Weitere Informationen über das Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens, den Ausstellungen sowie aktuelle Grabungen auf der Hompepage http://www.thueringen.de/denkmalpflege/tlad/start.htm. Der Besuch in der Klassikerstadt war zudem eine gute (archäologische) Einstimmung auf die nächste Vereinsfahrt, die uns am 17. September 2011 auch auf die Grabungsstätte eines römischen Heerlagers bei Hedemünden (Niedersachsen) führen wird. Anmeldungen hierfür sind noch möglich!


Donnerstag, 14. Juli 2011

Die neue ARATORA-Sonderschrift anlässlich des hundertjährigen Vereinsjubiläums ist auf gutem Wege: Heute werden sämtliche Unterlagen in digitaler Ausfertigung sowie als Klebeumbruch zur Druckerei Möbius zu Weiterverarbeitung, Satz und anschließendem Druck gebracht. Nach Festsetzung des Layouts werden dem Hauptteil - Otto Wagners „Wichtige Ereignisse in unserem Gemeindeleben seit Anfang 1800“ - ein ausführliches Vorwort mit Abbildungen der Arterner Ortschronisten des 19. Jahrhunderts, eine umfangreiche Spendenliste, eine historische Stadtansicht sowie ein vierteiliger Stadtplan von 1839 vorangestellt. Der 184seitigen Arterner Chronik des 19. Jahrhunderts (Reprint, Fraktur, Format A4, Softcover, Fadenbindung) folgt dann ein großer Bildteil, thematisch untergliedert mit Motiven aus der Neustadt, Altstadt und den städtischen Randgebieten, wobei mehrheitlich Motive des 19. Jahrhunderts wiedergegeben werden (Häuser, Straßen Denkmale, Industrie) – insgesamt 120 Fotos. Erstmals wird das Buch zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September 2011 angeboten; über Ort und Zeit des Vertriebs wird rechtzeitig per Pressemitteilungen und via Internet informiert. Unsere zahlreichen auswärtigen Vereinsmitglieder, Freunde sowie Archive, Museen und Institutionen erhalten die Chronik etwas später per Post. – Unser Bild zeigt ein stimmungsvolles Alltagsbild - eben wie im 19. Jahrhundert - aus der Wertherstraße mit Veitskirche im Hintergrund, das den Umschlag der Festschrift schmücken soll.


sebicht

Dienstag, 12. Juli 2011

Im Nachgang der 1225-Jahrfeier unserer Nachbargemeinde Edersleben am ersten Juniwochenende erhielt der Heimatverein ARATORA jetzt die hochinteressante „Ergänzung zur Chronik der Gemeinde Edersleben“, versehen mit dem Untertitel „Thüringische Landesgeschichte von der Völkerwanderung bis zur Reformation“. (Die 400seitige „Chronik der Gemeinde Edersleben“ für 786 bis 1913 von Superintendent Friedrich Höhndorf zzgl. Fortführungen bis 2011 wurde kürzlich bereits in digitaler Form veröffentlicht; vgl. Meldung vom 16. Juni 2011). Der Autor der „Ergänzungen“, der in Edersleben geborene Dr. Richard Sebicht (1864- 1945), brachte seine 220seitige Chronik 1932 in Potsdam zu Papier. Vom in gut lesbarer Handschrift verfassten Originaldokument wurden jetzt Kopien gezogen und mit Ringbindung versehen. Mit zwei Skizzen als Illustrationen versehen gliedert sich das Werk in folgende Kapitel: Thüringen im Zeitalter der Völker- wanderung - Das Thüringer Reich unter König Irminfried - Thüringen von der Schlacht bei Burgscheidungen bis auf Karl den Großen - Thüringen in der Blütezeit des Mittelalters - Die goldene Aue, ihre Urbarmachung und Besiedelung unter Friedrich Barbarossa - Thüringen im Reformationszeitalter - Thüringisches Dorf- und Landleben zur Zeit der Reformation - Verlauf einer flämischen Flurgerichtsverhandlung in der Goldenen Aue am 12. Juli 1686. – Sebicht, der Geschichte und klassische Philologie in Leipzig, Halle und Berlin studierte, beleuchtet in seinen Ausführungen anschaulich und nachvollziehbar Thüringer Landesgeschichte sowie regionale und lokale Historie unter Einbeziehung zahlreicher Details und weiterführender Hinweise. Seine „Ergänzung zur Chronik der Gemeinde Edersleben“ sind interessante Darstellungen unserer Heimatgeschichte, als auch Aufgrund des Detailreichtums wichtige Handreichung für die weitere Erforschung unserer Vergangenheit. Daher auch unser ganz verbindlicher Dank an Bürgermeister Wolfgang Koch in Edersleben für dessen Engagement im Vorfeld dieser Veröffentlichung. Interessenten können nach Voranmeldung beim Vorstand gern Einsicht ins Buch nehmen (Tel. 03466 / 320139).


Sonntag, 10. Juli 2011

Noch bis 29. September 2011 lädt das Spengler-Museum in Sangerhausen zur aktuellen Sonderausstellung über Gustav Adolf Spengler (1869-1961) ein. Aus Anlass seines 50. Todestages (2. September) hat Museumsleiterin Monika Frohriep eine eindrucksvolle Fotoausstellung über Leben und Wirken des großen Heimatforschers geschaffen. Denn: Gustav Adolf Spengler war viel mehr als „nur“ der Mammut-Entdecker von Voigtstedt-Edersleben. Mit dutzenden Bildern und Belegen wird der Lebensweg dieses wissbegierigen und vielseitig gebildeten Menschen gezeigt, der im Hauptberuf Tischler war. Spengler interessierten u. a. Geologie, Paläontologie, Zoologie, Botanik, Historie und vor allem Ur- und Frühgeschichte der Kyffhäuser-und Südharzlandschaft, der Goldenen Aue und der Mansfelder Region. Zudem war der passionierte Pfeifenraucher bis ins hohe Alter als Wanderer unterwegs, wirkte früher auch als Turner und Feuerwehrmann. Ständig brachte Spengler etwas zur Bereicherung seiner Sammlung, die Grundlage des heutigen Sangerhäuser Museums ist, mit: Steine, Fossilien, vorgeschichtliche Scherben, Pflanzen usw. Mit der repräsentativen Schau hat es die Volkskundlerin Monika Frohriep geschafft, die Aufmerksamkeit auf den Menschen Gustav Adolf Spengler zu lenken, der sonst hinter seiner Sammlung, der Ausgrabung des Mammutskeletts und der originellen Ausstattung des Spengler-Hauses zurück tritt. Mit den Fotos werden verschiedene Dokumente und Erinnerungsstücke kombiniert, die Eindrücke von Spenglers Persönlichkeit, seinen Interessen, seiner Sammeltätigkeit und Museumsarbeit vermitteln. Im Rahmen dieser Ausstellung sind auch die Modelle der Sangerhäuser Stadttore zu sehen, die Spengler vor etwa 70 Jahren schnitzte. Unser Empfehlung: Wieder mal ins Spengler-Museum gehen, es lohnt sich wirklich! - Unser Foto zeigt Monika Frohriep zur Ausstellungeröffnung am 25. Juni mit einem Fotoalbum der Verwandten und Ahnen Spenglers.


Freitag, 8. Juli 2011

Mit Auffindung der Himmelscheibe von Nebra fast auf den Tag genau vor zwölf Jahren rückte unsere Unstrutregion ins Zentrum nicht nur der archäologischen, sondern auch der archäoastronomischen Forschung zur Bronzezeit. Dies umso mehr, als ab 2002 das benachbarte neolithische Sonnenobservatorium von Goseck ausgegraben und rekonstruiert worden ist. Ebendort, in Goseck findet in einer Woche, am Samstag, 16. Juli 2011 ein Kolloquium zur praktischen Archäoastronomie statt. Dazu laden Fred Winter vom Heimatverein Goseck sowie Initiator Ralf Koenckis aus Dortmund herzlich ins Schloss Goseck ein. Letztgenannter ist seit einigen Jahren in unsere Region aufgrund prähistorische Forschungen zur Astronomiegeschichte bekannt, nicht zuletzt durch mittlerweile acht Tagungen zur vorgeschichtlichen Himmelskunde in Sangerhausen (nächste Tagung: 6. bis 8. Oktober 2011). Auch der Heimatverein ARATORA steht mit dem Forscher schon seit Jahren in Verbindung und konnte zahlreiche wichtige Hinweise für dessen Arbeit liefern. Im Mittelpunkt der bevorstehenden Veranstaltung in Goseck wird eine breitgefächerte Themenpalette zu Möglichkeiten der vor- und frühgeschichtlichen Himmelsbeobachtung in Vorträgen vorgestellt: Der Vollmond im „Sonnenobservatorium“ (Ralf Koneckis) – Namen und urgeschichtlichen Sieldungskammern (Heinz Bartels) – Der Horizont in der Kreisgrabenanlage von Tilleda (Jürgen Sander) – Sonnen- und Mondfinsternisse in Farblichtbildern (Peter Stolzen) – Archäologie und Horizontastronomie – Goseck vor 6.800 Jahren (N.N.). An Ur- und Frühgeschichte sowie Astronomie Interessierte ergeht die herzliche Einladung zu diesem Kolloquium. - Unser Bild zeigt einen mutmaßlichen Kultstein in Bilzingsleben, der auch archäoastronomisch (Mond) angesprochen wird.